Ōmura (, -shi; wörtlich: großes Dorf) ist eine Stadt in der Präfektur Nagasaki in Japan.
Jeden Tag um 18 Uhr spielt in der Stadt die berühmte „Burg“ eine Musik, vergleichbar mit Kirchenglocken.
Geografie Die Stadt liegt in der Ōmura-Ebene (, Ōmura-heiya) an der Ōmura-Bucht.
Geschichte Ōmura war, wie auch Nagasaki, einer der wenigen Orte, an denen sich die Jesuiten und Portugiesen in Japan frei bewegen konnten.
Die moderne Stadt wurde am 11. Februar 1942 gegründet. Durch den Atombombenabwurf auf Nagasaki wurde Ōmura zu 33,1 % zerstört.
Abschiebegefängnis Auf Teilen des Geländes des nahegelegenen Sasebo-Marinestützpunktes wurde 1950 das Ōmura-Abschiebegefängnis (Ōmura Migrant Detention Center) eingerichtet. Die Unterkünfte waren extrem verkommen."East Asian version of the Nazi concentration camps … We should not be misled by the facts that it has no gas chambers …" Hayashi Kōzō, cit. in: Morris-Suzuki, Tessa; Borderline Japan: foreigners and frontier controls in the post-war era; Cambridge 2010; ISBN 978-0-521-86460-2, p. 167 Es wurden dort hauptsächlich Flüchtlinge, zunächst solche, die vor den Massakern auf Cheju, veranstaltet von den Truppen des US-gestützten Diktators Rhee Syng-man, dann solche des Korea-Krieges oft jahrelang ohne Gerichtsurteil gefangengehalten. Von der japanischen Regierung wurden diese Flüchtlinge als "blinde Passagiere" (mikkōsha – synonym mit "Schmuggler") gebrandmarkt. Ein im August 1996 eröffnetes modernes Gebäude in der Nähe, nun Ōmura Immigration Reception Center genannt, erfüllt heute dieselbe Funktion.Morris-Suzuki, Tessa; Borderline Japan: foreigners and frontier controls in the post-war era; Cambridge 2010; ISBN 978-0-521-86460-2. Ch. 6
Verkehr Flughafen Nagasaki Straßen: Nagasaki-Autobahn Nationalstraßen 34, 444 Zug: JR Ōmura-Linie Nishi-Kyūshū-Shinkansen
Städtepartnerschaften
Itami, Japan, seit 1980 Website der Stadt Ōmura. Abgerufen am 15. Januar 2023 Minhang, China, seit 1993 Sintra, Portugal, seit 1997 Semboku, Japan, seit 2009 San Carlos (Kalifornien), USA, seit 2012
Söhne und Töchter der Stadt Nagaoka Hantarō (1865–1950), Physiker Masaki Okino (* 1996), Fußballspieler Taira Shige (* 1993), Fußballspieler
Angrenzende Städte und Gemeinden Präfektur Nagasaki Isahaya Higashisonogi Präfektur Saga Kashima Ureshino Tara
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Präfektur Nagasaki Kategorie:Ort mit Seehafen
Kategorie:Namensgeber für einen Marskrater