Heinfels ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Tiroler Bezirk Lienz. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Lienz.
Geografie Heinfels liegt am Zusammenfluss der Drau mit dem Villgratenbach in , wobei die Gemeinde Teile des Pustertales und des unteren Villgratentals umfasst. Im Norden liegen auf dem Gemeindegebiet die sonnseitigen Abhänge der Villgrater Berge unterhalb des Tessenberger Sees, im Süden befindet sich das zu den Karnischen Alpen gehörende, schattseitige Kaserbachtal. Höchster Punkt des Gemeindegebietes ist das Hollbrucker Eck (), der niedrigste Punkt des Gemeindegebietes befindet sich im Bereich der Drau an der Gemeindegrenze zu Strassen in rund Nachbargemeinden von Heinfels sind Sillian im Westen, Außervillgraten im Norden, Strassen im Osten und Kartitsch im Südosten.
Gemeindegliederung mini|Tessenberg Die Gemeinde Heinfels besteht aus den Katastralgemeinden Panzendorf im westlichen Gemeindegebiet und Tessenberg im nordöstlichen Gemeindegebiet, wobei Panzendorf mit einer Größe von 866,91 Hektar deutlich größer als Tessenberg mit 589,35 Hektar ist. Panzendorf umfasste 2001 765 Menschen und 223 Gebäude, Tessenberg 232 Menschen und 67 Gebäude.
In der Katastralgemeinde Panzendorf bildet das Dorf Panzendorf auf die Hauptsiedlung. Sie befindet sich am linken und rechten Ufer des Villgratenbaches vor der Mündung in die Drau, wobei zwischen dem fast ausschließlich am linken Ufer des Villgratenbaches liegenden Ortsteil Panzendorf und den südlich liegenden, neueren Siedlungsgebieten Aue und Blumaue unterschieden wird. Oberhalb bzw. nördlich von Panzendorf schließt sich das Schloss Heinfels an, nordwestlich zudem der Ortsteil Schlossmühle beiderseits des Villgratenbaches. Ebenfalls ein neueres Siedlungsgebiet ist die Siedlung Hinterheinfels auf , an die sich nördlich die an den sonnseitigen Abhängen gelegene Streusiedlung Heinfelsberg anschließt. Innerhalb der Streusiedlung werden die westlich des Gaisbaches gelegenen Rotten Rain und Huben sowie die östlich gelegene Häusergruppe der Rießerhöfe unterschieden. Westlich von Panzendorf liegt hingegen der Einzelhof Faider. Südlich von Panzendorf bzw. südlich der Drau liegt mit der Rotte Rabland ebenfalls ein Neubaugebiet, an das sich südlich der Einzelhof Kolechen anschließt. Ebenfalls im Bereich der Schattenseite des Tals an der Grenze zu Sillian bzw. westlich des Kaserbaches liegt der Weiler Gschwendt auf
In der Katastralgemeinde Tessenberg ist das Dorf Tessenberg die einzige größere Siedlung. Lediglich nördlich von Tessenberg befindet sich auf den Sonnenhängen die kleine Rotte Oberberg. Zudem gehört auch die leicht außerhalb des Dorfes liegende St.-Johannes-Kirche und das Alpengasthaus Tessenberger Almrast zu Tessenberg.
Topographie Die Drau hat auf dem Gemeindegebiet von Heinfels nur ein schmales Tal ausbilden können, in das von Norden her der Villgratenbach mündet. Dieser bildet auch die Ostgrenze zur Gemeinde Außervillgraten. In den Villgratenbach münden auf dem Gemeindegebiet die nach Westen verlaufenden Bäche Bösenbach und Tiefenbach, wobei der Tiefenbach gleichzeitig die Nordgrenze zu Außervillgraten markiert. Zudem entwässert der von Norden nach Süden verlaufende Gaisbach kurz vor der Mündung in den Villgratenbach, wobei Panzendorf auf dem Schuttkegel von Villgratenbach und Gaisbach errichtet wurde. Tessenberg liegt hingegen am Schuttkegel des Tessenbergbaches, der in die Drau mündet. Höchste Erhebung im Norden der Gemeinde im Bereich der Villgrater Berge ist der Glinzzipf mit dem Tessenberger See auf
Im Süden des Gemeindegebietes umfasst Heinfels fasst ausschließlich das von Süden nach Norden verlaufende Kaserbachtal, an dessen südlicher Verlängerung das Hollbrucker Eck mit liegt. Der Kaserbach mündet in den auf dem Gemeindegebiet von Sillian entspringenden Sägebach, der bei Rabland in die Drau mündet.
