mini|St. Pankratius (Vellern) Die römisch-katholische, denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Pankratius steht in Vellern, einem Stadtteil von Beckum im Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche gehört zum Dekanat Beckum des Bistums Münster.

Beschreibung Die romanische Kirche aus Bruchsteinen wurde 1193 als Eigenkirche des Stiftes Freckenhorst erwähnt. Das Langhaus mit zwei Jochen mit dem gerade geschlossenen Chor im Osten und dem von Strebepfeilern gestützten Seitenschiff im Norden wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts um ein schmales, zweijochiges Seitenschiff im Süden zur dreischiffigen Hallenkirche erweitert.

Der Kirchturm im Westen vom Anfang des 13. Jahrhunderts wurde 1931 aufgestockt, um den Glockenstuhl für die drei Kirchenglocken unterzubringen. mini|Innenraum der Kirche Der Innenraum der alten Hallenkirche mit zwei Kirchenschiffen ist mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt. An der Rückwand des Altarretabels des Hochaltars wurden Teile eines barocken Altarretabels entdeckt. mini|Figur des Hl. Pankratius von Bildhauer August Schmiemann Im heutigen Nordschiff der Kirche befinden sich zwei Schlusssteine mit Heiligendarstellungen. Eine davon zeigt den Hl. Pankratius, den Schutzpatron der Kirche. Pankratius ist ebenfalls am Taufstein abgebildet.Kirchenführer St. Pankratius, Vellern von Clemens Röer (1979)

Der Taufstein entstand um 1240 und zeigt unter einem umlaufenden Blattkranz acht Figuren in jeweils einer Nische. Auffällig sind die beiden nebeneinander stehenden Figuren Ecclesia und Synagoga. Der Historiker Gisbert Strotdrees beschreibt die beiden Figuren und ihr mittelalterliches Bildprogramm der christlichen Judenfeindlichkeit:

„Die Skulptur der ,Synagoga‘ ist (am Taufstein in Vellern) durch eine Inschrift und den spitzen Judenhut eindeutig zu erkennen. Als einzige Figur des Taufsteins ist die ,Synagoga‘ ohne Heiligenschein dargestellt. Ihr fehlt also – der Bildaussage nach – himmlischer Abglanz und göttlicher Segen. Ihre Augen sind verbunden, sie ist also ,blind‘. In ihrer echten Hand hält die Synagoga-Skulptur einen Stab, dessen Spitze mit der angebundenen Fahne zu Boden zeigt – das für jeden Betrachter klar erkennbare Symbol einer Niederlage.“

Auf der Rückwand des Kirchenraums befindet sich eine 1,20 m hohe Pankratius-Figur aus Eichenholz. Sie zeigt den Heiligen in römischer Kriegstracht, der in der linken Hand einen Palmwedel und in der rechten Hand ein Kreuz hält. Die 1898 angeschaffte Figur stammt vom Bildhauer August Schmiemann (Münster).Artikel im Westfälischen Merkur (Münster) vom 20. Oktober 1898

Die Orgel mit 21 Registern, zwei Manualen und einem Pedal wurde 1955 von der Speith-Orgelbau gebaut.Information zur Orgel

Literatur Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2016, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 95. Clemens Röer: Pfarrkirche St. Pankratius in Beckum-Vellern (Große Baudenkmäler, Heft 320). München/Berlin 1979

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Einzelnachweise

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