Friederike Johanna (Jeanne) Nestler-Rebeau, geb. Bauer (* 16. August 1938 in Beuthen, Oberschlesien), ist eine österreichische Installations- und Objektkünstlerin sowie Fotografin.

Leben Friederike Nestler-Rebeau ist eine Tochter des aus der Steiermark stammenden Ingenieurs Rupert Bauer, der zur Zeit ihrer Geburt in Beuthen tätig war. Später arbeitete er als Berginspektor der Alpine in Leoben-Seegraben.Nestler-Bauer, Friederike. In: Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Band 3. Wien 1986, S. 119. Nach Abschluss der AHS-Unterstufe in Leoben besuchte Friederike Bauer von 1952 bis 1956 die Bundeslehranstalt für das Baufach und Kunstgewerbe in Graz. Dort war sie zwei Jahre lang in der Fachschulklasse Keramik von Hans Adametz und danach Meisterschülerin für Malerei bei Rudolf Szyszkowitz. 1958 erlangte sie die Externisten-Matura am Akademischen Gymnasium in Graz. Anschließend studierte sie von 1958 bis 1964 an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie der Meisterklasse bei Josef Dobrowsky und Herbert Boeckl angehörte und mit dem Diplom für Malerei abschloss. Außerdem erlangte sie einen Magister-Abschluss an der Universität Wien.Bauer (Nestler-Rebeau) Friederike Johanna. In: Eugen Gross (Hrsg.): Die Grazer Ortweinschule: Bau – Kunst – Design, 1876–2001. Manumedia Schnider, Graz 2001, ISBN 3-902020-12-1, S. 77.

Während ihres Studiums in Wien lernte sie den Maler und Objektkünstler Norbert Nestler (1942–2014) kennen, den sie 1964 heiratete und mit dem sie auch künstlerisch zusammenarbeitete. Beruflich war sie als Kunsterzieherin tätig, zunächst am Bundesrealgymnasium in Bruck an der Mur. 1966 zog sie mit ihrem Mann nach Graz. Dort unterrichtete sie am Musisch-Pädagogischen Bundesrealgymnasium für Mädchen.

Friederike Nestler-Rebeau ist seit 1971 Mitglied der Grazer Künstlergruppe Forum Stadtpark, mit der sie mehrfach ausstellte. Außerdem gehört sie dem Werkbund, dem Grazer Kunstverein und dem Verband der Akademikerinnen ÖsterreichsAusstellung Friederike Jeanne Nestler-Rebeau. In: vaoe.at. Abgerufen am 6. November 2022. an. Einzelausstellungen ihrer Werke fanden unter anderem im Stadtmuseum Graz (1993, mit Katalog) statt.

Nestler-Rebeau wurde 1986 mit dem Kunstförderungspreis und 1988 der Ehren-Medaille der Stadt Graz ausgezeichnet. 1998 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft. 2008 wurde ihr das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen.Auszeichnungen und Lebensrettungsmedaillen. In: kommunikation.steiermark.at. Abgerufen am 6. November 2022.

Werk Friederike Nestler-Rebeau erschafft Werke der Objekt- und Installationskunst, Skulpturen und Fotografien. Als Sujet wählt sie häufig den menschlichen Körper, wobei sie feministische und gesellschaftskritische Positionen einnimmt. Bei ihren Installationen und Skulpturen handelt es sich oft um Ready-mades. Charakteristisch für ihre Arbeiten ist auch der gleichzeitige Einsatz unterschiedlicher Materialien wie Keramik, Bronze, Textilien, Plexiglas und Holz. Neben ihren eigenständigen Arbeiten realisierte Nestler-Rebeau langfristige gemeinsame Kunstprojekte mit Norbert Nestler.