Nachbargemeinden
Geschichte Im 6. und 7. Jahrhundert fielen in das Gebiet von Heinfels immer wieder Slawen und Awaren ein. Christianisiert wurde die Region unter dem bayrischen Herzog Tassilo III. Von ihm werden auch die Dorfnamen „Tessenberg“ und „Tassenbach“ abgeleitet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tessenperch im Jahr 1266 und um 1300 findet sich erstmals die Erwähnung eines Meierhofes im Gebiet von Panzendorf. Die Gemeinde Ponzendorf wurde selbst erst 1364 genannt. Der Name der Gemeinde, Heinfels, stammt jedoch von der örtlichen Burg Heinfels, deren Gründung der Sage nach den Hunnen zugeschrieben wird. Tatsächlich wurde die Burg erst um 1210 errichtet. Von der urkundlichen Ersterwähnung eines Otto Welf de Hunenvelse im Jahr 1239 leitet sich schließlich auch der Name Heinfels ab.
1974 wurde durch Zusammenlegung der Gemeinden Panzendorf und Tessenberg die Gemeinde Heinfels geschaffen.Michael Fritz: mini|Blick auf die Punbrugge, im Hintergrund Burg Heinfels mini|Ansicht der Burg Heinfels, welche zwischen 1442 und 1534 im Besitz der Herren Von Graben von Stein war.
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2012 lebten in der Gemeinde Heinfels 1.007 Menschen. Nach der Volkszählung 2001 Ende waren 98,2 % der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Tirol: 90,6 %), bis zum Jahresbeginn 2012 sank der Wert nur unbedeutend auf 96,1 %. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 98,5 % der Einwohner (Tirol: 83,4 %), 0,7 % waren evangelisch, 0,2 % hatten kein religiöses Bekenntnis.Statistik Austria Gemeindedaten von Heinfels
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 deutlich unter dem Landesdurchschnitt. 25,5 % der Einwohner von Heinfels waren jünger als 15 Jahre (Tirol: 18,4 %), 58,5 % zwischen 15 und 59 Jahre alt (Tirol: 63,0 %). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 16,0 % unter dem Landesdurchschnitt von 18,6 %. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Heinfels stieg in der Folge deutlich an. Der Anteil der unter 15-Jährigen sank per 1. Jänner 2012 auf 16,9 %, während der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 66,6 % stieg. Der Anteil der über 59-Jährigen stieg leicht auf 16,5 %. Nach dem Familienstand waren 2001 50,4 % der Einwohner von Heinfels ledig, 44,4 % verheiratet, 3,7 % verwitwet und 1,5 % geschieden. (PDF; 4,1 MB).
Bevölkerungsentwicklung Die Einwohnerzahl des heutigen Gemeindegebietes von Heinfels schwankte zwischen der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und den 1930er Jahren stark, wobei bei der Volkszählung 1880 mit 624 Personen vorübergehend ein Spitzenwert erreicht wurde. Bis 1900 sank die Einwohnerzahl jedoch auf nur noch 482 Einwohner ab, um danach von Volkszählung zu Volkszählung wieder zu sinken oder zu steigen. 1934 zählte man in Heinfels mit 549 Personen rund 10 % mehr als bei der Volkszählung 1869, wobei sich in der Folge ein fast durchgehendes Bevölkerungswachstum einstellte. Lediglich in den 1950er Jahren stagnierte die Bevölkerungszahl, die stärksten Steigerungen verzeichnete Heinfels zwischen 1971 und 2001. In dieser Periode wies die Gemeinde eine durchgehend positive Geburtenbilanz von 9 bis 14 % auf und konnte von 1971 bis 1991 auch eine positive Wanderungsbilanz von 5 bis 10 % verzeichnen. Lediglich in den 1990er Jahren verlor die Gemeinde mehr Bewohner durch Abwanderung als zuzogen. Während des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts stagnierte die Bevölkerung auf hohem Niveau, wobei Anfang 2006 mit 1036 Einwohnern ein Höchststand verzeichnet wurde. Der positiven Geburtenbilanz stand jedoch eine überwiegend negative Wanderungsbilanz gegenüber. 2009 stieg der Wegzug aus der Gemeinde so stark, dass dies durch die Geburtenbilanz nicht mehr ausgeglichen werden konnte und die Einwohnerzahl leicht sank. Der Bevölkerungshöchstwert wurde 2025 mit 1026 Einwohnern erreicht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Die Expositurkirche Heinfels unterhalb der Burg Heinfels mini|Pfarrkirche Tessenberg
