Die Graz Linien (informell: GL; früher: GVB – Grazer Verkehrsbetriebe, Graz AG Verkehrsbetriebe und Holding Graz Linien) sind ein Grazer Omnibus- und Straßenbahn-Verkehrsunternehmen und Teil der Holding Graz. Sie sind in den Steirischen Verkehrsverbund eingegliedert. Die Graz Linien beschäftigen rund 800 Mitarbeiter.

Die Graz Linien befördern jährlich ca. 50,5 Mio. Fahrgäste mit der Straßenbahn, ca. 41,5 Mio. Fahrgäste mit Bussen und ca. 0,7 Mio. Fahrgäste mit der Schloßbergbahn und den Schloßbergliften, das sind in Summe jährlich 92,7 Mio. Fahrgäste. Die Fahrzeuge der GL umrundeten im Jahr 2003 (damals noch GVB) mit ihren gefahrenen Kilometern von Omnibussen und Straßenbahnfahrzeugen ca. 481 Mal die Erde (entspricht etwa 19,9 Mio. km).

Insgesamt umfasst das Liniennetz der GL eine Länge von 369 Kilometern. Der GL-Fuhrpark besteht seit 2016 – bis auf zehn Straßenbahnwagen, die nur zur Hauptverkehrszeit als Verstärker eingesetzt werden – vollständig aus Niederflur-Bussen und -Straßenbahnwagen.

Geschichte Gegründet wurde der Vorläufer der GVB im Jahr 1878 als Grazer Tramway (GT) mit Inbetriebnahme der ersten Pferdebahn-Strecken. 1885 erfolgte die Neugründung als Grazer Tramway Gesellschaft (GTG), die ab 1899 elektrische Straßenbahn-Strecken in Betrieb nahmen. 1894 nahm die Grazer Schloßbergbahn ihren Betrieb auf. Zwischen 1941 and 1948 nannte sich der Betrieb Grazer Verkehrs-Gesellschaft (GVG). Dann erlosch der Vertrag mit der Stadt und die Gesellschaft ging in den GVB auf. Seit 1949 ist sie Teil der Graz AG (früher Grazer Stadtwerke). Seit der Umbenennung der Grazer Stadtwerke zu Graz AG hießen die Grazer Verkehrsbetriebe entsprechend Graz AG Verkehrsbetriebe. Der Name wurde nach der Umstrukturierung der Graz AG zur Holding Graz GmbH erneut angepasst. Die Verkehrsbetriebe heißen daher offiziell nun Holding Graz Linien. Im Jahr 2017 erfolgte die erneute Umbenennung in Graz Linien.

Viele Exponate aus der Geschichte der Grazer Straßenbahn sind im Tramway Museum Graz ausgestellt. links|mini|Ehemaliges O-Bus-Netz in Graz

Geschichte der GL (Auszug) 120px|mini|Logo als Grazer Verkehrsbetriebe 120x120px|mini|Logo als Graz AG Verkehrsbetriebe

Die erste Pferdebahnstrecke auf der Strecke Südbahnhof – Jakominiplatz wurde 1878 eröffnet. 1894 folgte die Inbetriebnahme der Grazer Schloßbergbahn, 1899 die der elektrischen Grazer Straßenbahnen. Die ersten Autobuslinien nahmen 1929 ihren Betrieb auf. 1941 folgten Umspurung und Einbindung der elektrischen Kleinbahn Zinzendorfgasse–Mariatrost ins Straßenbahnnetz, die größte Netzausdehnung betrug rund 40 Kilometer. Im gleichen Jahr wurde die erste O-Bus-Linie nach Straßgang eröffnet.O-Bus Graz

