mini|Nordkopf mit ausfahrendem Triebwagen in Richtung Bayreuth Der Bahnhof Weiden (Oberpfalz), abgekürzt Weiden (Oberpf), ist der einzige Bahnhof in der Stadt Weiden in der Oberpfalz. Er ist ein Eisenbahnknoten für Züge im Personennahverkehr. Mit ungefähr 4000 täglichen Ein- und Aussteigern und rund 145 Zugfahrten pro Tag ist er der meistfrequentierte Bahnhof in der Nordoberpfalz und einer der verkehrsreichsten Bahnhöfe der Oberpfalz.
Die Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen eröffneten den Bahnhof im Jahr 1863 zusammen mit der Bahnstrecke von Regensburg und schlossen bis 1864 die Strecken nach Bayreuth und nach Wiesau daran an. Die Strecke von Neukirchen war 1875 die letzte, die Weiden erreichte.
Lage Der Bahnhof liegt südwestlich der Altstadt von Weiden in der Oberpfalz an der Bahnhofstraße auf .
Er ist etwas vom Zentrum der Stadt entfernt, liegt jedoch noch in der Stadt. mini|Lage Im Personenverkehrsnetz
Geschichte Vorgeschichte Am 6. Oktober 1856 schrieb der Magistrat einen Brief an den König, in welchen er ihm bat die Eisenbahn in die Nordoberpfalz zu bringen. Er forderte den Bau einer Eisenbahnstrecke, welche Böhmen mit der Oberpfalz verbindet und über Weiden laufen sollte.
1856 wurde ein Plan aufgeworfen eine Eisenbahnstrecke von Amberg nach Bayreuth sowie von Amberg über Schwarzenfeld und Waidhaus nach Pilsen zu bauen.
Im Dezember 1860 entschied sich der bayrische Landtag für den Bau einer Eisenbahnstrecke von Schwandorf über Weiden nach Bayreuth. Diese war nur durch viele Bitten der Stadt Weiden und die Unterstützung des Ministers Gustav von Schlör möglich.
Der königliche Landrichter schrieb am 10. März 1861 an die Stadt Weiden, dass ein Bau des Bahnhofs nur außerhalb der Stadt an der Regensburger Straße möglich ist. Er erklärte das bei einem Bahnhof in der Stadt kein großer Verkehr zu erwarten ist, da dorthin bereits aus allen Teilen der Stadt Wege hinführen. Dieser Brief regte eine heftige Diskussion in der Bevölkerung an, ob der Bahnhof nun in der Scheibe oder außerhalb der Stadt gebaut werden sollte.
Schließlich nahm die Direktion der bayrische Ostbahn auf das Thema Bezug. Sie erklärte, dass es für den Bau der Bahnstrecke Schwandorf-Weiden-Bayreuth nicht möglich ist einen Bahnhof in West-Ost-Ausrichtung zu bauen, da die Strecke von Süden nach Norden verläuft. Am 26. September 1861 erklärte auch Gustav von Schlör der Stadt, dass ein Bahnhof in der Scheibe nicht möglich ist, weil hierfür ein Kopfbahnhof errichtet werden müsste.
Am 26. März 1862 machte der Weidner Magistrat den Vorschlag, den Bahnhof bei der Rehmühle zu errichten. Ein Monat später wurde der Vorschlag von der Regierung jedoch zurückgewiesen.
Bei Baubeginn wehrte sich einige Bürger zuerst ihren Grund herzugeben. Im Herbst des Jahres 1862 begann der Gleisbau an der Bahnstrecke.
