Die bayerischen C3 Bay 96a waren dreiachsige Abteilwagen, die noch in der klassischen Holzbauweise gebaut wurden. Sie hatten im Wagenverzeichnis der K.Bay.Sts.B. von 1913 die Blatt-Nr. 40 und waren der Gattung C. zugeordnet. Ursprünglich waren sie von den Pfälzischen Eisenbahnen beschafft worden und hatten in deren Wagenverzeichnis von 1902 die Blatt Nr. 25.
Beschaffung In den Jahren zwischen 1890 und 1915 beschafften die Pfälzischen Eisenbahnen für alle drei Teilgesellschaften insgesamt 513 Wagensiehe Emil Konrad, Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band 2, Seite 28 der Gattungen AB3, C3 und D3 für diesen Dienst. Zwischen 1896 und 1902 waren es 145 Wagen der Gattung C3 nach Blatt 40 von den Firmen MAN aus Nürnberg, Gebr. Gastell aus Mainz und der Waggonfabrik Rastatt. Im Gegensatz zu den parallel beschafften Wagen nach Blatt-Nr. 39 waren die Wagen alle mit einer sogenannten Freisitzbremse ausgestattet. Der Stückpreis für einen Wagen lag zwischen ca. 12.000 RM und 15.200 RMsiehe Angaben in Rotstift zur jeweiligen Wagennummer auf der Seite 57 im Wagenverzeichnis der Pfälzischen Eisenbahnen von 1902, Verkehrsmuseum Nürnberg.
Einsatz Die Wagen kamen ausschließlich im Regionalverkehr zum Einsatz und insbesondere in den Arbeiterzügen zu den industriellen Zentren wie Ludwigshafen, Frankenthal oder Kaiserslautern.
Verbleib Über den Verbleib ist wenig bekannt, da die Wagen der ehemaligen Pfälzischen Eisenbahnen bei der Reichsbahn nicht gesondert aufgeführt wurden, sondern zusammen mit denen der KBayStsB gelistet waren. In der Zusammenstellung der Bestände zum Stand von 31. Dezember 1932 des Reichsbahn Zentralamts werden noch 125 Wagen nachgewiesensiehe Wolfgang Diener, Rundschreiben für Wagenfreunde, Heft 96, 2019. Wie viele davon noch zur Bundesbahn kamen, kann mit den vorhandenen Daten nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden.
Konstruktive Merkmale Untergestell Rahmen: genietete Walzprofile. Die äußeren Längsträger hatten einen U-förmigen Querschnitt. Zur Unterstützung des Wagenkastens auf Grund des großen Drehzapfenabstandes wurde ein Sprengwerk aus Profilen und Säulenständern in der Ebene der äußeren Längsträger eingebaut. Zugeinrichtung: Schraubenkupplungen, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Die ursprünglichen Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 650 mm wurden später teilweise durch Hülsenpuffer ersetzt.
Laufwerk Das dreiachsige Laufwerk wurde durch aus Blechen genieteten, breiten Fachwerkträger abgestützt. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Radsätze der pfälzischen Bauform „c“ hatten Speichenradkörper mit einem Durchmesser von 1.014 mm. Die mittlere Achse war seitlich verschiebbar. Als Bremsen kamen Druckluftbremsen des Systems Schleifer zum Einsatz. Außerdem gab es bei den gebremsten Wagen noch an einem Wagenende eine Handspindelbremse, entweder in einem Bremserhaus oder als Freisitzbremse. Bei einem kleineren Teil der Wagen dieser Bauserie waren die Mittelachsen ebenfalls gebremst (siehe Liste der Wagennummern).
Wagenkasten Der Wagenkasten hatte ein Gerippe aus Holz, außen mit Blech und innen mit Holz verkleidet. Die Seitenwände waren an den Unterseiten leicht eingezogen. Die Wagen hatten ein Tonnendach und keine Übergänge an den Stirnseiten. Es gab an beiden Seiten durchgehende Laufbretter mit Anhaltestangen. Alle Wagen waren mit Freisitzbremsen ausgestattet.
Ausstattung Der Innenraum war auf insgesamt sieben Abteile der 3. Klasse aufgeteilt. Es gab 2 Aborte die so auf den Innenraum aufgeteilt waren, dass jedes der Abteile durch seitliche Durchgänge einen Zugang zu einem der Aborte hatte. Der Wagen hatte klassenspezifisch hölzerne Sitzbänke.
