mini|alt=|Max Bottini (2023) Max Bottini (* 3. August 1956 in Frauenfeld) ist ein Schweizer Künstler.

Leben Max Bottini studierte in den 1980er-Jahren an der Zürcher Hochschule der Künste sowie an der Universidad Complutense Madrid, Facultad de Bellas Artes in Madrid. Seit über 25 Jahren beschäftigt er sich in seinen Malereien, Aktionen und Projekten mit dem Thema Nahrung. Von Interesse sind für ihn die Produktion von Lebens- und Nahrungsmitteln sowie deren Zubereitung und das Kochen. Dabei bezieht er das Publikum gerne mit ein, aus Kunstbetrachtern werden Gäste. Dabei gilt das Motto «Essen verbindet», aus Kochen und Essen entsteht Kommunikation.

Für das Projekt «erntema(h)l!» beispielsweise, das Bottini 2015/16 im Stadtpark vor dem Kunstmuseum Solothurn realisierte, thematisierte er die Nahrungsmittelproduktion und den Konsumkreislauf in der Gegenwart. Gemeinsam mit 100 Beteiligten hat er 50 Sorten von Gemüse und Kräutern sowie 12 Junghähne aufgezogen, die zur "Erntezeit" in einer grossen öffentlichen Kochaktion zu Speisen transformiert wurden.

Eine weitere Aktion fand im Sommer 2020 auf dem Dach des Vögele-Kulturzentrums in Pfäffikon SZ statt. Dabei wollte Bottini mit seiner Installation auf poetische Weise ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Lebensmittel im Takt der Natur gedeihen.

Nachdem Max Bottini über eine längere Zeitspanne an Projekten rund um «Nahrungsmittel» gearbeitet hatte, wurde von Februar bis Mai 2025 die Ausstellung «Thur» im Kunstmuseum Thurgau gezeigt. Sie umfasste eine Werkserie mit 162 Ölgemälden, die in den Pandemiejahren 2020 bis 2023 entstanden sind. Die Werke sind der «Thur» gewidmet, einem Fluss, der den Kanton Thurgau von Osten nach Westen durchquert und bei Flach (ZH) in den Rhein mündet. Die Werkserie zeigt den Fluss zu unterschiedlichen Tages-, Nacht- und Jahreszeiten und zeichnet sich durch eine wiederkehrende motivische Struktur (Zentralperspektive) aus, die den Verlauf sowie die Einbettung des Flusses in die Landschaft aufzeigt.

Werke von Max Bottini wurden unter anderem vom Kunstmuseum Thurgau angekauft.Max Bottini auf der Website des Kunstmuseums Thurgau Er lebt und arbeitet in Uesslingen im Thurgau. 2004 erhielt der Künstler den Thurgauer Kulturpreis.

Ausstellungen, Projekte, Aktionen (Auswahl) 1994: «Tonhühner», Aufzucht, Schlachtung und Aktion, Kesswil/Uesslingen 1996: «Masse», Galerie Adrian Bleisch, Arbon 1998: «natura morta», Kunstverein Frauenfeld 1999: «Multipliziertes», Galerie Adrian Bleisch, Arbon 2001/2002: «Eingemachtes», Kunstmuseum Thurgau, Warth 2001: «Küche», Galerie Schedler, Zürich 2002: «geschält», Galerie Adrian Bleisch, Arbon 2002: «Rauch», Aktion, Städtische Wessenberggalerie, Konstanz 2003: «grenzenlosfeiern», grenzüberschreitendes Projekt in Zusammenarbeit mit dem Kulturdachverband Kreuzlingen-Konstanz 2003: Aktionen «Tisch» zur Ausstellung «Food Design», Gewerbemuseum Winterthur und Kornhausforum Bern 2004: «Das Tischgespräch», Aktion 24. Mai 2004, World Trade Center, Amsterdam 2005: «Des Hasen Tod», shed im Eisenwerk, Frauenfeld 2005: «BROT – BREAD – KENYÉR – CHLIEB», Versuch eines künstlerischen Brückenschlages zwischen den Einwohnern von Stúrovo (Slowakei) und Esztergom (Ungarn) 2006: «eingesehen», Kunstverein Singen im Kunstmuseum Singen 2007: «farbessenkochen», Aktion, Gewerbemuseum Winterthur 2008: «Tisch», Aktion, Kunstmuseum Olten 2008: «Cooking- and eating-performances», INTERREGNUM, PSi # 14, In Between States, Copenhagen Conference, August 20th – 24th 2009: «tomARTen», Projekt zur Evolutionstheorie von Charles Darwin, in Zusammenarbeit mit dem Naturmuseum Thurgau 2010: «Infusionen», Intervention, Zürich 2011: «Über die Metapher des Wachstums», Kunsthaus Baselland 2011: Aktion «Pop-Up» in der Pädagogischen Hochschule Thurgau Kreuzlingen 2012: «Der Duft nach dem Gelage», Aktion, oxyd-Kunsträume Winterthur 2012: «The scents of kitchen», Performance Max Bottini & Räto Harder (sax), opening «the 5th European Conference on Sensory and Consumer Research», Bern (BernExpo) 2013: «Labor-Küche», Installation in den Räumen der Sammlung ARtBON, Arbon 2015: «ganz nah-rung», Installation mit Kochaktion, Stadtgärtnerei Zürich 2016: «erntema(h)l», Aussenprojekt im Park des Kunstmuseums Solothurn 2017: «aus vollen Schläuchen», Kunst- und Bau-Intervention, Weinfelden 2019: «eigenunmittendrin», Kochaktion, Orangerie Arenenberg/Salenstein 2020: «Auf dem Tisch! Auf den Tisch!», Vögele-Kulturzentrum, Pfäffikon/SZ 2020: «Die Dinge des Alltags und die Kunst», Haus zur Glocke, Steckborn 2021: «Zu Tisch – Eine Einladung. Werke aus der Sammlung», Kunstmuseum Thurgau, Warth 2022: «Wäre die Welt eine andere», Installation im Tankkeller, Mosterei Egnach 2022: «Tränen(ver)giessen», Aktion, Kunst- und Ittinger Museum Thurgau, «Geschmacksreise», Aktion, Museumsgarten, Naturmuseum Thurgau 2023: «MaxMarkt – menus and food trade», «Hiltibold», Plattform für aktuelle Kunst, St. Gallen 2024: «Ekkeharts Fischsuppe», Aktion, St. Galler Museumsnacht, in Kooperation mit der Stiftsbibliothek St. Gallen 2025: «Thur», Ausstellung Malerei, Kunstmuseum Thurgau, Warth

