Johann Friedrich Jamrath (* 18. November 1810 in Berlin; † 19. März 1891 ebendaSterberegister Standesamt Berlin 4a, Nr. 623/1891.) war ein deutscher Maler und Fotograf.
Leben mini|Johann Friedrich Jamrath (1810–1891) Jamrath war ein Schüler des Genre-, Historien- und Porträtmalers Johann Gottfried Brücke und des Kunstmalers und Zeichenlehrers Carl Roethig (Karl Röthig), eines Angestellten am Botanischen Garten. Unter der Anleitung Röthigs fertigte er vor allem Blumengemälde.Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. Band 6. Haspel–Keym. S. 408 (bavarikon.de). Er arbeitete zunächst als Porträt- und Porzellanmaler.Ernst Lemberger: Die Bildnis-Miniatur in Deutschland von 1550 bis 1850. F. Bruckmann, München 1909, S. 290 () Jamrath wurde im Atelier Carl Gustav Oehmes (1817–1881) zum Fotografen ausgebildet.Bodo von Dewitz, Reinhard Matz (Hrsg.): Silber und Salz. Zur Frühzeit der Photographie im deutschen Sprachraum 1839–1860. Agfa Foto-Historama, Edition Braus, Köln und Heidelberg 1989, Anhang, S. 673. Oehme hatte die Grundlagen der Fotografie bei Louis Daguerre in Paris kennengelernt.John Hannavy: Oehme, Carl Gustav (1817–1881). In: John Hannavy (Hrsg.): Encyclopedia of Nineteenth-Century Photography. Routledge-Verlag, New York / London, 2008, ISBN 978-0-415-97235-2, S. 1021 (phsc.ca PDF). Im Jahr 1853Wilhelm Dost, Erich Stenger: Die Daguerreotypie in Berlin 1839–1860. Bredow, Berlin 1922, S. 108.Abweichend 1846, siehe Bodo von Dewitz, Reinhard Matz (Hrsg.): Silber und Salz. Zur Frühzeit der Photographie im deutschen Sprachraum 1839–1860. Agfa Foto-Historama, Edition Braus, Köln und Heidelberg 1989, Anhang, S. 673 eröffnete Jamrath ein fotografisches Atelier in Berlin in der Markgrafenstr. 21. Ab 1858 arbeiteten Jamrath und Oehme in einer Ateliergemeinschaft in der Jägerstraße 19.daguerreobase.org, „Etikett von G(ustav) Oehme & F. Jamrath“, Daguerreotypie: Museum Ludwig Archiv_12 1858 (daguerreobase.org).
Auf der Weltausstellung in London 1862 erhielten „Oehme & Jamrath“ eine Medaille „für Vortrefflichkeit ihrer Fotografien“.The illustrated catalogue of the industrial department. Band 4, International exhibition, 1862. Alphabetic List of Exhibitors, LXXVI (= 76) „Oehme, G., & Jamrath, J., 81“ (books.google.de);Kap. 66. Preise, die in der Londoner Internationalen Ausstellung für fotografische Bilder ertheilt wurden. Medaillen, Preussen: Oehme & Jamrath. Für Vortrefflichkeit ihrer Fotografien. In: Zeitschrift für Fotografie und Stereografie. Juli bis Dezember 1862, S. 85 (photobib.bonartes.org PDF). Auf der Generalversammlung des Photographischen Vereins wurde Jamrath am 13. April 1866 in dessen Komitee gewählt.R. M.: Nationalzeitung. 1866, 4/6 (bavarikon.de: „Es folgt darauf die Vorstandswahl; es werden gewählt …zu Mitgliedern des Comités die Herren Ahrendts, Jamrath, Reinecke, Suck und Zschille.“) 1868 war auch sein Sohn Mitglied des Photographischen Vereins.' Von 1870 bis 1874 betrieben sie unter der Firma „Jamrath & Sohn“ ein Atelier in der Taubenstraße 20 und von 1874 bis 1900 in der Belle-Alliance-Straße 14, das Georg Theodor Jamrath (1836–1902) nach dem Tod des Vaters im Jahr 1891 weiterführte.Landesmuseum Koblenz (Hrsg.): Bilder machen Leute. Die Inszenierung des Menschen in der Fotografie Hatje Cantz, S. 214 (avisko.de PDF). Auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 im Treptower Park waren Fotografien des Ateliers Jamrath & Sohn ausgestellt.
