Philipp Friedrich Freiherr von La Roche-Starkenfels (* 16. Juli 1770 in Monsheim; † 13. Januar 1842 in Karlsruhe) war ein badischer Generalmajor.

Leben Herkunft und Familie Philipp Friedrich Freiherr von La Roche-Starkenfels entstammte dem Adelsgeschlecht der französischen Grafen de La Roche sur l'Oignon und de La Roche en Montagne, das im 15. Jahrhundert ausgestorben ist und sich als jüngerer Zweig nach Deutschland ausbreitete. Sein Urgroßvater Samuel de la Roche (* 1629) kam 1645 als Hugenotte nach Deutschland und gilt als der Stammvater. Er stand als Soldat in Diensten der Armeen von Schweden, Lothringen und Braunschweig. 1701 starb er als kurfürstlich-brandenburgischer Oberst. Sein gleichnamiger Sohn Samuel war hessischer General und zeichnete sich im Kampf gegen die Türken in der Schlacht bei Belgrad aus. 1713 wurde er von Kaiser Karl VI. in den Reichsfreiherrnstand mit dem Prädikat „Edler Herr von Starkenfels“ erhoben.Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. 1855. S. 290. (Digitalisat) Sein Sohn Friedrich (1700–1780) war ebenfalls Offizier und mit Henriette Margarethe Theodora von Schierstedt (1715–1754) verheiratet. Deren Sohn Friedrich Georg (1729–1802) war sein Vater. Seine Mutter war die Freiin Caroline Elisabeth Sophie von Spiegel zum Desenberg (1731–1803), Tochter des Georg Wilhelm Freiherr von Spiegel zum Desenberg und der Elisabeth Philippine von Urff. mini|Schloss Monsheim: Sitz der Familien von La Roche-Starkenfels

Philipp Friedrich heiratete am 17. März 1806 Caroline Henriette Freiin von Geusau (1783–1823), mit der er den Sohn Maximilian (1809–1849, badischer Rittmeister) hatte. Nach ihrem Tod heiratete er Freiin Eleonore von Degenfeld (1781–1862), Tochter des Christoph Eberhard Friedrich von Degenfeld.

Wirken Philip schlug wie sein Bruder Friedrich (1769–1838, preußischer Generalleutnant) eine militärische Laufbahn ein. 1786 ging er als Kavallerie in pfalz-zweibrückensche Dienste. 1787 wurde er vom Reisemarschall an den Hof des Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken adoptiert. 1792 trat er als Kämmerer und Reisemarschall in die Dienste des Herzogs Karl August von Pfalz-Zweibrücken (1746–1795). Als die Pfalz an Bayern kam, wechselte er in die Bayerische Armee. Am 3. Dezember 1800, als die österreichisch-bayerischen Truppen während der Koalitionskriege eine schwere Niederlage erlitten, war er als Rittmeister im Regiment Kurfürst an der Schlacht bei Hohenlinden beteiligt. La Roche eroberte in der Schlacht mehrere feindliche Geschütze und wurde dafür mit dem Militär-Ehrenzeichen ausgezeichnet. Die bisherigen Inhaber wurden 1806 in den Militär-Max-Joseph-Orden aufgenommen.

1803 trat er in die Badische Armee ein und wurde Hauptmann im Leib-Dragoner-Regiment. 1806/07 nahm er während der Koalitionskriege auf französischer Seite an den Belagerungen von Danzig und Stralsund teil. 1809 kämpfte das Regiment im Feldzug gegen Österreich und war in Vorarlberg und Wagram eingesetzt.

Im Russlandfeldzug 1812 war das Regiment Teil des badischen Kontingents in Napoleons Grande Armée. La Roche kommandierte eine Kavalleriebrigade und konnte sich bei Czasniki, Czereia, TruchanowitzTruchanowicz, 12. November Vgl.:Die Feldzüge in den Jahren 1812, 1813, 1814 und 1815 unter Napoleons persönlicher Anführung, S. 86, Dobnitza und an der Berezina auszeichnen. So war er vom 26. bis 28. November 1812 an der Schlacht an der Beresina beteiligt. Die Reste der badischen Kavallerie ritten einen großen Angriff, um den Brückenkopf zu schützen, damit die Reste der Grande Armee den Fluss überqueren konnten. Die Kavallerie wurde dabei vernichtet, La Roche selber wurde schwer verwundet und geriet in zweijährige Gefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr 1814 erhielt er wieder das Kommando über eine Kavalleriebrigade und kämpfte nun gegen die Franzosen. Im Gefecht bei Straßburg wurde er schwer verwundet und sein Fuß musste amputiert werden. Am 16. August 1814 trat er mit der Beförderung zum Generalmajor in den Ruhestand.Napoleon und die Revolution (Russische Webseite mit google-Translate)

Militärische Ränge 1803 Rittmeister 1804 Major 1807 Oberstleutnant 1808 Obrist 1814 Generalmajor

Auszeichnungen 1808 Kommandeur des Militär-Karl-Friedrich-Verdienstordens 27. Juli 1815 Großkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen 1824 Ritter der Ehrenlegion Kommandeur des österreichischen Leopold-Ordens

Weblinks

Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1855 S. 324., 1885 S. 502 Universal-Lexikon vom Großherzogthum Baden. S. 703. (Digitalisat) Badische Biographieen. Bände 1–2, S. 8. (Digitalisat)

Einzelnachweise

Kategorie:Generalmajor (Baden) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Baden) Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Großkreuz) Kategorie:Träger des Militär-Max-Joseph-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Militär-Karl-Friedrich-Verdienstordens (Komtur) Kategorie:Adliger Kategorie:Freiherr Kategorie:Geboren 1770 Kategorie:Gestorben 1842 Kategorie:Mann