Die World Hockey Association war eine Eishockeyliga in Nordamerika, die von 1972 bis 1979 bestand. Ähnlich wie die American Basketball Association im Basketball, mit der sie auch das Führungspersonal gemein hatte, verdankte sie ihren Erfolg ihrem aggressiven Eindringen in die Märkte der National Hockey League, ihren innovativen Methoden und ihrer liberalen Spielerpolitik. Während die NHL sich vornehmlich auf nordamerikanische Spieler konzentrierte, öffnete die WHA auch den Europäern die Tür. Auch wurden Spielerwechsel wesentlich erleichtert. Viele Größen des Eishockeys spielten in der WHA, darunter Bobby Hull, Gordie Howe, Wayne Gretzky, Mark Messier, J. C. Tremblay, Gerry Cheevers und Bernie Parent. Zu den Innovationen der WHA gehörten (für damalige Verhältnisse) „knallige“ Spielkleidung, ein gesundes Maß an körperlicher Härte und der in den 1990er Jahren von der NHL aufgegriffene Puck mit dem Chip, der im Fernsehen besser zu sehen sein sollte. 1979 war die Liga finanziell am Ende. Vier der sechs Teams traten der NHL bei: die Edmonton Oilers, die New England Whalers (als Hartford Whalers), die Québec Nordiques und die Winnipeg Jets. Den Birmingham Bulls und den Cincinnati Stingers wurden Entschädigungen gezahlt.

Teams der WHA Alberta Oilers (1972–1973), Edmonton Oilers (1973–1979) Chicago Cougars (1972–1975) Cincinnati Stingers (1975–1979) Cleveland Crusaders (1972–1976) Denver Spurs (1975), Ottawa Civics (1976) Houston Aeros (1972–1978) Indianapolis Racers (1974–1978) Los Angeles Sharks (1972–1974), Michigan Stags (1974–1975), Baltimore Blades (1975) Minnesota Fighting Saints (1972–1977) New England Whalers (1972–1979) (1972–1974 in Boston, 1974 in Springfield, ab 1975 in Hartford) New York Raiders (1972–1973), New York Golden Blades (1973), Jersey Knights (1973–1974), San Diego Mariners (1974–1977) Ottawa Nationals (1972–1973), Toronto Toros (1973–1976), Birmingham Bulls (1976–1979) Philadelphia Blazers (1972–1973), Vancouver Blazers (1973–1975), Calgary Cowboys (1975–1977) Phoenix Roadrunners (1974–1977) Québec Nordiques (1972–1979) Winnipeg Jets (1972–1979)

Die verbliebenen Teams Mit den Edmonton Oilers, den Québec Nordiques, den Winnipeg Jets und den New England Whalers traten vier WHA-Teams der NHL bei. Die New England Whalers starteten in ihre erste Saison als Hartford Whalers. Die Teams konnten relativ schnell Fuß fassen. So gewannen die Edmonton Oilers bereits 1984 ihren ersten Stanley Cup und ließen bis 1990 noch vier weitere folgen. 1995 zogen die Québec Nordiques nach Denver um und spielten fortan als Colorado Avalanche. 1996 folgten die Winnipeg Jets dem Beispiel und wurden zu den Phoenix Coyotes. Bei den Hartford Whalers kam es 1997 zum Umzug nach North Carolina und zur Umbenennung in Carolina Hurricanes. Nur die Edmonton Oilers sind von den ehemaligen WHA-Teams noch in ihrer alten Heimatstadt. Mit den Colorado Avalanche gelang es dem zweiten WHA-Team den Stanley Cup zu gewinnen. Und im Jahr 2006 kam es zu einer Premiere, als mit den Edmonton Oilers und den Carolina Hurricanes zwei Teams der WHA im Stanley-Cup-Finale aufeinander trafen. Die Hurricanes konnten das Finale für sich entscheiden.

1994 wurden die Houston Aeros neugegründet, die zuerst in der IHL und seit derer Auflösung seit 2001/02 in der AHL spielen. Das aktuelle Team hat jedoch nichts zu tun mit dem Team der WHA. Die Namenswahl ist als Hommage an den zweimaligen Gewinner der WHA-Meisterschaft gedacht.