1949 wurden die Verkehrsbetriebe ein Teil der Stadtwerke Graz. Nach der Gründung der Grazer Stadtwerke AG 1960 wurden die GVB in diese eingegliedert. 1967 wurde die letzte O-Bus-Linie umgestellt. Der schaffnerlose Betrieb begann ein Jahr später. 1969 wurden die ersten Fahrscheinautomaten aufgestellt. 1971 gründete sich der Verein Tramway-Museum Graz. Die ersten Gelenkbusse wurden 1977 in Betrieb genommen. 1988 traten die ersten Straßenbahnfahrerinnen ihren Dienst an. Der erste Niederflurbus wurde 1990 angeschafft. 1994 wurden die GVB-Kooperationspartner im Verkehrsverbund Steiermark. Der Umbau des Jakominiplatzes mit Wendeschleifen 1996 ermöglichte den Straßenbahnbetrieb auch bei gesperrter Herrengasse.

2001 wurden die ersten Niederflur-Straßenbahnwagen vom Typ Cityrunner in Betrieb genommen, 2003 wurden 7 Nachtbuslinien eingeführt. Die erste Verlängerung seit über 15 Jahren zum neuen Nahverkehrsknoten Graz-Puntigam wurde 2006 vorgenommen. Eine Verlängerung zum Einkaufszentrum und Nahverkehrsknoten Murpark und die Verlängerung der Linie 6 ins Peterstal folgten 2007.

Bis Ende 2012 wurden alle Durchsagen in den Fahrzeugen der Graz Linien von der Autorin und Moderatorin Christine Brunnsteiner gesprochen. 2012 wurden englische Ansagen von der aus den USA stammenden Erwachsenenbildnerin Marjorie Rosenberg neu übersetzt und eingesprochen. Als Jingle werden die ersten Takte des Dachsteinliedes benutzt.

U-Bahn-Planungen mini|links|Das geplante Netz der Metro Graz.

Am 18. Februar 2021 brachte Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) die schon seit der Jahrtausendwende immer wieder diskutierte Idee einer U-Bahn in Graz wieder auf. Ein Konzept unter dem Namen „MUM – Moderne Urbane Mobilität 2030+“ für die Metro Graz wurde im Messecongress Graz vorgestellt. Ziel war es demnach, die neue Mini-U-Bahn bis 2030 fertigzustellen. Die Baukosten sollten etwa 3,3 Milliarden Euro betragen. Sie sollte zwei Linien, (11,9 km) und (13,5 km), umfassen mit insgesamt 25,4 km, die jeweils eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Verbindung innerhalb des Grazer Stadtgebietes bilden. Die Mini-Metro sollte täglich 200.000 Menschen befördern und soll in einem Takt von 2½ bis 5 Minuten fahren. Die Spitzengeschwindigkeit einer U-Bahn-Garnitur soll 80 km/h betragen, die Durchschnittsgeschwindigkeit 36 km/h.

Im Vorfeld der Gemeinderatswahlen in Graz 2021 wurde von der Kleinen Zeitung eine Umfrage gestartet. Bei dieser gaben nur 18 % an, dass sie eine U-Bahn in Graz vorziehen. Insgesamt 80 % der Befragten stimmten für den Ausbau des Straßenbahnnetzes ab oder bevorzugten den Ausbau der S-Bahn Steiermark im Raum Graz.

Im Oktober liefen die Koalitionsverhandlungen zwischen den Wahlsiegern der Gemeinderatswahl 2021 – der KPÖ, SPÖ und den Grünen – auf Hochtouren. Im Zuge dessen wurde beschlossen, das Budget der geplanten Metro auf den Ausbau der Straßenbahn Graz zu legen.