Familie Am 9. März 1835 heiratete Jamrath in der Berliner Jerusalemkirche Bertha Krause.Trauungsbuch der Jerusalemkirche. Eintrag Nr. 27 vom 9. März 1835. Am 6. April 1835 wurde der erste Sohn Edmund Friedrich Heinrich (1835–1917)Standesamt Berlin IV A, Heiratsregister-Eintrag Nr. 1172 vom 20. November 1888. und am 28. November 1836 der zweite Sohn Theodor Georg Richard (1836–1902) geboren,Sibylle Ruth Schmidtsiefen: Die Fotografenfamilie Albert Grundner: 1854–1904. 50 Jahre Ateliergeschichte im Berlin des 19. Jahrhunderts. Diplomarbeit, November 2007, S. 92, Fn. 262 (berliner-fotografenateliers.de PDF).Sibylle Einholz: Der Verein für die Geschichte Berlins im Spiegel der Fotografiegeschichte. In: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins. 2006 dort Fußnote 18 (diegeschichteberlins.de). der wie sein Vater Fotograf werden sollte.
Fotoatelier Jamrath & Sohn Die Firma Jamrath & Sohn wurde im Jahr 1858 gegründet. Nach dem Tod des Vaters im März 1891 führte sein Sohn, Theodor Jamrath, das Handelsgeschäft unverändert fort. Am 1. April 1898 trat sein Bruder Georg Jamrath als Handelsgesellschafter in die Firma Jamrath & Sohn ein.Berliner Börsen-Courier. 1898; Beilage des Berliner Börsen-Courier No. 382, Abend-Ausgabe, Mittwoch, 17. August 1898, S. 4, Kapitel: Berliner Firmen-Register. Eintragungen vom 18. August 1898, (google.de). Nach dem Tod der Brüder ging das Fotoatelier Jamrath & Sohn in den Besitz der Witwe Ida Jamrath, geb. Wolf, über, die es unter unveränderter Firma weiterführte.Photographische Kunst: Halb-Monatsschrift für künstlerische Fach-Photographie. Amtliches Organ des Süddeutschen Photographen-Vereins (e.V.) Sitz München, Band 2, 1903, S. 129, (Auszugsansicht) Am 1. Oktober 1927 konnte Emil Becker, zu dieser Zeit Inhaber der Firma Jamrath & Sohn, sein 25-jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Der Fotograf Emil Becker aus Danzig hatte nach Theodor Jamraths Tod 1902 das Atelier gekauft und führte es unter „F. Jamrath & Sohn, Hofphotographen, Inh. E. Becker“ weiter.Nulin: Friedrich Jamrath. In: Fotografen-Wiki, Greven Archiv digital, (fotografenwiki.greven-archiv-digital.de). Es war noch bis mindestens 1930 ins Berliner Handelsregister eingetragen.Berliner Handels-Register 1930. Ausgabe 66.1930, Abteilung A, S. 194 (digital.zlb.de).
Auszeichnungen Auf der Weltausstellung in London 1862 erhielten „Oehme & Jamrath“ eine Medaille „für Vortrefflichkeit ihrer Fotografien“ 1857 Hof-Photograph von Wilhelm Kronprinz von Preussen, 1863 Verleihung des Titels eines Hof-Photographen durch Wilhelm I., König von Preussen,Königlich Preußischer Staats-Anzeiger. 1863, 1–6, S. 631 (bavarikon.de:). 1867 Verleihung des Titels eines Hof-Photographen durch Augusta Königin von Preussen,Königlich Preußischer Staats-Anzeiger. 1867, 10–12, S. 399 (bavarikon.de),
Werke Jamrath und Sohn: Die kaiserl. Schlösser von Berlin und Potsdam in ihren inneren Einrichtungen. Photographische Original-Aufnahmen nach der Natur. Verlag von Theobald Grieben in Berlin (72 Blatt gr. Imperial-Format).
Galerie: Foto-Rückseiten
Literatur
Bodo von Dewitz, Reinhard Matz (Hrsg.): Silber und Salz. Zur Frühzeit der Photographie im deutschen Sprachraum 1839–1860. Agfa Foto-Historama, Edition Braus, Köln und Heidelberg 1989, Anhang, S. 673. Sibylle Ruth Schmidtsiefen: Die Fotografenfamilie Albert Grundner: 1854–1904. 50 Jahre Ateliergeschichte im Berlin des 19. Jahrhunderts. Diplomarbeit, November 2007 (berliner-fotografenateliers.de PDF). Landesmuseum Koblenz (Hrsg.): Bilder machen Leute. Die Inszenierung des Menschen in der Fotografie. Bilder aus der Landessammlung zur Geschichte der Fotografie in Rheinland-Pfalz, Beiträge von Bodo von Dewitz, Wolfgang Horbert, Britta Köhn, Roswitha Neu-Kock, Danièle Perrier, Katrin Seidel, Hatje Cantz (avisko.de PDF).
Weblinks
Einzelnachweise
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