mini|Carl Eduard Anton Körber Carl Eduard Anton Körber (* in Võnnu; † in Tartu) war ein estnischer Geistlicher und Schriftsteller deutschbaltischer Herkunft.

Leben Carl Körber war der Sohn des Geistlichen und Heimatforschers Eduard Körber und der ältere Bruder des Komponisten und Dichters sowie ebenfalls Geistlichen Martin Körber. Er besuchte das Gymnasium in Tartu, wo er von 1820 bis 1823 auch Theologie studierte. Es folgten längere Reisen ins Ausland (Deutschland, Italien, Schweiz). Sein offizieller Studienabschluss an der Kaiserlichen Universität Dorpat erfolgte im Jahre 1834. Er war an verschiedenen Orten Hauslehrer und ab 1836 Hilfsprediger, ab 1841 Pastor in Vändra und Käru. Nach seiner EmeritierungNach anderen Quellen wurde er entlassen, vgl. Eesti kirjanduse ajalugu. II köide. Tallinn: Eesti Raamat 1966, S. 189. übersiedelte er 1859 nach Tartu, wo er u. a. die (kurzlebige) estnische Zeitung Tallorahwa Postimees ('Postbote fürs Bauernvolk') redigierte.Eesti kirjanike leksikon. Koostanud Oskar Kruus ja Heino Puhvel. Tallinn: Eesti Raamat 2000, S. 259. Kurzzeitig war er auch Redakteur der deutschsprachigen Wochenzeitung Das Inland, ferner verdiente er sich seinen Lebensunterhalt durch Privatunterricht.Eesti kirjanduse ajalugu. II köide. Tallinn: Eesti Raamat 1966, S. 189–190.

Die Person Körbers diente dem estnischen Autor Ernst Peterson-Särgava in seinem Roman Lähme linna kirjutama, oma elu kergendama ('Gehen wir in die Stadt zu schreiben, unser Leben zu erleichtern') teilweise als Vorbild.Vgl.: Olev Jõgi: E. Särgava romaan „Lähme linna kirjutama“. Saamislugu. Aineid, in: Keel ja Kirjandus 4/1968, S. 193–207; 6/1968, S. 340–348.

Werk Körber publizierte ungefähr vierzig Bücher und Broschüren verschiedensten Inhalts und war überdies Autor von KalendergeschichtenEndel Annus: Gresseli kalendri autorid 1805–1868, in: Keel ja Kirjandus 12/1973, S. 730–731.: Er verfasste geistlich-erbauliche Schriften, zeichnete Volkserzählungen auf, schrieb Schulbücher und populärwissenschaftliche Literatur und war der erste Autor estnischsprachiger Kinderbücher. Sein Werk zeichnet sich durch eine „ungewöhnlich bildreiche“ Sprache sowie „außergewöhnliche Gedankengänge und unerwartete Vergleiche“ aus.Eesti kirjanduse ajalugu. II köide. Tallinn: Eesti Raamat 1966, S. 189–190.

In Konflikt mit der Obrigkeit geriet er durch seine sogenannte „Palermo-Predigt“Abgedruckt bei: Hans Martin: Palermo jutlus, in: Eesti Kirjandus 1/1923, S. 46–48. (1846), in der er gegen die in den 1840er Jahren um sich greifende Konversionsbewegung (zum orthodoxen Christentum)Vgl. hierzu: Gert Kroeger: Die evangelisch-lutherische Landeskirche und das griechisch-orthodoxe Staatskirchentum in den Ostseeprovinzen 1840-1918, in: Reinhard Wittram: Baltische Kirchengeschichte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1956, S. 177–206. wetterte und auch den regierenden Zaren nicht verschonte. Durch seine Gegnerschaft zur herrschenden Oberschicht genoss er in der Bevölkerung jedoch hohes Ansehen.

Weblinks (estnisch) Carl Körber in der estnischen Personendatenbank ISIK

Einzelnachweise

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