Matthias Reinmuth (* 1974 in Heilbronn) ist ein deutscher Maler.

Werdegang Matthias Reinmuth wuchs in Bad Wimpfen auf. Er studierte ab 1999 Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin bei Georg Baselitz und Dirk van der Meulen. 2004 war er Meisterschüler bei Georg Baselitz. Reinmuth wird von der Galerie Reinhold Maas Reutlingen, der Galerie ASPN Leipzig, der Galerie Bendana-Pinel Paris und in den USA von der Galerie Edward Cella Art & Architecture Los Angeles vertreten.

Werk Reinmuths Kunstwerke sind der abstrakten, gegenstandsfreien Kunst zuzuordnen. Sie zeichnen sich durch das Arrangement und die Übereinanderlagerung verschiedener Farbschichten aus, sodass durch unterschiedlichen Lichteinfall jeweils neue Farbnuancen hervortreten. Obschon Reinmuths Bilder keine Motive verwenden, erinnern sie an verschwommene Landschaften oder die unterschiedlichen Farbgebungen des Himmels. In diesem Sinne stehen sie in der Tradition der Landschaftsmalerei, beziehen jedoch aufgrund der Abstraktion und der ästhetischen Technik der Farbschichtauftragung auf die Leinwand durchaus die Digitalisierung mit ein.

Während im Frühwerk der 1990er Jahre auch organische Materialien unter dicken Öl- oder Schellackfarbschichten zu Bildreliefs modelliert werden, bestimmt eine permanent weiterentwickelte Abstrahierung die Werke insbesondere der Gegenwart. Farbschichten werden so übereinander gelegt, dass großflächige Farbschauspiele entstehen. Edward Cella sieht in den Werken nicht nur eine narrative Bezugnahme auf die Digitalwelt, sondern geradezu einen dynamischen Ausdruck, der sich kinetisch als Bewegung in den Werken darstellt. Das erinnert ihn an kinematographische Bilddarstellung, die sich gerade in den abstrakten Schichtenmalerei von Reinmuth wiederfindet: "His paintings are kinetic (or cinematic) as they capture the swiping back and forth of the hundreds of images that blur across our smartphones and screens and create the permanent background noise of our digital media society. Building on the methodology of the Avant Guard which endeavors to mix, remix, and reinterpret itself; Reinmuth has begun to consider his paintings in a serialize practice allowing the glazes, colors and pigments shift over the course of the sequence." Die serielle Auftragung von Farbpigmenten, Farben und (Wachs-)Lasuren verändern sich ständig im Entstehungsprozess eines Werkes, was an die digitalen Techniken des Remixes und der damit verbundenen ständigen Reinterpretation erinnert. Auf diese Weise nimmt Reinmuths Werk durch die Abstrahierung der Malerei auf die Farbschichten und die serielle Komposition ganzer Bilderfolgen medienästhetische Bezüge zu Techniken des Films, digitaler Satellitenaufnahmen oder Spektralaufnahmen auf.

Reinmuths Werke sind aufgrund der mehrschichtigen Auftragung der Farben nicht leicht zu fotografieren, da die Fotografie den Bildern die Tiefe entzieht und insbesondere in der Digitalfotografie das Farbspektrum nicht vermittelt werden kann.

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen / Messen

Öffentliche Sammlungen

Städtische Galerie im Lenbachhaus, München Armory Center of the Arts, Pasadena CA, USA Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf

Publikationen

Mission, MgK Otterndorf, 2022 Nothing gonna change my world, raumwww, Berlin 2021 Paradies, O&O Depot, Berlin 2018 Germany, mon Amour! Imago Mundi, Bennetton Collection, Antiga Edizioni, Italy 2016 Salon der Gegenwart, Gudberg Nerger Verlag, Hamburg 2015 Nothing to see, MMKoehn Verlag, Berlin (Monografie) 2015 Lieber Künstler, zeichne mir! Part 1+2, Semjon Contemporary, Berlin 2014 Das Plateau 2013, Kosmos (Kunstbeitrag) ART Kunstkalender 2012 Die Frage nach dem Satzbau (Zeichnungen) 2010 Pfadfindungen 2009 Entspann Dich, Hase 2007 (Monografie), Secret West Press Tales from a Travel Journal 2006 Einsichten, Klasse Baselitz, Berlin 2003

Weblinks

Website von Matthias Reinmuth

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann