Pfälzische Pw3ü Bay 99Pfälzische Pw3i Bay 99 Pw3ü Bay 99 Pw3i Bay 99 Nummerierung: siehe Liste der Wagennummern Hersteller: Waggonfabrik Fuchs Gebr. Gastell Waggonfabrik FuchsGebr. Gastell Waggonfabrik Raststatt Anzahl9 21 Baujahr(e) 1899 bis 1900 Ausmusterung unbestimmt Gattung Pw3 Bay 99 Spurweite 1435 mm Anzahl Achsen3 Leermasse 14,8 14,7 Detaildaten zum FahrwerkPw3ü Bay 99Pw3i Bay 99 Radstand: 3.500 mm Gesamtradstand: 7.000 mm Bauart der Räder: Speichenrad Bauform der Räder : Pfälzische Form c Raddurchmesser : 1.014 mm Lenkachsen:A4 Bremsen: Ssbr Kupplungstyp Schraubenkupplung nach VDEV Detaildaten für WagenkastenPw3ü Bay 99Pw3i Bay 99 Länge Wagenkasten 10.000 mm 9.300 mm Breite Wagenkasten 2.600 mm 3.150 mm Höhe Wagen über SOKHöhe über SOK = Höhe über Schienen-Ober-Kante: 4.125 mm Höhe Wagendach über SOK 3.432 mm Höhe Fußboden über SOK 1.257 mm Detaildaten für PackwagenArt u. Anz. Abteile: DGVZ Anz.Abteile je Art: 1 1 2 Anzahl der Aborte Beleuchtung: G (später E) Heizung: D

Bei den bayerischen Pw3 Bay 99 handelt es sich um dreiachsige Packwagen für den Einsatz in Personenzügen nach dem Blatt 084 aus dem WVWV steht als Abkürzung für Wagenstandsverzeichnis von 1913 für das linksrheinische Netz der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen. Die Wagen waren ursprünglich von den Pfälzischen Eisenbahnen beschafft und in den Ausführungen als Pw3ü Bay 99 und Pw3i Bay 99 ausgeliefert worden.

Geschichte Für den Einsatz in Durchgangs-, Schnell- und Eilzügen wurden adäquate Gepäckwagen benötigt. Im Jahre 1891 erlassene BestimmungenEmil Konrad, Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band 2, Seite 19 legten fest, dass für den Einsatz in solchen Zügen die Verwendung von zweiachsigen Wagen nicht mehr gestattet wurde. So wurden für den Einsatz zusammen mit den damals neuen dreiachsigen Abteilwagen diese Gepäckwagen geplant.

Beschaffung Die Pfälzischen Eisenbahnen beschafften in den Jahren 1899 und 1917 insgesamt 57 dreiachsige Gepäckwagen. Davon wurden 1899 und 1900 insgesamt neun Wagen des Typs Pw3ü Bay 99 für alle drei Teilgesellschaften von den Herstellern Fuchs (Heidelberg) und Gebr. Gastell beschafft. Im gleichen Zeitraum wurden von dem Typ Pw3i Bay 99 insgesamt einundzwanzig Wagen von den Firmen Fuchs (Heidelberg), Gebr. Gastell und Waggonfabrik Raststatt beschafft.

Verbleib Die Wagen wurden noch von der Reichsbahn übernommen. Ob sie auch noch zur Bundesbahn gelangten ist nicht belegt.

Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war komplett aus Profileisen aufgebaut und genietet. Die äußeren Längsträger hatten U-Form mit nach außen gerichteten Flanschen mit Höhe von 235 mm. Die Querträger waren ebenfalls aus U-Profilen und nicht gekröpft. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen nach VDEV. Die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen ursprünglich 2-fach geschlitzte Korbpuffer mit einer Einbaulänge von 650 mm und 360 mm für die Pufferteller. Diese wurde ab den 1920er Jahren durch Hülsenpuffer ersetzt. Die Abmessungen der Untergestelle der beiden Wagentypen waren identisch.

Laufwerk Die Wagen hatten aus Blechen und Winkeln genietete Achshalter der kurzen, geraden Bauform. Die mittlere Achse hatte ein seitliches Spiel und war nicht gebremst. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper der Form 38. Als Bremssysteme waren eingebaut eine Handspindelbremse in der Kanzel im Dienstabteil. Zusätzlich wurden Westinghouse-Luftdruckbremsen sowie Luftleitungen für Saugluftbremsen des Systems Hardy eingebaut. Bei zwei Wagen – # 16318 und #16319 – erfolgte zusätzlich auch noch der Einbau des Rayl-Systems. besonderes Signalsystem für die Interkommunikation und Notsignal Gegenüber dem Bremserstand gab es eine offene Übergangsbühne.

