mini|(Altes) Gutshaus Cöthen (um 1850), aus „Duncker“ Cöthen ist ein Gemeindeteil von Falkenberg/Mark, einem Ortsteil der Gemeinde Falkenberg im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg). Mit dem Auskauf des letzten Bauern und von vier Kossäten im Jahr 1825 endete die Geschichte von Cöthen als eigenständige Gemeinde. Seitdem war Cöthen nur noch Rittergut bzw. später Gutsbezirk. Der Gutsbezirk wurde um 1850 mit dem Gutsbezirk Dannenberg/Mark zum Dominium Cöthen vereinigt. Mit der Auflösung dieses großen Gutsbezirks 1928 wurde der Ort Cöthen mit der Gemeinde Falkenberg/Mark vereinigt. Seither war Cöthen Ortsteil bzw. seit 2002 Gemeindeteil von Falkenberg/Mark.
Lage Der Ort Cöthen liegt knapp 2 km südwestlich vom Ortskern von Falkenberg/Mark und etwa 6,5 km westnordwestlich von Bad Freienwalde (Oder). Cöthen besitzt keine eigene Gemarkung, sondern liegt auf der Gemarkung von Falkenberg/Mark. Umliegende Orte sind Hohenfinow im Norden, Falkenberg/Mark im Nordosten, Dannenberg/Mark und Krummenpfahl im Süden und Neugersdorf im Südwesten. Westlich des Ortes liegt ein großes Waldgebiet bestehend aus Cöthener Forst, Karutz und Hohenfinower Wald.
Nördlich und östlich des Ortskerns haben zwei Bäche ihren Ursprung, die sich beim ehemaligen Rettungshaus zum Falkenberger Fließ vereinigen. Östlich des Ortes liegt der Cöthener Park, ein Wald, der um 1820 zum Landschaftspark umgestaltet wurde. Allerdings sind heute nur noch wenige der früheren Bauten vorhanden.
1871 gehörten zum Gutsbezirk Cöthen die Wohnplätze Fischerhaus Gamensee, das Vorwerk Sorge, das Waldwärterhaus Tobbenberge und das Vorwerk Krummenpfahl, das aber später zu Dannenberg/Mark gerechnet wurde. 1885 gehörten zum Gutsbezirk Cöthen die Wohnplätze Fischerhaus Gamensee, Tobbenberge und Vorwerk Tortz (nahe der alten Oder). 1925 wurde auch das Forsthaus Sparrenbusch (heute Bad Freienwalde (Oder)) zum Gutsbezirk Cöthen gerechnet. An dessen Stelle steht heute die ab Mitte der 1930er Jahre errichtete Hohenfriedberg-Kaserne, die heute zu einer Wohnsiedlung umgebaut ist.
Geschichte Cöthen erscheint erstmals in einer Urkunde von 1334 als Koten. Das Dorf ist sicher im Rahmen der hochmittelalterlichen Ostsiedlung entstanden. Der Ortsname könnte ein übertragener Name sein, von Köthen in Sachsen-Anhalt oder ist als Ort zu den kleinen Häusern zu mnd. kote/köte = Hütte oder kleines, niedriges Haus zu interpretieren. Denkbar wäre noch eine dritte, allerdings weniger wahrscheinliche Alternative, die Ableitung von einem Personenkurznamen Chot (etwa von Vollnamen wie Chotimir) durch Anfügung des Suffixes -in. Dem widerspricht jedoch die Erstnennung Koten, man müsste dann eine Änderung des Suffixes von -in auf -en annehmen. Der Dorfstruktur nach ist es ein durch Gutsbildung deformiertes Straßendorf.
Vor- und Frühgeschichte Das Gebiet um Cöthen war schon vor der Anlage des Dorfes Anfang des 13. Jahrhunderts immer wieder besiedelt. Um das Dorf herum befinden sich mehrere Fundstellen von Feuersteingeräten und urgeschichtlichen Scherben. Am nordwestlichen Rand, aber schon auf der Höhe, befand sich eine mehrphasige spätslawische Siedlung, die wohl mit der Anlage des Dorfes Cöthen aufgegeben wurde.
Besitzgeschichte - 14. Jahrhundert Das Dorf gehörte im 14. Jahrhundert denen von Thene, auch Chein geschrieben. 1334 verkauften sie Cöthen an den aus Süddeutschland stammenden Ritter Gebolf von Mersingkoven. Er wurde am Tage der Jungfrau Katharina (25. November) 1334 mit Cöthen belehnt, mit allen Stellen, Teichen, Wiesen, Holzungen, Seen, wie überhaupt im ganzen und einzelnen Güter, welches Namens immer, bebaut und unbebaut, mit allen Rechten, Freiheiten, Gnaden, Nutzungen, Ehren und Zubehörungen jeder Art. Allerdings kam Cöthen schon bald danach in den Besitz des Peter von Falkenberg und ab 1355 von Hasso von Falkenberg, der noch 1362 nachgewiesen ist. Merkwürdigerweise ist das Dorf wie auch das benachbarte Falkenberg im Landbuch von 1375 zwar in der Liste der Dörfer des Barnim gelistet, aber nicht näher beschrieben.
