Die Wurzeln des Eishockeysports in Landsberg können bis ins Jahr 1955 mit der Gründung einer Abteilung beim TSV 1882 Landsberg zurückverfolgt werden. Aktuell nehmen die Mannschaften des HC Landsberg am Spielbetrieb teil – die Mannschaften der früheren Vereine EV Landsberg (bis 2000), EV Landsberg 2000 bzw. EV Landsberg (bis 2011) nahmen zeitweise an der zweithöchsten Spielklasse teil.

Geschichte Eislaufverein Landsberg Gründungsphase Seit Jahren gab es Bestrebungen, den Eissport auch in Landsberg populär zu machen. So trafen sich am 11. Februar 1955 auf Initiative von Hans Schorer, dem späteren bayrischen Schiedsrichterobmann, im Schloßbergkeller in Landsberg 31 Eishockeyfreunde um die Weichen zu stellen. Die Stadt Landsberg hatte sich im Vorfeld schon bereit erklärt, bei der Platzbeschaffung behilflich zu sein und die damalige Vorstandschaft des TSV 1882 Landsberg begrüßte das Vorhaben der Anwesenden. Es wurde ein Ausschuss gebildet, der die Vorarbeiten zur Gründungsversammlung wahrnehmen sollte. Am 1. April 1955 wurde der Eissportverein Landsberg als Abteilung des TSV 1882 gegründet. Erster Abteilungsleiter wurde Johann Hopp.

Für den Bau einer Eisbahn stellte die Stadt Landsberg die Richtwiese am Hindenburgring durch Erbbaurecht zur Verfügung und am 4. Juni 1955 führte der Oberbürgermeister Thoma den ersten Spatenstich aus. Dank der Unterstützung der US-Army rollten mehrere Planierraupen, um die Erdarbeiten auszuführen. Am 8. November 1955 trennte sich die Eishockeyabteilung vom TSV Landsberg und gründete am 15. November 1955 den EV Landsberg. Erster Vorstand wurde Ingo Hopp. Ende November 1955 war das Natureisstadion fertig. Am Sonntag, dem 27. November 1955, war die Eisfläche erstmals bespielbar und Oberbürgermeister Thoma gab offiziell das Eis frei. Das Eröffnungsspiel gegen Nymphenburg fand am 10. Januar 1956 statt. Die von Spielertrainer Buchmayer betreute Mannschaft siegte vor 3000 Zuschauern 10:0. In der Folgezeit gab es zahlreiche Freundschaftsspiele gegen nationale und internationale Mannschaften. Aufgrund der gezeigten Leistungen in diesen Spielen weigerten sich die Vereine der Bezirksliga gegen Landsberg zu spielen. Der Verband beschloss daher, den EVL eine Klasse höher einzustufen. In der Aufstiegsrunde zur Landesliga siegte der EVL unter Spielertrainer und Ex-Nationalspieler Ludwig Kuhn ausschließlich zweistellig.

Kunstlaufveranstaltungen auf Landsberger Eis lockten bis zu 3500 Zuschauer ins Stadion. Größen wie Manfred Schnelldorfer, oder Rosi Pettinger und Manfred Bäumler traten in Landsberg auf. Die neue Vorstandschaft Aigner, Gerum, Kühnruß erkannte bald, dass eine Natureisfläche nicht ausreichte, sondern durch eine Kunsteisbahn zu ersetzen sei. In einer außerordentlichen Generalversammlung am 10. Mai 1957 stimmten alle Mitglieder dem Umbau zu. Die Bevölkerung, Eissportfreunde und Sportler wurden zu freiwilligem Arbeitseinsatz gebeten. Am 25. Juni 1957 begannen die Arbeiten wieder unter Mithilfe der US-Army und der Firma Escher Wyss. Es entstand die damals modernste Kunsteislaufbahn Deutschlands. Der Lohn für diese Anstrengungen war die Vergabe des Länderspieles Deutschland-Italien am 9. Oktober 1957 nach Landsberg. Das Spiel endete mit einer 3:4-Niederlage vor fast 5000 Zuschauern.

Aufstieg in die Oberliga (1959–1967) Die Landsberger spielten in der Saison 1957/58 in der Landesliga mit Mannschaften wie dem EV Rosenheim, TEV Miesbach und EC Holzkirchen. Dabei wurde Rosenheim vor 3000 Zuschauern mit 8:3 besiegt. In der Saison 1958/59 wechselten die Landsberger in die schwäbische Gruppe mit dem EV Pfronten, ERC Sonthofen, EC Oberstdorf und dem ERC Lechbruck. Landsberg wurde Gruppenerster, bezwang den württembergischen Landesmeister EV Ravensburg in den Aufstiegsspielen mit 15:0 und besiegte die EG Preussen Brandenburg Berlin vor 4000 Zuschauern mit 10:2. Damit stieg der EV Landsberg in die zweithöchste Spielklasse auf (Oberliga).

SaisonLigaSpielklasseGruppePlatzierungPOPDEndplatzierungZuschauerschnitt 1957/58 Landesliga I I I Süd 1958/59 Landesliga I I I West Meister BLL Bayr. Meister ↑ 1959/60 Oberliga I I 7. Platz 1960/61 Oberliga I I 9. Platz 1961/62 Oberliga I I 9. Platz 1962/63 Oberliga I I 10. Platz 1963/64 Oberliga I I 9. Platz 1964/65 Oberliga I I 11. Platz 1965/66 Oberliga I I Vizemeister 1966/67 Oberliga I I Süd 6. Platz X 5. Quali ↓ 1967/68 Regionalliga I I I Süd Meister RL Meister ↑ 1968/69 Oberliga I I Süd 4. Platz X 3. Quali 1969/70 Oberliga I I Süd 6. Platz X 1. Quali 1970/71 Oberliga I I 3. Platz 1971/72 Oberliga I I 8. Platz 1972/73 Oberliga I I 6. Platz 2. BL neu ↑ 1973/74 2. Bundesliga I I 9. Platz 1974/75 2. Bundesliga I I 10. Platz ↓ 1975/76 Oberliga I I I Süd Vizemeister OL Meister ↑ 1976/77 2. Bundesliga I I 8. Platz X 2. Platz 1977/78 2. Bundesliga I I 11. Platz X 4. Platz 1978/79 2. Bundesliga I I 7. Platz 1979/80 2. Bundesliga I I 10. Platz 1980/81 2. Bundesliga I I 10. Platz 1981/82 2. Bundesliga I I 8. Platz X Rückzug ↓ 1.380 1982/83 Oberliga I I I Süd Vizemeister 2. BL 3. Quali A ↑ 1983/84 2. Bundesliga I I Süd 5. Platz X 5. Gruppe B 1984/85 2. Bundesliga I I Süd 7. Platz X 2. Gruppe B 1985/86 2. Bundesliga I I Süd 5. Platz X 2. Gruppe A 1.446 1986/87 2. Bundesliga I I Süd 7. Platz X 2. Gruppe B 1987/88 2. Bundesliga I I Süd 9. Platz X 3. Gruppe A 1.360 1988/89 2. Bundesliga I I Süd 10. Platz X 3. Gruppe B 990 1989/90 2. Bundesliga I I Süd 4. Platz BL 9. Quali 2.001 1990/91 2. Bundesliga I I Süd 6. Platz X 2. Quali A 1.996 1991/92 2. Bundesliga I I Süd Vizemeister X 6. Quali ↓ 1.693 1992/93 Oberliga I I I Süd Meister OL Vizemeister ↑ 2.200 1993/94 2. Bundesliga I I 8. Platz X Viertelfinale 1.638 1994/95 1. Liga I I 8. Platz X Achtelfinale 1995/96 1. Liga I I 7. Platz X Viertelfinale 1.242 1996/97 1. Liga I I 5. Platz X Achtelfinale 1.410 1997/98 1. Liga I I 14. Platz X 5. Gruppe B ↓ 744 1998/99 1. Liga I I I 11. Platz X 6. Platz Gr. II ↓ 623 1999/00 Regionalliga I V 10. Platz Rückzug ↓ Zeichen für Auf-/Abstieg ↑ ↓; Quelle: eishockey-online.comZuschauerstatistik eishockey-online

In den nächsten Jahren hielt der EV Landsberg in der Oberliga gut mit. Die Mannschaft spielte gegen namhafte Gegner wie Dortmund, Landshut, Düsseldorf, Köln und Berlin. Gleichzeitig wurde der EV Landsberg von einer Finanzkrise geschüttelt. Der Stadtrat stimmte nach höchst kontroverser Debatte zu, dem Verein mit einem 60.000,- DM Darlehen zu helfen, mit der Auflage, dass eine von der Stadt zu bestimmende Persönlichkeit permanentes Mitglied im Vorstand des EVL sein musste.

Nach durchwachsenen Jahren steuerte der EV Landsberg dank junger Talente auf die Tabellenspitze der Oberliga zu. Im Februar 1966 wurde der Mitkonkurrent FC Bayern in München mit 5:3 geschlagen. Kurz darauf kehrte die Mannschaft mit einem 5:4-Sieg vom EC Deilinghofen zurück. Dies bedeutete den Spitzenplatz. Der EV Landsberg stand punkt- und torgleich mit dem Berliner SC. Die Mannschaft stand an der Schwelle zur Bundesliga. Aus finanziellen Gründen wurde das Spiel nach Berlin vergeben. Nach dem ersten Drittel führte der EV Landsberg im ausverkauften Sportpalast vor über 6000 Zuschauern gegen den Berliner SC mit 5:0. Doch die Berliner gaben nicht auf. Nach dem zweiten Drittel stand es nur noch 5:4 und am Ende hieß es 8:6 für Berlin. In der Folge gab es Gerüchte, dass das Spiel verkauft worden sei. Auch aus Enttäuschung darüber verließen Spieler wie Hynek, Robert Merkle, Anwander, Lackner und Reiser den Verein, um sich höherklassigen Teams anzuschließen.

