Das Zertifikate Forum Austria (ZFA) ist die Branchenvertretung der führenden Emittenten strukturierter Wertpapiere in Österreich. Der 2006 gegründete Verein mit Sitz in Wien ist Gründer und Mitglied des europäischen Dachverbandes EUSIPA, der die Interessen der Branche auf europäischer Ebene vertritt.
Mitglieder Der Verein hat aktuell vier ordentliche Mitglieder: Raiffeisen Bank International AG, Erste Group Bank AG, UniCredit Bank Austria AG und Vontobel. Laut eigener Schätzung beläuft sich der Marktanteil dieser Emittenten am ausstehenden Zertifikatevolumen in Österreich auf rund 65 Prozent.
Neben diesen Mitgliedern unterstützen Fördermitglieder die Arbeit des ZFA. Dazu zählen die Börse Frankfurt Zertifikate AG, die Börse Stuttgart und die Wiener Börse AG, das Finanzportal Finanzen.net GmbH, das elektronische Handelssystem Gettex, die Online-Broker Dadat und flatexDEGIRO sowie der Anbieter von Finanzsoftware Lucht Probst Associates. Außerdem wird das ZFA bei seinen Aktivitäten von einem Beirat aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunikation begleitet.
Aufgaben Ziel des ZFA ist die Förderung und Entwicklung des Zertifikatemarkts in Österreich. Der Verein versteht sich als Vertreter der regulatorischen Interessen der Zertifikatebranche und somit als Ansprechpartner für Behörden und Institutionen.
Der Verein veröffentlicht Informationen über Funktionsweise und Produktklassen sowie Chancen und Risiken strukturierter Wertpapiere. Er bringt regelmäßig Statistiken zum Volumen des Zertifikatemarktes heraus.
Seit Jahresbeginn 2026 ergänzt das ZFA seine Marktstatistik um Risikoindikatoren nach Summary Risk Indicator (SRI), die gemeinsam mit dem Marktvolumen quartalsweise veröffentlicht werden. Damit weist der Verein aus, welchen Risikoklassen die in Österreich ausstehenden Zertifikate und Zinsprodukte zugeordnet sind, und zwar sowohl für einzelne Produktgruppen als auch für den Gesamtmarkt.Zertifikate auch 2026 im Portfolio unverzichtbar. In: Börsen-Kurier, Nr. 1–2 vom 9. Jänner 2026, Seite 16.
Der SRI ist ein in der EU-Regulierung standardisierter, gesetzlich definierter Risikoindikator für PRIIPs-Produkte (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products), zu denen auch Zertifikate zählen. Seit 2018 ist der SRI Bestandteil des Basisinformationsblatts (BIB bzw. KIID) und muss von Emittenten unter anderem für strukturierte Wertpapiere ausgewiesen werden. Der SRI fasst das Gesamtrisiko eines Produkts in einer Zahl von 1 (niedrig) bis 7 (hoch) zusammen. In die Einstufung fließen zwei Komponenten ein: erstens das Marktrisiko des Auszahlungsprofils und zweitens das Kredit- bzw. Emittentenrisiko, also die Bonität des emittierenden Finanzinstituts. Das volumensgewichtete Risiko für den österreichischen Zertifikatemarkt betrug per Jahresende 2025 SRI 2,68.
Des Weiteren organisiert das ZFA Veranstaltungen wie den alljährlichen Zertifikate Kongress. Ebenfalls jährlich zeichnet das ZFA gemeinsam mit dem Zertifikatejournal im Rahmen des Zertifikate Awards Austria die besten Emittenten Österreichs aus.
Das ZFA unterstützt in Zusammenarbeit mit der Wiener Börse Akademie den Ausbau qualifizierter Kundenberatung.
Koordiniert vom ZFA haben die vier Mitglieder im Oktober 2021 einheitliche Produkt- und Transparenz-Standards für ESG-konforme Zertifikate vereinbart und in einem Nachhaltigkeits-Kodex festgehalten. Dieser wurde 2025 neuerlich aktualisiert und beinhaltet nun die aktuellen Anforderungen im Rahmen einer Beratung zu nachhaltigem Investieren.
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Einzelnachweise
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