mini|OncoRay Hauptgebäude in Dresden Das OncoRay – Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie ist eine institutsübergreifende Forschungsplattform der medizinischen Strahlenforschung in Dresden mit besonderem Fokus auf Translationale Forschung.

Gegründet wurde das OncoRay im Jahr 2005 von den drei Trägerinstitutionen Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). 2022 arbeiten rund 80 Wissenschaftler in elf fächerübergreifenden Forschungsgruppen mit den Schwerpunkten Medizin, Physik, Biologie und Informationswissenschaften am Zentrum. Ziel der Forschung ist die Verbesserung der Behandlung von Krebserkrankungen durch eine biologisch individualisierte und technologisch optimierte Strahlentherapie.

Geschichte Das Dresdner Forschungszentrum OncoRay, ehemals bezeichnet als „Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie“, war einer der sechs Gewinner des Wettbewerbs „Exzellenz schaffen – Talente sichern“ der ersten ZIK-Programmrunde des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).Zentren für Innovationskompetenz Website des BMBF. Abgerufen am 1. Dezember 2022. Das OncoRay repräsentierte dabei einen neuartigen innovativen Forschungsansatz in der Medizinischen Strahlenforschung, der die Grundlagenforschung mit der angewandten klinischen Forschung verband (Translationsforschung).

Gründungsdirektor des OncoRay war der Mediziner und Krebsforscher Michael Baumann zusammen mit dem damaligen Wissenschaftlichen Koordinator Stefan Pieck. Das Zentrum startete nach einer Strategiekonzeptphase 2003 und einer erfolgreichen Begutachtung 2004 schließlich im Jahr 2005 mit zwei Nachwuchsforschungsgruppen und einer Professur in die erste, fünfjährige BMBF-Förderphase.Bundesforschungsministerin Schavan besucht OncoRay Website des BMBF. Abgerufen am 1. Dezember 2022. Nach erfolgreicher Bewerbung um eine Finanzierung über weitere fünf Jahre und zwei weitere Nachwuchsforschungsgruppen durch das BMBF erhielt das OncoRay gemeinsam mit dem Zentrum für Innovationskompetenz „ultra optics“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Förderung für das Verbundprojekt „Hochintensitätslaser für die Radioonkologie“ (onCOOPtics).Forschungsministerium stärkt Leuchttürme der Spitzenforschung in Ostdeutschland, pro-physik.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.Verbund-ZIK onCOOPtics - Jena und Dresden Website des BMBF. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Im Jahr 2013 wurde nach dreijähriger Bauzeit der im Rahmen der Landesexzellenzinitiative Sachsen durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderte Neubau für das OncoRay am Medizinischen Campus der TU Dresden fertiggestellt. Dieser ist baulich unmittelbar mit der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Dresden verbunden und beherbergt eine moderne Protonenanlage sowohl zur Patientenbehandlung als auch zur Erforschung und Entwicklung neuer Therapieformen.OncoRay-Gebäude feierlich eingeweiht - Neues Domizil für exzellente Forschung Website der Technischen Universität Dresden. Abgerufen am 1. Dezember 2022.OncoRay Dresden Website des BMBF. Abgerufen am 1. Dezember 2022.Neue Dimension in der Strahlenbehandlung von Tumoren Website des Medienservice Sachsen. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Geleitet wird das OncoRay heute von Mechthild Krause und Stefan Pieck.

Träger und Forschungsnetzwerk

Das OncoRay ist eine gemeinsame Forschungsplattform der drei Trägerinstitutionen Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden - Rossendorf (HZDR). Darüber hinaus kooperiert das OncoRay im Rahmen gemeinsamer Forschungsprojekte und standortübergreifender Studien eng mit verschiedenen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen.

Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden mini|Logo Die Technische Universität Dresden (TU Dresden) ist eine der größten Technischen Universitäten in Deutschland, über 2.500 Studierende sind an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden eingeschrieben.Technische Universität Dresden Offizielle Website. Abgerufen am 1. Dezember 2022.Die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus Website der Technischen Universität Dresden. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Der konsekutive Masterstudiengang „Medical Radiation Sciences“ wird unmittelbar am OncoRay durchgeführt und verbindet die wissenschaftliche Ausbildung der Studierenden in den Bereichen Physik, Chemie, Biologie, technischen Wissenschaften sowie Medizin mit der praktischen Ausbildung zum behördlich anerkannten Medizinphysik-Experten. Die patientennahe Lehre an der Medizinischen Fakultät ermöglicht die TU Dresden durch die enge Kooperation mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung. Es dient neben der Patientenversorgung der Aus-, Fort- und Weiterbildung des medizinischen Personals.Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Offizielle Website. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Zur translationalen Forschung arbeiten die Wissenschaftler am OncoRay mit den Ärzten der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Dresden zusammen. Seit 2014 können Patienten an der Universitäts-Protonentherapie Dresden (UPTD) mit Protonentherapie behandelt werden.Meilenstein bei OncoRay: Protonentherapie bei ersten Patienten Website des BMBF. Abgerufen am 1. Dezember 2022.1.000. Dresdner Krebspatient beendet Behandlungszyklus, oncoray.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.Universitäts Protonen Therapie Dresden, uniklinikum-dresden.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022. Parallel zum Patientenbetrieb dient diese Anlage auch der klinischen Forschung.

