Die Bahnstrecke Niš–Dimitrovgrad ist eine eingleisige und nicht elektrifizierte Verbindung in Serbien und verbindet die im Süden des Landes gelegene Großstadt Niš mit dem an der bulgarischen Grenze liegenden Dimitrovgrad und weiter über die folgende Bahnstrecke Kalotina–Swilengrad mit dessen Hauptstadt Sofia. Sie gehört zum Hauptnetz der Serbischen Eisenbahnen.
Geografische Lage mini|links|Bahnhof Niš (2009) Die Strecke führt von Niš im Wesentlichen Richtung Südosten und dabei von 188 auf 450 Meter über dem Meer ansteigend bis nach Dimitrovgrad. Sie verläuft auf 97,8 Streckenkilometern in weiten Teilen parallel zur Nišava durch stark reliefiertes Gelände zwischen der Suva Planina (Сува планина) im Norden und den Svrljiške planine (Сврљишке планине) im Süden. Der Autoput A4 führt ebenfalls parallel zur Bahnstrecke.
Geschichte mini|links|Dieseltriebwagen der Baureihe Árpád von Ganz im Bahnhof Dimitrovgrad, 1937 Auf dem Berliner Kongress wurde das Fürstentum Serbien 1878 zum Bau einer Eisenbahnverbindung von Österreich-Ungarn durch sein Gebiet in das Fürstentum Bulgarien und weiter in das Osmanische Reich verpflichtet, um Wien und Istanbul miteinander zu verbinden. Nach der Fertigstellung der Bahnstrecke Belgrad–Niš im Jahr 1885 begannen die Arbeiten am Abschnitt nach Bulgarien. Die Strecke bis Pirot wurde am 1. November 1887 eröffnet. Nachdem Bulgarien am 1. August 1888 seinen Abschnitt bis zur Grenze fertiggestellt hatte, wurde über den gemeinsamen serbisch-bulgarischen Grenzbahnhof im heutigen Dimitrovgrad (bis 1951 Caribrod/Цариброд), das bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu Bulgarien gehörte, eine Verbindung zum bulgarischen Eisenbahnnetz hergestellt. In: phpBB. Abgerufen am 9. September 2026 (bosnisch). Sie ist Teil der Verbindung von Westeuropa an den Bosporus und wurde so auch vom Orient-Express befahren.
Der Zustand der Infrastruktur war 2022 desolat, die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug abschnittweise lediglich noch 30 km/h.bac: Folgenreiche Entgleisung in Serbien. In: Eisenbahn-Revue International 3/2023, S. 136.
Seit 2022 wird die Strecke renoviert, ausgebaut und mit 25 kV 50 Hz Wechselstrom elektrifiziert.
Verkehr Derzeit wird die Strecke im Personenverkehr mit einer Ausnahme nicht mehr bedient. Diese Ausnahme ist der Optima Express von Österreich in die Türkei, der die Strecke zwischen Mai und November befährt.
Zwischenfälle In den Jahren 2017 bis 2022 ereigneten sich aufgrund der maroden Infrastruktur auf der Strecke 14 Entgleisungen. Gleichzeitig befuhren im Monatsdurchschnitt 48 mit Gefahrgut beladene Güterzüge die Strecke.
mini|links|Die Bahnstrecke in der Sićevoschlucht (Sićevačka klisura) oberhalb der Nišava Der folgenreichste Unfall geschah am Abend des 25. Dezember 2022, als mindestens vier Wagen eines Güterzuges, der aus Bulgarien kommend nach Šabac unterwegs war, zwischen den Bahnhöfen Pirot und Staničenje entgleisten. Die Strecke verläuft hier in dem sehr engen Tal der Nišava, dass sie sich mit der Autobahn A4 und der Landstraße 259 teilt. Ein mit Ammoniak beladener Kesselwagen stürzte in die Nišava, schlug leck und große Mengen Ammoniak traten aus. Die Ammoniakschwaden behinderten die Sicht so stark, dass es auf der Autobahn zu einer Massenkarambolage kam. Ein Mensch starb und 51 Personen wurden verletzt. Das austretende Ammoniak verursachte eine massive Umweltverschmutzung. Als es den Rettungskräften erst am Folgetag gelang, zur Unfallstelle vorzustoßen, fanden sie auf der Straße einen Toten, einen Lkw-Fahrer, der versucht hatte, zu Fuß aus der Gefahrenzone zu flüchten. Die Autobahn konnte am 28. Dezember 2022 wieder freigegeben werden, die Bahnstrecke erst am 16. Januar 2023.
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Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Serbien