Burnhaupt-le-Haut (, elsässisch Ewerburnhaipt) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Thann-Guebwiller, zum Kanton Masevaux-Niederbruck und zum Gemeindeverband Vallée de la Doller et Soultzbach.
Geografie Die Gemeinde Burnhaupt-le-Haut liegt etwa 15 Kilometer südwestlich von Mülhausen, nahe der Burgundischen Pforte. Durch den Norden des Gemeindegebietes fließt die Doller. An der südwestlichen Gemeindegrenze verläuft der Krebsbach, der hier noch Spechbach genannt wird. Die Gemeinde ist ein wichtiger Verkehrsknoten: hier treffen die A 36 (Mülhausen-Besançon), die zweistreifig ausgebaute D 83 (nach Colmar) sowie einige Landstraßen aufeinander.
Nachbargemeinden von Burnhaupt-le-Haut sind Aspach-le-Bas im Norden, Schweighouse-Thann im Nordosten, Burnhaupt-le-Bas im Südosten und Süden, Soppe-le-Bas im Südwesten sowie Guewenheim im Nordwesten.
Geschichte Im Gemeindewald mehrere Tumuli der Eisenzeit. Dort auch die Trasse einer Römerstraße. Römische Siedlungsspuren beim Pont d' Aspach.
Die Abtei Masevaux war schon früh im Ort begütert. Früh im Besitz der Grafen von Egisheim. Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone. Bis zur Revolution 1789 war Burnhaupt Hauptort der zur Herrschaft Thann gehörigen Vogtei Burnhaupt. 1376 hausten die Söldnerbanden des Enguerrand VII. de Coucy im Ort. Das Dorf wurde im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und nach dem Krieg durch einwandernde Schweizer und Tiroler neu besiedelt.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Oberburnhaupt als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Thann, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg blieb der Ort bis zum Kriegsende in deutscher Hand und wurde durch französischen Artilleriebeschuss schwer beschädigt. Die Bevölkerung wurde im Januar 1915 bis zum Kriegsende evakuiert. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die deutsche Besatzung. Vom 27. bis 29. November 1944 ereigneten sich um Burnhaupt schwere Kämpfe. General de Lattre de Tassigny stieß beim Versuch, das 63. deutsche Armeekorps hier einzukesseln, auf erbitterten Widerstand. Erst am 29. November konnten Burnhaupt-le-Bas und anschließend Burnhaupt-le-Haut von der Naziherrschaft befreit werden, nachdem die Deutschen in der Nacht zuvor kampflos abgezogen waren.
1302 wird nur eine Kirche für die beiden Burnhaupt-Dörfer erwähnt, 1418 geht aus den Urkunden hervor, dass sowohl das untere als auch das obere Burnhaupt ein eigenes Gotteshaus besitzen.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017 Einwohner 918 900 977 1084 1294 1426 1503 1598 1882
Wappen Wappenbeschreibung: In Blau ein silbernes durchgehendes Andreaskreuz begleitet von je einen fünfstrahligen silbernen Stern.
Bauwerke Sankt Bonifaziuskirche: Nach der Zerstörung des 1789 geweihten Gotteshauses im Ersten Weltkrieg wurde 1928/29 die jetzige Kirche in sehr frei historisierenden Formen errichtet: das Schiff in einer stark versachlichten, vom Art déco beeinflussten Neugotik. Dagegen sieht man am Turm und seinen flankierenden Vorhallen Rundbogen. Ein ganz außergewöhnlicher Bauschmuck ist der breite Schachbrettfries unter der Traufe des Schiffs. Bei den Altären und den Fensterverglasungen Art-déco-Einfluss.
Die Mairie war ursprünglich ein spätklassizistisches Schulhaus der Louis-Philippe-Zeit mit Dreiecksgiebel über der Gebäudemitte. Später verändert (Mansarden-Dach, Fünfeckgiebel über der Fassade). mini|hochkant=1|Kirche St. Bonifatius mini|hochkant=1.1|Innenansicht St. Bonifatius
Wirtschaft Zu Burnhaupt-le-Haut gehört die Zone Industrielle du Pont d’Aspach. Zu den dort ansässigen Unternehmen gehören Betriebe der Branchen: Glasbeschichtung (Architekturglas) Elektronikhersteller, Zulieferer Automatisierungstechnik Engineering/Software Supermarkt und Beherbergungsbetriebe
Siehe auch Liste der Monuments historiques in Burnhaupt-le-Haut
Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Band 1. Flohic Editions, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 136–138.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est
Kategorie:Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort in Frankreich)