Hans-Jörg Georgi (* 1949 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Objektkünstler und seit 2001 Mitglied des Ateliers Goldstein in Frankfurt-Sachsenhausen. Seine Objekte zählen zur Kunstrichtung der Art Brut beziehungsweise der Outsider-Art. Beide Kunstbegriffe sind jedoch teilweise umstritten.

Leben und Werk Georgi erkrankte als Jugendlicher an Kinderlähmung und musste mehrere Jahre in Krankenhäusern verbringen. Da seine Krankheit falsch behandelt wurde, ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Sein Arbeitsleben verbrachte Georgi in mehreren Behindertenwohnheimen, wo er aus Kartons Schober für Kataloge herstellte und Etiketten klebte. Aus den in den Werkstätten übrig gebliebenen Kartonresten erstellte er dreidimensionale Flugzeugobjekte mit organischen Formen. Da die Wohnheime die Bedeutung seiner Kunstwerke nicht erkannten, wurden diese vom Personal meist weggeräumt oder entsorgt.

Die Gründerin des Ateliers Goldstein, Christiane Cuticchio, erkannte 1999 sein künstlerisches Potenzial und bot ihm eine Mitarbeit an. Seit 2001 ist Georgi Mitglied des Ateliers. Dort bildet er aus Pappestücken und einer Heißklebepistole eine Flotte aus inzwischen hunderten metergroßen futuristischen Flugzeugobjekten mit organischen, oft anthropomorphen Formen, die aus mehreren hundert Teilen bestehen können und oft gigantischen Städten oder Kreuzfahrtschiffen ähneln. Die endgültige Form der utopischen Flugmaschinen, die er aus seiner Fantasie ohne Bauanleitung fertigt, entsteht oftmals erst im Verlauf des künstlerischen Entstehungsprozesses. Diese sollen nach seiner Vorstellung umweltfreundlich mit Solarenergie oder Wasserstoff betrieben werden, haben Platz für bis zu 100.00 Passagiere und stellen für Georgi eine Vermischung von Mensch und Technik dar; als eine Art Arche Noah sollen seine Flugobjekte das Überleben der Menschheit sichern. Georgi erstellt auch Zeichnungen von Flugzeugen und anderen Objekte, die aber nicht veröffentlicht werden.

Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl) 2003: Atelier Goldstein, Altes Hauptzollamt, Altes Hauptzollamt, Frankfurt am Main 2004: WENN FEUER DANN RAUCH, Kunstverein Nürnberg 2004: Hans-Jörg Georgi, Galluszentrum, Frankfurt am Main 2004 Ich will dass du mir glaubst!, 9. Triennale für Kleinplastik, Alte Kelter, Fellbach 2006: Fundort im Skulpturengarten, Alte Fabrik Sachsenhausen, Frankfurt am Main 2006; badegäste, Stadtbad Oderberger Straße, Berlin 2006: INTERCHANGE, Römerhalle, Frankfurt am Main 2006: ArtSpace Frankfurt in der Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden 2007: Künstler aus dem Atelier Goldstein, Museum Schloss Burgk, Burgk an der Saale 2007: Hans-Jörg Georgi, Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden 2007: Schets of Schim. Over architectuur en intuitie, Museum Dr. Guislain, Gent (Belgien) 2008: Atelier Goldstein im Kleisthaus, Kleisthaus, Berlin 2008: Heterotopia, Arbeiten von Willem van Genk und Anderen, Deutsches Architekturmuseum DAM, Frankfurt am Main 2008: Nasen Riechen Tulpen, Museum Würth, Künzelsau 2008: Musik!, Mad Musée, Liège (Belgien) 2008: Illusion und Konsequenz, Trabant, Heike&Toni. Das mobile Museumsshop-Projekt, Kunsthalle Mainz 2009: Modellstück, Arp Museum, Bahnhof Rolandseck 2009: WAHNSINN!, -take off und Sammlung Prinzhorn, Marburger Kunstverein, Marburg 2011: Museum of Everything, Exhibition #4, Selfridges, London 2014: Institut für Bienenzucht #1, Ackerstraße, Düsseldorf 2014: Collection ABCD – Bruno Decharme, La Maison Rouge, Paris 2015: Art Brut Live, Dox, Prag 2015: Elevations, Chateau de Hauterives, Hauterives 2015: Flugzeuge, Luftmuseum Amberg 2016: Sauver le monde ?, Musée art & marges, Brüssel 2016: NO22 Das Blöde Böse, Goldstein Galerie, Frankfurt am Main 2017: Schweben Fliegen Fallen, Der Menschheitstraum in Visionen der Kunst, Kloster Bad Schussenried 2017: The Museum of Everything, MONA, Hobart 2018: Summer Exhibition, Royal Academy of Arts, London 2018: L´envol, La Maison Rouge, Paris 2018: Königsklasse IV, Pinakothek der Moderne / Schloss Herrenchiemsee 2019: Königsklasse IV, Pinakothek der Moderne / Schloss Herrenchiemsee 2020: NO20–39 SummaSummarum, Goldstein Galerie, Frankfurt am Main 2022: Traverser la nuit, Works From the Antoine de Galbert Collection, Museu de Arte, Arquitetura e Tecnologia (MAAT), Lissabon 2022: documenta fifteen, In Kooperation mit Project Art Works, documenta fifteen, Kassel 2022: Städtische Galerie im Lenbachhaus München 2022: Noah’s Planes, Galerie Christian Berst in Paris 2025: Art Brut. In der Intimität einer Sammlung. Schenkung Decharme für das Centre Pompidou, Grand Palais, Paris

Siehe auch

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler (Art brut) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1949 Kategorie:Mann