Johann Christian Andrée (auch: André) (* um 1784; † 31. Oktober 1847 in Berlin) war ein Klavierbauer und Hofinstrumentenmacher in Berlin.
Leben und Wirken Johann Christian Andrée stammte wahrscheinlich aus einer französischen Einwandererfamilie (Hugenotten). Um 1819 eröffnete er eine Instrumentenmacherwerkstatt in Berlin in der Alten Jacobstraße 32. Er erregte bald einiges Aufsehen mit seiner Neuerung, die Wirbel für die Saiten eines Klaviers nicht direkt auf dem Resonanzboden zu befestigen.
Seine Instrumente waren meist reich verziert. Um 1826/27 lernte der junge Danziger Orgelbauer Carl Friedrich Ferdinand Buckow bei ihm. Johann Christian Andrée wurde später zum Hof-Instrumentenmacher ernannt. 1836 hatte er Einnahmen von etwa 8500 Reichstalern.Monatsblatt der Armen-Direction zu Berlin, 1837, S. 106 1844 wurde ein Piano von ihm auf der Allgemeinen Deutschen Gewerbe-Ausstellung in Berlin gezeigt, mit einem Wert von 35 Friedrichsdor.Amtlicher Bericht über die Allgemeine Deutsche Gewerbe-Ausstellung, 1845, S. 209
In den 1820er Jahren hatte Andrée das Haus Alte Jacobstraße 77 im Berliner Stadtteil Luisenstadt erworben. Das Haus lag im damaligen Wahlbezirk Stallschreibergassen, für den er in den Jahren 1827, 1830 und 1833 erfolgreich zum Stadtverordneten kandidierte. In den 1840er Jahren war Andrée auch Kirchenvorsteher (in der französisch-reformierten Gemeinde?).
Andrée starb 1847 an Halsschwindsucht in seinem Wohnbezirk Luisenstadt. Danach lebte seine Witwe noch einige Jahre in dem Haus Alte Jacobstraße 92.
Instrumente von ihm befinden sich unter anderem im Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Lyraflügel)Lyraflügel J. C. Andrée Sammlung Ulrich Rück, I, C 0444e und im Stadtmuseum in Nysa (Neiße) in Polen (Nr. 575).
Weblinks Pianoforte-makers of Germany A Lieveverbeeck, mit ausführlichen historischen Zitaten
Einzelnachweise
Kategorie:Klavierbauer Kategorie:Unternehmer (Berlin) Kategorie:Geboren im 18. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1847 Kategorie:Mann