Margarete Martha Heumader (* 27. Oktober 1920 in Röhrsdorf, Landkreis Hirschberg im Riesengebirge; † 22. September 2010)Margarethe Heumader, bayerische-bibliographie.deJohannes Schauer: Beliebte Bürger Tiefenbachs mit Straßennamen geehrt. In: Passauer Neue Presse vom 31. August 2025. Abgerufen am 18. Juni 2026Margarete-Heumader-Straße eingeweiht. In: Gemeindebrief der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Passau St. Matthäus. November, Dezember 2025, Januar 2026. S. 26. Abgerufen am 18. Juni 2026 geb. Kappler, war Köchin im Haushalt des Schriftstellers Gerhart Hauptmann.
Werdegang Margarete Kappler wurde 1920 als drittes von sieben Kindern in Röhrsdorf (heute: Rzędziny in Polen) in Niederschlesien geboren und wuchs dort auf.
Tätigkeit bei der Familie Hauptmann mini|Haus Wiesenstein vor 1945 Sie trat als 16-jähriges Mädchen im Frühjahr 1937 ihre Stelle als Köchin im Haushalt des Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann in dessen schlesischem Wohnhaus Haus Wiesenstein in Agnetendorf (heute Jagniątków in Polen) an. Sie war eine wichtige Zeitzeugin seiner späten Jahre. Margarete Martha Kappler (gerufen Martha, weil Hauptmanns zweite Ehefrau auch Margarete hieß) arbeitete insgesamt sieben Jahre für die Familie und begleitete Hauptmann und seine Frau in den Sommermonaten auch monatelang in die Sommerfrische in das Haus Seedorn der Familie in der Kirchstraße 13 auf der Insel Hiddensee.
Da nach Ende des Zweiten Weltkriegs Schlesien an Polen gefallen war, durfte Hauptmann nach seinem Tod am 6. Juni 1946 nicht in seiner Heimat bestattet werden. Erst nach mehreren Wochen konnte der Zinksarg Ende Juli mit einem Sonderzug nach Hiddensee zur Bestattung überführt werden, begleitet von seiner Familie und auch Margarete Kappler. Im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 musste sie mit Hauptmanns Witwe und vielen anderen Dienstboten und Nachbarn Agnetendorf verlassen. Mit der Familie von Hauptmanns Sohn Benvenuto Hauptmann kam sie nach Oberhaselbach in der Gemeinde Tiefenbach (bei Passau) und blieb bis zu deren Übersiedlung nach München (1951) im Dienst der Familie Hauptmann.
Weiteres Leben Margarete Heumader heiratete 1952 den Niederbayern Otto Heumader und blieb in Oberhaselbach. 1959 zog sie mit ihrem Mann in ihr neu erbautes Wohnhaus in der Postgasse in Haselbach, wo sie auch Teile des Hauptmann-Nachlasses verwahrte, von denen zahlreiche Stücke nach und nach an Museen abgegeben wurden. Das Hauptwerk Gerhart Hauptmanns befand sich aber stets an einem anderen Ort im Besitz des Sohnes Benvenuto Hauptmann.Ungeheures durchgemacht. In: Der Spiegel vom 24. April 1962. Abgerufen am 18. Juni 2026 Margarete Heumader engagierte sich im Vereinsleben des Dorfes und gründete den evangelischen Frauenkreis, gehörte aber auch dem katholischen Frauenverein an,Niederschrift über die öffentliche Sitzung des Gemeinderats Tiefenbach am 21. März 2024 in Tiefenbach. In: gemeinde-tiefenbach.de. Abgerufen am 18. Juni 2026 obwohl sie evangelisch war. Mit ihrem Mann hatte sie eine Tochter und einen schwerstbehinderten Sohn, den sie nach dem Tod ihres Mannes 1977 weiterhin zu Hause pflegte.
Erst spät berichtete Margarete Heumader in ihrer niederbayerischen Heimat Oberhaselbach über die sieben Jahre Dienst bei der Familie Hauptmann.Biographie: Die Köchin von Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann, landkreis-passau.de, 26. September 2023 Bei der Wiedereröffnung des Hauptmann-Museums in Haus Wiesenstein in Jagniątków im Riesengebirge am 11. August 2001 war sie anwesend. Die Enkelin Gerhart Hauptmanns, Anja Hauptmann, äußerte 2004 in einem Interview mit der Berliner Morgenpost, dass sie an einem Buch mit dem Arbeitstitel Wenn die treue Seele kocht schreibe, das von Hauptmanns Köchin Margarethe Heumader handeln sollte. Margarete Heumader starb im Jahr 2010.
Ehrungen und Gedenken 1998: Verdienstkreuz am Bande 2025: Die Margarete-Heumader-Straße in Tiefenbach wurde nach ihr benannt
Literatur Posthum erschienen mehrere Publikationen und 2023 eine ausführliche Biografie von Alfred Schwarzmaier, Altbürgermeister von Tiefenbach und Autor, zu Margarethe Heumaders Leben und ihrer Verbindung zu Gerhart Hauptmann. Die Biografie besteht aus zwei Teilen, die ihren Werdegang „in Polen und die Jahrzehnte danach in Niederbayern skizzieren“. Ins Polnische übersetzt wurde der Band von Janusz Skowrońscy, der bis April 2023 Direktor des Gerhart-Hauptmann-Museums in Jagniątków war.
Stefan Rammer: Margarete Heumader: „daheim bei den Hauptmanns“. Jahrbuch: Chronik für das Passauer Land. Jahrgang 2012, Presse & Mehr, Passau 2013, S. 328–329 Alfred Schwarzmaier: Gerhart Hauptmann und seine Köchin. (polnisch: Gerhart Hauptmann i jego kucharka) In: Eichendorff Hefte Nr. 79, 2022, S. 22–30 Alfred Schwarzmaier: Die Hauptmanns und Martel. Das Leben der Margarete Heumader | Hauptmannowie i Martusia – Zycie Margarety Heumader. (deutsch/polnisch) ADREM Verlag, Tiefenbach, Jelenia Góra 2023, ISBN 978-83-67156-77-6
Einzelnachweise
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