Avco World Trophy Die Meister der WHA erhielten die nach dem Avco-Konzern benannte Avco World Trophy. Die Sieger waren: 1973 New England Whalers 1974 Houston Aeros 1975 Houston Aeros 1976 Winnipeg Jets 1977 Québec Nordiques 1978 Winnipeg Jets 1979 Winnipeg Jets

Auszeichnungen und Trophäen Insgesamt vergab die WHA im Saisonverlauf neun Trophäen für Mannschaften, Spieler und Trainer. Sie erlangten jedoch nie den Stellenwert der Trophäen, die in der National Hockey League, dem großen Konkurrenten der WHA, vergeben werden. Mannschaftstrophäen Name Verleihungsgrund Foto Namensgeber Verleihung Rekordgewinner Anmerkungen Avco World Trophy Gewinner der WHA-Playoffs Avco Corporation(als Sponsor) 1972–1979 Winnipeg Jets (3) Houston Aeros (2) Spieler- und Trainertrophäen Name Verleihungsgrund Foto Namensgeber Verleihung Rekordgewinner Anmerkungen Gary L. Davidson AwardGordie Howe Trophy Wertvollster Spieler der regulären Saison Gordie Howe 1972–1979 Bobby Hull (2) Marc Tardif (2) von 1972 bis 1975 als Gary L. Davison Award verliehen Bill Hunter Trophy Bester Scorer der regulären Saison Bill Hunter 1972–1979 Réal Cloutier (2) André Lacroix (2) Marc Tardif (2) Lou Kaplan Trophy Bester Rookie der regulären Saison Lou Kaplan 1972–1979 je zweimal erhielten Spieler der Winnipeg Jets und New England Whalers die Auszeichnung Ben Hatskin Trophy Bester Torhüter der regulären Saison Ben Hatskin 1972–1979 Ron Grahame (2) Dennis A. Murphy Trophy Bester Verteidiger der regulären Saison Dennis A. Murphy 1972–1979 J. C. Tremblay (2) Paul Deneau Trophy Fairster Spieler der regulären Saison Paul Deneau 1972–1979 Dave Keon (2) Howard Baldwin TrophyRobert Schmertz Memorial Trophy Bester Trainer der Saison Howard Baldwin 1972–1979 Bill Dineen (2) 1975 in Robert Schmertz Memorial Trophy umbenannt WHA Playoff MVP Wertvollster Spieler der WHA-Playoffs 1974–1979 Drei der fünf Verleihungen gewannen Spieler der Winnipeg Jets

Rekorde Tore Platz Spieler Tore 1. Marc Tardif 316 2. Bobby Hull 303 3. Réal Cloutier 283 4. André Lacroix 251 5. Anders Hedberg 236 6. Serge Bernier 230 7. Tom Webster 220 8. Danny Lawson 218 9. Robbie Ftorek 216 10. Mark Howe 208   Vorlagen Platz Spieler Vorlagen 1. André Lacroix 547 2. J. C. Tremblay 358 3. Marc Tardif 350 4. Ulf Nilsson 344 5. Serge Bernier 336 6. Bobby Hull 335 7. Gordie Howe 334 8. Christian Bordeleau 325 9. Robbie Ftorek 307 10. Mark Howe 296   Punkte Platz Spieler Punkte 1. André Lacroix 798 2. Marc Tardif 666 3. Bobby Hull 638 4. Serge Bernier 566 Réal Cloutier 566 6. Robbie Ftorek 523 7. Gordie Howe 508 8. Christian Bordeleau 504 Mark Howe 504 10. Ulf Nilsson 484

Spiele Platz Spieler Spiele 1. André Lacroix 551 2. Ron Plumb 549 3. Michel Parizeau 519 4. Paul Shmyr 511 5. Mike Antonovich 486   Strafminuten Platz Spieler Minuten 1. Paul Baxter 962 2. Kim Clackson 932 3. Cam Connor 904 4. Pierre Roy 864 5. Paul Shmyr 860   Shutouts Platz Spieler Shutouts 1. Ernie Wakely 16 2. Gerry Cheevers 14 3. John Garrett 14 4. Joe Daley 12 5. Ron Grahame 12

Siehe auch Liste der Trainer der World Hockey Association WHA All-Star Game WHA All-Star Team WHA Amateur Draft World Hockey Association 2

Literatur Scott Adam Surgent: The Complete Historical and Statistical Reference of the World Hockey Association 1972–1979. Xaler Press, 1995, ISBN 0-9644774-0-8.

Weblinks

World Hockey Association auf hockeydb.com (englisch)

Kategorie:Eishockeyliga in Nordamerika