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf mini|HZDR Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und betreibt an sechs Standorten Forschung in den Bereichen Energie, Gesundheit und Materie.Daten und Fakten zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, hzdr.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Am HZDR-Institut für Radioonkologie (OncoRay) arbeiten Wissenschaftler in interdisziplinären Arbeitsgruppen an verschiedenen Forschungsschwerpunkten beispielsweise zur Weiterentwicklung der Strahlentherapie, der klinischen Evaluierung und Optimierung der Protonentherapie, der Erforschung von Resistenzfaktoren gegen die Bestrahlung sowie der drei- und vierdimensionalen Bildgebungstechnik für die Hochpräzisionsstrahlentherapie. Dabei liefert das Institut für Radioonkologie auch Forschungsergebnisse für andere Institute des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf, darunter das Institut für Strahlenphysik und das Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung.Institut für Radioonkologie - OncoRay, hzdr.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Netzwerke und Kooperationen

Heidelberger Institut für RadioonkologieNational Center for Radiation Research in Oncology (NCRO) , oncoray.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.Das OncoRay wurde 2010 gemeinsam mit dem Heidelberger Institut für Radioonkologie (HIRO) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zum National Center for Radiation Research in Oncology (NCRO; deutsch: Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie) ernannt. Gemeinsam arbeiten die Wissenschaftler am OncoRay und HIRO in verschiedenen Forschungskooperationen.National Center for Radiation Research in Oncology (NCRO) , ncro.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.Mit Strahlen zielsicher gegen Krebs, nachrichten.idw-online.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) Das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) wurde 2012 als eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZGs) gegründet. Im DKTK verbindet sich das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) als Kernforschungszentrum mit acht universitären Standorten (Berlin, Dresden, Essen/Düsseldorf, Frankfurt/Mainz, Freiburg, Heidelberg, München und Tübingen). Der Forschungsschwerpunkt am DKTK-Partnerstandort Dresden liegt im Bereich der Radioonkologie. Auch hier sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf gemeinsam organisiert.Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) , oncoray.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf hat das Dresdner Universitätsklinikum seit 2015 den Dresdner Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) etabliert.Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, oncoray.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022. Das NCT-Gebäude wurde 2021 eröffnet. Der NCT/UCC-Neubau beherbergt eine Forschungsplattform mit einem „Operationssaal der Zukunft“, Laboratorien, Bereiche für Patientenstudien sowie Räume für medikamentöse Behandlungen und Strahlentherapie.

Forschung

Derzeit umfasst das OncoRay elf fächerübergreifende Forschungsgruppen auf den Gebieten der Strahlenbiologie, der Medizinischen Strahlenphysik sowie der Translationalen Radioonkologie und Klinischen Strahlentherapie. Ziel der Forschung ist die Verbesserung und Weiterentwicklung der Behandlung von Krebserkrankungen durch eine biologisch individualisierte und technologisch optimierte Strahlentherapie.

Sektion Strahlenbiologie mini|Untersuchung der biologische Beschaffenheit von Tumoren im Bereich der Strahlenbiologie

Die Forscher der Sektion Strahlenbiologie am OncoRay beschäftigen sich insbesondere mit der Tumorbiologie und der Tumorreaktion auf Strahlen- und Kombinationstherapien. Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung von biologisch individualisierten Kombinationstherapien für Krebspatienten.

Forschungsgruppe Molekulare und Zelluläre Strahlenbiologie: Untersuchung der molekularen und zellulären Strahlenantwort von Zellen sowie Identifikation von Tumor-spezifischen Zielmolekülen, welche die Strahlen- und Chemoempfindlichkeit von Tumorzellen beeinflussen und sich so an der Regulation von Zellüberleben und -Tod nach Strahlen- und Chemotherapie beteiligenForschungsgruppe Molekulare und Zelluläre Strahlenbiologie, oncoray.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022. Forschungsgruppe Biomarker für die individualisierte Strahlentherapie: Erforschung spezieller Merkmale von Tumorzellen (sog. Biomarker), die Hinweise auf die Anzahl und Eigenschaften der Tumorstammzellen und den Erfolg einer Strahlentherapie geben können, unter der Annahme, dass Tumorstammzellen maßgeblich für die Tumorentstehung, Metastasenbildung und das Wiederauftreten von Tumoren nach Strahlentherapie verantwortlich sindForschungsgruppe Biomarker für die individualisierte Strahlentherapie, oncoray.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022. Forschungsgruppe Tumorpathophysiologie: Untersuchung der pathophysiologischen Situation in menschlichen Tumoren und deren Metastasen, des lokalen Mikromilieus der umgebenden Normalzellen sowie deren gegenseitigen Beeinflussung und daraus resultierenden Auswirkungen auf die Effizienz therapeutischer EingriffeForschungsgruppe Tumorpathophysiologie, oncoray.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.Verstärkung bei OncoRay Website des BMBF. Abgerufen am 1. Dezember 2022.

Sektion Medizinische Strahlenphysik mini|Technologische Optimierung der Strahlentherapie im Bereich der Medizinischen Strahlenphysik