Am 24. Mai 2022 wurde das Endergebnis der Debatte um Alternative Konzepte im öffentlichen Verkehr in Graz vorgestellt. In einem Expertenbericht wurde eine „City-S-Bahn“ am effizientesten eingestuft. Bei der geplanten Metro seien laut den Experten die Erstinvestitions- sowie jährliche Kosten für Infrastruktur und Betrieb zu hoch. Die Investitionen, Instandhaltungen und ein Betrieb von 60 Jahren wurden auf 6,7 Milliarden Euro geschätzt. +LinieStreckeHaltestellenLängeEggenberg/UKH – Hauptbahnhof – Jakominiplatz – Berliner Ring1311,9 kmGösting – Jakominiplatz – Don Bosco – Reininghaus – Webling1413,5 km

Linien mini|220px|links|Die Straßenbahn-Tunnelhaltestelle beim Hauptbahnhof mini|220x220px|Straßenbahn-Gelenkwagen der Type 600 mit Niederflur-Mittelteil auf der Linie 3 in Andritz (2023) mini|Stadler Variobahn am Kaiser-Josef-Platz auf der Linie 7 Richtung LKH MED UNI

Die Graz Linien bedienen mit zurzeit 8 Straßenbahn- und 26 Autobuslinien den Großteil des innerstädtischen Nahverkehrsnetzes. Als weiterer Service werden an Samstagen, Sonn- und Feiertagen frühmorgens 8 Nachtbuslinien angeboten, die von 0 bis 3 Uhr früh auf vom Zentrum in die Außenbezirke sowie neuerdings auch auf außerhalb von Graz führenden Strecken verkehren.

Den Hauptverkehrsknotenpunkt stellt der Jakominiplatz dar, auf dem alle Nachtbus- und Straßenbahnlinien sowie 8 der 33 regulären Buslinien zusammentreffen. Weitere Verkehrsknotenpunkte sind der Hauptplatz (alle Straßenbahnlinien außer 23) und der Hauptbahnhof (Endstation von vier Buslinien). Im Zuge des Baus der Verkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof wurde am 26. November 2012, erstmals in Graz, eine Straßenbahn-Tunnelhaltestelle eröffnet. Somit wird der Hauptbahnhof nun direkt von allen durch die Annenstraße geführten Linien angefahren. Die zuvor am Hauptbahnhof wendenden Linien 3 und 6 fuhren daher nun die neue Endstelle „Laudongasse“ an, die sich drei Stationen nach der bisherigen Endstelle befindet und zu diesem Zweck 2010 neu errichtet wurde.

Die letzten Erweiterungen des Netzes waren der Bau der Neutorstrecke mit den zwei neuen Haltestellen Andreas Hofer Platz TIM / Bad zur Sonne Stadtbibliothek.

Liniennummern Das Schema der Grazer Linienbezeichnungen umfasst drei Liniennummernbereiche: reguläre Straßenbahnlinien erhalten Nummern von 1 bis 9 (wobei 2, 8 und 9 derzeit nicht verwendet werden) für Straßenbahn-Sonderlinien sind die Nummern 11 bis 27 vorgesehen. Die 10er-Linien überqueren den Jakominiplatz (z. B. Linie 16), die 20er-Linien wenden am Jakominiplatz (z. B. Linie 23). Die Einerstelle bezeichnet einen (bzw. den) befahrenen Linienast einer regulären Linie. Spätestens mit der Einführung der Linie 13 (die, bis sie 2021 wieder eingestellt wurde, am Wochenende auf jeweils einer Teilstrecke der Linien 4 und 3 verkehrte) wurde dieses Schema jedoch durchbrochen, da die Bezeichnungen 14 und 15 für andere Sonderlinien verwendet worden waren. Kann aufgrund von Bauarbeiten ein Teil mehrerer Straßenbahnlinien nicht befahren werden (z. B. Bauarbeiten in der Herrengasse) werden manche Straßenbahnlinien kombiniert geführt und erhalten eine Liniennummer nach dem Format niedrigere Liniennummer/höhere Liniennummer (z. B. Linie 4/7 oder Linie 5/6, die von Liebenau/Puntigam bis zum Jakominiplatz dem Linienverlauf der Linie 4 oder 5 folgt, dort aber an einem anderen Steig hält, von wo an sie dem Verlauf der Linie 7 oder 6 bis zum LKH/St. Peter folgt) Buslinien werden von 30 aufwärts nummeriert; dabei werden die Nummern 30 bis 40 für jene Linien vergeben, die über den Jakominiplatz führen. Tangentiallinien haben Nummern im 60er-Bereich, einige Zubringerlinien zu Straßenbahn(end)stationen führen Liniennummern im 70er-Bereich, wobei die Einerstelle die betreffende Straßenbahnlinie angibt (z. B. 74 als Zubringer von Thondorf zur Endstation Liebenau/Murpark der Straßenbahnlinie 4). Bei linienmäßigen Kurzführungen wird die Liniennummer um ein „E“ ergänzt (z. B. befahren die Busse der Linie 34E nur eine Teilstrecke der Linie 34), gibt es mehr als eine linienmäßige Kurzführung wird eine um ein „E“, die andere um ein „A“ ergänzt (Stand Januar 2026 nur auf der Linie 65). Überquert eine Linie die Kernzonengrenze, wird die Nummer um ein „U“ (für Umland) ergänzt (z. B. Linie 76U von Schulzentrum St. Peter nach Grambach bzw. Hausmannstätten oder Premstätten b. Vasoldsberg). Diese Bezeichnung ist notwendig, um die Linien als Stadtbusse, die die Stadt- bzw. Kernzonengrenze überqueren, zu kennzeichnen und dennoch ein Unterscheidungsmerkmal zu Regionalbussen zu bieten, da Regionalbusse nicht für Fahrten innerhalb von Graz genutzt werden dürfen, die Stadtbuslinien mit einem U in der Liniennummer allerdings schon.