Werke (Auswahl) Ape-man, Skulptur, Plexiglas/Textil, 176 × 83 × 43 cm, 1973 Körperprojektionen, Fotoserie, 1980/81 Haut, fotografische Häutung der Künstler, 1981, mit Norbert Nestler Das Bild zerbricht, Installation, Graz, Herrengasse, 1983, mit Norbert Nestler Das Mahl, Bronze auf Eisengestell, 120 cm, 1985/88 Der große Wald, Projekt einer Großskulptur aus 24 Draken, Ausführung als Modelle (Bronzeguss, Holzplatte mit Modellflugzeugen), 1987–2002 Buchstäblich Buchstaben, Die blauen Ameisen, Installation, Terrakotta und Holz, 100 × 111 × 6 cm, 1988 Auch Wände sind kein Hindernis, Installation für das Bildungshaus Maria Trost, 1995 Zeitzyliner, Rauminstallation, Malerei, Hardwarescrap, Video und Kindersitzgarnitur, 1998 Künstlerhaus Graz Skinwall, SW-Foto-Gruppen mit Händen und Füßen der Künstler, 1999–2003, mit Norbert Nestler

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1973, 1980, 1981: Forum Stadtpark 1982: Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz 1988: Joanneum-Ecksaal, Graz 1993: F. J. Nestler-Rebeau, art nowhere or nowhere art, Stadtmuseum Graz (mit Katalog) 1998: Jeanne Rebeau, Zeitzylinder, Künstlerhaus Graz 2003: Skinwall, Grazer Kunsthaus (mit Norbert Nestler, Katalog) 2022: Eine Retrospektive, CityPark Graz

Gruppenausstellungen 1972: Secession Wien 1980: Forum Stadtpark, Graz 1985: steirischer herbst, Los Angeles 1990: Internationale Triennale für Malerei, Osaka 1990 1993: 8+3 Lebensräume – Kunsträume, Stadtmuseum Graz 2000: Der Anagrammatische Körper, Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe 2003: M_ARS – Kunst und Krieg, Neue Galerie (mit Katalog) und Meisterwerke der Steirischen Moderne, Burg Rabenstein, im Rahmen von Graz – Kulturhauptstadt 2003 2011: Wir sind Bettler, Stadtmuseum und Theater im Bahnhof, Graz 2021: Fokus Foto, Einsichten, Kunsthalle Graz In: kunsthallegraz.portfoliobox.net. Abgerufen am 6. November 2022. 2021: Ladies and Gentlemen – Das fragile feministische Wir, Neue Galerie GrazLadies and Gentlemen – Das fragile feministische Wir. In: museum-joanneum.at. Abgerufen am 6. November 2022.

Literatur

Bauer (Nestler-Rebeau) Friederike Johanna. In: Eugen Gross (Hrsg.): Die Grazer Ortweinschule: Bau – Kunst – Design, 1876–2001. Manumedia Schnider, Graz 2001, ISBN 3-902020-12-1, S. 77. Nestler-Bauer, Friederike. In: Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Band 3. Wien 1986, S. 119. Skinwall / Norbert Nestler, Friederike J. Nestler-Rebeau. Katalog zur Ausstellung im Künstlerhaus Graz, Graz 2003, ISBN 978-3-200-00015-5. Die Haut zum Markte tragen: Grazer Doppelportrait Nestler-Rebeau & Nestler, Gemeinsames und Getrenntes / Steirischer Herbst 2005. Galerie Kunst & Handel, Graz 2005, ISBN 3-902347-10-4. Gertrude Celedin (Hrsg.), Otto Breicha (Texte): F. J. Nestler-Rebeau, art nowhere or nowhere art. Katalog. Stadtmuseum Graz. Hrsg. vom Kulturreferat der Landeshauptstadt Graz, Graz 1993, ISBN 978-3-900764-15-9.

Weblinks

art-nestler.at Friederike J. Nestler-Rebeau auf dem Kulturserver Graz Friederike J. Nestler-Rebeau auf basis wien Das Bild zerbricht. Erinnerungen von Friederike J. Nestler-Rebeau

Einzelnachweise

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