Der Killer ist ein Action-Thriller von David Fincher. Der Film basiert auf der gleichnamigen Comicserie von Matz (bürgerlicher Name: Alexis Nolent) und Luc Jacamon und handelt von einem Auftragskiller. Die Titelrolle übernahm Michael Fassbender. Der Film feierte Anfang September 2023 bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig seine Premiere. Ende Oktober 2023 kam der Film in die US-amerikanischen und deutschen Kinos, er ist am 10. November 2023 in das Programm von Netflix aufgenommen worden.
Handlung Wie ein deutscher Tourist gekleidet und mit einem Fischerhut auf dem Kopf ist ein namenloser Auftragsmörder nach Paris gereist, um einen Job zu erledigen. Er bezieht in einem größtenteils leerstehenden und nur halbfertig sanierten WeWork-Büroraum im Obergeschoss eines Gebäudes Stellung und nimmt ein Fenster in dem gegenüberliegenden Hotel ins Visier. Dabei folgt er anscheinend einem präzisen Tagesablauf. Aus dem Off erklärt er seine Emotionslosigkeit und die feste Absicht, nicht aufzufallen. Er wartet mehrere Tage darauf, dass der wohlhabende Mann, mit dessen Tötung er beauftragt wurde, in seiner Suite auftaucht, um ihn aus seiner sorgsam vorbereiteten Stellung heraus mit seinem Präzisionsgewehr zu erschießen. Als die Zielperson dann auftaucht, beobachtet er sie durch das Zielfernrohr und rezitiert bis kurz vor dem Schuss mantraartig seine Regeln. Als er abdrückt, erschießt er versehentlich eine Domina, die sich im letzten Moment unerwartet vor das Ziel bewegt.
Er flüchtet auf dem bereits präparierten Elektroroller und entsorgt nach und nach die verwendeten Gegenstände. Er begibt sich zum Flughafen. Beim Umsteigen in Miami fällt ihm ein Geschäftsmann auf, den er schon im Flugzeug aus Paris bemerkt hat. Um diesem zu entgehen, storniert er seinen Flug und fliegt erst einen Tag später in die Dominikanische Republik. Dort befindet sich eine abgelegene Villa, die er anscheinend mit seiner Freundin bewohnt. Dort angekommen findet er ein blutiges Chaos, woraufhin er ins nächste Krankenhaus fährt. Seine Freundin wurde überfallen und liegt schwer verletzt im Krankenhausbett. Bevor sie bewusstlos wird, versichert sie ihm, dass sie trotz der Misshandlungen den Tätern keine Informationen gegeben habe und dass sie sich noch an ein grünes Taxi und eine blonde Frau erinnere. Aus dem Krankenhaus zurückgekehrt, gräbt er im Garten seines Anwesens sein Waffenarsenal aus und überfällt das Büro des Taxiunternehmens, um die Identität des Taxifahrers zu ermitteln. Am nächsten Tag versendet er einen Dokumentenumschlag an seinen Auftraggeber in New Orleans. Dort soll er in zwei Tagen kurz vor Geschäftsschluss zugestellt werden. Danach steigt er am Taxistand in das Taxi des von ihm ermittelten Fahrers, befragt den Fahrer zum Ablauf des Überfalls auf seine Freundin und tötet ihn dann kaltblütig unter einer Brücke.
Dadurch wird ihm klar, dass sein Auftraggeber andere Killer auf ihn angesetzt haben muss, um ihn, als Auftragnehmer und Zeugen, verschwinden zu lassen. Er bricht seine wichtigste Regel, keine Schlachten zu schlagen, für die er nicht bezahlt wird, begibt sich zurück zum Flughafen und reist nach New Orleans, wo sein Auftraggeber Hodges ein Anwaltsbüro betreibt. In New Orleans angekommen, wartet er vor dem Büro des Auftraggebers auf die Zustellung des von ihm versendeten Umschlags, um den Zusteller als „Eintrittskarte“ in das gesicherte Gebäude nutzen zu können. Nachdem er sich Zutritt zum Büro des Auftraggebers verschafft und Hodges und seine Sekretärin Dolores gefesselt hat, schießt er Hodges mit einer Nagelpistole mehrfach in die Brust – wohlwissend, dass ihn die starken Lungenblutungen töten werden – um ihm die Namen der Beteiligten am Überfall und den Namen des Klienten, der den Auftragsmord in Paris bezahlt hat, zu entlocken. Er bietet Hodges an, den Notruf zu wählen, wenn er die Namen verrät. Hodges verweigert die Herausgabe der Namen und stirbt schneller als von ihm erwartet, so dass ihm nur noch Dolores als Auskunftsquelle bleibt. Dolores weiß, dass er sie töten wird und bietet ihm an, alle Informationen zu übergeben, wenn er ihre Tötung wie einen Unfall aussehen lässt, damit ihre Kinder durch die Auszahlung einer von ihr abgeschlossenen Lebensversicherung versorgt sind. Er nimmt daraufhin Dolores als Geisel und erhält in ihrem Haus Informationen über die beiden Auftragskiller und den Hintermann. Danach bricht er ihr das Genick und lässt es wie einen Treppensturz aussehen. Er bricht damit eine weitere Regel, niemals Mitgefühl zu zeigen. Hodges lässt er, in mehrere Teile zersägt, verschwinden.
