Das Weltcupfinale der Biathlonsaison 2022/23 fand traditionell auf dem Holmenkollen nordwestlich der norwegischen Hauptstadt Oslo statt. Die Wettkämpfe in der Holmenkollen nasjonalanlegg, dem Veranstaltungsort der Weltmeisterschaften 2016, wurden vom 13. bis 19. März 2023 ausgetragen.

Aufgrund starkem Nebels und den dementsprechenden Sichtproblemen wurde der Sprint der Damen nicht am Freitagnachmittag, sondern am Samstag nach dem Verfolgungsrennen der Männer ausgetragen. Dies hatte zur Folge, dass der Verfolger der Damen abgesagt wurde und der Sieger der kleinen Kristallkugel schon vor dem Wettkampf feststand.

Im Verlauf der Wettkämpfe gaben einige Athleten ihr Karriereende bekannt, die erfolgreichsten davon waren Tiril Eckhoff, Marte Olsbu Røiseland, Denise Herrmann-Wick und Anaïs Chevalier-Bouchet, die in der Vergangenheit allesamt Weltmeisterschafts- und Olympiamedaillen gewannen.

Wettkampfprogramm +9. Weltcup in OsloDatumMännerFrauenDo, 16.03.2315:15 UhrSprint (10 km)Fr, 17.03.2315:20 Uhr(Sprint (7,5 km) abgesagt)Sa, 18.03.2312:45 UhrVerfolgung (12,5 km)15:00 UhrSprint (7,5 km)So, 19.03.2312:50 UhrMassenstart (15 km)15:10 UhrMassenstart (12,5 km)

Teilnehmende Nationen und Athleten Nation Anzahl Athlet Athletin Europa (24 Nationen) 3+2 César Beauvais, Florent Claude, Thierry Langer Maya Cloetens, Lotte Lie 3+2 Wladimir Iliew, Anton Sinapow, Blagoj Todew Lora Christowa, Walentina Dimitrowa 8+8 Benedikt Doll, Lucas Fratzscher, Philipp Horn, Johannes Kühn, Philipp Nawrath, Roman Rees, Justus Strelow, David Zobel Selina Grotian, Denise Herrmann-Wick, Janina Hettich-Walz, Hanna Kebinger, Sophia Schneider, Lisa Spark, Vanessa Voigt, Anna Weidel 4+4 Robert Heldna, Tuudor Palm, Raido Ränkel, Kristo Siimer Susan Külm, Regina Ermits, Johanna Talihärm, Tuuli Tomingas 5+5 Tuomas Harjula, Olli Hiidensalo, Otto Invenius, Jaakko Ranta, Tero Seppälä Erika Jänkä, Noora Kaisa Keränen, Nastassja Kinnunen, Sonja Leinamo, Suvi Minkkinen 5+8 Fabien Claude, Quentin Fillon Maillet, Antonin Guigonnat, Oscar Lombardot, Éric Perrot Paula Botet, Sophie Chauveau, Chloé Chevalier, Anaïs Chevalier-Bouchet, Caroline Colombo, Gilonne Guigonnat, Lou Jeanmonnot, Julia Simon 1 Apostolos Angelis 1 Ukaleq Astri Slettemark 5+6 Didier Bionaz, Patrick Braunhofer, Daniele Cappellari, Tommaso Giacomel, Elia Zeni Hannah Auchentaller, Michela Carrara, Samuela Comola, Rebecca Passler, Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer 1+1 Krešimir Crnković Anika Kožica 3+2 Renārs Birkentāls, Edgars Mise, Andrejs Rastorgujevs Baiba Bendika, Annija Sabule 4+2 Karol Dombrovski, Maksim Fomin, Tomas Kaukėnas, Vytautas Strolia Gabrielė Leščinskaitė, Natalija Kočergina 2+2 Pawel Magasejew, Maxim Makarow Alla Ghilenko, Alina Stremous 9+8 Aleksander Fjeld Andersen, Johannes Thingnes Bø, Tarjei Bø, Vetle Sjåstad Christiansen, Johannes Dale, Einar Hedegart, Sturla Holm Lægreid, Endre Strømsheim, Vebjørn Sørum Juni Arnekleiv, Ragnhild Femsteinevik, Marthe Kråkstad Johansen, Maren Kirkeeide, Karoline Offigstad Knotten, Ida Lien, Marte Olsbu Røiseland, Ingrid Landmark Tandrevold 4+5 Simon Eder, David Komatz, Harald Lemmerer, Dominic Unterweger Anna Gandler, Lisa Hauser, Anna Juppe, Tamara Steiner, Dunja Zdouc 3+3 Tomasz Jakieła, Andrzej Nędza-Kubiniec, Woicjech Skorusa Joanna Jakieła, Anna Mąka, Natalia Sidorowicz 3+2 George Buta, George Colțea, Dmitri Schamajew Anastassija Tolmatschowa, Jelena Tschirkowa 6+7 Oskar Brandt, Peppe Femling, Jesper Nelin, Martin Ponsiluoma, Henning Sjökvist, Malte Stefansson Sara Andersson, Mona Brorsson, Ella Halvarsson, Anna Magnusson, Elvira Öberg, Hanna Öberg, Linn Persson 5+5 Joscha Burkhalter, Dajan Danuser, Niklas Hartweg, Sebastian Stalder, Serafin Wiestner Amy Baserga, Aita Gasparin, Elisa Gasparin, Lena Häcki-Groß, Lydia Hiernickel 1+3 Michal Šíma Paulína Bátovská Fialková, Ivona Fialková, Zuzana Remeňová 5+3 Miha Dovžan, Jakov Fak, Lovro Planko, Rok Tršan, Anton Vidmar Polona Klemenčič, Živa Klemenčič, Anamarija Lampič 1 Roberto Piqueras 5+5 Michal Krčmář, Jonáš Mareček, Tomáš Mikyska, Jakub Štvrtecký, Adam Václavík Lucie Charvátová, Markéta Davidová, Jessica Jislová, Tereza Vinklárková, Tereza Voborníková 5+5 Anton Dudtschenko, Denys Nassyko, Artem Pryma, Artem Tyschtschenko, Bohdan Zymbal Olena Bilossjuk, Darija Blaschko, Julija Dschyma, Ljubow Kypiatschenkowa, Anastassija Merkuschyna Amerika (2 Nationen) 2+2 Christian Gow, Adam Runnalls Emma Lunder, Nadia Moser 4+4 Vincent Bonacci, Jake Brown, Sean Doherty, Maxime Germain Kelsey Dickinson, Deedra Irwin, Chloe Levins, Joanne Reid Asien (4 Nationen) 4+3 Shohei Kodama, Keita Nagaoka, Kiyomasa Ojima, Mikito Tachizaki Hikaru Fukuda, Aoi Sato, Fuyuko Tachizaki 3+2 Ässet Düissenow, Wladislaw Kirejew, Alexander Muchin Ljudmila Achatowa, Anastassija Kondratjewa 2+2 Choi Du-jin, Timofei Lapschin Jekaterina Awwakumowa, Ko Eun-jung 2+2 Guoqiang Ma, Yan Xingyuan Chu Yuanmeng, Wen Ying Ozeanien (2 Nationen) 1 Darcie Morton 1 Campbell Wright

Ausgangslage Im letzten Weltcup einer Saison werden immer, von den regulären Startplätzen unabhängig, zusätzliche Quotenplätze vergeben. Diese gelten für die Top 10 der Gesamtwertung des IBU-Cups (wer startet, entscheidet der Verband) und für die beiden erfolgreichsten Teilnehmer pro Geschlecht bei den Juniorenweltmeisterschaften, hier also Einar Hedegart und Selina Grotian. Als Führende der Gesamtwertung gingen uneinholbar Johannes Thingnes Bø und Julia Simon an den Start. Bereits in der Vorwoche gab Sebastian Samuelsson an, auch in Oslo nicht an den Start zu gehen und hat damit seine Saison vorzeitig beendet. Die zusätzlichen Startplätze im deutschen Team gingen an Lisa Spark, Lucas Fratzscher und Philipp Horn, die für den letzten Startplatz in Frage gekommene Marion Wiesensarter musste aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. Ebenfalls ihren Start absagen musste kurz vor Wettkampfbeginn Sophia Schneider, sie war nach ihrer Erkrankung laut Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld noch nicht wieder wettkampfbereit. In der Schweizer Mannschaft war Joscha Burkhalter zurück im Team, Patrick Jakob wurde bei den Österreichern wieder aus dem Aufgebot gestrichen.

