mini|hochkant=2|Der Indianapolis Motor Speedway in den USA ist der bekannteste Ovalkurs der Welt Ovalkurse sind permanente Motorsport-Rennstrecken, die als Rundkurs, im Gegensatz zu Straßen- oder Stadtkursen, nur Kurven in eine Richtung besitzen. Meist sind es Linkskurven; der Kurs wird also gegen den Uhrzeigersinn befahren. Die bis zu vier Kurven weisen eine je nach Kurs ganz unterschiedliche Überhöhung auf. Dadurch werden auf Ovalkursen besonders hohe Geschwindigkeiten erreicht. Diese in den USA häufig anzutreffende Streckenform wird dort Speedway genannt. Kleinere ovale Rennbahnen, auf denen etwa Motorrad-Speedway-Veranstaltungen stattfinden, sind keine Ovalkurse im engeren Sinn.

Verbreitung Ovalrennstrecken gibt es überwiegend in Nordamerika, in den USA weitaus häufiger als andere Rennstrecken. In Kanada und Mexiko gibt es jeweils etwa ein Dutzend kleinere Ovale hauptsächlich für nationale Ableger der US-amerikanischen NASCAR Xfinity Series.

In Europa sind der Lausitzring in Deutschland, der Rockingham Motor Speedway in England, der Raceway Venray in den Niederlanden und der Tours Speedway in Frankreich die einzigen permanenten Kurse dieser Art. In den Jahren 2001 bis 2003 fanden am Eurospeedway Lausitz und am Rockingham Motor Speedway jeweils Rennen der amerikanischen Champ-Car-Meisterschaft statt, darüber hinaus bis 2007 Rennen der ASCAR, einer ehemaligen europäischen Tourenwagen-Rennserie. Die Shorttracks in Tours und Venray veranstalten seit 2010 jeweils Ovalrennen im Rahmen der amerikanisch lizenzierten NASCAR Whelen Euro Series.

Historisch existierten am Autodromo Nazionale di Monza und im britischen Mallory Park Ovalstrecken. Auf der Ovalstrecke in Monza fand in den 1950er Jahren der Formel-1-Lauf von Italien statt. Auch die ehemals „schnellste Rennstrecke der Welt“ (O-Zitat deutscher Medien Ende der 1940er), der deutsche Grenzlandring, der die Stadt Wegberg bei Mönchengladbach umschließt, ist ein eiförmig angelegtes Oval, ursprünglich mit Betonbelag gebaut. Die Ovalform ist jedoch vergleichsweise ungleichmäßig, und die Überhöhung minimal.

Weitere große Ovalstrecken befinden sich in Rio de Janeiro in Brasilien, Welkom in Südafrika, Rafaela in Argentinien, Melbourne in Australien, Puebla in Mexiko sowie Motegi in Japan. Die Bedeutung dieser Ovale ist für den internationalen Rennsport jedoch sehr begrenzt. Der Twin Ring Motegi hielt 2010 das letzte offizielle Rennen der IndyCar-Series ab. 2008 gewann hier mit Danica Patrick erstmals eine Frau ein Rennen in einer weltweit bekannten großen Rennserie.

