Manfred Vogel (* 1946 in Bottrop; † 11. März 2008 in Sóller, Mallorca) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Leben Vogel machte in den Jahren 1963 bis 1966 eine Lehre als Tiefdruck-Retuscheur. Von 1967 bis 1972 studierte er an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen, von 1972 bis 1978 an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er Meisterschüler von Gerhard Hoehme war. In den Jahren 1979 bis 1987 war er Lehrer an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld, von 1987 bis 1997 als Professor. Von 1984 bis 1986 hatte er außerdem einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf. Ab 1997 dozierte er an der Universität Essen im Fachbereich Kommunikationsdesign (ab 2003 Universität Duisburg-Essen). Er lebte in Duisburg, zuletzt in Sóller auf Mallorca und war mit der Künstlerin Jutta Freudenberger-Vogel verheiratet.Hans Dieter Peschken: Malerische Notizen. Artikel vom 22. September 2010 im Portal rp-online.de, abgerufen am 7. November 2022
Vogel schuf oft großformatige Bilder auf Leinwand und Papier und nahm dabei eine einzelgängerische Position in der Strömung des Abstrakten Expressionismus ein. Nach Anfängen in der Malerei des Kritischen Realismus, bei der er etwa die menschliche Figur plastisch ausformulierte, gelangte er zum Ende der 1970er Jahre zu einer Darstellungsweise, in der er Gegenständliches und gegenstandsfreie Formulierung, Linie und Farbfläche spannungsvoll gegenüberstellte. Auf seine Bilder trug er in kraftvollen Gesten nun Farbströme auf, die das Bildfeld queren und sich umeinander legen. Auch entwickelte er auf einheitlichen Farbfeldern nervöse Liniengeflechte. In einzelnen Werkgruppen experimentierte er über die Jahre mit monochromen Farbfeldern, Farbbahnen, Unschärfen, mit Kreisen sowie der Teilung auf mehrere Tafeln. Ferner integrierte er überarbeitete Fotovorlagen und Folien in seine Kompositionen. In seinem Farbauftrag reflektierte er seine Gemütszustände, etwa Erregung und Heiterkeit. Betroffenheit zeigend nahm er konkrete Ereignisse, zeitgeschichtliche, biblische, kunsthistorische oder literarische Sujets zum Anlass seiner Schöpfungen.
Als Kunst im öffentlichen Raum schuf Vogel großformatige Wandbilder im U-Bahnhof Rathaus in Duisburg.
Auszeichnungen 1979–1981: Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium, Duisburg, und Stipendium des Kultusministeriums Nordrhein-Westfalen 1989: Nixdorf-Kunstpreis, Duisburg 1998: Kunstpreis der Künstler, Große Kunstausstellung NRW Düsseldorf
Ausstellungen 1984: Städtische Galerie im Museum Folkwang, Essen 1984: Thyssengas, Verwaltungsgebäude, Duisburg 1985: Krefelder Kunstverein 1985: Museum Quadrat, Bottrop 1986: Städtische Galerie, Bad Waldsee 1986: Kunstverein Unna 1987: Kunstraum Wuppertal 1987: Niederrheinischer Kunstverein, Wesel 1988: Museum Schloss Morsbroich, Leverkusen 1989: Städtische Sammlung, Duisburg-Rheinhausen 1989: Kunstverein Vreden 1989: Emschertal-Museum, Herne 1990: Städtische Galerie Albstadt 1991: Kunstverein Wilhelmshöhe, Ettlingen 1992: Kulturforum Alte Post, Neuss 1995: Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg 1995: Städtisches Museum Mülheim an der Ruhr 1996: Bundesanstalt für Arbeitsschutz (DASA), Dortmund 1997: Städtische Galerie Peschkenhaus, Moers 1997: Technologiepark Eurotec, Moers 1998: Städtisches Atelierhaus Goldstraße, Duisburg 2000: Galerie Schloss Borbeck, Essen 2000: Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken 2000: Märkisches Museum Witten 2001: Heidelberger Kunstverein 2003: Duisburger Akzente, Städtisches Atelierhaus Goldstraße, Duisburg 2004: Richard-Haizmann-Museum, Niebüll 2004: Kunstverein Reutlingen, Hans-Thoma-Gesellschaft, Museum Spendhaus, Reutlingen 2004: Museum Ostwall, Dortmund 2005: Stadtmuseum Siegburg 2006: Kunst aus Nordrhein-Westfalen, Aachen-Kornelimünster 2006: Kunstverein Augsburg 2006: Kunstmuseum Alte Post, Mülheim an der Ruhr 2006: Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg 2006: Yehudi-Menuhin-Forum, Marl 2007: Kulturstiftung Rügen, Jagdschloss Granitz
Literatur Thomas Hirsch: Vogel, Manfred. In: De Gruyter Allgemeines Künstler-Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Walter de Gruyter, Berlin 2010 ff., ISBN 978-3-598-23033-2, Band 113: Vernet–Voigt, David (2021), S. 505.
Weblinks Manfred Vogel, Biografie im Portal galerie-epikur.de Prof. Manfred Vogel, Nachruf im Portal uni-due.de
Einzelnachweise
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