mini|MAN-Schriftzug bis 1972
mini|Name an der Frontblende eines Lkw 2008
mini|MAN Concept S (Studie 2010)
Die MAN Truck & Bus SE (MAN Nutzfahrzeuge Gruppe, vormals MAN AG) mit Sitz in München gehört zur VW-Nutzfahrzeugtochter Traton und ist einer der führenden internationalen Nutzfahrzeughersteller. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte das Unternehmen mit gut 36.000 Beschäftigten und 116.000 verkauften Neufahrzeugen einen Umsatz von 14,8 Mrd. Euro.press.mantruckandbus.com
Die Bezeichnung MAN (gesprochen: M_A_N) besteht seit 1908 und ist die Kurzform für „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“. Im aktuellen Konzernlogo werden die Buchstaben MAN durch die stilisierte Müngstener Brücke verbunden, während das Logo der MAN-Fahrzeuge stattdessen, neben den MAN-Buchstaben, zusätzlich den Büssing-Löwen zeigt. Bis zum 31. Dezember 2010 hieß das Unternehmen MAN Nutzfahrzeuge AG, danach MAN Truck & Bus AGPressemitteilung: Aus der MAN Nutzfahrzeuge AG wird die MAN Truck & Bus AG. 15. Dezember 2010, seit März 2019 firmiert es als Europäische Gesellschaft unter dem aktuellen NamenPressemitteilung: MAN Truck & Bus ist Europäische Gesellschaft. 19. März 2019, die bisherige Muttergesellschaft MAN SE wurde am 1. September 2021 auf die Traton SE verschmolzen.
Produktionsstandorte Schwere Lkw der Baureihen TGS und TGX, Gewichtsklasse 18 bis 50 Tonnen, werden in München (D) produziert. Ein zusätzliches Werk für die stark wachsenden Märkte außerhalb Westeuropas wurde im Oktober 2007 in Niepołomice nahe Krakau (PL) eröffnet. Leichte und mittelschwere Lkw der Baureihen TGL und TGM in der Klasse 7,5 bis 25 Tonnen werden in Steyr (A) gefertigt. Sonderfahrzeuge wie zum Beispiel Schwertransporter bis 250 Tonnen und Spezialfahrzeuge für den Off-Road-Einsatz sowie der Großauftrag des britischen MoD entstehen in Wien (A).
„Premium“-Busse wurden am Standort Plauen (D) gefertigt, dieser wurde 2021 an Binz verkaufteurotransport.de; Stadtbusse in Starachowice (PL, Star Trucks). Reise- und Überlandbusse werden in Ankara (Türkei) produziert.
Die Motoren für die o. g. Lkw und Busse entstehen in Nürnberg (D).
Weitere Standorte sind in Pinetown und Olifantsfontein (Südafrika) und Querétaro (Mexiko).
Joint-Ventures bestehen mit den chinesischen Firmen Sinotruk in Jinan und Yutong in Zhengzhou. Zum Vertrieb und Service von MAN-Fahrzeugen in Frankreich und den Benelux-Ländern besteht seit 2007 ein Joint-Venture mit dem niederländischen Handelsunternehmen Pon, das MAN Region West BV heißt. Seit dem 4. September 2009 werden MAN-Lkw auch bei UzAvtosanoat in Taschkent, Usbekistan hergestellt, in einem neuen Gemeinschaftsunternehmen namens MAN AUTO-Uzbekistan. In einem weiteren Joint-Venture mit Rheinmetall werden an den Standorten Kassel und Wien Fahrzeuge für die militärische Nutzung hergestellt. Eine entsprechende Freigabe durch das Bundeskartellamt erfolgte im März 2010 (Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH).
Des Weiteren gab und gibt es einige Firmen, die MAN-Fahrzeuge selbstständig montieren. Es handelt sich dabei um: den südafrikanischen Bushersteller De Haan’s Bus & Coach aus Parow (werden aber als MAN vermarktet) die chinesischen Unternehmen Shaanxi und Youngman Shacman Motors in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Fahrzeuge werden zumeist Completely Knocked Down angeliefert. Außerdem baut Weichai Power MAN-Motoren in Lizenz nachMAN und Weichai verhandeln über Lkw- und Motorenkooperation..
Als Besonderheit aus früheren Unternehmensaufkäufen in Österreich bestand bis 2008 die Möglichkeit, MAN-Fahrzeuge mit einem speziellen Kühlergrill von Steyr oder ÖAF zu erwerben.
MAN Transporter Der MAN TGE ist ein seit 2017 umgebrandeter VW Crafter, der im polnischen Volkswagenwerk in Września gefertigt wird.
MAN Lkw-Typen Die folgende Vorstellung von Lkw der Marke MAN ist (noch) unvollständig, sie zeigt bislang nur ausgewählte Modelle. Insbesondere fehlen weitere Ausführungen zu Fahrzeugen, die vor und während des Zweiten Weltkriegs gebaut wurden.
