mini|Norrlanda-Orgel in Stockholm Die Orgeln im Historischen Museum Stockholm gehören zu den ältesten erhaltenen Orgelgehäusen weltweit. Sie wurden im späten 14. Jahrhundert auf der Insel Gotland gebaut und kamen um 1897 nach Stockholm.

Orgel aus Sundre mini|Sundre-Orgel mini|Pergament an der Orgel mit Herkunftsinformationen 1370 baute Meister Verner aus Brandenburg eine Orgel für die Kirche in Sundre im südlichsten Ort der Insel Gotland (die damals zu Dänemark gehörte).Wolf Bergelt: Orgelreisen durch die Mark Brandenburg. Freimut & Selbst, Berlin 2005, ISBN 3-7431-5217-7. S. 30f., Informationen auf einem Pergament an der Orgel sowie weitere Beschreibungen zur Orgel, mit Foto

Im 18. Jahrhundert wurde die Orgel in den nordöstlichen Teil der Kirche in die Sakristei versetzt und wahrscheinlich nicht mehr gespielt.Tegnér, 2000, S. 213; dort auch das Pergamentzitat 1897 kam sie in das Historische Museum in Stockholm (da die Insel Gotland inzwischen zu Schweden gehörte).

Erhalten ist der untere Teil des Gehäuses ohne mechanische Teile. Dieser enthielt ein Manual und ein Pedal. Die Bauart ähnelt der Norrlanda-Orgel, daher können weitere Details von dieser wahrscheinlich übernommen werden. Das Gehäuse ist handwerklich hochwertig gefertigt, es enthält gotische Malereien, die ebenfalls von hohem künstlerischen Niveau sind.Bergelt, S. 30.Sven-Erik Pernler: Sundre-orgelns tio vapensköldar [Die zehn Schilde der Orgel in Sundre.] In : Robert Bohn (Hrsg.): Gotlandia Irredenta. Festschrift für Gunnar Svahnström zu seinem 75. Geburtstag. Sigmaringen 1990. S. 183–190; zu den Malereien am Orgelgehäuse.

Die Sundre-Orgel ist das älteste erhaltene Orgelgehäuse weltweit.

Orgel aus Norrlanda Um 1400 wurde eine Orgel für die Kirche in Norrlanda, ebenfalls im äußersten Süden Gotlands, gebaut.Bertil Wester: Gotisk resning i svenska orglar. 1936, S. 132–170; ausführlich zur Norrlandaorgel Diese ähnelt in der Bauart der aus Sundre, wahrscheinlich wurde sie aus demselben Orgelbauerumfeld gefertigt. Diese gelangte ebenfalls in das Historische Museum in Stockholm.

Es handelt sich um ein 4- bis 6-faches Blockwerk samt Lade, Mechanik und Gehäuse. Bälge und Pfeifenwerk sind nicht erhalten, doch befinden sich auf der Ladenoberfläche Zirkelrisse für einen Teil der Pfeifen. So lassen sich die Mensuren noch ableiten.

Das Manual hat Ober- und Untertasten mit den Tönen C – Cis – D – Dis – E – F – Fis – G – A – B – H – c – cis – d – e – f – g, wobei die Halbtöne außer dem B auf den Obertasten liegen.Bergelt, S. 30; als Angabe zur Sundre-Orgel; es ist etwas unklar, welche Oktaven gespielt wurden. Das Pedal hat einen Umfang von acht Tönen, wahrscheinlich eine Oktave.

Rekonstruktion der Norrlanda-Orgel Im Orgelbaumuseum Ostheim vor der Rhön befindet sich eine Rekonstruktion der Norrlanda-Orgel mit klingenden Pfeifen.Gotik Orgelbaumuseum Hanstein; mit ausführlicher Beschreibung (aber viel zu früher Datierung)Foto Gesellschaft der Orgelfreunde Diese wurde von der deutschen Orgelbaufirma Hoffmann in Zusammenarbeit mit dem dänischen Orgelhistoriker Mads Kjersgaard gebaut.

Sie hat eine Manualklaviatur mit 22 Tönen (c1–a2) und ein Pedal mit acht Tönen der nächsttieferen Oktave, bei dem die drei tiefsten Töne C – E akustisch durch Kombinationstöne erzeugt werden. Die längste Pfeife ist für das F.R. Eberlein: Neue Rekonstruktionen mittelalterlicher Orgeln Walcker-Stiftung, S. 1; mit weiteren LinksAufnahme Magnificat Soundcloud, von Jörg Schindler, als akustisches Beispiel

Weitere historische Orgeln Im Historischen Museum gibt es Teile von weiteren mittelalterlichen Orgeln aus Knutby (Uppland) sowie Anga und Etelhem (Gotland).Tegner, 2000, S. 218–220, mit Beschreibungen und Abbildungen Auch aus Hejnum auf Gotland sind Bestandteile erhalten.

In der Altstadt von Greifswald wurde bei archäologischen Untersuchungen in der Nähe des Doms eine eichene Blockwerkslade ähnlicher Bauart aus der Zeit um 1320/1380 gefunden.A. Tamboer: Ausgegrabene Klänge. In: Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland. Heft 25, 1999, S. 38.

Die ältesten erhaltenden funktionierenden Orgeln in Schweden in Övertorneå und Hedenäset sind aus dem frühen 17. Jahrhundert und wurden ebenfalls von einem brandenburgischen Orgelbauer gebaut.

Literatur Göran Tegnér: L’orgue de Norrlanda et quelques autres vestiges d’orgues médiévaux en Suède. In: Marcel Pérès (dir.): Les orgues gothiques. Actes du colloque de Royaumont – 1995. Paris 2000 S. 207–220; ausführlich über beide Orgeln mit Zeichnungen und Fotos

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Staatliches historisches Museum (Schweden) Stockholm Kategorie:Erbaut in den 1370er Jahren Kategorie:Kunstwerk der Gotik Kategorie:Kultur (Gotland)