Entstehung des Weidener Bahnhofes
Am 1. Oktober 1863 fuhr der erste Personenzug in Weiden ein und zwei Monate später erreichte er auch Bayreuth. Am 15. August 1864 wurde die Strecke bis Mitterteich, am 1. Oktober 1865 bis Eger weitergeführt, worauf auch der Anschluss nach Oberkotzau über Asch folgte. Das nächste Problem war der Streckenbau von Weiden nach Nürnberg und Amberg über Vilseck und Neunkirchen bei Sulzbach, doch erst zehn Jahre später wurde diese Strecke errichtet, obwohl sie Gustav von Schlör schon Anfang der 1860er Jahre gefordert hatte. Inzwischen wurde in der Nordoberpfalz 1872 die Strecke Wiesau–Tirschenreuth in Betrieb genommen, während die Verbindung mit Vohenstrauß erst 1896 anlief und 1900 bis Eslarn fortgesetzt wurde. Zur Weiterführung von Waidhaus nach Pilsen kam es nicht mehr, obwohl dies schon 1871 zur Erörterung Stand. Zu den letzten Entschließungen zählten die Strecke von Pressath nach Kirchenthumbach und von Reuth nach Erbendorf. Alle der damals gebauten Stichstrecken sind heute stillgelegt.
Gebäude Das Empfangsgebäude besteht bereits seit der Eröffnung der ersten Bahnstrecke, wurde jedoch vergrößert. In ihm befinden sich Einkaufsmöglichkeiten wie eine Buchhandlung und eine Bäckerei sowie ein DB-Reisezentrum und eine Bahnpolizei–Station.
Der Zugang zu den Bahnsteigen 2 bis 5 ist nicht barrierefrei ausgebaut.
Bahnhofsvorplatz (Grünwald-Dietl-Platz) mini|Bahnhofsvorplatz Ab dem Bahnhofsvorplatz (Grünwald-Dietl-Platz) verkehren sowohl Stadtbuslinien als auch Buslinien, die die Stadtgrenzen verlassen. Zudem gibt es einen Taxistandplatz. Buslinien (Quelle: ) Stadtbus Die Stadtbuslinien 1901, 1903, 1904, 1905, 1907 und 1908 verbinden den Bahnhof mit den Stadtteilen, teils jedoch nur in eine Richtung. Um alle Stadtteile und Richtungen der einzelnen Linien erreichen zu können, ist ein Umstieg am zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB) nötig.
Regionalbusse Der Weidener Bahnhof gilt als Ausgangspunkt für zahlreiche Busverkehre in die Region Nördliche Oberpfalz. Folgende Linien verkehren regulär ab dem Bahnhof:
1843 Tirschenreuth 1845 Tirschenreuth 1922 Neustadt a.d. W./Silberhütte 1930 Vohenstrauß/Eslarn 1931 Lösselmühle 1940 Etzenricht/Kohlberg 1941 Irchenrieth/Oberviechtach 1942 Luhe 1950 Mantel/Grafenwöhr/Eschenbach 1951 Pressath 1962 Parkstein/Schwand 1963 Neustadt a.d. W./Schwand 1964 Neustadt a.d. W./Erbendorf/Kemnath 1966 Neustadt a.d. W./Wöllershof/Windischeschenbach/Friedenfels
Rufbusse Am Weidener Bahnhof verkehren auch Rufbuslinien (BAXI) des Landkreises Neustadts, die vor allem an Wochenenden und Feiertagen sowie spät Abends Orte des Landkreisen an den Bahnhof anbinden.