Unterscheidung der Ovalkurse Nach Streckenlänge Typ Erklärung und Beispiele Beispielbilder Short Track Short Tracks sind Ovalkurse mit einer Länge von weniger als einer Meile, die kürzesten von ihnen sind 0,2 Meilen lang. Eine große Anzahl dieser Rennstrecken finden sich in den USA, meist in jeder größeren Stadt. Strecken wie der Mansfield Motorsports Park oder der Martinsville Speedway sind kaum überhöht. Bei diesen Strecken unterscheidet sich das Tempo zwischen Kurve und Gerade stark. Andere Strecken, wie zum Beispiel der Bristol Motor Speedway, sind dagegen extrem überhöht. Allgemein ist zu Short Tracks zu sagen, dass sie eine Stadion-Atmosphäre ausstrahlen, da sie zu allen Seiten von zum Teil steil aufragenden Tribünen umgeben sind. Die Zuschauer können von fast jedem Platz aus die gesamte Rennstrecke überblicken, allerdings gibt es dadurch teilweise Probleme mit schlecht abziehenden Abgasen. Solche Short Tracks sind durchaus mit einem modernen Kolosseum vergleichbar. Auf vielen Shorttracks finden an fast jedem Wochenende lokale Rennen statt. Abgesehen von einigen wenigen bekannten Strecken, wie Martinsville, Bristol oder Nashville Fairgrounds, finden auf Shorttracks kaum Rennveranstaltungen überregionaler Serien statt. 300pxDer Martinsville Speedway ist ein typischer Short Track. Speedway Ebenfalls in den USA weit verbreitet sind die nur als Speedway bezeichneten Ovalkurse mit einer Länge von ein bis zwei Meilen. Teilweise wird diese Bezeichnung aber auch allgemein für alle Ovalkurse benutzt. Im NASCAR-Fachterminus werden die Speedway als Intermediate bezeichnet. Viele dieser Strecken sind so stark überhöht, dass sich die Geschwindigkeit zwischen Gerade und Kurve kaum unterscheidet, es genügt, leicht vom Gas zu gehen („Lupfen“). 300pxDer Las Vegas Motor Speedway ist ein typischer Speedway. Superspeedway Sehr große Strecken mit einer Länge von zwei Meilen und mehr werden Superspeedways genannt. Diese sind zumeist entweder auf Formel- oder auf NASCAR-Rennen spezialisiert. Auf ihnen werden sehr hohe Geschwindigkeiten erzielt, die sich in der Regel zwischen Gerade und Kurve nicht mehr unterscheiden. Die auf NASCAR-Rennen spezialisierten Speedways Daytona International Speedway und Talladega Superspeedway haben eine sehr starke Überhöhung (über 30°). Bei NASCAR werden mittlerweile nur noch diese beiden Ovalkurse als Superspeedway bezeichnet, und die anderen Superspeedways in Pocono, Indianapolis, Michigan, California und Texas (World) den Intermediate-Strecken zugeordnet. Der Grund liegt darin begründet, dass nur in Daytona und Talladega die sogenannten „Restrictor Plates“, also Luftmengenbegrenzer, eingesetzt werden, um die Höchstgeschwindigkeit der Autos zu drosseln. Nachdem Bill Elliott im Jahre 1987 mit 212,809 mph (342,410 km/h) die schnellste jemals gefahrene Runde eines NASCAR-Fahrzeugs erreichte und es im darauf folgenden Rennen einen Unfall mit verletzten Zuschauern gab, wurde die Höchstgeschwindigkeit in späteren Rennen auf etwa 190–200 mph gedrosselt.Talladega '87 changed sport forever Bei den IndyCars werden keine Luftmengenbegrenzer eingesetzt und daher wird dort auch nicht zwischen den einzelnen Superspeedways unterschieden. Der etwa zwei Meilen lange Auto Club Speedway in Fontana ist die offiziell schnellste Rennstrecke der Welt. Auf ihr erzielte Gil de Ferran am 28. Oktober 2000 im Qualifikationstraining die schnellste jemals auf einer Rundstrecke gefahrene Runde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 241,428 mph (388,537 km/h). 300pxTalladega Superspeedway – der größte aktive Superspeedway der Welt

Nach Streckenform Weiterhin unterscheiden sich die Kurse auch noch in der Anzahl ihrer Kurven. Meist haben Ovale vier Kurven, von denen man aber nur zwei wirklich wahrnimmt. Bei den Amerikanern wird eine Kurve im Regelfall unterteilt in Turn 1 und Turn 2 (bzw. Turn 3 und Turn 4). Hierbei gibt die ungerade Zahl (Turn 1 und Turn 3) die Einfahrt in eine Kurve an. Turn 2 und Turn 4 sind dagegen die Ausfahrten. Die 2. Kurve wird auf manchen Strecken auch als „Chute“ bezeichnet, da es so besser für den Fahrer verständlich ist, welche Kurve gemeint ist. „Gekrümmte Geraden“ werden als einfache Gerade hingenommen. Bei Start und Ziel befindet sich die S/F Straight, die Gegengerade ist die Backstraight. Andere Kurse, wie Indianapolis, haben zwar ebenfalls vier Kurven, aber es sind vier einzelne 90°-Kurven, die durch lange oder kurze Geraden verbunden sind.

