La fedeltà premiata (Hob. XXVIII:10; deutscher Titel: Die belohnte Treue) ist eine Oper (Originalbezeichnung: „Dramma pastorale giocoso“) in drei Akten von Joseph Haydn (Musik) mit einem Libretto eines unbekannten Bearbeiters nach Giovanni Battista Lorenzis Libretto zu Domenico Cimarosas Commedia per musica L’infedeltà fedele (Neapel 1779). Die Uraufführung fand am 25. Februar 1781 im Opernhaus von Schloss Eszterháza statt. Dort hatte im September 1782 auch eine überarbeitete Zweitfassung Premiere.
Handlung
Die folgende Inhaltsangabe basiert auf dem Libretto der Zweitfassung von 1782.
Kurzfassung
Erster Akt. Nach der Entweihung ihres Standbilds durch eine übermütige Nymphe hat die Göttin Diana einen Fluch über die Gegend um Cumae ausgesprochen: Jedes Jahr muss das treueste Liebespaar einem Seeungeheuer geopfert werden, bis sich ein Freiwilliger zu diesem Opfer bereit erklärt. Da gerade wieder ein Jahr vergangen ist, sucht der Priester Melibeo nach einem geeigneten Paar. Er selbst ist vom Fluch ausgenommen und nutzt dies für seine Werbung um die eitle Amaranta. Die Nymphe Nerina liebt Amarantas Bruder Lindoro, den sie verdächtigt, ihrer Rivalin Celia nachzustellen. Nach einem Raubüberfall sucht der flatterhafte Graf Perrucchetto Schutz bei der Gruppe. Er verliebt sich in Amaranta und weckt dadurch die Eifersucht Melibeos. Celia hat kein Interesse an Lindoro. Sie heißt in Wirklichkeit Fillide und ist auf der Suche nach ihrem Geliebten Fileno, der sie nach einem Schlangenbiss für tot hielt und verschwand. Als sich die beiden wiederfinden, verleugnet Celia ihre Liebe, weil sie fürchtet, sonst dem Ungeheuer geopfert zu werden. Perrucchetto macht nun Celia den Hof und macht Amaranta eifersüchtig. Diese forciert nun die Verbindung Celias mit Lindoro. Der macht ihr auch eine Liebeserklärung, erhält als Antwort aber nur eine Ohrfeige. Perrucchetto umwirbt abwechselnd Nerina und Amaranta. Melibeo lässt Fileno fesseln, um Celia unter Druck zu setzen. Da erscheint eine Gruppe von Satyrn, die mit den Hirten kämpfen und Celia entführen.
Zweiter Akt. Celia kann den Satyrn entkommen. Nerina verliebt sich in Fileno und erteilt dem treulosen Lindoro eine Abfuhr. Melibeo beobachtet, wie Amaranta Perrucchetto nach anfänglicher Ablehnung entgegenkommt, und beschließt, Perrucchetto zu beseitigen. Um die für treulos gehaltene Celia zu strafen, erklärt Fileno Nerina seine Liebe. Nerina und Celia streiten. Bei einer Jagdveranstaltung zu Ehren Dianas flieht Perrucchetto vor einem Bären auf einen Baum. Fileno rettet Amaranta vor einem Wildschwein. Perrucchetto behauptet, es getötet zu haben, wird aber von Lindoro als Lügner entlarvt. Fileno will sich aus Enttäuschung über Celias vermeintliche Untreue in einer Höhle das Leben nehmen. Als er seine Abschiedsbotschaft in einen Baum ritzt, zerbricht jedoch sein Dolch. Celia findet die Nachricht und geht besorgt in die Höhle, um ihn zu retten. Melibeo, der das beobachtet hat, überredet Nerina, Perrucchetto ebenfalls in die Höhle zu schicken. Dann erklärt er, dass Diana das zu opfernde Liebespaar benannt habe: Es befinde sich in dieser Höhle. Celia und Perrucchetto werden herausgeholt und für die Zeremonie weiß eingekleidet.
Dritter Akt. Celia und Perrucchetto beteuern vergeblich ihre Unschuld. Auch Amarantas und Lindoros Feststellung, dass nicht Diana, sondern Melibeo selbst aus eigensüchtigen Gründen das Opferpaar ausgewählt habe, wird ignoriert. Die beiden werden zum See gebracht, wo bereits das Ungeheuer wartet. Da erklärt Fileno, dass er aus Liebeskummer bereit sei, sich selbst zu opfern. Die Göttin ist versöhnt. Sie verzichtet auf das Opfer und vereint Amaranta mit Perrucchetto und Celia mit Fileno. Ihre eigenen Pfeile durchbohren den fliehenden Verbrecher Melibeo. Die übrigen feiern den glücklichen Ausgang.
Erster Akt
Der Diana geweihter Hain mit einem großen Tempel und Altar in der Mitte
Seitlich weitere kleine Altare, nach bäuerlicher Art gebaut und mit Blumen geschmückt, auf denen die heiligen Feuer brennen. An einer Seite ein großer Marmorstein, auf dem der Orakelspruch geschrieben steht.