Von der Regional- in die 2. Bundesliga (1967–1974) In der Saison 1966/67 stieg der EV Landsberg nach achtjähriger Zugehörigkeit zur Oberliga in die Regionalliga ab. Doch der Vorstandschaft unter Karl John gelang es, den Sturz in den Abgrund aufzufangen. Der Alt-Internationale Markus Egen übernahm die Mannschaft und schaffte mit einem jungen neuen Team in der Saison 1967/68 den Wiederaufstieg.

Ab 1966 war beim EVL Hans Beppo Sedlmeir aktiv, der dem Verein in den nächsten 16 Jahren als Spieler und später als Trainer zur Verfügung stand. Verteidiger Herbert Prestele, ein Landsberger Eigengewächs, spielte ab der Saison 66/67 in der ersten Mannschaft, ging dann zum AEV und nach Kaufbeuren, ehe er seine Laufbahn in Landsberg wegen einer schweren Augenverletzung beenden musste.

Stürmer Reinhold „Rupsi“ Bauer war Landsbergs erster Nationalspieler. Er war über viele Jahre mitbestimmend für das Landsberger Eishockey. Erst als Spieler, dann als Nachwuchstrainer, in der Folge als einer der erfolgreichsten Trainer der Seniorenmannschaft (1985–1988). Fritz Gayer kam zu Beginn der Saison 1967/68 aus Denklingen zum EVL und ist dem Verein bis heute treu. In 700 Spielen erzielte er 418 Tore und gab 318 Assists. Er war über Jahre hinweg sowohl menschlich ein Vorbild als auch als Spieler und Kapitän der Mannschaft das Maß aller Dinge. Gerhard Petrussek war ab der Saison 1970/71 für den EV Landsberg aktiv und brachte es bis 1989 auf 586 Spiele für den EV Landsberg. Der Verteidiger ist wie Fritz Gayer ein „Urgestein“ im Verein und bis heute als Vorstandschaftsmitglied aktiv.

Nach Trainer Markus Egen, der in die Bundesliga abwanderte, bestimmten in den folgenden Jahren Männer wie der Nationalspieler Siegfried Schubert, der Landsberger Ludwig Müller und Nationalmannschaftskapitän Ernst Trautwein als Trainer das Spielgeschehen. Der EV Landsberg behauptete sich in der eingleisigen Oberliga im oberen Tabellenfeld. Daher gehörte der EVL ab der Saison 1973/74 der neu geschaffenen eingleisigen 2. Bundesliga an.

In der Saison 1974/75 stieg der EV Landsberg in die Oberliga-Süd ab. Ein Jahr später gelang dem EV Landsberg der Wiederaufstieg mit den beiden Entscheidungsspielen gegen den EHC 70 München. In der Saison 78/79 hatte der EVL hochkarätigen Zuwachs. Der Alt-Internationale Ernst Köpf wechselte von Augsburg zum EVL und erzielte das 1000. Tor seiner Karriere. Erstmals verpflichtete man mit den beiden Finnen Pentti Hiiros und Jorma Siitarinen zwei Ausländer.

Ende der 1970er Jahre reichte die alte Eissportanlage ohne Dach nicht mehr aus. Im Zuge des Neubaus des Landsberger Sportzentrums wurde die neue Eishalle am Hungerbach das Domizil des EV Landsberg. Am 19. März 1980 wurde das Stadion mit einem Freundschaftsspiel gegen den Deggendorfer EC eingeweiht.

Neuanfang mit jungen Talenten (1985–1988) Für die Saison 1985/86 musste sich der EVL aus finanziellen Gründen von vielen Spielern trennen und auf den eigenen Nachwuchs setzen. Es begann eine neue Ära, die Rupsi Bauer und Hans Sedelmeir als Trainerduo einleiteten: Es wurden Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft integriert, die meist jünger als 19 Jahre waren. Zu diesen gehörten Torwart Christian Merkle, Christian Gerum, Alexander Zittlau, Rainer Sangl, Markus Weiss, Wolfgang Schmalfuß, Michael Schäufl und Stefan Steinecker. Jürgen Schaal kam als Juniorennationalspieler von Esslingen. Dazu wurden die Ausländerstellen von Andrew Meers und Tim Dudeck besetzt, die die Scorerliste anführten und mit Manfred Korb, einem der größten Eishockeytalente Landsbergs, den ersten Sturm bildeten. Der EVL verfügte somit über vier Juniorennationalspieler (Schaal, Steinecker, Gerum, Guddat).

Nach Abschluss der Punktrunde war der EV Landsberg Tabellenvierter und scheiterte nur um 1 Tor an der Teilnahme zur Aufstiegsrunde in die 1. Bundesliga. Am 14. Juni 1987 starb der Vorsitzende des EVL, Albert Mayr, im Alter von 56 Jahren.