Die Burma-Kampagne im Jahr 1944 fand im Rahmen des Burmafeldzugs während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg statt. Dabei kam es zu schweren Kämpfen zwischen britisch-indischen und japanischen Truppen in ganz Burma sowie an der burmesisch-indischen Grenze. Dazu kamen Einheiten der chinesischen nationalrevolutionären Armee, die dort und in Yunnan an der Grenze zu Burma kämpften.
Vorgeschichte Im August 1943 einigten sich die Führer der Alliierten auf der Quadrant-Konferenz in Quebec auf einen Starttermin in 1944 für eine Gegenoffensive in Burma. Generalleutnant Joseph Stilwell, der Oberbefehlshaber des Northern Combat Area Command (NCAC), beorderte im Dezember die chinesische 22. und 38. Division, die sich in Ramgarh befanden, nach Nordburma. Die chinesische 30. Division trat kurz darauf in den Feldzug ein. In deren Rücken bauten Pioniere der US-Armee die Ledo-Straße von Indien aus, um sie mit der Burmastraße südlich der Grenze zu China zu verbinden.
Planung
Alliierte Trotz schlechter Vorbereitung und Nachschubproblemen hatten die Alliierten Ende 1942 und Anfang 1943 kleinere Gegenangriffe gestartet. Dies führte zu einer Niederlage der Alliierten in der Küstenprovinz Arakan in Burma (→ Arakan-Feldzug (1942–43)) und zu einem fragwürdigen Erfolg beim ersten Langstreckenangriff der Chindits in Burma (→ Operation Longcloth).
Für den Beginn des Jahres 1944 war die Rückeroberung der Stadt Myitkyina vorgesehen. Die Offensive sollte größtenteils von drei in Amerika ausgebildeten chinesischen Divisionen durchgeführt werden, die von Assam aus unter dem Kommando von Stilwell operierten.
Japanisches Kaiserreich In Burma stand Anfang 1944 die japanische Regionalarmee Burma unter dem Kommando von Kawabe Masakazu. Sie war Bestandteil der Südarmee, deren Oberkommandierender Feldmarschall (Gensui) Terauchi Hisaichi im Hauptquartier in Saigon war.
Die Regionalarmee Burma bestand aus drei Armeen mit zehn Divisionen und umfasste etwa 300.000 Mann. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Verteidigung der gesicherten Stellungen in ganz Burma. Dazu wurden die Pläne Ha-gō und U-gō ausgearbeitet.
Nordburma
Operation Thursday, 5. Februar bis August 1944 Operation Thursday war nach der Operation Longcloth der zweite große Einsatz der Chindits. Thursday war der Deckname für eine noch nie zuvor versuchte Luftlande-Invasionsphase der Kampagne, deren Ziel es war, mit einer Streitmacht von 10.000 Mann, 1.000 Maultieren, Ausrüstung und Vorräten auf Lichtungen im Herzen Burmas hinter den feindlichen Linien zu fliegen.
Die Operation begann am Samstag, dem 5. Februar 1944, als die 16. Brigade von Brigadier Bernard Fergusson ihren langen Vormarsch in Nordburma begann. Es dauerte einen ganzen Monat, bis alle Brigadebataillone den Fluss Chindwin überquerten. Das Hauptziel war Indaw, obwohl zwei Kolonnen damit beauftragt wurden, die Stadt Lonkin in den Kachin-Hügeln, rund 32 Kilometer westlich von Kamaing anzugreifen.
Für die ersten geplanten Landungen wurden drei Standorte ausgewählt. Sie erhielten die Decknamen Piccadilly, Broadway und Chowringhee, benannt nach berühmten Straßen in London, New York City und Kalkutta. Da sie in unzugänglichen Gebieten lagen sollte der Kontakt mit japanischen Bodentruppen vermieden werden. Alle Einsätze sollten nachts geflogen werden, um japanischen Flugzeugen möglichst auszuweichen. Vor und während des Einfliegens war die japanische Luftwaffe durch Angriffe des 1st Air Commando US Army Air Forces und der Royal Air Force auf ihre Flugplätze stark geschwächt worden. In den ersten zwei Tagen wurden 78 japanische Flugzeuge zerstört und viele weitere beschädigt, was es ermöglicht hatte, die Operation mit geringer Einmischung der japanischen Luftwaffe fortzusetzen. mini|Operation Thursday Zwar musste der Landeplatz Piccadilly aufgegeben werden, da dieser von den Japanern mit Baumstämmen blockiert worden war, so dass als erster Landeplatz Broadway bestimmt wurde. Allerdings verliefen am 5. März die ersten Lastenseglerlandungen am Broadway nicht gut. Luftaufnahmen zeigten kleine Gräben und zwei Bäume auf dem Landeplatz am Broadway, die dazu geführt hatten, dass mehrere Waco CG-4A-Lastensegler bei der Landung abstürzten und nun den Weg für weitere Segelflugzeuge blockierten. 66 Männer gingen in den Segelflugzeugen verloren, die den Broadway nicht erreichten. 23 Männer starben und 30 wurden bei den Landungen am Broadway verletzt. Den Flugzeugen auf dem Weg wurde befohlen, zurückzukehren, um weitere Opfer zu verhindern. Nach Aufräumarbeiten konnten dann in den nächsten sechs Nächten 579 Dakota-Einsätze zum Broadway geflogen werden. Sie brachten die 77. Brigade und 2 Bataillone der 111. Brigade erfolgreich zum Landeplatz.