Als Nächstes begibt er sich nach Florida, wo er den brutalen Killer ausfindig macht. Wieder bereitet er sich akribisch vor und kauft Hackfleisch und Schlaftabletten, um den Wachhund auszuschalten. Im Schutze der Nacht schleicht er sich auf das Grundstück und will den brutalen Killer im Schlafzimmer töten, wird aber selbst überrascht. Es entbrennt ein brutaler Zweikampf, den der Protagonist nur knapp überlebt, und nach dem er vor dem inzwischen wieder aufgewachten Hund vom Grundstück fliehen muss. Nachdem er dem Wachhund entkommen ist, wirft er einen Molotowcocktail in das Haus des Killers, das daraufhin in Flammen aufgeht. Am Flughafen erscheint er mit lädiertem Gesicht und erneut unter einem anderen Namen.
Um die Auftragskillerin, die „Expertin“, zu finden, fliegt er nun zunächst nach New York City und reist von dort aus per Bahn in die 90 km nördlich gelegene verschlafene Kleinstadt Beacon, wo die Killerin unter „Normalos“ wohnt, wie er auf der Hinfahrt sinniert. Er folgt ihr abends zu einem Gourmetrestaurant am Fluss, setzt sich unangekündigt an ihren Tisch, nimmt ihre Waffe und bedroht sie verdeckt. Daraufhin beginnt sie einen Monolog über das Ende eines Profikillers und fügt sich scheinbar in ihr Schicksal, da sie weiß, dass er sie auch dann töten würde, wenn sie im Restaurant um Hilfe riefe. Dazu trinkt sie als Henkersmahlzeit eine Auswahl besonderer Whiskey-Sorten. Nach einer Weile begleitet er sie zur Promenade, wo sie ausrutscht, ihm ihre rechte Hand entgegenstreckt und ihn bittet, ihr aufzuhelfen. Doch der Protagonist bleibt seinem Training treu, misstraut ihr und erschießt sie. Als sie auf dem Boden aufschlägt, erkennt er ein Messer in ihrer linken Hand. Der Killer fühlt sich bestätigt und verlässt den Tatort.
Nun will er den Klienten des Jobs in Paris, Claybourne, einen berühmten Milliardär der Tech-Branche und Philanthropen, in Chicago konfrontieren. Er ist sich darüber im Klaren, dass die Polizei – falls etwas schiefgehen und es zu einer Ermittlung kommen sollte – für einen Milliardär mehr Ressourcen verwenden würde als für einen gewöhnlichen Bürger. Er späht zunächst Claybournes Gewohnheiten gewissenhaft aus. Dann begibt er sich zu einer Bankfiliale, um sein dortiges Konto aufzulösen und den verbliebenen Betrag auf sein Konto in der Karibik transferieren zu lassen. Schließlich verschafft er sich mit Hilfe der in einem Fitnessclub beschafften RFID-Kopie von Claybournes Zugangskarte Zutritt zu dessen Penthouse in Chicago. Er stellt Claybourne zur Rede, doch dieser weiß zunächst nicht, wer er ist. Erst als er Claybourne eine von Dolores’ Karteikarten vorlegt, versteht dieser, wen er vor sich hat. Er erklärt, dass er nach dem gescheiterten Attentat für eine zusätzlich gezahlte „Versicherungssumme“ lediglich die Spuren verwischen lassen wollte, ohne zu wissen, was dies genau bedeutete, und dass er keinen persönlichen Groll gegen den Killer hege. Daraufhin lässt dieser ihn am Leben.
Im Epilog ist er erneut in der Villa in der Dominikanischen Republik zu sehen, wo er seiner Freundin, die sich von den Folgen des Überfalls erholt, einen Espresso bringt und sich dann auf der Liege neben ihr niederlässt.
