Curt Freiwald (* 19. Juni 1902 in Falkenberg/Elster; † nach 1943) war ein deutscher Schriftsteller, Dramaturg und Landesleiter der Reichsschrifttumskammer für den Gau Halle-Merseburg.
Leben Curt Freiwald wurde im Jahre 1902 als Sohn eines Postsekretärs in Falkenberg im Kreis Liebenwerda geboren. Er studierte u. a. Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften an der Universität Leipzig, der Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er 1932 mit der Dissertation Hugo von Hofmannsthals Landschaftserlebnis im Wandel seiner dichterischen Gestalt promovierte.
In der Zeit des Nationalsozialismus beantragte Freiwald am 15. Oktober 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.071.497).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/9530555 Innerhalb der Reichsschrifttumskammer fungierte er als Landesleiter für den Gau Halle-Merseburg. Freiwalds Gedichte fanden in der NS-Zeit in Schulbüchern Verwendung. Er war mit mehreren Gedichten vertreten in Ewiges Deutschland. Schroeders Mittelschullesewerk für den Gau Halle-Merseburg, wo zum Beispiel Martin Luther durch ihn eine nationalsozialistische Rezeption erfährt.Wissenschaftliche Zeitschrift. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe, Jahrgang XXXII, 1983, S. 36ff.
Curt Freiwald arbeitete als Dramaturg an den Städtischen Bühnen Halle, dem heutigen Opernhaus Halle.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Freiwalds sämtliche Publikationen in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.Verzeichnis der auszusondernden Literatur, Nur für den Dienstgebrauch!, Magistratsdruckerei, Berlin, 1946, S. 28.
Publikationen Hugo von Hofmannsthals Landschaftserlebnis im Wandel seiner dichterischen Gestalt, Dissertation, Kiel, 1932 Ewige Heimat, Lyrik, 1936 Die Insel des ewigen Frühlings, Lyrik, 1937 Von deutscher Seele. Dramatische Szenen, 1938 Verwandler der Welt, Drama, 1939 Gudrun, Schauspiel, 1940 Dichter und Soldaten. Ein Kleistspiel, Hörspiel, o. J. Georg Friedrich Händel, Hörspiel, o. J. Der Wettlauf um die Träne, Hörspiel, o. J. Stadttheater Halle, verschiedene Programmhefte, hrsg. zus. mit dem Intendanten Willy Dietrich
Literatur Bernhard Grahmann (Hrsg.): Rufer und Romantiker. Ein mitteldeutsches Dichterbuch. Halle, 1940. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender: 1943. Erich Stockhorst: Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich. Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1 (Unveränderter Nachdruck der ersten Auflage von 1967).
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Drama Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Mitglied der Reichsschrifttumskammer Kategorie:Literatur im Nationalsozialismus Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann