mini|Triebwagen 30 auf Linie 3 Richtung Basta im Jahr 1950 mini|Straßenbahn in der Rue Basta mini|Straßenbahnnetz im Jahr 1961 Die Straßenbahn Beirut war das Straßenbahnsystem der libanesischen Hauptstadt. Sie verkehrte zwischen dem 19. April 1908 und September 1965 auf der im Nahen Osten gängigen Spurweite von 1050 mm, wie sie auch die Hedschasbahn verwendete. Die maximale Netzausdehnung betrug 12 Kilometer.
Geschichte Im Jahr 1906 erhielt das französisch-belgische Unternehmen Société anonyme ottomane des tramways et d'électricité de Beyrouth gegen Zahlung von 800.000 belgischen Francs eine ottomanische Konzession für den Straßenbahnbetrieb in Beirut.
Bereits 1906 schlossen sich die Konzessionäre mit der Banque Liègeoise und der Société d’Entreprise générale de Travaux (ENGETRA) zur Gründung der Société anonyme ottomane des Tramways et de l’Electricité de Beyrouth (OTEB) zusammen.
1924 kaufte das französisch dominierte Unternehmen Tramways et Eclairage de Beyrouth die Konzessionen und die Infrastruktur der OTEB auf.
In den 1920er- und 1930er-Jahren kam es aufgrund von als unangemessen empfundenen Preiserhöhungen zu Boykottaktionen von Elektrizitäts- und Straßenbahnbetrieben. Gefordert wurde einerseits die Halbierung der Fahrpreise sowie auch die Beschaffung modernerer Straßenbahnwagen.
mini|Aktie Electricité de Beyrouth 1935 wurde die Straßenbahngesellschaft auf der Hauptversammlung in Electricité de Beyrouth umbenannt.
Durch das libanesische Gesetz vom 7. Juli 1954 wurde das Unternehmen verstaatlicht, jedoch durch Zahlung von 23.500.000 Libanesischen Pfund entschädigt.
1956 wurde überlegt, die Straßenbahn durch Trolleybusse zu ersetzen.
Nach dem Beschluss zur Stilllegung wurde erwogen, die existierenden Fahrzeuge nach China zu verkaufen, um damit eine Rate für anzuschaffende Omnibusse finanzieren zu können. Letztendlich wurden die Fahrzeuge überwiegend verschrottet.
Fahrgastentwicklung Angaben durchwegs aus Dussart-Desart: Les tramways belges dans l’Empire ottoman
1932: 13 Millionen Fahrgäste 1934: 38 Millionen Fahrgäste 1951: 57,5 Millionen Fahrgäste
Fahrzeuge Es existierten insgesamt 75 Fahrzeuge. Diese wurden von Energie, Ateliers Métallurgiques de Nivelles, Compagnie centrale de construction (Haine-Saint-Pierre), Usines Ragheno (Malines) sowie Braine-le-Comte (1934 bis 1939) geliefert.
Netz Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gab es vier Linien. Sie waren mit Farben bezeichnet:
Rot: Nahr Beirut – Place de l’Union (oder Place des Martyrs) – Khan Anton Beg Grün: Place de l’Union – Bois de Pins Gelb: Place de l’Union – Damascus Road – Fourn el Chebak Blau: Place de l’Union – Phare
Nach dem Ersten Weltkrieg verkehrten fünf Linien: 1: Fourn El Chebak – Bab Idriss – Amerikanische Universität – Ras Beirut – Al-Manara 2: Al-Hamidiyah-Platz (Place des Martyrs) – Straße Beirut-Damaskus – Fourn Al Chebak 3: Place de l’Union (Place Ryad El Solh) – Basta – Al-Horsh 4: Fourn El Chebak – Rue Foch – Rue Al Mirfa – Bahnhof 5: Fourn El Chebak – Al Borj – Al Nahr – Dora
Mit Stand 1961 wurden vier von einem zentralen Knoten am Al-Hamidiyah-Platz (Place des Martyrs) ausgehende Streckenäste betrieben, einige kürzere Abschnitte im Zentrum waren zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt.
Es waren zwei Depots vorhanden, eines am Hafen in der Rue en Nahr sowie eines im Süden an der Endstelle in der Rue de Damas.
Relikte mini|Beiwagen in Roumieh (2016)Einige wenige Fahrzeuge landeten als Attraktion in Restaurants. Im Beiruter Lokal Le Tramway dürften bis zu vier Fahrzeuge zeitweise erhalten geblieben sein. Ein Beiwagen wurde im Don Antonio/Ghoul’s Restaurant in Roumieh aufgestellt.
Neue Ideen Im Zuge von Wiederaufbauplanungen nach der Explosionskatastrophe in Beirut 2020 wurden auch Überlegungen angestellt, ein neues Straßenbahnnetz anzulegen.
Galerie
Literatur Roland Dussart-Desart: Les tramways belges dans l’Empire ottoman. Stenvalls Förlag, Malmö Eleuthère Eléftériadès: Les chemins de fer en Syrie et au Liban, Imprimerie Catholique, Beyrouth, 1944. Peter D. Faragil: The Electric Tramway. Al-Mashreq, Nr. 16 (1906). John McCay: Tramways and Trolleys; the rise of urban mass transport in Europe. Princeton University Press, Princeton, 1976 Nadine Méouchy (Hrsg.): France, Syrie et Liban 1918-1946. Les ambiguïtés et les dynamiques de la relation mandataire. Edgard Nammour: Une histoire du tramway électrique de Beyrouth à travers le bimensuel Lisan, Chron-al-H. 6 (2002).
Weblinks
https://www.youtube.com/watch?v=eaUp2KxbG1c Youtube-Video über die Straßenbahn Beirut https://m.youtube.com/watch?v=1wyDF3N-z_w, 1921 https://www.facebook.com/LiveLoveBeirut/posts/lebanon-tramway-1890-1965-oldlebanon-reddit-/4964474563593152/ https://www.youtube.com/watch?v=Qiq_AwZiMgQ Beirut Heritage https://www.pinterest.com/joegha/old-lebanon/ Entreprises Coloniales: Société anonyme Ottomane des Tramways et d'électricité de Beyrouth Jacques Thobie: L'électrification dans l'aire syro-libanaise des origines à la fin du mandat français. 2001
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Beirut Kategorie:Straßenbahnsystem (Libanon) Kategorie:Spurweite 1050 mm