Leichte Lkw MAN baute zunächst nur mittlere und schwere Lkw. Als in den 1960er Jahren die Notwendigkeit aufkam, auch leichte Fahrzeuge anzubieten, suchte MAN aus Kostengründen die Kooperation mit anderen Herstellern.
MAN-Saviem Ab 1967 kooperierte MAN mit dem französischen Nutzfahrzeughersteller Saviem, der zu Renault gehörte. Saviem war innerhalb dieser Kooperation für die leichten und mittleren Fahrzeuge (7,5 bis 12 t) zuständig, während MAN die schweren Fahrzeuge (12 bis 30 t) lieferte. Die leichten und mittleren Lkw wurden teilweise komplett bei Saviem gefertigt (und mit dem MAN-Logo versehen) und teilweise bei MAN aus vorgefertigten Teilen montiert. Das zulässige Gesamtgewicht lag je nach Ausführung zwischen 4 t und 12,3 t, die Dieselmotoren stammten von Saviem. Die Fahrzeuge wurden bis 1977 in Deutschland unter dem Markennamen MAN angeboten, waren hier jedoch nicht sehr verbreitet. Die Presswerkzeuge wurden nach der Beendigung der Produktion an den tschechischen Hersteller Avia veräußert, der die Kabine noch jahrelang weiter fertigte (vgl. Bild).
6–10-Tonner / G 90 (MAN-VW) Nachdem 1977 die Kooperation mit dem französischen Hersteller Saviem ausgelaufen war, sah sich MAN nach einem neuen Partner für den Bau von leichten Lkw um und fand diesen in der VW AG. Nachdem Magirus-Deutz im Rahmen des Vierer-Clubs, an dem sich MAN ursprünglich beteiligen wollte, bereits 1975 das erste kippbare Fahrerhaus in der leichten bis mittelschweren Gewichtsklasse in Deutschland auf den Markt gebracht hatte, sollte auch das Kooperationsmodell von MAN und VW ein solches Fahrerhaus erhalten. Dieselmotoren, Chassis und Vorderachsen steuerte MAN bei, während das vom VW LT abgeleitete Fahrerhaus, Getriebe und Hinterachsen von VW stammten. Die Front der Fahrzeuge wurde – anders als während der Partnerschaft mit Saviem – mit den Logos beider Firmen versehen. Das Modell erschien 1979 zunächst mit zulässigen Gesamtgewichten zwischen 6 und 9 t, ab 1981 auch 10 t, zur Wahl standen zwei Motoren mit 90 und 136 PS (66 und 100 kW).
Im Einzelnen waren folgende Motoren verfügbar:
ModellBeispielhaft für alle Tonnagen steht die 8-Tonnen-Variante. Siehe zur Tabelle: Andreas Lepper: „MAN“ Andy's Truckinfo. Sept. 2011. . Hubraum Bohrung × Hub Motorbaureihe Leistung Reihenvierzylinder: 8.090 3.791 cm³ 102 × 116 mm MAN D0224 66 kW (90 PS) bei 3000/min 8.100 4.397 cm³ 108 × 120 mm MAN D0824 74 kW (100 PS) bei 3000/min Reihensechszylinder: 8.136 5.687 cm³ 102 × 116 mm MAN D0226 100 kW (136 PS) bei 3000/min 8.150 6.595 cm³ 108 × 120 mm MAN D0826 110 kW (150 PS) bei 3000/min
Dreiviertel der Fahrzeuge sollten im VW-Werk Hannover und ein Viertel bei MAN in Salzgitter-Watenstedt gebaut werden. Da jedoch weniger Fahrzeuge verkauft werden konnten als geplant, verschob sich das Verhältnis auf etwa 50:50. In den letzten Jahren wurde nur noch in Salzgitter produziert. Die einzige größere Überarbeitung erfolgte 1987, die Motorleistung stieg auf 100 und 150 PS (74 und 110 kW), die zuvor runden Scheinwerfer neben dem Kühlergrill wurden durch eckige in der Stoßstange ersetzt. Mit einer neuen Innenausstattung wurde er als „G 90“ im Markt positioniert. Die Kooperation zwischen MAN und VW endete 1993.
L 2000, LE 2000 1993 endete die Kooperation mit VW im Bereich der leichten Lkw. MAN verwendete im neuen Typ L 2000, der bei 7,49 t Gesamtgewicht begann, nun eine mehr dem Design der eigenen Schwer-Lkw ähnelnde Kabine, die vom vier Jahre zuvor übernommenen österreichischen Lkw-Hersteller Steyr stammte. Die Motorisierung reichte von 120 bis 220 PS. Ab dem Jahr 2000 hieß die leicht überarbeitete Baureihe LE 2000. Das „E“ stand für Evolution und fand sich sowohl in der letzten Entwicklungsstufe des FE 2000 als auch des ME 2000.
