mini|hochkant|Stolpersteine in Weinheim Die Liste der Stolpersteine in Weinheim enthält die Stolpersteine in Weinheim, die an das Schicksal der Menschen dieser Stadt erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus vom NS-Regime ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
Die ersten Verlegungen in Weinheim erfolgten 2006.
Verlegte Stolpersteine In Weinheim wurden 45 Stolpersteine verlegt. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEKAROLINAALTSTÄDTERGEB. HIRSCHJG. 1893DEPORTIERT 1940GURS — 1942 AUSCHWITZERMORDET Tannenstraße 13 , geborene Hirsch, wurde am 2. Mai 1893 in Hillesheim geboren. Am 25. Oktober 1923 heiratete sie den Mehl- und Getreidehändler Ludwig Altstädter aus Weinheim und zog zu ihm. Das Ehepaar wohnte in der Tannenstraße 13 und bekam 1930 einen Sohn, Kurt. Am 22. Oktober 1940 wurden Karolina, Ludwig und Kurt Altstädter in das Camp de Gurs deportiert, ein Konzentrationslager im Südwesten Frankreichs. Karolina Altstädter und ihr Mann wurden am 4. November 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz überstellt und in der Folge ermordet.Juden in Weinheim: Karolina Altstädter, geb. Hirsch, abgerufen am 12. November 2022
Ihr Sohn konnte die Shoah überleben. Er emigrierte 1945 nach Chile und starb dort im Juni 2011.Jüdische Spuren in Weinheim: Kurt Altstädter, abgerufen am 13. November 2022 120px HIER WOHNTELUDWIGALTSTÄDTERJG. 1892DEPORTIERT 1940GURS — 1942 AUSCHWITZERMORDET Tannenstraße 13 wurde am 2. Mai 1893 in Weinheim geboren. Seine Eltern waren Levi Altstädter (1862–1933), ein Handelsmann für Getreide und Mehl, und die Hausfrau Rosa Altstädter, geborene Hessel (1872–1943). Er hatte zwei Brüder und zwei Schwestern. Ludwig Altstädter wurde wie sein Vater ebenfalls Mehl- und Getreidehändler. Am 25. Oktober 1923 heiratete er Karolina Hirsch aus Hillesheim. Das Ehepaar wohnte in der Tannenstraße 13 und bekam 1930 einen Sohn, Kurt. Am 22. Oktober 1940 wurden Ludwig, Karolina und Kurt Altstädter in das Camp de Gurs deportiert, ein Konzentrationslager im Südwesten Frankreichs. Ludwig Altstädter und seine Frau wurden am 4. November 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und in der Folge ermordet.Jüdische Spuren in Weinheim: Ludwig Altstädter, abgerufen am 13. November 2022
Seine Mutter wurde in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und kam dort am 28. Januar 1943 um.Jüdische Spuren in Weinheim: Rosa Altstädter, geb. Hessel, abgerufen am 13. November 2022 Beide Schwestern wurden vom NS-Regime ermordet, Bertha (verheiratete Strauss) in Majdanek, Lucie (verheiratete Zeilberger) in Litzmannstadt/Łódź. Sein Sohn konnte die Shoah überleben. Er emigrierte 1945 nach Chile, heiratete, war als Kaufmann tätig und starb dort im Juni 2011. 120px HIER WOHNTEARTHURAUERBACHERJG. 1898DEPORTIERT 1942IZBICA? ? ? Hauptstraße 17 wurde am 17. Juni 1898 in Kippenheim geboren. Seine Eltern waren Maier (Wilhelm) Auerbacher und Frieda, geborene Hoffmann. Er wurde Religionslehrer, Kantor und Vorbeter. Am 28. Dezember 1926 heiratete er Johanna Freund, die in Feudenheim geboren wurde, einem Stadtteil von Mannheim. Das Paar bekam zwei Söhne, Bertold Julius (geboren 1927 in Kippenheim) und Herbert (geboren 1931 in Sinsheim). Im Juli 1934 zog die Familie von Sinsheim nach Weinheim in die Friedrichstraße 12. Fünf Jahre später zog Arthur Auerbacher mit Frau und Söhnen in das Haus Hauptstraße 17. Am 24. April 1942 wurde die ganze Familie verhaftet und zwei Tage später von Stuttgart nach Izbica in Polen deportiert. Arthur Auerbacher, seine Frau und seine Söhne wurden alle im Zuge der Shoah ermordet.Jüdische Spuren in Weinheim: Arthur Auerbacher, abgerufen am 17. November 2022 120px HIER WOHNTEBERTHOLD JULIUSAUERBACHERJG. 