Form Erklärung und Beispiele Beispielbilder Klassisches Oval Die klassischen Ovalrennstrecken bestehen aus zwei langen Geraden, welche durch zwei langgezogene Kurven miteinander verbunden sind. Die ersten Ovalstrecken der USA, die Milwaukee Mile (1903) und der Nashville Speedway (1904) gehören zu dieser Gruppe. In den USA werden einige Oval mit dieser Streckenform als paperclip also Büroklammer bezeichnet, wenn die beiden Geraden langgezogen sind und die Kurven einen kleinen Radius aufweisen. 300pxDie Milwaukee Mile als klassisches Oval D-Oval Bei einem D-Oval ist eine der beiden langen Geraden eines Ovals, meistens die Start- und Zielgerade, in Form eines langen Bogens angelegt. Dieser Bogen lässt sich wie eine Gerade fahren und ermöglicht somit hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten. Diese Bauform wurde zumeist bei den Superspeedways verwendet, wie bei den beiden Zwei-Meilen-Zwillingsstrecken Michigan International Speedway / Texas World Speedway, die in den späten 1960ern gebaut wurden, oder dem 1997 eröffneten California Speedway. Es gibt auch Shorttracks und Speedways, welche in D-Form angelegt sind. Hierzu gehören die eine Meile langen Strecken Rockingham Speedway und Pikes Peak International Raceway, die Kurzovale Richmond International Raceway und Myrtle Beach Speedway oder der neu erbaute Iowa Speedway. 300pxDas Layout des California Speedways. Tri-Oval Eine bei modernen Ovalen weit verbreitete Form sind Kurse mit drei Kurven, sogenannte Tri-Ovals. Hierbei unterscheidet man als Unterformen Ovale die in echter Dreiecksform angelegt wurden und modifizierte D-Ovale. Bei den dreieckigen Ovalen werden die Kurven einfach mit 1, 2 und 3 durchnummeriert. Die dritte Gerade hat hierbei einen besonderen Namen (meist Longstraight oder Shortstraight). Der Pocono Raceway ist ein Beispiel für ein Oval in klassischer Dreiecksform. Durch seine Länge von 2,5 Meilen gilt er als Superspeedway. Allerdings hat jede der drei Kurven einen anderen Kurvenradius und eine andere Überhöhung. Durch diese Asymmetrie ist es für die Teams sehr schwer, ein Auto gut abzustimmen. Pocono wird oft aufgrund seiner niedrigen Überhöhung auch als „The superspeedway that drives like a road course“, (ein Superspeedway, der sich wie ein Straßenkurs fährt) bezeichnet. Der einzige deutsche Ovalkurs, der EuroSpeedway Lausitz, ist ebenfalls ein dreieckiges Tri-Oval.Die in den Jahren 1997 bis 2001 erbauten Rennstrecken Las Vegas Motor Speedway, Kentucky Speedway, Chicagoland Speedway und Kansas Speedway gehören formal auch den Tri-Ovalen an. Sie besitzen allerdings keine klassisches Dreieckesform, sondern sind modifizierte D-Oval. Statt die Start- und Zielgerade als einen langen Bogen anzulegen, würde hier ein Knick eingebaut, der als sozusagen dritte Kurve zählt. 300pxDas Dreieck des Pocono Raceways300pxDer Kentucky Speedway ist ein modernes Tri-Oval (modifiziertes D-Oval). Quad-Oval Ein Quad-Oval besitzt vier eigenständige Kurven, die mit 1 bis 4 durchnummeriert sind. Wie bei den Tri-Ovalen gibt es auch hier Unterformen: