mini|hochkant|Logo des Deutschlandtickets
Das Deutschlandticket, auch Deutschland-Ticket, (kurz D-Ticket) ist eine deutschlandweit gültige Zeitkarte für den öffentlichen Personennahverkehr. Das als dauerhaft konzipierte Nachfolgeangebot des zeitlich begrenzten 9-Euro-Tickets von 2022 wurde zum 1. Mai 2023 eingeführt. Es ist ausschließlich im monatlich kündbaren Abonnement erhältlich und wurde Ende 2025 von circa 15 Millionen Menschen genutzt.
Es kostete zu Anfang in der allgemeinen Version 49 Euro pro Monat („49-Euro-Ticket“), 58 Euro im Jahr 2025, 63 Euro seit Januar 2026 und wird 2027 66,80 Euro kosten. Bund und Länder beteiligen sich an der Finanzierung aus ihren Haushalten mit drei Milliarden Euro pro Jahr als Verlustausgleich für die Verkehrsunternehmen. Das Ticket ist mindestens bis zum Jahr 2030 gesichert.
Regelungen Geltungsbereich Das Deutschlandticket gilt für die Fahrt zweiter Klasse in fast allen Nahverkehrsmitteln in Deutschland wie Regional-Express, Regionalbahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn sowie in Linienbussen des Nahverkehrs. Zum Teil gilt das Ticket im grenzüberschreitenden Personennahverkehr auch für Fahrten zu und von grenznahen Zielen im Ausland:9 überraschende Fakten: Hier gilt das Deutschland-Ticket auch im Fernverkehr Bild.de vom 26. April 2023, abgerufen am 14. März 2025.https://wissen.deutschlandticket.de/grenzverkehr
Im Aachener Verkehrsverbund gilt das Deutschlandticket auch im grenzüberschreitenden Verkehr zu den niederländischen Gemeinden Vaals, Kerkrade und Sittard sowie in die belgische Gemeinde Kelmis. Im Saarländischen Verkehrsverbund gilt das Deutschlandticket auch im grenzüberschreitenden Verkehr auf den Buslinien MS2 nach Creutzwald und 184 nach Carling sowie für Fahrten mit der Saarbahn S1 nach Saargemünd.Saarbahn Geltungsbereich des Deutschland-Tickets bei der Saarbahn In Bayern sind die Nahverkehrszüge zu den grenznahen österreichischen Bahnhöfen Salzburg und Kufstein umfasst. Die Busse der Linie 403, die von Singen in die deutsche Exklave Büsingen ohne Zwischenstopp durch die Schweiz fahren, gehören ebenfalls zum Geltungsbereich des Deutschlandtickets. Bis Ende Mai 2027 kann man im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem Deutschlandticket grenzüberschreitende Busse des Nahverkehrs nach Luxemburg benutzen.
Das Deutschlandticket gilt auf den Fähren des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin, Hamburg, Lübeck und Kiel. Auf der Bodensee-Autofähre zwischen Meersburg und Konstanz gilt das Deutschlandticket nur für Passagiere der Linienbusse, die die Fährverbindung nutzen. Keine Gültigkeit hat es auf der Fähre Loreley sowie der Strausseefähre sowie bei diversen anderen Schiffsbetrieben und Bergbahnen. Auch für die Schiffsverbindungen nach Borkum und die Borkumer Kleinbahn gilt es nicht, seit 2026 auch nicht mehr in Bussen auf Borkum. Weiterhin gilt es nicht für die Überfahrt zu den Inseln Föhr und Amrum. Nach Hiddensee gilt es nur auf der Seestrecke von und nach Schaprode auf Rügen.
Die Fahrkarte erlaubt aufgrund von individuellen Vereinbarungen zwischen der DB Fernverkehr und den jeweiligen Aufgabenträgern die Nutzung von Fernverkehrszügen der DB Fernverkehr auf folgenden Verbindungen: Bremen–Leer (Ostfriesland)–Norddeich Mole/Emden Außenhafen, seit 1. Mai 2023 Stuttgart–Singen(–Konstanz), seit 1. Mai 2023 Stralsund–Rostock, seit 1. Mai 2023 Erfurt–Gera, seit 1. Mai 2023 Dillenburg–Siegen–Dortmund, seit 1. Juli 2023 Chemnitz–Dresden, seit 1. Juli 2023 Niebüll–Westerland (Sylt), nur montags bis freitags im IC 2075 (da dieser in der Fahrplanlage eines dafür fehlenden RE verkehrt) Freilassing–Berchtesgaden
Preis und Leistung Die allgemeine Variante des Tickets kostet 63Euro pro Monat. Das Deutschlandticket ist personengebunden und nicht übertragbar. Die Mitnahme von Personen, Fahrrädern und Hunden ist nicht enthalten. Für die Mitnahme von Gepäck gilt, dass neben dem Handgepäck ein weiteres größeres Gepäckstück oder ein weiterer Gegenstand kostenlos mitgeführt werden kann. Diese Traglast muss eine Person allein tragen können. Aufgrund seiner Größe muss es ggf. außerhalb des Sitzplatzbereichs untergebracht werden. Für die Beaufsichtigung des Gepäcks ist die reisende Person selbst verantwortlich.Gepäckbestimmungen der Deutschen Bahn; abgerufen am 23. Januar 2026.
Für Beschäftigte wird eine vergünstigte Variante als Jobticket angeboten (entspricht mindestens 30 Prozent Ermäßigung für den Arbeitnehmer), sofern der Arbeitgeber einen Zuschuss in Höhe von mindestens 25 Prozent des Ausgabepreises zahlt. Semestertickets für Studenten können vielerorts übergangsweise durch Zuzahlung des Differenzbetrags zum Preis des Deutschlandtickets zu einem solchen erweitert werden. Eine volle Integration der Semestertickets in das Deutschlandticket wird angestrebt. Der Preis soll jährlich automatisch an die Inflation angepasst werden.
Zeitraum Deutschlandticket Deutschlandticket Job Quelle Mai 2023 bis Dezember 2024 49 € maximal 34,30 € Januar 2025 bis Dezember 2025 58 € maximal 40,60 € seit Januar 2026 63 € maximal 44,10 € ab Januar 2027 66,80 €
Gegebenenfalls abweichende lokale Bestimmungen der Verkehrsverbünde, Landestarife und Verkehrsunternehmen bleiben vom Deutschlandticket unberührt. ÖPNV-Sonderformen oder Bahnen mit besonderen Betriebsformen wie Dampftraktion können nach örtlichen Tarifbestimmungen zuschlagpflichtig sein. Das Deutschlandticket ist in der Bahncard 100 eingeschlossen.
Durch lokal und regional angebotene Varianten können dort andere Preise und zusätzliche Leistungen möglich sein. Vertrieb mini|Chipkarte für das Deutschlandticket vom Hamburger Verkehrsverbund mini|hochkant|Deutschlandticket (geschwärzt) herausgegeben als 2D-Code durch die Leipziger Verkehrsbetriebe mini|hochkant|Ausgedrucktes Deutschlandticket mit Aztec-Code von Transdev Vertrieb
Der Vertrieb erfolgt digital über die Mobile Apps und Websites und physisch über die Kundenbüros der einzelnen Verkehrsverbünde und der Verkehrsunternehmen, wobei nicht alle ausgebenden Stellen alle genannten Vertriebsformen unterstützen und nicht alle Verbünde und Verkehrsunternehmen am Vertrieb teilnehmen. Teilweise bieten verschiedene Verkehrsunternehmen auch gemeinsame digitale Vertriebsplattformen an.
Die Ausgabe erfolgt grundsätzlich digital als E-Ticket über App oder auf Chipkarte gemäß dem technologischen Standard des eTickets Deutschland bzw. der VDV-Kernapplikation. Auch eine Ausgabe als UIC-Barcode – ein internationaler Standard für digitale Fahrtberechtigungen, der vom Internationalen Eisenbahnverband (französisch: Union Internationale des Chemins de fer, UIC) entwickelt wurde – ist möglich, welche unter anderem durch die Deutsche Bahn genutzt wird.Siehe ausgegebene Barcodes z.B. aus der App DB Navigator. Befristet bis zum 31. Dezember 2023 konnten Unternehmen das Ticket übergangsweise als Papierfahrkarte mit Aztec-Code ausgeben. Zumindest zur Ersteinführung haben nicht alle Vertriebspartner eine Ausgabe auf Chipkarte unterstützt und sich stattdessen auf das Handyticket bzw. auf die Papierfahrkarte beschränkt.
Den Zeitpunkt, bis zu dem ein Abonnement im Voraus abgeschlossen werden kann, setzt der Vertriebspartner fest. Dies kann je nach Ausgabeformat unterschiedlich sein. Einige Vertreiber haben angekündigt, das Handyticket auch für die restliche Zeit eines laufenden Monats zu verkaufen, wobei je nach Vertreiber zum Teil der volle Preis erhoben wird. Üblicherweise wird per Lastschrift gezahlt, sodass das Deutschlandticket von jeder Person erworben werden kann, die über ein SEPA-fähiges Girokonto verfügt. Manche Vertriebspartner bieten zusätzlich auch Kreditkartenzahlung sowie Zahlung mit PayPal an, sodass das Ticket z.B. auch von Touristen oder Grenzgängern außerhalb des SEPA-Raumes erworben werden kann.
Der Vertrieb begann offiziell am 3. April 2023. Einige Vertriebspartner boten bereits zuvor die Vorbestellung an. Das Ticket war im Januar 2023 zum 1. Mai des Jahres angekündigt worden.
Die Website www.deutschlandticket.de wird vom privaten Bahnunternehmen Transdev betrieben. Das Bundesverkehrsministerium hatte ebenfalls Interesse an dieser Domain, aber bemühte sich zu spät darum, sich diese zu sichern.
Laufzeiten und Fristen Das Ticket wird ausschließlich im Abonnement angeboten und ist monatlich kündbar. Es gilt vom ersten Kalendertag eines Kalendermonats bis zum ersten Kalendertag des Folgemonats um 3 Uhr. Beim Kauf für den laufenden Monat gilt das Ticket unabhängig vom Kaufzeitpunkt ebenfalls bis zum ersten Tag des folgenden Kalendermonats.
Das Abonnement verlängert sich automatisch um einen weiteren Monat, sofern es nicht bis zum Zehnten des Vormonats gekündigt wurde. Auch kann ein Ticket für einen einzelnen Monat ab dem Elften des Monats nicht mehr einzeln erworben werden, sondern bedingt notwendigerweise auch einen Kauf des Tickets für den Folgemonat. Die Kündigung muss bei demjenigen Unternehmen erfolgen, bei dem das Deutschlandticket gekauft wurde. Manche Verkehrsunternehmen machen eine Ausnahme von der Kündigungsfrist und akzeptieren Kündigungen bis zum Monatsende.
Varianten und weitere Ermäßigungen Zusätzlich zur allgemeinen Version des Deutschlandtickets werden zahlreiche regionale Vergünstigungen, Angebotsvarianten und auf dem Deutschlandticket aufbauende Produkte angeboten.
Seit dem Sommersemester 2024 ist ein Deutschlandsemesterticket verfügbar. Es kostet 34,80 € im Monat (Stand Juni 2026). Dieses Angebot basiert auf einem sogenannten Solidarmodell, so dass alle Studierenden einer Hochschule das Ticket zu diesem Preis erwerben müssen. Eine Freistellung ist nur in Ausnahmefällen möglich.
Eine Reihe von Verbünden und Verkehrsunternehmen bietet kostenpflichtige, auf das jeweilige Tarifgebiet beschränkte Zusatzleistungen an. Diese beinhalten beispielsweise die Nutzung der ersten Klasse, die Mitnahme weiterer Personen, die Fahrradmitnahme oder Vergünstigungen für lokale Mieträder oder Gemeinschaftsautos. In Nordrhein-Westfalen wurden etwa zum 1. Juli 2023 landesweit gültige Zusatztickets für die Nutzung der ersten Klasse (69 Euro) und die Fahrradmitnahme (39 Euro) eingeführt. Inzwischen (März 2025) liegt der Preis bei 79,30 Euro bzw. 44,80 Euro im Monat. Einige Anbieter warben zur Einführung mit kostenfreien Angeboten ohne Verkehrsbezug wie Gutscheinen für lokale Einkaufszentren oder Baumpflanzungen.
mini|Sozialtickets zum Deutschlandticket (€/Monat, Stand 01/2025)
Eine Vielzahl von Ländern und Kommunen bezuschusst den Kauf des Deutschlandtickets für bestimmte Personengruppen, beispielsweise als Sozialticket für Personen mit geringem Einkommen sowie für Schüler, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende oder Senioren. Die Städte Gersthofen und Tübingen bezuschussen das Ticket zudem für alle Personen mit Wohnsitz in der Stadt, die Stadt Jena bezuschusst es für alle Kinder und Jugendlichen mit Wohnsitz in der Stadt. Schüler in Monheim am Rhein erhalten seit August 2023 unabhängig von Freifahrtberechtigungen das Deutschlandticket kostenlos. Auch als Arbeitgeber bezuschussen einzelne Länder und Kommunen das Deutschlandticket als Jobticket für Beamte und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst. Inhaber der Niedersächsischen Ehrenamtskarte mit Wohnsitz in der Region Hannover erhalten ein vergünstigtes Deutschlandticket.
In mehreren Bundesländern erhalten Schüler oder Auszubildende ein vergünstigtes Deutschlandticket: Hamburg wandelte zum 1. Mai 2023 die bisherigen Monatskarten für Hamburger Schüler automatisch in ein vergünstigtes Deutschlandticket für 19 Euro um. Seit September 2024 wird das Ticket kostenlos angeboten.