mini|Stammwappen derer von Esbeck im Wappenbuch des Westfälischen Adels
Esbeck (auch: Esbecke, Esbach, Esbeck-Platen o. ä.) ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts.
Das hier behandelte Geschlecht ist von dem nicht-verwandten braunschweigischen Adelsgeschlecht Esebeck zu unterscheiden.
Geschichte Der namensgebende Stammsitz des hier behandelten Geschlechts war Esbeck, heute ein Ortsteil von Lippstadt. Die Familie war ritterbürtig und kommt urkundlich erstmals mit Ritter Constantin im Jahr 1235 vor. Ein Knappe Herbord erscheint 1328.Lit. Max von Spießen (1901–1903), S. 48. Früh gehörte die Familie zum Patriziat, Stadt- und Landadel von Soest und der Soester Börde. Schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erscheint sie im Rat von Lippstadt. 1277 war Albert von Esbeck dort Bürgermeister. Ein weiterer Albert von Esbeck war Ende des 15. Jahrhunderts ebenfalls Bürgermeister von Lippstadt. Zwei seiner Söhne, Heinrich (urkundl. ab 1480, † 1525) und Johann († 1540), zogen nach Soest und heirateten Töchter von altpatrizischen Soester Geschlechtern. Sie wurden umgehend in das Soester Patriziat aufgenommen und erscheinen 1517 auch in der Stern-Gesellschaft. Johann war ab den 1490er Jahren Mitglied des Soester Rats und ab 1509 mehrfach Soester Bürgermeister. Derselbe Johann von Esbeck erwarb 1511 von den Altenbreckerfeld das Rittergut Brockhausen (Lippetal) nördlich von Soest, auf dem die Familie bis um 1700 saß. Die Nachkommen Johanns waren auch Mitglieder der Sassendorfer Sälzergenossenschaft. Anfang des 17. Jahrhunderts bildeten sich zwei Linien.Lit. Ferdinand von Klocke, 1927, S. 152 f.
Linie Brockhausen Die ältere Linie besaß u. a. Brockhausen, Broel und Portinghof bei Soest. Aus dieser Linie stammte Goswin von Esbeck zu Brockhausen, der mit Anna von Michaels eine Tochter namens Anna Maria Elisabeth zeugte, die Brockhausen 1679 an ihren Ehemann Johann Florenz von Krane brachte. Ein Jan Florenz von Esbeck vermählte sich 1713 mit Christian Helena von Dael.Lit. Leopold von Ledebur: Adelslexicon, Berlin 1855, S. 208. Im 18. Jahrhundert kam die Linie durch Offiziersdienste von Soest fort.
Esbeck-Platen 1842 vermählte sich preußische Major a. D. Ernst von Esbeck mit Rosalie von Platen (1797–1872) auf Gurtitz. Die Eheleute besaßen Kapelle auf Rügen. Am 17. Juli 1867 erhielt der Lieutenant im Garde-Husaren-Regiment, später Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Kammerherr und Zeremonienmeister,Jagdgesellschaft-Bildnis Kammerherr v. Esbeck-Platen, In: Paul Seidel (Hrsg.): Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preußen. 12. Jg., Giesecke & Devrient, Berlin / Leipzig 1908, S. 16. Wilhelm Emil Viktor Alfons von Esbeck (1845–1924),Wilhelm von Esbeck-Platen, In: Praktiken der Monarchie/Acta Borussica, Hrsg. BBAW. 2025. Sohn des o. g. Eheleute Esbeck und Platen, die preußische Genehmigung, Namen und Wappen des Geschlechts Platen auf Gurtitz dem seinigen hinzuzufügen und sich „von Esbeck gen. von Platen“ zu nennen.J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3, 2. Abt., Bd. 2, Bauer & Raspe E. Küster, Nürnberg 1906, S. 63. 1904 wurde der Name offiziell in „von Esbeck-Platen“ geändert.Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band III, Band 61 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1975, S. 176. Von dieser Linie sind keine Nachfahren nachweisbar. Letzte Vertreter waren Constantin von Esbeck-Platen († 1939) und sein Bruder, der JuristInaugural-Diss. Ernst-Ulrich von Esbeck-Platen: Die rechtliche Natur des Pachtabstandes. H. Adler. 1907. 53 S. und Leutnant d. R. Ernst-Ulrich von Esbeck-Platen († 1914), zuletzt am Landratsamt Kreis Rosenberg (Oberschlesien) tätig. Beide waren vormals Offiziere beim Leib-Garde-Husaren-Regiment zu Potsdam.Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps. 1911. E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1911, S. 680. Sie wurden in den Gothaischen Genealogischen Taschenbüchern mehrfach in den uradeligen Ausgaben publiziert.