Szene 1. Der Priester Melibeo, der Tempeldiener Lindoro, die Nymphe Nerina und weitere Schäfer und Schäferinnen opfern der Göttin Diana und flehen sie an, ihre Strafaktion zu beenden (Introduktion: „Bella Dea“).
Szene 2. Kurz vor Ende der Zeremonie erscheint Lindoros Schwester, die eitle Amaranta, um der Göttin zwei Tauben zu opfern. Sie entschuldigt sich für ihre Flatterhaftigkeit in der Liebe, die nicht ihrer Boshaftigkeit, sondern dem Mitleid entspringe. Melibeo fordert die Schäfer auf, Diana mit der jährlichen Jagd zu huldigen. Erst jetzt liest Amaranta den grausamen Orakelspruch: „Jedes Jahr soll das Ungeheuer zwei treue Liebende erhalten; Wenn sich jedoch stattdessen ein Freiwilliger zu demselben Tod bereit erklärt, werdet ihr Frieden haben und das Weinen ein Ende finden.“ Amaranta ist entsetzt. Ihr Verehrer Melibeo weist sie darauf hin, dass sie sich keine Sorgen machen müsse, da Priester davon ausgenommen seien. Nerina verdächtigt ihren Geliebten Lindoro, insgeheim ihrer Rivalin Celia nachzustellen.
Szene 3. Amaranta, die Nerina nicht ausstehen kann, fordert Melibeo auf, ihren Bruder mit Celia zu vermählen. Sowohl Lindoro als auch Melibeo finden die Idee großartig (Arie Lindoro: „Già mi sembra di sentire“).
Szene 4. Amaranta versichert Melibeo ihrer Treue und Liebe (Arie Amaranta: „Per te m’accese amore“). Hilferufe unterbrechen die beiden. Ein Fremder, der sich als Graf Perrucchetto vorstellt, berichtet, dass er von Räubern überfallen worden sei (Arie Perrucchetto: „Salva, salva, ajuto, ajuto“). Er verliebt sich auf den ersten Blick in Amaranta und macht ihr den Hof. Melibeo warnt ihn davor, nicht seine Eifersucht zu wecken (Arie Melibeo: „Mi dica il mio signore“).
Szene 5. Amaranta folgt Perrucchettos Einladung zu einem Spaziergang im Garten.
Prächtiger Garten mit Statuen und Brunnen; an der Vorderseite eine große Treppe, die zu weiteren schönen Gärten führt
Szene 6. Der Jüngling Fileno beklagt den Verlust seiner Geliebten Fillide (Arie Fileno: „Dove oh Dio rivolgo il piede“).
Szene 7. Fileno erzählt Nerina, dass Fillide kurz vor der geplanten Hochzeit an einem Schlangenbiss gestorben sei. Nerina vertraut ihm im Gegenzug ihren eigenen Kummer über Lindoro an. Sie bittet Fileno, mit ihrer Rivalin Celia zu sprechen. Dann lässt sie sich über die Schmerzen der Liebe aus. Man solle aber nicht die Hoffnung verlieren, denn Amor wisse sie durch Wonnen auszugleichen (Arie Nerina: „È amore di natura“).
Wäldchen
Szene 8. In Wirklichkeit lebt Fillide noch. Sie hat den Namen Celia angenommen, um unerkannt nach Fileno zu suchen, der sie nach ihrem vermeintlichen Tod zurückgelassen hatte. Beim Schafehüten beklagt sie ihr Schicksal (Arie Celia: „Placidi ruscelletti“), bevor sie sich zum Schlaf niederlegt.
Szene 9. Nerina und Fileno nähern sich der schlafenden Celia. Nerina zieht sich zurück, damit Fileno sie ansprechen kann. Von der anderen Seite erscheint Lindoro, der seine Angebetete betrachten will. Er wird aber von Fileno zurückgedrängt. Celia erwacht und erblickt ihren Geliebten Fileno vor sich. Beide trauen ihren Augen nicht.
Szene 10. Lindoro holt Melibeo zu seiner Unterstützung herbei. Als Celia diesen erblickt, befürchtet sie, zusammen mit Fileno dem Ungeheuer geopfert zu werden. Sie verleugnet daher ihre Liebe zu ihm. Der enttäuschte Fileno will sich sogleich selbst erdolchen. Celia hält ihn davon ab und ruft um Hilfe.
Szene 11. Amaranta und Perrucchetto entwaffnen Fileno. Melibeo durchschaut die Lage. Er sieht in Fileno und Celia bereits das nächste Opfer. Da Celia jetzt leugnet, Fileno überhaupt zu kennen, zieht dieser sich verzweifelt zurück (Arie Fileno: „Misera affetto miei“).
Szene 12. Celia will ihm folgen und beruhigen. Amaranta fordert Melibeo auf, sie aufzuhalten und zu zwingen, ihren Bruder zu heiraten.