1983 Richtung Eslarn 1984 Richtung Ödbraunetsrieth 1991 Richtung Irchenrieth
Eisenbahnstrecken mini|Eisenbahnstrecken Personenverkehr Linie Gleis Strecke Taktfrequenz Betreiber RB 231 (nach Norden) 2 oder 4 (nach Süden) Von Marktredwitz nach Weiden. Weiter über Schwandorf nach Regensburg 60-Minuten-TaktOberpfalzbahn RE 411 (nach Neustadt) 4 (nach Nürnberg) Von Nürnberg über Neukirchen nach Weiden. Anschließend über Altenstadt nach Neustadt 60-Minuten-TaktDB Regio RE 21 (nach Norden) 2 oder 4 (nach Süden) Von Hof über Marktredwitz nach Weiden. Weiter über Schwandorf, Regensburg, Landshut nach München Hauptbahnhof 120-Minuten-TaktDB Regio RB 34 3 oder 5 Von Weidenberg über Bayreuth und Kirchenlaibach nach Weiden60-Minuten-TaktAgilisStand: 2. November 2022 Der Bahnhof der Stadt Weiden ist ein Eisenbahnknoten für Züge im Personenverkehr. Demnach führen auch einige Eisenbahnstrecken zum Bahnhof Weiden (Oberpf). Obwohl bereits seit einigen Jahren eine Elektrifizierung geplant ist und diese als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft wurde, ist im Bahnhof Weiden immer noch keine einzige Bahnstrecke elektrifiziert. Die Bahnstrecken Regensburg–Weiden und Weiden–Oberkotzau sind durchgehend zweigleisig. Die Bahnstrecken Neunkirchen–Weiden, der noch vorhandene Teil von Neustadt–Eslarn und die Bahnstrecke Weiden–Neuenmarkt-Wirsberg sind dagegen meist nur eingleisig. Strecke Streckennummer KursbuchstreckeStreckenklasseMinimaler RadiusHöchstgeschwindigkeitAnzahl Gleise Bahnstrecke Regensburg–Weiden5860 855 D4190 m160 km/h2 Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau5050 855D4_ 160 km/h 2 Bahnstrecke Neustadt (Waldnaab)–Eslarn5054 858, 870 (Nebenbahn) ? ?1 Bahnstrecke Weiden–Bayreuth 5051 867 (Hauptbahn) ?120 km/h1 Bahnstrecke Neukirchen–Weiden 5060 870 D4 600 m120 km/h, mit Neigetechnik 160 km/h1
Bahnsteige mini|Bahnsteige Der Bahnhof Weiden hat 5 Bahnsteiggleise mit einer Bahnsteighöhe von 38 cm. Der Bahnsteig 1 liegt direkt am Bahnhofsgebäude, die Bahnsteige 2–5 liegen an zwei Mittelbahnsteigen, auf deren Seiten sich je ein Gleis befindet. Der Bahnsteig am Gleis 1 hat eine Länge von 352 Metern. Er liegt am Empfangsgebäude und ist barrierefrei ohne Stufen zu erreichen. Die Gleise 2 und 3 am Mittelbahnsteig haben eine Länge von 352 Metern, sie sind vom Empfangsgebäude aus durch einen Bahnsteigtunnel zu erreichen. Die Gleise 4 und 5 am Mittelbahnsteig haben eine Länge von 214 Metern und sind ebenfalls durch den Bahnsteigtunnel erreichbar. GleisnummerLinien RichtungBarrierefreiheitLänge 1RB 23RE 41, RE 2 RE 41: nach Neustadt (Waldnaab) RE 2: Nach Marktredwitz und Hof, RB 23: Nach Marktredwitz und Hof Ja etwa 330 Meter 2RB 23RE 2 Nach Schwandorf, Regensburg Hbf und (nur RE 2) weiter über Landshut nach München Hbf Nein, Bahnsteigtunnel etwa 350 Meter 3RB 34 Nach Kirchenlaibach, Bayreuth und Weidenberg Nein, Bahnsteigtunnel etwa 350 Meter 4 RB 23RE 2, RE 41 RE 41: Über Vilseck und Neunkirchen nach Nürnberg Südrichtung: Nach Schwandorf, Regensburg Hbf und (nur RE 2) weiter über Landshut nach München Hbf Nein, Bahnsteigtunnel etwa 210 Meter 5 RB 34 Nach Kirchenlaibach, Bayreuth und Weidenberg Nein, Bahnsteigtunnel etwa 210 MeterStand: 30. Dezember 2023 mini|Dieseltriebwagen an den Bahnsteigen, links ein Müllzug
Bahnbetriebswerk Westlich an den Bahnhof schließt das ehemalige Bahnbetriebswerk Weiden an. Mehrere Bauwerke der Ringlokschuppen sind bereits verfallen, ein Teil der Gleise sind teils abgebaut oder zugewachsen. Es war das letzte Betriebswerk Bayerns, in dem Dampflokomotiven beheimatet waren. Die Anlagen sind verfallen und die Dächer sind teilweise schon eingestürzt. Das Bahnbetriebswerk in Weiden (Oberpfalz) gehört zu den frühen bayerischen Werken. Im Oktober 1863 von der 'Königlich privilegierten Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen' eröffnet. Die Zugförderung wurde hier 102 Jahre mit Dampfloks durchgeführt. Das Bahnbetriebswerk hatte zwei Rundschuppen mit den dazugehörigen Drehscheiben. Vor dem 1984 abgetragenen 20-ständigen Rundhaus konnten Maschinen mit einem Achsstand von bis zu 23 m gedreht werden. Die Hauptaufgaben des Betriebswerks Weiden waren die Bespannung der Personenzüge auf den von Weiden ausgehenden Haupt- und Nebenbahnen, sowie der Güterzugdienst, wobei der Schwerpunkt der Einsätze in den Jahren nach 1945 zwischen Nürnberg und Weiden und zwischen Hof und Regensburg lag. Pläne für den Abriss der Anlagen gibt es einige, die unter anderem ein neues Gewerbegebiet auf der Fläche vorschlagen.
Güterbahnhof Güterbahnhof Westlich des Personenbahnhofes liegt der Güterbahnhof. Das Bahnhofsgelände erstreckt sich auf einer Länge von 1,25 Kilometer zwischen der Unterführung der Frauenrichter Straße und der Unterführung der Regensburger Straße / Dr.-Seeling-Straße.
Müllumladestastion Am südlichen Ende befindet sich die Müllumladestation. Von hier wird der Müll mit der Bahn nach Schwandorf gefahren.
Zukunft
Elektrifizierung der Strecke Zusammen mit der nördlich anschließenden Strecke nach Marktredwitz soll die Strecke nach Regensburg als Teil des Ostkorridors Süd, der im aktuellen Bundesverkehrswegeplan als Projekt Nr. 16 (ABS Hof – Marktredwitz – Regensburg – Obertraubling) als „Neues Vorhaben“ im Abschnitt „Vordringlicher Bedarf – Priorität Engpassbeseitigung“ aufgeführt ist, elektrifiziert werden.BundesschienenwegeausbaugesetzProjektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030, Stand August 2016Bundesverkehrswegeplan 2030, Stand März 2016
Der „Ostkorridor Süd“ (TEN-Kernnetzkorridors Skandinavien–Mittelmeer) ist eines von 13 Infrastrukturprojekten des Deutschlandtakts, die laut dem im November 2021 vorgelegten Koalitionsvertrag der rot-grün-gelben Bundesregierung „beschleunigt auf den Weg“ gebracht und „mit hoher politischer Priorität“ umgesetzt werden sollen.
Barrierefreiheit des Bahnhofs Die Barrierefreiheit des Bahnhofs ist bereits seit einigen Jahren geplant, konkretere Pläne liegen aber nicht vor. Die Gleise 2–5 sind nur durch Treppen erreichbar. Ein Verwirklichung gleichzeitig mit der Anpassung des Bahnhofs an den Deutschlandtakt ist nun vorgesehen.
Verlängerung des Bahnsteigtunnels Eine Verlängerung des Bahnsteigstunnels Richtung Westen zum Stadtteil Lerchenfeld ist seit einigen Jahren in Planung. Dadurch sollte das Weidener Bahnhofsquartier für Fußgänger schneller vom Westen aus erreichbar sein.
Projekt LandStadtBayern