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1915. 16. Jg., Justus Perthes, Gotha 1914, S. 281. Der genealogische Kontext zum GeologenHans-Hinnerk von Esbeck-Platen: Untergrundabdichtungsmaßnahmen in den Sandsteinen der Koratserie beim Bau des Ubol Ratana Dammes/Thailand. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft. Band 119, ZDGG, (August) 1969, S. 190–200.Helmut W. Mayer: Der Ingenieur im Talsperrenbau, Esbeck-Platen, Hans-Hinnerk von: Geologische Faktoren bei der Standortwahl von Stauanlagen. In: Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau: e.V. (Hrsg.): Wasserwirtschaft. Zeitschrift für das gesamte Wasserwesen. Insbesondere für Hydrologie, Hydromechanik und Wasserbau. 70. Jahrgang, Heft 3, März 1980. Franckh’sche, Stuttgart 1980, S. 64–143. Hans-Hinnerk von Esbeck-Platen (Wolfenbüttel/Salzgitter) bleibt in den Forschungen der Familie von Platen offen.Vgl. Hans Hartwig v. Platen: Die Familien von Platen. Stammtafeln der Märkischen und Rüganischen Familien von Platen, Band 2, (4. dig. überarb. Auflage), Selbstverlag, Untereisesheim 2007/2008, S. 868.
Linie Soest Die zweite, jüngere Linie war bis zuletzt in der Wiesenstraße in Soest ansässig. Sie starb 1689 mit Elisabeth Katharina von Esbeck, Frau des Soester Stadt- und Landadelangehörigen Johann Philipp Hildebrand von Klocke zu Haus Borghausen, aus.
Persönlichkeiten Albert von Esbeck, 1277 Bürgermeister von Lippstadt Albert von Esbeck, im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts Bürgermeister von Lippstadt Johann von Esbeck, Soester Bürgermeister 1509–1511, 1519–1521, 1526–1528, 1532–1534
Wappen Blasonierung des Stammwappens: In Rot drei silberne Wellenbalken. Auf dem Helm ein offener roter Flug, die Flügel jeweils mit den drei Wellenbalken belegt. Die Helmdecken sind rot-silbern. Blasonierung des vermehrten Wappens von 1867: Quadriert. In den Feldern 1 und 4 das Stammwappen; in den Feldern 2 und 3 das Wappen derer von Platen: in Silber zwei sich ansehende schwarze Löwen- oder Meerkatzenköpfe, unten in einem Flügel endend. Zwei gekrönte Helme: I. roter Flug, je mit den drei silbernen Wellenbalken belegt, II. eine silberne zwischen zwei schwarzen Straußenfedern, vor denselben liegt eine silberne zwischen je zwei silbernen Rosen. Die Helmdecken sind rot-silbern und schwarz-silbern. Als Schildhalter werden zwei goldene einwärtssehende Löwen geführt.
Literatur
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1925. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. 18. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1924, S. 220–221. Siehe: FamilySearch (Kostenfrei). Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band III, Band 61 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1975, S. 176. Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band III, Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft (D.A.G.), Vaterländische Verlagsanstalt W. T. Bruer, Berlin 1899. Friedrich von Klocke: Alt-Soester Bürgermeister aus sechs Jahrhunderten, ihre Familien ihre Standesverhältnisse, in: Westfälische Zeitschrift, Band 84, 1927, S. 152 f. (PDF, 101 MB beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 3 (Eberhard–Graffen), Friedrich Voigt’s Buchhandlung, Leipzig 1861, S. 153 f. (Digitalisat) Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1: A–K, Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 208. (Digitalisat) Johann Siebmacher: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute. Nachträge und Verbesserungen, Bauer & Raspe, Nürnberg 1906, S. 63. (Digitalisat) und Tfl. 52. (Digitalisat) Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Band 1, C. A. Starke, Görlitz 1901–1903, S. 48. (Digitalisat); Band 2, Görlitz 1903, Tafel 115. (Digitalisat)
Einzelnachweise
Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1235