Darüber hinaus werden für außerplanmäßige Einschubkurse (z. B. nach Betriebsstörungen) und auf Fahrzeugen, für die es keine entsprechenden Linientafeln gibt oder auf denen sie nur schwierig zu wechseln sind, (z. B. Straßenbahnwagen mit Blech-Liniennummer) auch die Kennzeichnungen „E“ (Straßenbahn und Bus) und 88 oder 99 (Innenanzeigen in Bussen) verwendet. mini|220x220px|Straßenbahn-Linienplan 2021

Straßenbahnlinien

Die Farben der Straßenbahnlinien entsprechen der Farbgebung des offiziellen Liniennetzplans. Die Beschriftung bei den Straßenbahngarnituren der Reihe 500 ist einheitlich Grün auf schwarzem Grund bei LCD- oder Orange auf schwarzem Grund bei LED-Anzeigen bei allen anderen Straßenbahntypen.

Eggenberg/UKH – Hauptbahnhof – Jakominiplatz – Mariatrost Andritz – Jakominiplatz – Krenngasse Reininghaus – Hauptbahnhof – Jakominiplatz – Ostbahnhof – Liebenau/Murpark Andritz – Jakominiplatz – Puntigam Smart City/Peter-Tunner-Gasse – Hauptbahnhof – Jakominiplatz – St. Peter Wetzelsdorf – Hauptbahnhof – Jakominiplatz – LKH Med Uni/Klinikum Nord 16 Smart City/Peter-Tunner-Gasse – Hauptbahnhof – Stadtbibliothek/Bad zur Sonne – Jakominiplatz – St. Peter 17 Wetzelsdorf – Hauptbahnhof – Stadtbibliothek/Bad zur Sonne – Jakominiplatz – LKH Med Uni/Klinikum Nord Krenngasse – Jakominiplatz

Buslinien mini|220px|Straßenbahn- und Buslinienplan GVB 2008 mini|Citaro-Gelenkbus auf der Linie 64

Citypark – Österreichische Gesundheitskasse – Geidorf Harter Straße – Don Bosco – Uni-ReSoWi Harter Straße – Don Bosco – Jakominiplatz (Abend- und Wochenendverkehr) Jakominiplatz – Don Bosco – Seiersberg Jakominiplatz – Don Bosco – Peter-Rosegger-Straße Jakominiplatz – Thondorf Jakominiplatz – Dr. Renner-Schule