Beheizt wurden die Fahrzeuge über eine Dampfheizung. Die Belüftung erfolgte durch Lamellenlüfter über den Tür- und Abortfenstern sowie über herablassbare Fenster in den Abteiltüren. Ursprünglich erfolgte die Beleuchtung durch Gasleuchten. Deren Vorratsbehälter mit einem Volumen vom 800 Liter hing in Wagenlängsrichtung am Rahmen. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine Umstellung auf elektrische Beleuchtung.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Die Daten sind den im Literaturverzeichnis aufgeführten verschiedenen Wagenpark-Verzeichnissen der Pfälzischen Eisenbahnen und der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen – Pfälzisches Netz sowie den Büchern von Emil Konrad (Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band II) und Albert Mühl (Die Pfalzbahn) entnommen. Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche Fahrwerk Ausstattung ZusatzinfosBau-jahrHer- stellerAnz.19021913Rep.1919DR(ab 1923)DRG(ab 1930)Ausge-mustertAnz.Ach-senLüPHöheSOK Unt.Gest. AchssenArt LA. Brem-sen Bl. Hz. Art u.Anz. Abteile (Sitze je Klasse)Mil. BemerkungBlatt-Nr.aus WV vonGattung251902C401913CC3 Bay 96aC3 Bay 96a (siehe jeweilige Legende) A I. II. III. IV. O M auf Rechnung der Gesellschaft der Ludwigsbahnen1899G.G.8114–121114–121412.8704.550EcA4BrhSsbr.GD27(56)42*Nummern nicht genau zuordenbar zu den 1913-er Nummerndie mittlere Achse ist ungebremst19031217217Emittlere Achse ist gebremstW.R.3218–220218–220GBlatt-Nr.aus WV vonGattung241902C391913CC3 Bay 96aC3 Bay 96a (siehe jeweilige Legende) A I. II. III. IV. O M auf Rechnung der Gesellschaft der Maximiliansbahnen1899G.G.33 051–3 0533 051–3 053412.8704.550EcA4FsbSsbr.ED27(56)421896M.N.53 111–3 1153 111–5 115G1899G.G.53 121–5 1253 121–5 125M.N.53 126–5 1303 126–5 1301900W.R.23 131–5 1323 131–5 1321902M.N.143 147–5 1613 147–5 1611905G.G.13 1623 162EBlatt-Nr.aus WV vonGattung241902C391913CC3 Bay 96aC3 Bay 96a (siehe jeweilige Legende) A I. II. III. IV. O M auf Rechnung der Gesellschaft der Nordbahnen1905G.G.15 0415 041412.8704.550EcA4FsbSsbr.ED27(56)42189615 1615 161★47 465, 47 470, 47 471, 47 482–48 502, 48 063–48 066, 48 088–48 123, 48 343–48 359, 49 153–49 170, 49 175–49 180, 49 191–49 206, 49 869–49 874G★1896M.N.55 102–5 1065 102–5 106189955 117–5 1215 117–5 1211900W.R.15 1295 1291902M.N.55 696–5 7005 696–5 700Blatt-Nr.aus WV vonGattung241902C391913CC3 Bay 96C3 Bay 96 (siehe jeweilige Legende) A I. II. III. IV. O M auf Rechnung der Gesellschaft der Ludwigsbahn1896R.g.208 806–8 8248 806–8 824412.8704.550EcA4FsbSsbr.GD27(56)428 8258 825<19161899M.N.58 841–8 8458 841–8 8451899W.R.159 061–9 0759 061–8 0751900169 076–9 0919 076–8 0911902G.G.149 555–9 5679 555–8 56749 568–9 5719 568–8 571EM.N.69 572–9 5779 572–8 577G
Einzelnachweise
Anmerkungen
Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 40 aus dem Wagenstandsverzeichnis für das linksrheinische Bayern von 1913
Literatur
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Reisezugwagen (Pfälzische Eisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (MAN) Kategorie:Schienenfahrzeug (Gebr. Gastell) Kategorie:Schienenfahrzeug (Rathgeber) Kategorie:Schienenfahrzeug (Waggonfabrik Rastatt)