Ergebnisse 16. März 2023 (Do.) Sprint (10 km) 17. März 2023 (Fr.) Sprint (7,5 km) 18. März 2023 (Sa.) Verfolgung (12,5 km) 18. März 2023 (Sa.) Verfolgung (10 km) abgesagt 19. März 2023 (So.) Massenstart (15 km) 19. März 2023 (So.) Massenstart (12,5 km)

Verlauf Sprint Männer Start: Donnerstag, 16. März 2023, 15:15 Uhr Platz Sportler Zeit Schieß­fehler 125:13,0 min0+1 2+23,90+0 3+28,90+0 4+46,50+1 5+48,00+0 6+55,90+0 7+56,60+0 8+1:02,41+0 9+1:05,90+1 10+1:10,10+0 11+1:14,20+0 14+1:15,71+0 18+1:24,51+0 21+1:31,01+0 24+1:36,50+0 26+1:39,31+0 27+1:39,40+2 31+1:44,80+1 32+1:49,50+0 36+1:55,80+0 41+2:16,20+2 46+2:20,42+0 55+2:35,81+0 63+2:53,21+2 74+3:04,30+2 78+3:11,32+0 82+3:20,61+2 88+3:37,12+1 89+3:37,41+2 92+4:04,20+2 DNF0+2

Gemeldet: 109Nicht am Start: Nicht beendet:

Ungeschlagen beendete Johannes Thingnes Bø die Sprintsaison und gewann somit ohne Konkurrenz die Disziplinenwertung. In diesem Rennen setzte er sich vor den am Schießstand fehlerfreien Martin Ponsiluoma und Benedikt Doll durch, Andrejs Rastorgujevs verlor einen Podestplatz mit dem letzten Schuss. Für Johannes Kühn, Philipp Nawrath und Simon Eder gab es gute Ergebnisse, die Schweizer Athleten und Justus Strelow enttäuschten dagegen eher. Aleksander Fjeld Andersen und Florent Claude verpassten gar das Verfolgungsrennen. Persönliche Bestergebnisse erzielten Otto Invenius (12.), Toni Vidmar (15.), Vebjørn Sørum (23.) und George Colțea (30.), für den Debütanten und erfolgreichsten JWM-Athleten Einar Hedegart gab es nach zwei fehlerlosen Schießeinlagen mit dem 28. Rang ebenfalls Weltcuppunkte.

Frauen Start: Samstag, 18. März 2023, 15:00 Uhr Platz Sportler Zeit Schieß­fehler 121:06,5 min0+0 2+3,50+0 3+33,10+0 4+33,40+0 5+39,30+1 6+42,70+0 7+43,31+0 8+43,70+0 9+58,91+1 10+59,11+1 13+1:03,21+0 17+1:06,11+0 20+1:10,42+0 23+1:21,31+0 30+1:31,90+1 34+1:37,30+1 36+1:39,70+0 38+1:40,50+1 40+1:41,60+1 41+1:43,50+0 44+1:47,80+2 47+1:56,42+1 49+2:01,41+1 50+2:09,51+1 51+2:09,61+2 53+2:11,00+0 63+2:23,90+1 65+2:26,62+2 68+2:36,41+1 82+3:03,72+1 85+3:17,11+4 96+4:10,62+4

Gemeldet und am Start: 104Nicht beendet:

Im vorletzten Rennen ihrer Karriere triumphierte Denise Herrmann-Wick noch einmal, mit der schnellsten Laufzeit verwies sie Hanna Öberg und Anna Magnusson auf die Plätze zwei und drei und entschied durch das durchschnittliche Abschneiden Dorothea Wierers auch die kleine Kristallkugel für sich. Hervorragende Ergebnisse unter den besten Zehn gab es für Tereza Voborníková und Janina Hettich-Walz, auch Anna Gandler und Hanna Kebinger überzeugten mit Top-20-Resultaten trotz Schießfehlers. Enttäuschend verlief das Rennen für Athleten wie Vanessa Voigt, Linn Persson (43., gestürzt) oder Paulína Bátovská Fialková (52.); Ida Lien, Lisa Hauser und Elvira Öberg hätten den Verfolger gar komplett verpasst. Die schnellste Laufzeit lieferte einmal mehr Anamarija Lampič, sie tat es aber ihrer ehemaligen Skilanglaufkollegin Lydia Hiernickel gleich und musste ganze sechs Mal die Strafrunde laufen. Karrierebestleistungen im Weltcup gab es für Suvi Minkkinen (11.), Paula Botet (21.), Maren Kirkeeide (25.) und Maya Cloetens (36.), bei ihrem Debüt liefen Marthe Kråkstad Johansen (18.) und Sara Andersson (31.) sofort deutlich in die Punkteränge. Das letzte Rennen ihrer Karriere bestritten Nastassja Kinnunen und Fuyuko Tachizaki.

Verfolgung Männer Start: Samstag, 18. März 2023, 12:45 Uhr Platz Sportler Zeit Schieß­fehler 132:34,0 min0+0+1+0 2+32,70+0+0+0 3+49,10+0+0+1 4+55,30+1+1+0 5+1:00,41+0+0+0 6+1:08,10+0+0+0 7+1:19,53+0+1+0 8+1:25,11+0+0+0 9+1:27,50+0+1+0 10+1:27,80+1+0+1 11+1:27,90+0+1+1 14+2:06,30+0+1+1 16+2:07,52+0+0+0 20+2:25,51+0+1+0 21+2:36,40+1+1+1 27+3:03,10+1+1+1 36+3:43,90+1+2+0 42+4:31,82+1+1+0 44+4:40,00+0+1+0 49+5:04,81+0+0+4 50+5:08,31+2+3+3 52+5:14,62+2+1+1 DNS

Gemeldet: 60Nicht am Start: 3

Mit sechs von sieben gewonnenen Verfolgungsrennen stellte Johannes Thingnes Bø auch hier den Rekord Martin Fourcades ein, dahinter stellte Quentin Fillon Maillet sein bestes Saisonergebnis ein, Sturla Holm Lægreid komplettierte das Podest. Hinter dem besten Deutschen Benedikt Doll holten Fabien Claude und Niklas Hartweg eine jeweils immense Zahl an Positionen auf, für Hartweg bedeutete dies gleichzeitig den Chancenerhalt auf den U-25-Gesamtsieg. Simon Eder und Tero Seppälä überzeugten, eine Enttäuschung mussten hingegen Johannes Kühn und Philipp Horn hinnehmen. Die meisten Plätze holte Peppe Femling heraus, er lief von 45 auf 17 und traf dabei wie Fillon Maillet, Hartweg und Anton Dudtschenko (von 58 auf 39) alle zwanzig Scheiben. Sein Karrierebestergebnis unterbieten konnte erneut der Rumäne George Colțea als 28., Serafin Wiestner bestritt den letzten internationalen Wettkampf seiner Karriere.

Frauen Start: Samstag, 18. März 2023, 15:10 Uhr abgesagt

Massenstart Männer Start: Sonntag, 19. März 2023, 12:50 Uhr Platz Sportler Zeit Schieß­fehler 138:51,9 min1+0+0+1 2+26,20+0+0+0 3+35,20+0+0+0 4+36,80+1+0+0 5+40,00+1+0+0 6+43,01+2+1+0 7+51.20+0+1+1 8+1:03,70+1+1+0 9+1:06,10+0+1+0 10+1:15,10+0+0+0 13+1:34,40+0+0+0 14+1:42,00+0+1+0 17+2:04,60+1+0+0 20+2:08,30+0+1+2 21+2:16,51+1+2+1 24+2:35,20+2+2+1 28+3:49,80+0+0+0

Gemeldet und am Start: 30

Auch den finalen Wettkampf der Saison entschied Johannes Thingnes Bø für sich. Hinter dem Norweger lief Niklas Hartweg, wie beim saisoneröffnenden Einzel auf den zweiten Platz und überholte damit auf den letzten Metern noch Tommaso Giacomel in der U-25-Wertung. Mit seinem dritten Platz sicherte Vetle Sjåstad Christiansen den Sieg in der Massenstartwertung ab, Sebastian Stalder und Simon Eder klassierten sich zum wiederholten Male in den Top 10. Eine Enttäuschung mussten die deutschen Herren hinnehmen, wegen unterdurchschnittlicher Laufleistungen kam kein Top-10-Resultat zustande. Sein bestes Saisonergebnis erzielte Tero Seppälä als Achter.

Frauen