Szene 13. Amaranta hat bemerkt, wie fasziniert Perrucchetto von Celias Schönheit ist. Sie bringt ihn dazu, ihr seine unverbrüchliche Liebe zu versichern. Sofort danach macht er jedoch Nerina den Hof. Amaranta verliert die Fassung (Arie Amaranta: „Vanne, fuggi, traditore“).
Schattiger Wald (Erstfassung: Atrium)
Szene 14. Melibeo stellt Celia vor die Wahl: Entweder sie heiratet Lindoro oder sie wird zusammen mit Fileno dem Ungeheuer geopfert.
Szene 15. Celia bittet Nerina um Hilfe. Sie soll Fileno dazu bringen, aus der Gegend zu fliehen (Arie Celia: „Deh soccorri un infelice e di più“).
Szene 16. Die mitleidige Nerina will Fileno retten, wird aber von Perrucchetto aufgehalten, der ihr seine Liebe gesteht (Arie Perrucchetto: „Coll’ amoroso foco“).
Szene 17. Amaranta zürnt noch immer (Finale I: „Questi torti, questi affronti“). Um endlich die wahren Absichten Celias herausfinden, bittet sie Lindoro, mit dieser zu sprechen, während sie in einem Versteck lauscht. Als Celia erscheint, bittet Lindoro sie um ihre Hand. Sie beschimpft ihn, gibt ihm eine Ohrfeige und geht ab. Amaranta und Lindoro erzählen Melibeo von Celias Verhalten. Perrucchetto wirbt vergeblich um Nerina, die fortläuft. Amaranta bringt die widerstrebende Celia herbei und muss sogleich den zudringlichen Perrucchetto abwehren. Melibeo lässt Fileno von den Schäfern festnehmen, um Celia zum Nachgeben zu zwingen. Während des folgenden Durcheinanders kehrt Nerina zurück, die von einer Gruppe Satyrn verfolgt wird. Es kommt zum Kampf zwischen Hirten und Satyrn. Einer der Angreifer entführt Celia, bevor es den Schäfern gelingt, die anderen zu vertreiben.
Zweiter Akt
Wäldchen
Szene 1. Celia gelingt die Flucht vor den Satyrn. Fileno sucht sie vergeblich, bis Nerina ihm mitteilt, dass sie sie bei Melibeo und Lindoro gesehen habe. Nerina, die inzwischen Gefühle für Fileno entwickelt hat, leidet unter Eifersucht.
Szene 2. Nerina gibt Lindoro eine weitere Abfuhr, die er gelassen aufnimmt (Arie Lindoro: „Non vi sdegnate mia signorina“). Melibeo versteckt sich, um Amaranta und Perrucchetto zu belauschen.
Szene 3. Amaranta erklärt Perrucchetto, dass sie ihn verachte und entschlossen sei, Melibeo zu heiraten. Als er aber vorgibt, sich vor ihren Augen erdolchen zu wollen, zeigt sie sich versöhnlich.
Szene 4. Melibeo beschließt, Perrucchetto aus dem Weg zu räumen. Er hofft, dass Nerina sich in Fileno verliebt, damit Celia aus Trotz Lindoro heiratet. Dann habe Amaranta keine andere Wahl mehr, als ihn selbst zu wählen (Arie Melibeo: „Sappi che la bellezza“).
Szene 5. Fileno weist Nerina weiterhin zurück, erklärt er aber seine Liebe, als er aber Celia erblickt. Er will so die vermeintlich Treulose strafen (Arie Fileno: „Se da’ begli occhi tuoi“).
Szene 6. Celia versteht nicht, warum Nerina sie hintergeht. Nerina rät ihr, sich einen anderen Liebhaber zu suchen (Arie Nerina: „Volgi pure ad altr’oggetto“).
Szene 7. Lindoro versucht vergeblich, Nerinas Zuneigung zu gewinnen.
Gebirgige Gegend
Szene 8. Die Jagd zu Ehren Dianas ist in vollem Gange. Jagdhörner erschallen, und überall kämpfen Jäger mit wilden Tieren. Perrucchetto flieht vor einem Bären, der dann von den Jägern erlegt wird. Als er Amaranta bemerkt, die von einem Wildschwein verfolgt wird, klettert er auf einen Baum. Amaranta fällt in Ohnmacht. Fileno tötet das Schwein und zieht sich zurück. Nach Amarantas Erwachen gibt sich Perrucchetto als ihr Retter aus. Schließlich ist die Jagd beendet, und die Beute wird zum Altar gebracht (Chor der Jäger: „Più la belva nel bosco non freme“). Lindoro entlarvt den Aufschneider Perrucchetto, der die Natur zum Zeugen seiner angeblichen Tapferkeit anruft (Arie Perrucchetto: „Di questo audace ferro“), aber sofort um Hilfe fleht, als das Wildschwein noch einmal zuckt.
Furchterregende Höhle