TGL Im Frühjahr 2005 stellte MAN in der Gewichtsklasse zwischen 7,5 und 12 Tonnen das neue Modell TGLTrucknology Generation, vor. 2006 wurde das Fahrzeug als „Truck of the Year“ ausgezeichnet.
Mit dem eTGL bietet MAN eine batterieelektrische Variante an, deren Serienproduktion im Juni 2025 gestartet ist.
Mittelschwere und schwere Lkw F8 Hauber 1951 kam als erster Schwerlastwagen nach dem Zweiten Weltkrieg der Typ F8 auf den Markt. Er war als klassischer Haubenwagen konzipiert, die Scheinwerfer waren aber bereits in die Kotflügel integriert und nicht mehr freistehend. Der F8 besaß bereits einen Direkteinspritz-Dieselmotor mit für diese Zeit beachtlichen 180 PS. 1953 wurde das Fahrerhaus überarbeitet, fiel breiter aus und bot jetzt mehr Platz. Ab 1953 erschienen äußerlich und konstruktiv ähnliche Modelle unter verschiedenen Typbezeichnungen, die allerdings bei teils vergleichbaren Nutzlasten über geringere Motorleistungen verfügten, so dass der F8 zunächst das „Flaggschiff“ des Lkw-Programms blieb. Die Produktion lief – zuletzt nur noch für den Export – bis 1963.
Ponton-Kurzhauber 1956 stellte MAN eine neue Generation von Haubenlastwagen vor. Sie waren als Kurzhauber konstruiert, d. h. der Motor lag nicht mehr komplett vor dem Fahrerhaus, sondern war ein Stück in dieses hineingeschoben. Die Fahrzeuge konnten dadurch etwas kürzer gebaut werden als bisher. Das Design orientierte sich formal am Pkw-Bau: Pontonform anstatt der bisherigen freistehenden Kotflügel und Scheinwerfer.
Die Motorisierung erfolgte durch Dieselmotoren aus eigener Fertigung, die zulässigen Gesamtgewichte lagen zwischen 4,3 und 30 Tonnen. Die Fahrzeuge waren in zahlreichen Ausführungen erhältlich: (Pritschenwagen, Sattelzugmaschine, Kipperfahrzeug usw.). Auch Varianten mit Allradantrieb standen zur Verfügung.
1969 wurden die Kurzhauber überarbeitet; auffälligstes Merkmal waren die nun in die Stoßstange versetzten Scheinwerfer. Bei diesen Fahrzeugen ließ sich der gesamte Vorbau inklusive der Kotflügel nach oben klappen, um die Zugänglichkeit zum Motor zu verbessern. Einige Fahrzeugtypen wurden bis 1972 noch im alten Design produziert, in der Türkei wurde die erste Generation sogar bis 1977 gefertigt. Die Produktion der zweiten Generation endete nach 25-jähriger Bauzeit im Jahr 1994.
Die MAN-Kurzhauber fanden eine weite Verbreitung als Baufahrzeuge und bei der Feuerwehr auch im Ausland. Ähnlich wie die Kurzhauber von Daimler-Benz waren sie sehr robust und im Hinblick auf eine unkomplizierte Wartung und Reparatur konstruiert.
Große Bodenfreiheit und steile Böschungswinkel sorgten für eine hervorragende Geländegängigkeit. Durch den vor der Vorderachse stehenden Motor wurde die Hinterachse entlastet und bot somit viel Nutzlast, was den Hauber als Sattelzugmaschine prädestinierte. Gesetzliche Bestimmungen zur Fahrzeuglänge bedeuteten in Europa aus wirtschaftlichen Gründen letztlich das Ende für Haubenfahrzeuge.
Die „Pausbacke“ Während es zu den mittelschweren Modellen der zuvor besprochenen Kurzhauber-Lkw ab 1957 bereits ein werksseitiges Frontlenker-Pendant gab, wurden schwere Frontlenker zu dieser Zeit häufig noch auf individuellen Kundenwunsch mit Fahrerkabinen unabhängiger Karosseriebauer ausgestattet. Doch auch hier arbeitete MAN an einem eigenen Modell. Nach etwas unbeholfen wirkenden Versuchen hatte der Hersteller im Jahr 1960 die vorerst endgültige Form für die schwereren Modelle gefunden. Diese neue Formgebung kam in den Modellen ab dem Typ 770 F zum Einsatz.
Konstruktiv ähnelte die neue Modellfamilie den schwereren Haubenwagen. Zur Betonung der Familienähnlichkeit erhielt sie an den vorderen Ecken – dort wo beim Hauber die Kotflügel endeten – leichte Ausbuchtungen, die den so ausgestatteten Fahrzeugen den Spitznamen „Pausbacke“ einbrachten. Das Modell erlangte vor allem im Fernverkehr mit langem Fahrerhaus bei den Typen 10.212 F/FS (und weiteren Bezeichnungen) große Beliebtheit. Gebaut wurde die „Pausbacke“ bis 1967.
F 7, F 8, F 9 Frontlenker und Büssing-Übernahme