Wagenkasten Der Rahmen des Wagenkastens bestand aus einem hölzernen Ständerwerk, welches durch stählerne Zugbänder versteift wurde. Die Wände waren außen mit Blechen und innen mit Holz verkleidet. Die Seiten- und die Stirnwände waren gerade. Die Aufbauten der Wagen vom Typ Pw3i Bay 99 waren einseitig mit einer offenen Übergangsplattform versehen während bei den Wagen des Typs Pw3ü Bay 99 sich an dieser Stelle ein geschlossener Vorbau mit Faltenbalg befand. Dieser wurde ab 1913siehe Eintrag auf Seite 88 des Wagenstandsverzeichnis von 1913 wieder entfernt.

Der Wagen waren in ein Dienstabteil und, davon durch eine Zwischenwand mit Schiebetüre abgeteilt, großes Gepäckabteil unterteilt. Zusätzlich gab es noch einen von der Übergangsbühne her zugänglichen Abort sowie ein Kleintierabteil. Das flache Tonnendach war über dem Dienstraum mit einer aufgesetzten Kanzel versehen, die dem Zugführer als Beobachtungskanzel diente und außerdem der Bremserstand war. Der Zugang zum Dienstraum erfolgte bei den Pw3ü über seitliche, nach außen außen aufschlagende Türen, beim Pw3i über eine Türe auf der Übergangsbühne.

Zum schnellen Be- und Entladen des Gepäckraums gab es an beiden Seiten eine 1500 mm breite und 1920 mm hohe Schiebetüre die auf Rollen stehend mit einer Kopfstange geführt wurde.

Ausstattung Neben einem Dienstabteil mit Zugführerkanzel und Abort gab es einen großen Laderaum. Bei allen Wagen gab es noch zwei Hundeboxen die sich an der der Bremserseite gegenüberliegenden Stirnwand befanden.

Beleuchtet wurden die Wagen mit Gasleuchten. Der zur Versorgung dienende Behälter war in Längsrichtung unter dem Wagenkasten angebracht. In den 1930er Jahren erfolgte ein Umbau auf elektrische Beleuchtung. Die Beheizung erfolgte mit Dampföfen, je einer im Dienstraum und einer im Gepäckraum. Zur Belüftung gab es statische Lüfter auf dem Dach.

Skizzen, Musterblätter, Fotos

Wagennummern Personenwagen Die Daten sind den im Literaturverzeichnis aufgeführten verschiedenen Wagenpark-Verzeichnissen der Pfälzischen Eisenbahnen und der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen – Pfälzisches Netz, sowie den Büchern von Emil Konrad (Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band II) und Albert Mühl (Die Pfalzbahn) entnommen. Herstelldaten Wagennummern je Epoche (mit Direktionsangaben)Gattungszeichen Fahrwerk Ausstattung ZusatzinfosBau- jahrHer- stellerab 1893ab 1909Rep.(1919)DR(ab 1923)DRG(ab 1930)DRGn.UmbauAusge-mustertAnz.Achs.Rad-stand(mm)LüP(mm)Unt.Gest.LA.Brem-senBl.Hz.Art u. Anz. Abteile (Sitze je Klasse) BemerkungBlatt-Nr. 220I(ehem. 131)P.P.Pi Bay 92Pi Bay 92(siehe jeweilige Legende)ADGPVZ1892Rath.16 30016 30093 501109 124 Nü36500325013.574EA4H;WsbrGD111116 30116 30193 502109 125 Nü16 30216 30293 503109 126 Nü16 30316 30316 30416 30416 30516 30516 30616 30693 532109 128 Nü16 30716 30793 533109 129 Nü16 30816 30893 501109 135 Reg16 30916 30916 31016 31016 31116 31193 534109 130 Nür16 31216 31293 535109 131 Nür16 31316 31393 536109 132 Nür16 31416 31493 506109 127 Nür16 31516 31516 31616 31616 31716 317Blatt-Nr. 220I(ehem. 131)P.P.Pi Bay 92Pi Bay 92(siehe jeweilige Legende)ADGPVZ1892Rath.16 31816 31836500325013.574EA4H;Wsbr;LSGD111116 31916 319 zusätzliche Ausstattung mit Rayl-Signal und Luftleitung für Hardy-BremsenBlatt-Nr. 220I(ehem. 131)P.P.Pi Bay 92Pi Bay 92(siehe jeweilige Legende)ADGPVZ1892Rath.16 32016 32093 538109 133 Nür36500325013.574EA4H;WsbrGD111116 32116 32193 502109 136 Reg16 32216 32293 539109 134 Nür16 32316 32316 32416 32493 504109 137 Reg16 32516 32516 32616 32616 32716 32716 32816 32816 32916 32916 33016 33016 33116 33116 33216 33216 33316 33316 33416 33416 33516 33516 33616 33616 33716 33716 33816 33816 33916 33916 34016 34016 34116 34193 508109 138 Reg16 34216 34216 34316 34393 510109 139 Reg16 34416 344

Anmerkungen / Hinweise

Einzelnachweise

Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 220 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913

Literatur

Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Reisezugwagen (Pfälzische Eisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (Gebr. Gastell) Kategorie:Schienenfahrzeug (Rathgeber) Kategorie:Schienenfahrzeug (Waggonfabrik Rastatt)