mini|Dorfkirche Marquardt mini|Innenraum (2022) mini|Innenraum, Blick zur Orgel Die Dorfkirche Marquardt ist eine denkmalgeschützte evangelische Kirche im Gemeindeteil Marquardt der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Die Kirche, die zum Pfarrbereich Töplitz im Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gehört,Information zum Pfarrbereich Töplitz ist in der Denkmalliste des Landes Brandenburg unter der ID-Nr. 09156742 eingetragen.
Lage Das Kirchengebäude befindet sich im historischen Dorfkern direkt an der Hauptstraße (Adresse Hauptstraße 21, 14476 Potsdam). Es steht auf einem kleinen Hügel auf dem Gelände des dörflichen Friedhofs, der von einer erhaltenen Feldsteinmauer umgeben ist. Damit bildet der markante, schlanke Kirchturm eine Landmarke im flachen Umland.
In unmittelbarer Nachbarschaft steht auch das Schloss Marquardt, mit dem sowie dem angrenzenden Schlosspark das Gotteshaus ein historisches denkmalgeschütztes Bauensemble bildet.
Nur wenige hundert Meter westlich der Kirche erstrecken sich der Schlänitzsee und nördlich verläuft der Sacrow-Paretzer Kanal.
Geschichte und Architektur Die Dorfkirche wurde anstelle eines abgerissenen Vorgängerbaus 1900/1901 nach Plänen des Berliner Architekten Adolf Stegmüller aus unverputzten Backsteinen auf kreuzförmigem Grundriss am Rande des Parks von Schloss Marquardt im neuromanischen Baustil errichtet. Sie besteht aus einem Langhaus mit einem Querschiff vor dem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor im Norden und einem Kirchturm im Süden.
Ausstattung Die Kirchenausstattung stammt fast vollkommen aus der Bauzeit. Der Altar ist farblich schlicht und passend zur hölzernen Kirchenausstattung gehalten. Auf ihm befindet sich ein markantes vergoldetes Altarkreuz, das eine direkte historische Verbindung zur Gutsfamilie von Marquardt aufweist: Es trägt eine Widmung des damaligen Gutsbesitzers Dr. Louis von Bischoffshausen und seiner Frau aus dem Jahr 1901, die den Kirchenneubau damals maßgeblich finanziell unterstützten.
Drei große, farbenprächtige Bleiglasfenster rahmen den Altarraum in der halbrunden Apsis ein. Diese Altarfenster bilden das theologische und visuelle Zentrum des Kirchenraums: das zentrale Fenster stellt den auferstandenen Christus dar, die flankierenden Fenster zeigen die Symbole und Figuren der Evangelisten. Vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs sprengten Spezialisten der Wehrmacht die nahegelegene Autobahnbrücke, wobei die Druckwelle die Kirchenfenster stark beschädigte. Sie konnten jedoch in der Nachkriegszeit restauriert werden.Evangelischer Pfarrbereich Fahrland/Töplitz/Marquardt: Gemeinde- und Kirchenchroniken des Pfarrarchivs.
Die Orgel auf der Empore über dem Eingang hat zehn Register auf zwei Manualen und Pedal und wurde 1901 von den Gebrüdern Dinse gebaut.Information zur Orgel
Gruft mini|Gruft Unterhalb der Kirche befindet sich die Familiengruft der Industriellenfamilie Ravené. Hier stehen vier Zinksarkophage mit den Verstorbenen Louis Auguste Ravené, Besitzer des Schlosses Marquardt und Kirchenpatron, seiner Gemahlin Martha, seines Sohnes Enno und seines Schwiegersohnes Heinz von Bardeleben. Auf zwei Gedenktafeln werden weitere Familienangehörige geehrt. Eine Restaurierung der Särge erfolgte 2005.Tagesspiegel.de: Sarkophage in Zink, abgerufen am 5. Januar 2024.
Literatur Ingrid Bartmann-Kompa, Horst Drescher: Bau- und Kunstdenkmale in Potsdam. Stadtkreis und Landkreis. Henschel Verlag 1990, S. 141.
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Förderkreis Alte Kirchen
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Potsdam Kategorie:Baudenkmal in Potsdam Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Brandenburg Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Saalkirche in Brandenburg Kategorie:Erbaut 1901 Kategorie:Kirchengebäude in Europa