15. Jahrhundert Im Schossregister von 1450 finden wir: Coethen hat Kone von Ihlow von meinem Herrn (dem Markgrafen) zu Lehn. Auf der Feldmark waren 48 Hufen, davon hatte der Pfarrer 4 Hufen, die Kirche 2 Hufen. Konrad von Ihlow hatte 10 Hufen zu seinem Hof. Die übrigen, zinspflichtigen Hufen gaben jede 9 Groschen. Der Krug musste 15 Groschen geben. Die Kossäten gaben ein Stück. Am 10. März 1454 verkaufte Konrad von Ihlow mit Zustimmung seiner Brüder Matthias, Dietrich und Hartmann das Dorf Cöthen um 160 Schock Groschen an Tobias, den Abt des Klosters Chorin mit allem Zubehör, auf beackerten und unbeackerten Ländereien, mit den Heiden, und mit allem was dazu gehört. Am 19. November 1454 stellte Konrad von Ihlow eine Urkunde aus, in der er bestätigt, dass er das Kaufgeld erhalten hat. Zu dieser Zeit wird auch ein Lehnschulzengut erwähnt. 1489 war die Wassermühle nächst unter dem Dorf abgebrannt. Das Kloster ließ die Mühle allerdings weiter bachabwärts fast bei Falkenberg wieder aufbauen. Darüber kam es zum Rechtsstreit zwischen dem Kloster Chorin und dem Falkenberger Dorfherren Dietrich von Holzendorf, den das Kloster aber für sich entscheiden konnte.
16. Jahrhundert Im Jahr 1527 werden dann 46 Hufen genannt. Cöthen blieb im Besitz des Klosters Chorin bis zu dessen Säkularisation im Jahr 1542. 1546 brannte der Rittersitz in Cöthen ab.
1571 war Cöthen im Besitz des Jürgen Kühne. Wie er in dessen Besitz kam, ist ungeklärt, da der Klosterbesitz nach der Säkularisierung zum größten Teil in das Amt Chorin einging. 1580 wurde die Wassermühle wiederum erwähnt. Einige Jahre später folgte ein Dr. Steel/Stehle als Besitzer von Cöthen nach, der es 1590 an die von Holzendorf verkaufte. 1593 erhielten der Oberhauptmann, kursächsischer Rat und Kämmerer Dietrich, sowie dessen Brüder Joachim und Stellen von Holzendorf den Lehnbrief zu gesamter Hand über Cöthen. Am 17. Juni 1598 wurde den Brüdern Joachim und Dietrich von Holzendorf der Besitz von Cöthen bestätigt, wahrscheinlich war deren Bruder Stellen kurz vorher gestorben.
1611 ließ Ernst von Holzendorf ein Erbregister anlegen. Zum Rittersitz derer von Holzendorf gehörten nun acht Ritterhufen. Darin wird auch berichtet, dass der Rittersitz 1546 großenteils abgebrannt war, lediglich das Wohnhaus und das Torhaus waren verschont geblieben. Aber auch das Wohnhaus war noch 1611 ganz ruiniert; gemeint ist wohl in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Die Hufen des Freihofes konnten mit 7 Wispel 18 Scheffel Roggen, 4 Wispel 9 Scheffel Gerste, 1 Wispel 6 Scheffel Hafer, 6 Scheffel Erbsen, 2 Scheffel Buchweizen und 2 Scheffel Hanf besät werden. Fischerei war nur in einem Feldpfuhl möglich. An Holzung war nur eine Kienheide vorhanden. Hier durften Rehe und Wildschweine gejagt werden. Der Baum- und Strunkgarten war noch intakt. Dagegen waren ein Kohlgarten und der Weinberg ganz ruiniert. Lediglich drei Kellergewölbe, an der Stelle, wo früher die Weinmeisterei stand und worin der Wein gelagert wurde, waren noch vorhanden. Dem Ernst von Holzendorf stand das Straßen-, Ober- und Niedergericht zu. Er hatte auch die Schäfereigerechtigkeit auf der Feldmark. 24 Kühe und 12 Zugochsen konnten gehalten werden, ebenso Schweine. Im Oderbruch durfte er Rohr schneiden (lassen). Außerdem gehörten noch drei Wiesen zum Gutsbesitz. Bis 1634 wurden von Dietrich von Holzendorf 6 Bauernhufen aufgekauft, sodass zum Gut dann 14 Hufen gehörten. 1624 sind nur noch 18 Zinshufen genannt. Auch sie wurden nach und nach von der Gutsherrschaft aufgekauft. 1649 saß der Kreiskommissar des Oberbarnimschen Kreises Dietrich Stephan von Holzendorf auf Cöthen. Am 30. September 1652 verkaufte er Cöthen um 13.510 Taler an den späteren Kreiskommissar des Oberbarnimschen Kreises Wolf Christoph von Falkenberg auf Wiederkauf, d. h. er behielt sich das Recht vor, das Gut zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukaufen. Der Wiederkauf wurde aber nicht mehr realisiert, und Wolf Christoph von Falkenberg trat das Gut an seinen Schwiegersohn Berndt Jochen von Bornstedt auf Alt Cüstrinchen ab. Bornstedt verkaufte Cöthen 1689 an den Reichsgrafen und kursächsischen Generalfeldmarschall Heino Heinrich von Flemming auf Buckow (Märkische Schweiz). Im gleichen Jahr erwarb von Flemming auch die benachbarten Güter Dannenberg/Mark und Falkenberg/Mark. Heino Heinrich von Flemming starb am 1. März 1706 auf Schloss Buckow.