Literatur (Auswahl) 2025: A5-Mappe (148 × 210 mm) mit 12 ausgewählten Thur-Motiven und einem Text von Max Bottini. Erschienen zur Ausstellung «Thur», 2. Februar bis 4. Mai 2025, Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen, Warth 2023: «Begegnungen: Porträts und Reportagen von Kathrin Zellweger (1948–2019)», Porträt Max Bottini: «Zwischen Kopf und Topf», erschienen 2023, Verlag Saatgut, Frauenfeld 2021: «Ausgeliefert», Artikel von Jeremias Heppeler mit Fragen an Max Bottini, erschienen im Mai 2021 im Saiten Ostschweizer Kulturmagazin 2020: Publikation zur Ausstellung «Die Dinge des Alltags und die Kunst», 26.9. bis 24.10.2020 im Haus zur Glocke, Steckborn, hrsg. von Judit Villiger 2019: Katalog zur Werkschau Thurgau 19, hrsg. von der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, Frauenfeld 2019: Edition «Eigenundmittendrin», Rezeptdokumentation zur gleichnamigen Kochaktion, Inhalt: 23 Seiten davon 20 Rezeptblätter, mit Einsteckbrettchen (Kirsche oder Eibe) in transparenter Sammelbox im Format A5, Auflage: 100 Exemplare, nummeriert und signiert. 2017: Publikation zum Projekt «erntema(h)l!», hrsg. von Kunstverein Solothurn und Max Bottini 2011: Publikation zur Ausstellung «Über die Metapher des Wachstums» / «On the metaphor of growth» hrsg., Holger Kube Ventura, Sabine Schaschl, René Zechlin, erscheint anlässlich der Ausstellungen: Kunsthaus Baselland, Kunstverein Hannover und Frankfurter Kunstverein 2010: Dokumentation «tomARTen», mit DVD, hrsg. vom Naturmuseum Thurgau, Frauenfeld 2006: Katalog «eingesehen», Ausstellung vom 10.12 – 21.01.2007 im Kunstmuseum Singen, hrsg. vom Kunstverein Singen 2005: «Max Bottini, Kunst um das tägliche Brot / daily bread», facetten 5, hrsg. von der Kulturstiftung des Kantons Thurgau 2002: «Bottini’s Küchenblatt», Zeitung (0-Ausgabe) zur Ausstellung «Food Design», hrsg. vom Gewerbemuseum Winterthur 2000: «Eingemachtes», signierte Edition (365 Exemplare) zur Ausstellung im Kunstmuseum Thurgau

Weblinks Website von Max Bottini «160 Liebeserklärungen an die Thur», Artikel von Martin Preisser im Tagblatt, 28.01.2025 Ostschweizer Regionalfernsehen TVO, Interview zur Ausstellung «Thur» am 30.01.2025 «Die kleine, missachtete Schwester des Rheins», Artikel von Anke Klaaßen in Thurgaukultur.ch, 23.07.2025 Interview (Video, Transkript) mit Jeremias Heppeler im Auftrag der Thurgauischen Kunstgesellschaft, 2021

Einzelnachweise

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