Literarische Vorlage mini|hochkant=0.85|Der französische Schriftsteller und Comic-Autor Alexis Nolent Der Film ist eine Adaption der französischen Comicserie Le tueur des Texters Matz (Alexis Nolent) und des Zeichners Luc Jacamon, die zwischen 1998 und 2014 von Casterman veröffentlicht wurde.Jordan Ruimy: David Fincher’s 'The Killer' is 158 minutes? In: worldofreel.com, 16. November 2022. Die Reihe erschien bei Egmont in einer deutschen Übersetzung unter dem Titel Der Killer, seit 2020 bei Schreiber & Leser. In den ersten Bänden führen die Abenteuer den namenlosen Auftragsmörder um die halbe Welt, bis der äußerlich eiskalte Todesengel innerlich immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät. Er zieht Selbstmord oder eine Frühpensionierung in Betracht, doch wird er immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt. Zwar hat es der Killer zu einem gewissen Wohlstand gebracht und könnte sich eigentlich zur Ruhe setzen, doch einen Job wie seinen kann man nicht so einfach an den Nagel hängen.Matz/Jacamon: Philosophierender Auftragskiller. In: giubanski.wordpress.com, 12. April 2021.
Produktion Regie und Drehbuch Regie führte David Fincher. Ursprünglich sollte Alessandro Camon das Drehbuch schreiben, Plan B Entertainment den Film produzieren und Paramount Pictures den Vertrieb übernehmen.Michael Fleming: Paramount, Fincher catch 'Killer'. In: Variety, 1. November 2007. Als Netflix im Jahr 2021 sich dem Projekt anschloss, wurde die Produktion begonnen.Björn Becher: Auf den Spuren von „Sieben“: Dank Netflix darf David Fincher endlich „The Killer“ machen. In: Filmstarts, 26. Februar 2021. Das auf der Comicserie basierende Drehbuch schrieb letztlich Andrew Kevin Walker, mit dem Fincher bereits für Sieben zusammenarbeitete.Beatrice Verhoeven: David Fincher Reteams With 'Seven' Screenwriter for 'The Killer' at Netflix. In: thewrap.com, 24. Februar 2021.
Der Film ist in sechs Kapitel unterteilt, die jeweils an einem neuen Schauplatz spielen und nach dem Zufluchtsort des Killers und den jeweiligen Zielpersonen benannt sind, gefolgt von einem Epilog.Ben Croll: 'The Killer' Review: David Fincher Crafts a Witty Assassin Thriller for the Gig Economy. In: thewrap.com, 3. September 2023.Björn Becher: Der Killer. In: filmstarts.de. Abgerufen am 4. September 2023.
Besetzung, Choreografie und Rollennamen mini|hochkant=0.75|links|Michael Fassbender spielt in der Titelrolle den Killer mini|hochkant=0.75|Sophie Charlotte spielt seine in der Dominikanischen Republik lebende Partnerin Ursprünglich sollte Brad Pitt, einer der Hauptdarsteller von Sieben, die Titelrolle übernehmen.Franco Schedl: „The Killer“: Fassbender ersetzt in Finchers Netflix-Film Brad Pitt. In: film.at, 25. Februar 2021. Er wurde nach dem Wechsel zu Netflix durch den deutsch-irischen Schauspieler Michael Fassbender ersetzt. Dieser führt den gesamten Film über in einem Voice-Over einen inneren Monolog, der die Zuschauer in die Gedankenwelt des Protagonisten mitnimmt. In diesen sardonischen Off-Kommentaren sinniert er über die Unterschiede zwischen Skepsis und Zynismus und den angeborenen Mangel an Güte in der Menschheit.Ryan Lattanzio: 'The Killer' Review: David Fincher Executes a Sleek If Small Michael Fassbender Thriller Armed with Existential Futility. In: indiewire.com, 3. September 2023.
In einer weiblichen Nebenrolle ist Tilda Swinton zu sehen, die ebenfalls eine Auftragsmörderin spielt.„The Killer“ - Tilda Swinton im nächsten Film von David Fincher. In: movie-infos.net, 9. Oktober 2021. Charles Parnell spielt Mr. Hodges, den Auftraggeber des Killers., und Kerry O’Malley dessen Mitarbeiterin Dolores.Leslie Felperin: 'The Killer' Review: Michael Fassbender Is an Unsettled Assassin in David Fincher’s Wry, Pleasingly Pulpy Thriller. In: The Hollywood Reporter, 3. September 2023. Die deutsch-brasilianische Schauspielerin Sophie Charlotte ist in der Rolle der in der Dominikanischen Republik lebenden Partnerin des Killers namens Magdala zu sehen. Weiter auf der Besetzungsliste findet sich Arliss Howard.
Die einzige wirkliche Actionszene des Films, in der es zum tödlichen Kampf zwischen dem Killer und dem von dem Neuseeländer Sala Baker gespielten Brute kommt, wurde von dem Stunt-Experten Dave Macomber choreografiert.