Burg Heinfels Katholische Expositurkirche Heinfels Hll. Peter und Paul Katholische Pfarrkirche Tessenberg Hll. Johannes der Täufer und Johannes Evangelist
Vereine und Organisationen Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Panzendorf Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Tessenberg Betriebsfeuerwehr der Fa. E.G.O. Austria Musikkapelle Heinfels Gemischter Chorverein Heinfels Kirchenchor Tessenberg Brauchtumsgruppe Heinfels Landjugendorganisationen (Tessenberg und Panzendorf) Katholische Kirchenorganisationen (Tessenberg und Panzendorf) Turn- und Sportunion Raika Heinfels Skiclub Hochpustertal Tiroler Seniorenbund Ortsgruppe Heinfels Bäuerinnen Tirol Ortsgruppe Panzendorf Bäuerinnen Tirol Ortsgruppe Tessenberg Bauernbund Ortsgruppe Panzendorf Jagdverein Panzendorf
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte mini|Loacker-Werk Die im Rahmen der Volkszählung durchgeführte Arbeitsstättenzählung ergab 2001 in Heinfels 38 Arbeitsstätten mit 616 Beschäftigten (ohne Landwirtschaft), wobei 95 % unselbstständig Beschäftigte waren. Die Anzahl der Arbeitsstätten war dabei gegenüber dem Jahr 1991 um zehn Betriebe (plus 36 %) gestiegen, die Anzahl der Beschäftigten jedoch um 10 Personen (2 %) gesunken. Wichtigster Wirtschaftszweig war 2001 die Sachgütererzeugung mit fünf Betrieben und 419 Beschäftigten (68 % der Beschäftigten in Heinfels). Die größte Betriebszahl fand sich hingegen mit neun Betrieben im Bauwesen, wo 51 Personen beschäftigt waren (8 % der Beschäftigten). Daneben spielte auch der Handel mit sieben Arbeitsstätten und 69 Beschäftigen (11 % aller Beschäftigen) eine wichtige Rolle. In Heinfels befindet sich eine Niederlassung des Unternehmens E.G.O. aus Oberderdingen (Baden-Württemberg, Deutschland). Vor wenigen Jahren errichtete der aus Südtirol stammende Keks- und Waffelhersteller Loacker ein Werk in Heinfels. Des Weiteren ist ein Kfz-Betrieb, eine Zimmerei, ein Einrichtungshaus und eine Landmaschinenfirma in Heinfels beheimatet. Im Ortszentrum steht ein Supermarkt und ein Einkaufszentrum zur Verfügung. Das Postverteilerzentrum des Postamtes 9920 Sillian wurde nach Heinfels verlegt.
Von den 388 erwerbstätigen Einwohnern aus Heinfels gingen 2001 139 Personen in Heinfels ihrer Beschäftigung nach. 249 mussten zur Arbeit auspendeln. Von den Auspendlern hatten 29 % ihre Arbeitsstätte im benachbarten Sillian und 24 % im Ballungszentrum Lienz. Weitere 22 % hatten im übrigen Bezirksgebiet eine Arbeitsstelle gefunden, weitere 12 bzw. 7 % pendelten nach Nordtirol oder in ein anderes Bundesland, 14 der Einwohner mussten ins Ausland auspendeln. Im Gegenzug pendelten 2001 478 Personen in die Gemeinde ein, womit Heinfels eine der wenigen Gemeinden Osttirols mit positivem Erwerbspendlersaldo war. Die überwiegende Anzahl der Einpendler kam dabei aus den Gemeinden des Pustertales und des Villgratentals sowie aus Lienz.
Tourismus Der Tourismus in Heinfels hat für die Gemeinde eine durchschnittliche wirtschaftliche Bedeutung, wobei die Tourismusintensität im Schnitt des Bezirksgebietes liegt, die Nächtigungszahlen jedoch zu den höchsten des Pustertals gehören. Heinfels konnte im Tourismusjahr 2024 50.250 Übernachtungen zählen. Im Sommerhalbjahr 2024 verzeichnete Heinfels 29.915, im Winterhalbjahr 2024 20.335 Übernachtungen. Sowohl für die Wintersaison als auch für die Sommersaison verzeichnete Heinfels dabei seit der Jahrtausendwende stark sinkende Nächtigungszahlen und verlor etwa ein Drittel seiner Nächtigungen im letzten Jahrzehnt. Die Gemeinde gehört wie alle übrigen Osttiroler Gemeinden zum Tourismusverband Osttirol, wobei Heinfels in der „Ferienregion Hochpustertal“ organisiert ist.
Bildung 250px|mini|Blick auf die Burg Heinfels mit der St. Peterkirche und der Volksschule Heinfels