Cheng Shifa (; * 10. April 1921 nahe Shanghai; † 17. Juni 2007 in Shanghai) war ein chinesischer Maler, Zeichner und Kalligraf der Shanghaier Schule, der besonders für seine Darstellungen ethnischer Minderheiten in China bekannt ist.
Leben Cheng Shifa wurde 1921 in einem Dorf nahe Shanghai, das heute innerhalb der Stadtgrenzen im Viertel Songjiang liegt, geboren. Wie es in seiner Familie Tradition hatte, studierte er zuerst Medizin, bevor er zur Malerei wechselte. Von 1938 bis 1941 studierte er am Shanghai Art College klassische Malerei. Seine erste Einzelausstellung fand 1942 statt. Schnell wurden Chengs Zeichnungen und Gemälde bekannt und populär mit ihrem überschwänglichenAndrews, S. 132 Stil, der zudem Farbverläufe und Tuschestriche der Malerei der Qing-Dynastie mit westlicher Perspektive und Gestendarstellung verband.Andrews, S. 130
Ab 1950 begann Cheng eine lange Zusammenarbeit mit dem „Volksverlag für bildende Kunst“ zur Produktion von illustrierten Serienbänden (lianhuanhua). Eine illustrierte Ausgabe des Rulin waishi erschien auch auf Englisch und erhielt 1959 eine Silbermedaille auf der Leipziger Buchmesse. In den 1960er-Jahren lehrte Cheng neben seiner künstlerischen Tätigkeit am Shanghaier Institut für Chinesische Malerei.Andrews, p. 224
Wie viele Künstler geriet Cheng während der Kulturrevolution ins Fadenkreuz des Parteiapparates. Cheng und andere Künstler der Shanghaier Kunstakademie wurden 1974 von einem Parteikomitee angegriffen, da ihre Werke unpolitisch oder gar regierungskritisch seienAndrews, S. 373. Cheng wurde auch deshalb angegriffen, weil sich seine Werke im Ausland gut verkauften. Ihre Werke wurden daraufhin in sogenannten „schwarzen Ausstellungen“ verbreitet, in denen sie explizit verunglimpft wurden. Dennoch gelang es Cheng, seine Arbeit während der Kulturrevolution fortzusetzen. In den 1980er-Jahren wurden die in der Kulturrevolution verfolgten Künstler größtenteils rehabilitiert.Andrews, S. 389 In dieser Zeit stieg Cheng langsam auf und wurde schließlich sogar Mitglied der Nationalen Akademie für Malerei und Direktor des Shanghaier Instituts für Chinesische Malerei.Andrews, S. 404
Cheng starb 2007 in einem Krankenhaus in Shanghai. Zu dieser Zeit wurden seine Gemälde bereits im Millionen-Dollar-Bereich gehandelt. Er vermachte seiner Heimatstadt und der Stadt Shanghai eine große Anzahl von Gemälden. Eine Verzeichnis seiner Werke erschien 2021. Im Jahr 2019 wurde in Shanghai das Cheng-Shifa-Museum eröffnet, das seine Werke in einem Neubau auf 11.000 m² präsentiert.
Ausstellungen
Cheng Shifa Art Exhibition, China Cultural Center, Brüssel Play Ink & Ink Play, Ausstellung des Liu Haisu Art Museum (Shanghai), Theatermuseum Düsseldorf, 2009.
Quellen
Weblinks
Einzelbelege
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