In den zweiten Landeplatz Chowringhee wurden zwölf Lastensegler eingeflogen und eine weitere Landebahn errichtet. Am nächsten Abend brachten Dakotas zwei Bataillone der 111. Brigade von Tulihal nach Chowringhee. Bis zum 8. März war eine Truppe von 1.200 Mann, 200 Maultieren und deren Ausrüstung und Munition eingeflogen worden. Danach wurde der Landeplatz aufgegeben, da er sich als anfällig für Boden- und Luftangriffe herausstellte. Wenige Stunden nach der Evakuierung wurde Chowringhee von der japanischen Luftwaffe bombardiert.
Mit dem Abschluss der Operation Thursday hatten die Chindits nun drei Bataillone in Burma stationiert.
Schlacht bei Walawbum, 28. Februar bis 7. März 1944 Die Planung von Stilwell sah vor, den Einsatz des 5307. Kombinierten Verbands (provisorisch), mit dem Einsatzcode GALAHAD, genannt Merrill's Marauders, mit den Hauptoperationen im Hukawng-Tal zu koordinieren, indem er die Einheit auf weite Kreisbewegungen östlich der chinesischen Streitkräfte schickte, damit Straßensperren hinter den japanischen Frontlinien errichtet werden konnten.
Für ihre erste Mission befahl er die Kamaing-Straße nahe Walawbum abzuschneiden und anzugreifen, da sich dort vermutlich ein japanischer Vorauskommandoposten befand.
Als die Marauders am Nachmittag des 28. Februar in der Nähe von Tanja Ga ankamen, erhielten sie von Stilwell den Befehl, so schnell wie möglich nach Walawbum vorzudringen. Der stetige Vormarsch der Chinesen auf Maingkwan, der die japanischen Einheiten zwang, sich auf der Kamaing-Straße nach Süden zurückzuziehen, erforderte den sofortigen Einsatz der Truppe. Koordiniert mit den chinesischen Operationen bestand die erste Mission der Marauders darin, den Rückzug der Japaner südlich von Walawbum zu beschleunigen, indem deren Versorgungslinien unterbrochen wurden, um Truppen nach vorne zu schicken.
Am 2. März sicherte das 1. Bataillon eine Abwurfzone bei Lagang Ga, und das 3. Bataillon stellte schwere Waffen auf, um die Straße südlich der Stadt zu sichern. Am Morgen des 4. März erreichte das 2. Bataillon die Straße etwa 2,4 Kilometer westlich der Stadt und errichtete eine Straßensperre. Die Antwort der Japaner ließ nicht lange auf sich warten. Die 18. Division beorderte zwei ihrer Regimenter die rechte und linke Flanke der Marauders anzugreifen.
Die Angriffe der Japaner begannen am 4. März und dauerten bis zum nächsten Tag, so dass nach 36 Stunden Kampf in der Nacht des 5. März die Straßensperre aufgegeben wurde und die Marauders sich nach Wesu Ga zurückzogen. Gleichzeitig bombardierten und beschossen alliierte Flugzeuge offensichtliche japanische Truppenkonzentrationen.
Am Nachmittag des 5. März drang eine chinesische Panzereinheit in ein Gebiet zwischen dem Hauptquartier der 18. Division und dem Hauptquartier des japanischen 56. Regiments ein und begann, ohne die Bedeutung des Ziels zu erkennen, auf den japanischen Kommandoposten zu schießen. Daraufhin beschlossen die Japaner nach Westen zu verlegen und eine Linie über die Kamaing Straße südlich von Walawbum wiederherzustellen.