1927DEPORTIERT 1942IZBICA? ? ? Hauptstraße 17 wurde am 30. November 1927 in Kippenheim geboren. Seine Eltern waren der Religionslehrer, Kantor und Vorbeter Arthur Auerbacher und Johanna, geborene Freund. Die Familie zog nach Sinsheim, wo 1931 sein einziger Bruder, Herbert, geboren wurde. Im Juli 1934 zog die Familie von Sinsheim nach Weinheim in die Friedrichstraße 12. Fünf Jahre später zog Familie Auerbacher in die Hauptstraße 17. Am 24. April 1942 wurde die ganze Familie verhaftet und zwei Tage später von Stuttgart nach Izbica in Polen deportiert. Berthold Julius Auerbacher, seine Eltern und sein Bruder haben die Shoah nicht überlebt.Jüdische Spuren in Weinheim: Berthold Julius Auerbacher, abgerufen am 17. November 2022 120px HIER WOHNTEHERBERTAUERBACHERJG. 1931DEPORTIERT 1942IZBICA? ? ? Hauptstraße 17 wurde am 21. September 1931 in Sinsheim geboren. Seine Eltern waren der Religionslehrer, Kantor und Vorbeter Arthur Auerbacher und Johanna, geborene Freund. Sein Vater stammte aus Kippenheim, seine Mutter aus Feudenheim. Er hatte einen älteren Bruder Berthold Julius, geboren 1927. Im Juli 1934 zog die Familie von Sinsheim nach Weinheim in das Haus Friedrichstraße 12. Fünf Jahre später zog Familie Auerbacher in das Haus Hauptstraße 17. Am 24. April 1942 wurde die ganze Familie verhaftet und zwei Tage später von Stuttgart nach Izbica in Polen deportiert. Herbert Auerbacher, seine Eltern und sein Bruder haben die Shoah nicht überlebt.Jüdische Spuren in Weinheim: Herbert Auerbacher, abgerufen am 17. November 2022 120px HIER WOHNTEJOHANNAAUERBACHERGEB. FREUNDDEPORTIERT 1942IZBICA? ? ? Hauptstraße 17 , geborene Freund, genannt Hanna, wurde am 24. September 1896 in Feudenheim geboren, einem Stadtteil Mannheims. Sie war von Beruf Kindergärtnerin. Am 28. Dezember 1926 heiratete sie Arthur Auerbacher, einen aus Kippenheim stammenden Religionslehrer, Kantor und Vorbeter. Das Ehepaar bekam zwei Söhne, Bertold Julius (geboren 1927 in Kippenheim) und Herbert (geboren 1931 in Sinsheim). Im Juli 1934 zog die Familie von Sinsheim nach Weinheim und bezog das Haus Friedrichstraße 12. Fünf Jahre später zogen sie in das Haus Hauptstraße 17. Am 24. April 1942 wurden alle Familienangehörigen verhaftet und zwei Tage später von Stuttgart nach Izbica in Polen deportiert. Johanna Auerbacher, ihr Mann und ihre Söhne haben die Shoah nicht überlebt.Jüdische Spuren in Weinheim: Johanna/Hanna Auerbacher, geb. Freund, abgerufen am 17. November 2022 HIER WOHNTEBENI BENJAMINJG. 1862DEPORTIERT 1940GURSTOT 29.11.1940 Wintergasse 59/61Lützelsachsen wurde am 9. März 1862 in Lützelsachsen geboren. Seine Eltern waren Moses Benjamin und Guta, geborene Levi. Er hatte fünf Geschwister: Max, Theresa, Hanna, Johanna und Elisa. Er wurde am 22. Oktober 1940 gemeinsam mit seinem Bruder Max und mit Cilly Vollweiler, der Haushälterin, in das Camp de Gurs deportiert und verlor dort am 29. November desselben Jahres sein Leben.Jüdische Spuren in Weinheim: Beni Benjamin, abgerufen am 22. November 2022
Auch sein Bruder wurde Opfer der Shoah. 120px HIER WOHNTEDAVID BENJAMINJG. 1871DEPORTIERT 1940GURSTOT 6.12.1940 Amtsgasse 1 wurde am 1. Juli 1871 in Lützelsachsen geboren. Er wurde Textilkaufmann, etablierte sein Geschäft in der Amtsgasse 1 in Weinheim und heiratete 1897 in Worms Emilie Blün. Die Ehe blieb kinderlos, doch wurden im Herbst 1918 seine Schwägerin Luise Lichtenstein und deren zwei Töchter in den Haushalt aufgenommen. Die jüngere Nichte heiratete und emigrierte 1936 nach Palästina, die ältere blieb im Hause. Am 22. Oktober 1940 wurden David Benjamin, seine Ehefrau, Schwägerin und Nichte in das Camp de Gurs deportiert. David Benjamin kam dort nach wenigen Wochen, am 6. Dezember 1942, ums Leben.Jüdische Spuren in Weinheim: David Benjamin, abgerufen am 12. November 2022