18. Jahrhundert Die Söhne und Erben des Heino Heinrich, Johann Georg und Adam Friedrich von Flemming, verkauften 1721 die drei Güter Coethen, Dannenberg/Mark und Falkenberg/Mark um 44.000 Taler und 200 Dukaten Schlüsselgeld an Gottfried von Jena (* 11. Dezember 1684, † 15. Mai 1743 in Berlin), Erbherr von Döbbernitz im damaligen Kreis Weststernberg in der Neumark. Noch 1721 ließ Gottfried von Jena ein neues Gutshaus in Cöthen errichten, das Duncker 1858 abbildete. Die drei Güter wurden damals von Arrendatoren (Pächtern) bewirtschaftet. Nachgewiesen sind 1708 Anton Friedenreich, der später in Wollenberg wirtschaftete, 1746 Carl Friedrich Bredereck, 1755 Gottlieb Krüger, der am 15. Dezember 1755 beim Bäumefällen ums Leben kam, und ab 1756 M. Siebenbürger. Gottfried von Jena war mit Louisa Christina von Baer/Beer verheiratet. Zwei Söhne gingen aus der Ehe hervor, Gottfried d. J. (1706–1775) und Carl Friedrich. Am 5. Mai 1743 ist Gottfried von Jena in Berlin gestorben.
Erbe von Cöthen, Dannenberg/Mark und Falkenberg/Mark wurde der erstgeborene Sohn Gottfried von Jena. Der jüngere der beiden Brüder Carl Friedrich übernahm das Gut Döbbernitz. Der jüngere Gottfried war zweimal verheiratet mit Töchtern des Preußischen Staatsministers Balthasar Konrad von und zum Broich († 22. Dezember 1745). Alle seine Kinder starben noch vor ihm. Gottfried starb am 4. Oktober 1775 in Cöthen und wurde wie seine Kinder in einem Gewölbe unter der Cöthener Kirche bestattet.
Die Lehngüter Cöthen, Dannenberg/Mark und Falkenberg/Mark fielen nun seinen beiden noch minderjährigen Großneffen Gottfried (1767–1831) und Carl Friedrich von Jena (1770–1838) zu, die Söhne seines Neffen Friedrich Wilhelm, dem einzigen Sohn seines Bruders Carl Friedrich auf Döbbernitz. Als Kurator bis zur Volljährigkeit fungierte der Landrat des Oberbarnimschen Kreises Leopold von Reichenbach auf Steinbeck. 1794 teilten die beiden Brüder ihren Besitz, Gottfried erhielt Döbbernitz, Carl Friedrich Cöthen, Dannenberg und Falkenberg. Da diese Güter den Wert von Döbbernitz überstiegen, musste Carl Friedrich seinem Bruder einen finanziellen Ausgleich von 25.000 Talern auszahlen. Die verwitwete Generalin Charlotte Wilhelmine von Itzenplitz geb. von Beer hatte den Allodialbesitz des Gottfried von Jena geerbt. Sie ließ das Kapital von 4.000 Talern auf dem Gut stehen; es musste allerdings mit 5 % verzinst werden.
Die Güter waren ab 1775 (wieder) verpachtet. Allerdings hatten die Pächter kaum Interesse am Erhalt der Substanz oder der Verbesserung der Güter. So übernahm Carl Friedrich von Jena 1794 im Grunde heruntergewirtschaftete Güter. Er schaffte es allerdings in wenigen Jahren, die Güter wieder profitabel zu machen. 1794 fasste er die Rittergüter Cöthen und Dannenberg zu einem Majorat zusammen. 1795 heiratete er Sophie Margarethe Eleonore Gans Edle Herrin von Putlitz (1778–1837). Sie brachte das Gut Nettelbeck in der Prignitz mit in die Ehe. Wie schon sein Großonkel Gottfried d. Ä. wohnten Carl Friedrich und seine Familie in dem 1721 erbauten Herrenhaus in Cöthen, das Alexander Dunker 1857 abbildete. mini|Rekonstruiertes Wasserrad im ehemaligen Cöthener Landschaftspark
19. Jahrhundert