Am 7. März beschloss Merrill in Übereinstimmung mit Stilwells Befehl, die Verluste gering zu halten, seine Truppe aus dem Kampfbereich zurückzuziehen. Nur acht Männer waren während der Kämpfe getötet und 37 verwundet worden, währenddessen schätzungsweise 800 Japaner gefallen waren. Nach der Schlacht um Walawbum behielten die Japaner nur noch die Kontrolle über einen kleinen Teil des südlichen Hukawng-Tals.
Salween-Kampagne, Mai 1944 bis Anfang 1945 mini|Generalissimus Chiang Kai Shek und General Wei Li-huang Ende April 1943 befahl Joseph Stilwell mündlich die Bildung einer amerikanischen Y-Force unter Oberst Frank Dorn, um die Chinesen in Yunnan zu unterstützen. Am 18. Juni 1943 bestätigten formelle schriftliche Anordnungen dann die Gründung. Ursprünglich bestand die Hoffnung, dass die Chinesen bis Oktober 1943 bereit sein würden, in Yunnan einzurücken. Alle Vorräte für die Y-Force mussten von Stützpunkten in Indien aus per Flugzeug über den Himalaya transportiert werden (→ The Hump), aber dies war mit ausreichender Geschwindigkeit erreicht worden. Doch erst Mitte April 1944 erteilte der chinesische Kriegsminister und Generalstabschef der Armee, General He Yinqin, nachdem er mit einer Einstellung der Lend-Lease-Lieferungen an die Y-Force gedroht hatte, die formelle Zustimmung zu einem Angriff von 12 Divisionen über den Salween unter General Wei Li-huang.
Weis Streitkräfte waren deutlich unterbesetzt. Seine Divisionen bestanden im Durchschnitt jeweils nur aus etwa 6000 Mann. Somit würde er die Offensive mit ungefähr 72000 effektiven Soldaten beginnen. Zu dieser Gesamtzahl kamen schließlich drei weitere Divisionen der 8. Armee unter Generalleutnant Li Mi hinzu, die im Mai zugeteilt wurden.
Sechs getrennte und koordinierte Angriffe über den Fluss waren für die Eröffnung der Salween-Kampagne geplant.
20. Armeegruppe unter Generalleutnant Huo Kuei-chang:
Force A: Sie sollte den Fluss bei Meingku Ferry überqueren, um dann den Weg nach Westen durch den Mamien Pass zum Shweli-Fluss zu nehmen und dann nach Süden durch Chiaotou nach Kaitou vorzurücken. In den frühen Tagen der Kampagne wurde dann ein Teil dieser Truppe nach Norden verlegt, um den Guerillas im Hpimaaw-Gebiet zu helfen. Force B: Sie sollte den Fluss bei Mengta Ferry überqueren und dann nach Westen durch Tantangtzu und den Pass nach Chiangtso nehmen und weiter nach Watien auf dem Shweli zu fahren. Diese beiden Streitkräfte stellten die Hauptkraft und wären dann bereit, nach Süden auf Tengchong vorzurücken. Force C: Im Bereich der Hwei-Jen-Brücke sollte der Salween überquert werden, um anschließend nach Laochai vorzurücken. Sie wäre dann in Position um einen Vorstoß nach Westen auf Tengchong vorzunehmen. 11. Armeegruppe von General Huang Chieh: Force D: Der Fluss sollte bei Tahai Ferry überquert werden um dann durch Ping-Ka und Hsiang nach Longling vorzurücken. Force E: Sie sollte den Fluss südlich von Tahai Ferry überqueren und durch Ping-Ka und Hsiang dann Mangshi erreichen. Diese beiden sekundären Kräfte zielten darauf ab, die Burma Straße zu durchtrennen. Force F: Mit der Aufgabe in einiger Entfernung östlich des Salween die Japaner zurückzutreiben, die den Fluss überquert hatten. Dann sollte Kunlong eingenommen werden. Von dort aus wäre diese Truppe in der Lage, entlang der Straße nach Hsenwi zu operieren.
Am 9. Mai 1944 überquerte ein Bataillon jeder der vier chinesischen Armeen, die für den Angriff in Position waren, den Salween und stellte sich am Westufer auf, um die Operationen der Haupteinheiten zu schützen. Diese Vorausbataillone bestanden hauptsächlich aus amerikanisch ausgebildeter chinesischer Infanterie und Pionieren.
Operation Rainbow mini|Chinesische Einheiten am Salween