mini|Stendenitzer Brücke Stendenitz ist ein bewohnter Gemeindeteil der Stadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg) und liegt in der Ruppiner Schweiz am Zermützelsee.
Geografie
Das Dorf Stendenitz liegt am unteren Westufer des Zermützelsees gegenüber von Zermützel und grenzt südlich an den Teetzsee. Die letzte Eiszeit hinterließ eine Glaziale Rinne, in der beide Seen liegen und die vom Rhin durchflossen werden. Der Ort befindet sich ca. sechs Kilometer nördlich von der Kernstadt Neuruppin in einem Waldrevier. Stendenitz ist über eine Brücke mit Zermützel verbunden und liegt auf einer Höhe von .
Geschichte Name und Besitzverhältnisse mini|Die Stendenitzer Brücke von oben Das wohl im 13. Jahrhundert begründete mittelalterliche Dorf Stendenitz aus dem Hausbesitz der Grafen von Lindow-Ruppin war im 14./15. Jahrhundert vermutlich wegen des schlechten Bodens wüst gefallen. Im Jahre 1525 wird Stendenitz im Landbuch als Stengenitz (eine Namensdeutung aus dem slawischen besagt, von Stąganica (staga = Band)) oder Stengnitz benannt, 1526 als Stendenitz und 1536 wird der Ort auch mit dem Namen Stendelitz verzeichnet. Vom Übergang des Ruppiner Landes an das Kurfürstentum Brandenburg 1525 bis 1872 gehört die Gemarkung zum Amt Alt Ruppin.
Wirtschaftliche Verhältnisse und Ortsentwicklung Auf dem Lehnschulzengut zu Stendenitz hatte 1525 der Schulze von Krangen Achim Degenbrot gemeinsam mit seinem Bruder Thomas einen Hof, 4 freie Hufen, einen freien Kahn auf dem Teich in der Nähe der Neumühle und freien Rohrschnitt am Rottstielteich. 2 Bauern aus Zermützel und 3 Bauern aus Molchow besaßen hier Wiesen.
Die wüste Feldmark Stendenitz, gelegen zwischen den Rottstieler Feldern und dem Zermützelsee, einem Gehölz des Rates der Stadt Neuruppin, und den Waldgebieten der wüsten Feldmarken Storbeck, Eggersdorf und Nabelsdorf, war 1590 vor allem mit Kiefernwald bedeckt. Auch zu dieser Zeit besaß der Lehnschulze 4 freie Hufe Ackerland zu seinem Hof. Fünf Bauern aus Molchow und zwei aus Zermützel hatten hier Wiesen. Ansonsten wurde die Feldmark von den Schäfereien von Storbeck und Alt Ruppin bewirtschaftet.
In den Jahren 1619 bis 1640 nutzte der Kurfürsten George Wilhelm von Brandenburg die Feldmark zu ausgedehnte Wildschweinjagden. 1712 wurde das Lehnschulzengut, bestehend aus der Hofstätte, vier Hufen 19 Morgen 77 Quadratruten geringgwertigem Acker, mittelmäßiger Wiese und „schlechtem Holz“, von König Friedrich I. angekauft. 1755 wurden im Zuge der Kolonisationspolitik seines Nachfolgers Friedrich II. (Preußen) vier Tagelöhnerfamilien, eine aus Baruth in Sachsen und drei Familien aus Mecklenburg, insgesamt bestehend aus 22 Personen angesiedelt. Bis dahin nutzten die Amtsbauern zu Molchow die wüste Feldmark. 1786 erhielten die hier ansässig gewordenen vier Büdner ihre Erbverschreibung auf ihren Besitz (siehe auch Historische Landwirtschaft).
1826 wird die neue Unterförsterwohnung im Ruppiner Forst erbaut und ab jetzt als eigenständiger Bereich Försterei Stendenitz genannt. Im Jahre 1840 hatte die Kolonie sechs Wohnhäuser und das abgesetzte Forsthaus, so hatten der Schutzbezirk Stendenitz und das Forsthaus eine Wohnung und zwei Wirtschaftsgebäude. Für die Kolonie Stendenitz waren es zwei Wirtschaftsgebäude und 5 Wohnhäuser.
Die Kolonie und die Försterei Stendenitz gehörten ursprünglich zum Gutsbezirk Forst Alt Ruppin im Kreis Ruppin. Bei der Auflösung des Gutsbezirks am 30. September 1929 wurde Stendenitz der Gemeinde Molchow zugeschlagen.Amtsblatt der Regierung Potsdam 1929, S. 249 Am 6. Dezember 1993 wurde Molchow mit Stendenitz nach Neuruppin eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Einwohnerentwicklung in Stendenitz. Jahr 1722 1766 1785 1800 1817 1840 1858 1925 Einwohner 22 17 23 26 28 32 36 72 Im Forsthaus 4
Historische Landwirtschaft Aussaat und Tierbestand der Büdner in Stendenitz im Jahre 1786 Aussaat Kartoffeln Menge 7 Scheffel Tierbestand Rinder Schweine Stück 7 11
Sehenswürdigkeiten mini|Waldmuseum Stendenitz 2013 Waldmuseum Stendenitz
Literatur Lieselott Enders: Stendenitz. In: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil II Ruppin, Hermann Böhlhaus Nachf., Weimar 1970, S. 257–258.
- Ruppiner Land, Werte unserer Heimat Band 37, Akademie-Verlag Berlin (Ost) 1981
Weblinks
Stendenitz, Waldmuseum und Campingplatz (Großer Rehwinkel) Stendenitz, Zermützel mit Zermützelsee (Panorama Überflug) -
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Geographie (Neuruppin) Kategorie:Ersterwähnung 1525 Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video