mini|Selbstbildnis von Emilia Schmäck-Stregen (1851) Emilia (auch Emilie oder Emily) Maria Schmäck-Stregen von Glauburg (* 9. August 1817 in London; † 2. August 1886 in Mödling) war eine britische Malerin, die 42 Jahre ihres Lebens in Österreich wirkte.

Leben Emilia Schmäck wurde in London geboren, wo ihr Vater Augustus Schmäck als Großkaufmann arbeitete. Ihre Mutter Anna stammte aus der in Wien ansässigen Familie Wüstefeld. Sie war eine Nichte der österreichischen Weltreisenden Ida Pfeiffer. Die Landschafts- und Vedutenmalerin Julia Schmäck, welche im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts in Wien und Graz wirkte, war wohl Emilia Schmäcks Schwester.Schmäck (nicht Schmück), Emilie/Emily (Maria), verh. Stregen von Glauburg. In: Jochen Schmidt-Liebich: Lexikon der Künstlerinnen 1700–1900. Saur, München 2005, ISBN 3-598-11694-2

Schmäck beschickte von 1837 bis 1844 Ausstellungen der Royal Academy of Arts und British Institution in London. 1844 verließ sie ihre Geburtsstadt und bereiste Wien und Venedig, bis sie sich 1849 als Berufsmalerin in Wien niederließ.

1856 zog sie mit ihrem kürzlich pensionierten Onkel, Generalmajor Ludwig Wüstefeld (1799–1863), nach Graz. In Graz wohnten auch seit kurzem die engsten Wiener Freunde des Generals, die Familie Felicetti von Liebenfelß. Emilia portraitierte auch mehrfach die jüngere Generation, so auch Moritz Felicetti von Liebenfelss 1861, der auch ihr Trauzeuge wurde. Im selben Jahr heiratete sie den – aus nicht näher bekannten gesundheitlichen Gründen pensionierten – Oberstleutnant Freiherr Heinrich Ludwig Stregen von Glauburg (1817–1891), Sohn des Feldmarschallleutnants Felix von Stregen. Sie lebte nach der Hochzeit zunächst in der österreichisch-schlesischen Stadt Freiwaldau (heute in Tschechien). Grund waren die dort angebotenen Kaltwasserkuren des Vinzenz Prießnitz. Das Ehepaar findet sich mehrere Jahre hintereinander in den dortigen Kurlisten. Emilia malte hier auch weiter. Vier ihrer Ölgemälde sind in der Sammlung des Freiwaldauer Regional-Museums/Vlastivědné muzeum Jesenicka vertreten. Ausweislich der Signaturen sind mindestens zwei davon auch in Freiwaldau entstanden. Sie ließ aber ihre Verbindung zu Graz nicht abreißen. 1866 stellte sie dort wieder aus, und zwar im Steiermärkischen Kunstverein (heute: Steiermärkischer Kunstverein Werkbund).

Das Ehepaar Stregen von Glauburg hatte eine Adoptivtochter. Die 1869 in Freiwaldau geborene Emilia Henriette Johanna Swoboda. Ihre leiblichen Eltern waren gleich nach ihrer Geburt verstorben. Anscheinend war Emilia Schmäck die Taufpatin und nahm die Waise in Pflege. Als 15-Jährige wurde das Mädchen dann von ihren Pflegeeltern adoptiert.

Ab 1880 lebten die Familie Stregen von Glauburg dann in Mödling in Niederösterreich, wo Emilia Schmäck-Stregen von Glauburg an einem „Lungenödem bei einem Organischen Herzleiden“ sieben Tage vor ihrem 70. Geburtstag starb.

Werk Emilia Schmäck malte insbesondere Porträts, Genrebilder und Interieurs, aber auch Blumenstücke. Stilistisch gehört sie zu den Vertretern des Biedermeier, wobei ihre Porträts auch Einflüsse ihrer englischen Herkunft zeigen.

Werke (Auswahl) Interieur mit zwei sitzenden Damen, ca. 1840, Öl auf Karton, 25,5 × 30,5 cm, Neue Galerie Graz Ida Pfeiffer, geb. Reyer, Weltreisende, Porträt, Öl auf Leinwand, 1844, 95 × 74 cm, Wien MuseumIda Pfeiffer, geb. Reyer, Weltreisende. In: sammlung.wienmuseum.at. Abgerufen am 8. Dezember 2022. Szene in einem Biedermeier-Interieur, ca. 1850, Öl auf Karton, 25,5 × 20,5 cm, Neue Galerie Graz Selbstbildnis, 1851, Öl auf Leinwand, 67,5 × 55 cm, Neue Galerie GrazSelbstbildnis (Emilia Schmäck). In: museum-joanneum.at. Abgerufen am 8. Dezember 2022. Selbstporträt, 1852, Öl auf Holz, 13 × 10,5 cm, Neue Galerie Graz Interieur aus Schloss Rubein bei Meran, Aquarellminiatur Braun in Braun, 1848, 1905 bei Wiener Miniaturen-Ausstellung Bildnis Marie Fürstin von Wrede, geb. Gräfin von Balsamo, Öl, 1858, Schloss Ellingen bei Weißenburg, Mittelfranken Bildnis Moritz Felicetti von Liebenfelss, 1861, Öl auf Leinwand, 69 × 56 cm, Steiermärkisches Landesarchiv, Graz Bildnis von Major Carl (Charls) Pfintner, 3. Husarenregiment, Prinz Karl von Bayern, Öl auf Leinwand, 84 × 68,5 cm, Vlastivědné muzeum Jesenicka

Ausstellungen (Auswahl) 1850, 1852: Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna 1853, 1854, 1855: Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins 1866 Ausstellung im Steiermärkischen Kunstverein, Graz 1905: Wiener Miniatur-Ausstellung 2020: Ladies First! Künstlerinnen in und aus der Steiermark 1850–1950, Joanneum, Neue Galerie Graz (mit Katalog) In: museum-joanneum.at. Abgerufen am 8. Dezember 2022.

Literatur Emilie Schmäck. In: Gudrun Danzer (Hrsg.): Ladies First! Künstlerinnen in und aus der Steiermark 1850–1950. (Ausstellungskatalog) Leykam, Graz 2020, ISBN 978-3-7011-8174-2, S. 92–95. Schmäck-Stregen Emilia, verh. Stregen von Glauburg. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 3. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 2906.

Walter Liebenfelss: Emilia Schmäck (Stregen). Eine englische Malerin im Grazer Nachbiedermeier. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. Band 14, 1984, S. 55–66. Andreas Eichstaedt: Emilia Schmäck-Stregen von Glauburg – Neue Erkenntnisse zu einer Künstlerin des Nachbiedermeier. In: Friedrich Bouvier, Sibylle Dienesch, Wolfram Dornik, Nikolaus Reisinger, Karin M. Schmidlechner, Barbara Stelzl-Marx (Hrsg.): Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. 1. Auflage. Band 53/54. Im Auftrag der Stadtmuseum Graz GmbH, Graz 2025, ISBN 978-3-7011-0577-9, S. 287–298. https://unipub.uni-graz.at/obvugrhjsg/periodical/pageview/12613695

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