Lazaro Agustoni (auch Lazaro AgostinoBarbara Schock-Werner: Die Bauten im Fürstbistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn 1573–1617. Struktur, Organisation, Finanzierung und künstlerische Bewertung. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2005, S. 134.; * um 1570 in Monte; † 9. Mai 1642 ebenda) war ein Schweizer Architekt der Nachgotik und des Frühbarock, der vor allem in den geistlichen Territorien im heutigen Süden des Heiligen Römischen Reiches wirkte. mini|hochkant=.7|Lazaro Agustoni: Hauptschiff der Klosterkirche Michaelsberg, 1610.
Leben Lazaro Agustoni war Sohn des Antonio. Er heiratete Elisabeth (gestorben am 27. März 1632 in Monte). Um 1600 war Lazaro Schuler in Genua der Architekten Bernardino und Pietro Francesco Agustoni. Durch Vermittlung von Giovanni Bonalino aus Roveredo, der am Hof der Fürstbischöfe von Würzburg für Kirchenbauten im Bistum zuständig war, kam Lazzaro nach Deutschland. Er trat in die Dienste des Bischofs Julius Echter von Mespelbrunn, in dessen Residenzstadt Würzburg er tätig war mit dem Umbau des spätgotischen Kiliansdoms. Von 1617 bis 1620 baute er das Kloster in Dettelbach und von 1609 bis 1611 errichtete er die Kloster Unterzell und Kirche Unterzell in Zell am Main bei Würzburg.
Ein weiteres Beispiel seiner Kunst des Gewölbebaus ist die Klosterkirche Michaelsberg in Bamberg, mit deren Einwölbung er nach dem Brand von 1610 wahrscheinlich beauftragt wurde. Bewundernswert ist hier auch der Himmelsgarten, die über 580 Pflanzen und Tiere, die bis 1617 von vier Künstlern auf die Decke gemalt wurden. Lazaro errichtete von 1610 bis 1618 zusammen mit Giovanni Bonalino die Wallfahrtskirche St. Pankratius auf dem Gügel bei Bamberg. Im Jahr 1628 ist Lazaro in Prag erwähnt, zusammen mit seinem Bruder Francesco und er wurde ein bedeutender Architekt in Pilsen.
Literatur Angela Michel: Der Graubündner Baumeister Giovanni Bonalino in Franken und Thüringen. Verlag Degener, Neustadt/Aisch 1999. Barbara Schock-Werner: Die Bauten im Fürstbistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn 1573–1617. Struktur, Organisation, Finanzierung und künstlerische Bewertung. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1623-X.
Weblinks Biografiebeitrag zu Lazaro Agustoni auf der Website von Ursula Stevens
Einzelnachweise
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