Gisela Zifonun (* 29. März 1946 in Heidelberg) ist eine ehemalige Professorin für Germanistische Linguistik sowohl an der Universität Mannheim als auch an der FU Berlin. Zudem war sie zweimal – zuletzt bis zu ihrem Ruhestand – Leiterin der Abteilung Grammatik am Institut für deutsche Sprache.

Leben und Wirken Zwischen 1965 und 1969 studierte sie die Fächer Germanistik und Latein an der Universität Heidelberg, schloss dieses Studium mit einem Staatsexamen ab und promovierte im Jahr 1971. Von 1973 bis 1995 war sie wissenschaftliche Angestellte am Institut für deutsche Sprache (IDS) in Mannheim und leitete in dieser Zeit ab 1986 die Abteilung Grammatik. 1994 folgte die Habilitation im Fach Germanistik an der Universität Mannheim, wonach sie für fast vier Jahre eine Stelle als Universitätsprofessorin an der FU Berlin innehatte. Danach ging sie wieder zurück nach Mannheim und arbeitete bis 2011 sowohl an der dortigen Universität als Professorin als auch gleichzeitig am IDS erneut als Leiterin der Abteilung Grammatik. Am 31. Juli 2011 ging sie in den Ruhestand.

Die fachlichen Schwerpunkte ihrer Arbeit als Philologin und Sprachwissenschaftlerin lagen hauptsächlich auf dem Gebiet der Grammatik des Deutschen (d. h. Syntax, Semantik, Morphologie) sowie der Grammatiktheorie, der Sprachtypologie und des Sprachvergleichs. In ihrer Funktion als Leiterin der Abteilung Grammatik verantwortete sie zudem mehrere sprachwissenschaftliche Projekte, wie beispielsweise das „Projekt zur Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich“ oder zu „syntaktischen und semantischen Parametern bei der Distribution eingebetteter komplexer Prädikation“; letzteres war ein Kooperationsprojekt des IDS mit der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Bukarest. Sie veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Rezensionen und mehrere Monographien. Zusammen mit Ludger Hoffmann und Bruno Strecker als Hauptautoren sowie weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des IDS erarbeitete sie in den 1990er Jahren die 1997 erschienene dreibändige Grammatik der deutschen Sprache,Cathrine Fabricius-Hansen: Rezension, in: Deutsch als Fremdsprache 4/1999, 1. September 1999. ein Standardwerk der empirisch-funktionalen Richtung der deutschsprachigen Linguistik.Sebastian Stark: Die Architektur des Kodex. Flexionsmorphologische Varianten in DaF-/DaM-Grammatiken und ihr Verhältnis zum grammatikographischen Textnetz. Wurzburg University Press, Würzburg 2022, ISBN 978-3-95826-188-4, S. 79. Ihre Hobbys sind Bergsteigen und Tennis. Heute wird sie zu den Kritikern der „Gender-Sprache“ gerechnet, weil sie seit 2018 vor einer kompletten Abschaffung des sogenannten generischen Maskulinums warnt. Sprachsystematisch führe „ein Total-Verzicht auf maskuline Personenbezeichnungen in geschlechtsneutraler Deutung zu empfindlichen Lücken“. Auch zum Genderstern äußerte sie sich 2021 in einem Fachartikel.Eine Linguistin denkt nach über den Genderstern. In: Sprachreport, Jg. 37 (2021), Nr. 2, S. 46–51.

Werke

Zur Theorie der Wortbildung am Beispiel deutscher Präfixverben (= Linguistische Reihe 13). Hueber, München 1973. mit Hans-Dieter Lutz und Monika Kolvenbach: PLIDIS-Dokumentation. Institut für deutsche Sprache (IDS), Mannheim 1980. mit Gerhard Strauß: Die Semantik schwerer Wörter im Deutschen (= Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache 58). Narr, Tübingen 1985. Vor-Sätze zu einer neuen deutschen Grammatik (= Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache 63). Narr, Tübingen 1986. Kommunikative Einheiten in der Grammatik (= Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache 65). Narr, Tübingen 1987. mit Ludger Hoffmann und Bruno Strecker: Grammatik der deutschen Sprache (= Schriften des Instituts für deutsche Sprache 7). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1997. Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich. Der Relativsatz (= amades – Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache 4/06). IDS, Mannheim 2001. Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich. Das Pronomen. Teil I: Überblick und Personalpronomen (= amades – Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache 4/06). IDS, Mannheim 2001. Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich. Das Pronomen. Teil II: Reflexiv- und Reziprokpronomen (= amades – Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache 4/06). IDS, Mannheim 2003. Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich. Das Pronomen. Teil III: Possessivpronomen (= amades – Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache 3/05). IDS, Mannheim 2005. Zur Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich. Das Pronomen. Teil IV: Indefinita im weiteren Sinne (= amades – Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache 4/06). IDS, Mannheim 2007. mit Lutz Gunkel, Adriano Murelli, Susan Schlotthauer und Bernd Wiese: Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich. Das Nominal. Unter Mitarbeit von Christine Günther und Ursula Hoberg (= Schriften des Instituts für deutsche Sprache 14). Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2017. Das Deutsche als europäische Sprache. Ein Porträt. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2021.

Weblinks

https://pub.ids-mannheim.de/autoren/ehemalige/zifonun_gisela.html https://perso.ids-mannheim.de/seiten/zifonun_gisela.html https://www.deutsche-biographie.de/pnd108106055.html?language=en https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/wlbblb_personen/108106055/person https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/108106055

Einzelnachweise

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