Die 19. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 25. und 26. Februar 1972 in der Stuttgarter Killesberg Halle ausgetragen.

Wettbewerbe Gelaufen wurde wie bei den Meisterschaften in der Stuttgarter Halle am Killesberg gewohnt auf einer 200 Meter langen Rundbahn. Auch die Sprintstrecke für Frauen und Männer hatte mit 60 Metern dieselbe Länge wie immer in dieser Halle und war damit um 10 Meter länger als bei den Hallenmeisterschaften in den letzten drei Jahren. Der Hürdensprint fand für beide Geschlechter ebenfalls über 60 Meter statt.

Zum zweiten Mal wurde die Veranstaltung der Deutschen Hallenmeisterschaften an zwei Tagen durchgeführt. Am ersten Tag waren mit dem Hoch- und Dreisprung für Männer sowie dem Kugelstoßen für Frauen drei Finals und darüber hinaus zahlreiche Vorläufe und Qualifikationen zu sehen. Alle weiteren Konkurrenzen fanden am zweiten Tag statt. Im Wettbewerbskatalog änderte sich gegenüber dem Vorjahr nichts.

Das bei nun zum dritten Mal bei Hallenmeisterschaften ausgetragene 10.000-Meter-Gehen fand wie zuvor nicht am selben Ort wie die Veranstaltung mit dem Hauptprogramm statt. Die Geher traten dazu am 13. Februar wie im Vorjahr in Hamburg an.

Im Frauenprogramm gab es im Bereich Lauf weiterhin zwei Disziplinen weniger als bei den Männern. Nur für die Männer wurden eine Langstrecke über 3000 Meter und eine Langstaffel über 3-mal 1000 Meter angeboten – zwei Wettbewerbe, die bei den Frauen fehlten.

Im Bereich Sprung wurden der Stabhoch- und Dreisprung für Frauen erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm aufgenommen und wurden somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer angeboten.

Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.

Darüber hinaus blieb der Gehwettbewerb wie auch damals bei Freiluftveranstaltungen alleine den Männern vorbehalten.

Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.

Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Gerhard Wucherer (USC Mainz) 6,6 s Manfred Schumann(SV Bayer 04 Leverkusen) 6,6 s Gernot Hirscht (SV Polizei Hamburg) 6,7 s200 m Manfred Ommer (SV Bayer 04 Leverkusen) 21,3 s Peter Sassnink(FV Salamander Kornwestheim) 21,6 s Walter Linder (LG Frankfurt) 21,7 s400 m Georg Nückles (Kehler FV) 46,9 s Ulrich Reich (SV Bayer 04 Leverkusen) 47,2 s Peter Bernreuther (SV Bayer 04 Leverkusen) 48,0 s800 m Lowell Paul (LG Freiburg) 1:49,5 min Thomas Wessinghage (USC Mainz) 1:50,5 min Willi Rieger (VfL Waiblingen) 1:51,7 min1500 m Paul-Heinz Wellmann (TV 1885 Haiger) 3:49,2 min Christian Collisy (TuS Rot-Weiß Koblenz) 3:51,1 min Urs Lufft (LG Ratio Münster) 3:51,4 min3000 m Jürgen May (LG Kreis Hanau) 8:00,0 min Ulrich Brugger (Stuttgarter Kickers) 8:02,6 min Werner Girke (VfL Wolfsburg) 8:05,4 min60 m Hürden Manfred Schumann(SV Bayer 04 Leverkusen) 7,7 s Dieter Gebhard (LG Bodensee)Werner Eikmeier (LG ATV/RTV Düsseldorf) 7,9 s nicht vergeben4 × 400 m 3:11,9 min 3:13,4 min 3:16,4 min3 × 1000 m 7:05,4 min 7:18,2 min 7:20,0 min10.000 m Gehen Bernd Kannenberg (LAC Quelle Fürth) 42:34,8 min Gerhard Weidner (LG Salzgitter) 44:16,6 min Wilfried Wesch (Eintracht Frankfurt) 44:41,6 minHochsprung Hans-Jörg Wildförster (TSV 1860 München) 2,15 m Lothar Doster(FV Salamander Kornwestheim) 2,12 m Roland Hartmann (SV Bayer 04 Leverkusen) 2,12 mStabhochsprung Hans-Jürgen Ziegler (KSV Hessen Kassel) 5,20 m Heinfried Engel (USC Mainz) 5,10 m Volker Ohl (SG Arheilgen) 5,00 mWeitsprung Hans Baumgartner (TV Heppenheim) 7,92 m Bernd Roos (USC Mainz) 7,50 m Hermann Latzel (OSC Dortmund) 7,47 mDreisprung Michael Sauer (USC Mainz) 16,35 m Joachim Kugler (USC Mainz) 15,89 m Rolf Liebs (LG Dinslaken-Walsum) 15,72 mKugelstoßen Ferdinand Schladen (LC Bonn) 19,10 m Rolf Engels (Rot-Weiß Oberhausen) 18,58 m Gerhard Steines (LG Lahn-Dill Wetzlar) 18,49 m

Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Annegret Richter (OSC Dortmund) 7,2 s Inge Helten (DJK boullo Andernach) 7,3 s Christiane Krause (ASC Darmstadt) 7,6 s200 m Rita Wilden (TuS 04 Leverkusen) 23,6 s Christine Tackenberg (LG Erlangen) 25,0 s Annegret Kroniger (USC Mainz) 24,1 s400 m Christel Frese (ASV Köln) 54,0 s Erika Weinstein (TuS 04 Leverkusen) 54,1 s Inge Bödding (LG Nord-West Hamburg) 54,1 s800 m Gisela Ellenberger (TuS 04 Leverkusen) 2:07,1 min Christa Merten (SV Bayer 04 Leverkusen) 2:07,7 min Gertrud Theissen (ASV Köln) 2:11,7 min1500 m Ellen Tittel (TuS 04 Leverkusen) 4:22,1 min Gerda Ranz (TV Erkheim) 4:26,2 min Christel Rosenthal (ASC Darmstadt) 4:27,9 min60 m Hürden Inge Schell (TSV 1860 München) 8,4 s Ursula Farthmann (Osnabrücker TV) 8,4 s Walburga Waneck (TSV 1860 München) 8,5 s4 × 1 Runde(1 Runde ≙ 200 m) 1:37,9 min 1:38,9 min 1:39,8 minHochsprung Karen Mack (TSV 1860 München) 1,73 m Karin Wagner (USC Mainz) 1,73 m Gabriele Kirchner (TV Heppenheim)Karin Niemeyer (TG 1846 Göttingen)Gabriele Trümpelmann(LG VfL Gladbeck / TV Gladbeck) 1,70 mWeitsprung Heide Rosendahl (TuS 04 Leverkusen) 6,48 m Brigitte Roesen (OSC Dortmund) 6,36 m Christa Herzog (Hamburger SV) 6,23 mKugelstoßen Liesel Westermann (TuS 04 Leverkusen) 16,72 m Sigrun Kofink (LG Tübingen) 16,51 m Brigitte Berendonk (USC Heidelberg) 15,60 m

Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Presseausschuß des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (Hrsg.), Jahrbuch der Leichtathletik 1972/73, S. 96ff, Berlin-Charlottenburg, Verlag Bartels & Wernitz 1972

Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de

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