Seine Ehefrau und seine Schwägerin kamen in ein Altersheim und konnten die Shoah überleben. Die Nichte, Bella Lichtenstein, wurde im August 1942 nach Auschwitz deportiert und in der Folge ermordet. 120px HIER WOHNTEEMILIE BENJAMINGEB. BLÜNJG. 1870DEPORTIERT 1940GURS? ? ? Amtsgasse 1 , geborene Blün, wurde am 9. Oktober 1870 in Worms geboren. Sie hatte zumindest eine Schwester, die um vier Jahre jüngere Luise, später verheiratete Lichtenstein. 1897 heiratete Blün in Worms den Textilkaufmann David Benjamin und zog zu ihm nach Weinheim, wo er in der Amtsgasse 1 sein Geschäft führte. Die Ehe blieb kinderlos, doch wurden im Herbst 1918 ihre Schwester und deren zwei Töchter in den Haushalt aufgenommen. Die jüngere Nichte heiratete und emigrierte 1936 nach Palästina, die ältere blieb im Hause. Am 22. Oktober 1940 wurden Emilie Benjamin, ihr Ehemann sowie Schwester und Nichte in das Camp de Gurs deportiert, ein Konzentrationslager im Süden Frankreichs. Ihr Ehemann kam dort am 6. Dezember 1942 ums Leben. Die Schwestern wurden in ein Altersheim in der Gascogne verlegt und konnten dort die Shoah überleben.
Ihre Nichte Bella Lichtenstein wurde im August 1942 nach Auschwitz deportiert und in der Folge ermordet. Emilie Benjamin starb am 11. August 1945 im Altersheim von Lombez.Jüdische Spuren in Weinheim: Emilie Benjamin, geb. Blün, abgerufen am 12. November 2022 Ihre Schwester starb 1961 in Israel. HIER WOHNTEMAX BENJAMINJG. 1858DEPORTIERT 1940GURSTOT 3.12.1940 Wintergasse 59/61Lützelsachsen wurde am 14. Mai 1856 in Lützelsachsen geboren. Seine Eltern waren Moses Benjamin und Guta, geborene Levi. Er hatte fünf Geschwister: Beni, Theresa, Hanna, Johanna und Elisa. Er wurde am 22. Oktober 1940 gemeinsam mit seinem Bruder Beni und mit Cilly Vollweiler, der Haushälterin, in das Camp de Gurs deportiert und kam dort am 3. Dezember desselben Jahres, nur wenige Tage nach seinem Bruder, ums Leben.Jüdische Spuren in Weinheim: Max Benjamin, abgerufen am 22. November 2022 120px HIER WOHNTESIGMUND BRÜCKMANNJG. 1875DEPORTIERT 1940GURS1941 RÉCÉBÉDOU1941 CAMP DE MILLES1942 NEXONTOT 22.1.1943 Hauptstraße 89 wurde am 3. April 1875 in Mainz geboren. Seine Mutter hieß Karolina. Er erlernte den Beruf des Tapezierers und Polsterers und erlangte den Meistertitel. Brückmann wohnte in Darmstadt und zog Anfang April 1900 nach Weinheim. Er heiratete Jettchen/Settchen Schellenberg, die aus Godelau stammte. Das Paar bekam zwei Kinder, Irene Mina (geboren 1905) und Norbert (geboren 1910). Die Familie wohnte durchgehend von 1900 bis zur Emigration bzw. Deportation im Haus Hauptstraße 89. Seine Tochter heiratete den Kaufmann Siegfried Heinemann und bekam mit ihm zwei Söhne, sie emigrierten 1936 nach Mailand. Norbert Brückmann emigrierte 1934 nach Florenz. Am 22. März 1938 starb seine Frau.Jüdische Spuren in Weinheim: Jettchen/Settchen Brückmann, geb. Schellenberg, abgerufen am 13. November 2022 Zweieinhalb Jahre später, am 22. Oktober 1940, wurde Sigmund Brückmann abgeholt und in das Camp de Gurs deportiert, ein Konzentrationslager am Fuße der Pyrenäen. Es folgten Internierungen in Récébédou (einem Vorort von Toulouse), im Camp des Milles (bei Aix-en-Provence) und ab Oktober 1942 im Camp de Nexon. Sigmund Brückmann kam dort am 22. Januar 1943 ums Leben.Jüdische Spuren in Weinheim: Sigmund Brückmann, abgerufen am 13. November 2022