Elrid Metzkes, geb. Fiebig (* 3. März 1932 in Pirna; † 20. November 2014) war eine deutsche Textilkünstlerin.

Leben und Werk Elrid Fiebig absolvierte von 1946 bis 1949 eine Lehre als Schneiderin. Von 1949 bis 1953 studierte sie im Fach Bekleidungstextilien an der Staatlichen Hochschule für Werkkunst bzw. (ab 1950) Hochschule für Bildende Künste Dresden. Dort lernte sie Harald Metzkes (1929–2026) kennen, den sie 1953 heiratete und mit dem sie die Kinder Robert, Verena (heute Hann; * 1955; Bildhauerin und Keramikerin) und Walter (* 1956) hatte. Bis 1959 lebten sie in Pirna und Elrid Metzkes hatte wegen der Betreuung ihrer Kinder kaum Zeit für künstlerische Arbeit. Dann zog die Familie nach Berlin, wo sie am Kollwitz-Platz wohnten. 1963 kaufte Elrid Metzkes einen Webstuhl, und sie begann dann freischaffend vor allem als Gobelin-Wirkerin zu arbeiten. Ihre erste Arbeit war 1966 der Teppich Fische nach einem Aquarell ihres Mannes.

Bis etwa 1970 fertigte Elrid Metzkes Bildteppiche nach Aquarellen ihres Mannes, dann entwarf sie ihre Motive selbst, meistens als Aquarelle, die sie als Vorlage für ihre Arbeiten benutzte. Ab 1977 arbeitete sie auch in Patchwork-Technik mit selbstgefärbter Seide oder Rohseide. Ab 1978 fertigte sie Kett-Ikats, „wollene, matt-tonige Behänge, die Musterung symmetrisch-geometrisch, von strenger Ordnung …“Eva Mahn: Elrid Metzkes. In: Bildende Kunst. Berlin, 1984, S. 350. Als sie 1979 auf der Berliner Bezirkskunstausstellung solche Arbeiten zeigte, war das in der DDR noch ungewohnt.

Elrid Metzkes war von 1966 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Sie hatte in der Zeit der DDR im In- und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1972 bis 1988 an der VII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden, 1981 an der Internationalen Textiltriennale in Łódź und 1983 in Göttingen an Kunsthandwerk aus der DDR. Textilgestaltung – Holzgestaltung.

1987 wurde sie mit dem Kunstpreis der DDR geehrt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung zog Elrid Metzkes 1990 mit ihrem Mann nach Wegendorf, wo beide weiter gemeinsam künstlerisch arbeiteten.

Darstellung Elrid Metzkes in der bildenden Kunst

Harald Metzkes: Bildnis Elrid (Öl auf Leinwand, 50 × 50 cm, 1969; Nationalgalerie Berlin) Harald Metzkes: Familienbild (Öl auf Leinwand, 180 × 150 cm, 1973; Nationalgalerie Berlin)

Fotografische Darstellung Elrid Metzkes

Christian Borchert: Der Maler Harald Metzkes mit seiner Frau Elrid Metzkes vor einem seiner auf einer Staffelei stehenden Werke. (1975)

Rezeption „Vor allem mit ihren symmetrisch-geometrischen Kompositionen, die sie in der Tradition der Weberinnen am Bauhaus schuf, erreichte sie geradezu kinetisch-optische Effekte. Die geometrische Form ist Keimzelle für ausbau- und variationsfähige Gestaltungen, man kann durch kreisförmige, rhombenartige und trapezoide Formen – auch durch Zackenformen – den Raum entdecken, die Flächen zum Raum ausweiten, Abstände und Flächentiefen, Harmonie oder Kräftespannung, Ballung und Kreuzung nacherlebbar machen. So erreichte sie eine Vielfalt von Raum-, Flächen- und Objektbeziehungen. Sie vereinigen sich zu bildhaften Zusammenhängen, in denen sie bedeutungsvoll werden. Elrid Metzkes Bildzeichen haben einen traumhaft-schwebenden Charakter, den sie im Bildraum einnehmen, sie tauchen auf, verhüllen sich, verändern sich. Man glaubt in nicht zu enträtselnde Geheimnisse einzudringen. Ihre Arbeiten erfordern eine Betrachtung, die zugleich schauend und denkend sich vollziehen muss.“

Klaus HammerKlaus Hammer: Die Metzkes – eine Künstlerfamilien. In: Das Blättchen. Berlin, 9/2018.

Werkbeispiele

Gobelins

Punkt und Welle (1971; ausgestellt auf der VII. Kunstausstellung der DDR) Winterliches Interieur – Winternachmittag (2,00 × 1,50 m, um 1976; vormals im Lindenrestaurant des Palasts der Republik, Berlin)Abbildung in Bildende Kunst. Berlin, 2/1977, S. 59. Winterliches Interieur – Nach dem Fang (2,00 × 1,50 m, um 1976; vormals im Lindenrestaurant des Palasts der Republik, Berlin) Klangrose der Laube (1977; damalige Konzerthalle des Klosters Unser Lieben Frauen, Magdeburg) Früher Herbst (1,50 × 2,40 m, 1982)Bildende Kunst. Berlin, 8/1984, S. 349 (Abbildung). Schilfrohr (1,50 × 1,45 m, 1983)Bildende Kunst. Berlin, 8/1984, S. 351 (Abbildung).

Patchwork

Rhomben II (2,36 × 1,62 m, 1981)Bildende Kunst. Berlin, 8/1984, S. 351 (Abbildung). Verwandlung (Seide handgequiltet, 228 × 212 cm, 1986; ausgestellt auf der X. Kunstausstellung der DDR)

Ausstellungen seit 2010 (mutmaßlich unvollständig)

2010: Rostock, Galerie am Alten Markt („Dreiklang“; mit Harald und Robert Metzkes) 2012: Berlin, Galerie Leo.Coppi 2013: Rüdersdorf, Rathaus („Impulse“; mit Harald Metzkes) 2015: Berlin, Galerie Parterre („Die Sammlung Linde und Michael de Maizière“) 2018: Berlin, Zeitgalerie Friedrichshagen („Künstlerfamilie Metzkes“; mit Harald und Robert Metzkes) 2018: Pirna, Stadtmuseum („Ornament und Figur“; mit Robert Metzkes) 2019: Kunstverein Wiligrad (mit Harald und Robert Metzkes) 2021: Cottbus, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Dieselkraftwerk Cottbus („Stich für Stich. Faden für Faden“; mit zehn weiteren Künstlerinnen) 2022: Berlin, Sandau & Leo Galerie („Momentum Wirklichkeit“; mit Harald und Robert Metzkes)

Literatur Walter Funkat: Kunsthandwerk in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin 1970, S. 270/271. Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984 Eva Mahn: Elrid Metzkes. In: Bildende Kunst, Berlin 1984, S. 349–351. Antje Soléau: Heiterer Glanz und warme Farbigkeit. Das Werk von Elrid Metzkes. In: Textilkunst international. 1/2008, S. 12–16. Metzkes, Elrid. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 595. Elrid Metzkes (Hrsg.): Elrid Metzkes. Gobelin und Patchwork. Kerberverlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-86678-517-5. Elrid Metzkes. Ornament und Figur. MCM ART Verlag, 2014.

Weblinks

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Einzelnachweise

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