mini|hochkant|Richard Breslau Richard Breslau (* 26. Mai 1835 in Königshütte, Oberschlesien; † 4. März 1897 in Sachsa) war ein deutscher Verwaltungsjurist und preußischer Politiker, der von 1871 bis 1889 Oberbürgermeister von Erfurt war und in diesem Amt von 1872 bis 1889 auch Mitglied des Preußischen Herrenhauses.
Familie Breslau wurde 1835 als Sohn des Oberbauinspektors Adolph Breslau (1801–1846) und dessen Ehefrau Liddy Breslau geb. Wellner (1809–1887) geboren. Er heiratete 1866 Jenny geb. Cramer aus Beuthen in Oberschlesien. Das Ehepaar hatten sieben Kinder.
Breslaus jüngerer Bruder Oscar Breslau (1836–1903) war zeitweise Oberbürgermeister von Naumburg (Saale) und später Provinziallandesrat in Merseburg. Seine Schwester Clementine (1845–1923) war mit dem späteren Rektor der Fürstenschule Schulpforta Diederich Volkmann (1838–1903) verheiratet.
Leben Nach dem Studium der Rechtswissenschaft wurde er 1856 als Appellationsgerichts-Auskultator am Kreisgericht Naumburg beschäftigt. 1858 wurde er Regierungsreferendar, 1862 Regierungsassessor bei der preußischen Bezirksregierung Erfurt. Am Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 nahm er als Offizier teil.
Er wurde am 14. Juli 1871 zum Oberbürgermeister gewählt und machte sich mit einer ganzen Reihe weitsichtiger Entscheidungen um die Entwicklung der Stadt Erfurt verdient. Am 14. Februar 1882 wurde ihm der Ehrentitel Geheimer Regierungsrat verliehen.
Besonders wichtig war die Planung und Anlegung des Flutgrabens, der das jährliche Hochwasser der Gera verhinderte und so den Weg für die Erschließung neuer Stadtteile freimachte. Innerhalb eines Jahrzehnts wurden das Städtische Krankenhaus, eine Trinkwasserleitung, eine Kanalisation und ein Schlachthaus gebaut. Die Friedhöfe wurden an die Peripherie verlegt und diverse Grünanlagen angelegt. Erfurt wurde zu einer der gesündesten Städte des Deutschen Reichs. mini|hochkant|Portraitrelief am Richard-Breslau-Denkmal in Erfurt mini|Richard-Breslau-Denkmal am Flutgraben in Erfurt Als Richard Breslau 1889 aus dem Amt schied, wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen. Er zog vorübergehend nach Naumburg. 1891 erbaute er sich in Sachsa seinen repräsentativen Altersruhesitz Breslauer Hof, half 1895 bei der Erschließung der Silberquelle mit und sorgte für die Errichtung des Haltepunkts Sachsa an der Südharzstrecke. Er starb 1897 in Sachsa.
Beerdigt wurde Richard Breslau auf dem Erfurter Südfriedhof am 9. März 1897 in einem Ehrengrab der Stadt Erfurt. In der Nähe der nach ihm benannten Richard-Breslau-Straße steht bis heute das 1912 ihm zu Ehren errichtete Richard-Breslau-Denkmal mit einer Porträtplakette von dem Erfurter Bildhauer Carl Melville.
Auszeichnungen 1870: Eisernes Kreuz 2. Klasse 1882: Ehrentitel Geheimer Regierungsrat 1889: Ehrenbürgerwürde der Stadt Erfurt preußischer Roter Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife preußischer Kronenorden 2. Klasse Fürstlich Schwarzburgisches Ehrenkreuz 2. Klasse
Literatur Steffen Raßloff: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. Das Erfurter Bürgertum zwischen Kaiserreich und NS-Diktatur. Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2003, ISBN 3-412-11802-8, S. #. Steffen Raßloff: Die Oberbürgermeister der Stadt Erfurt seit 1872. In: Stadt und Geschichte, Zeitschrift für Erfurt, Ausgabe 35 (2007), S. 25–27. Steffen Raßloff: Bürgerkrieg und Goldene Zwanziger. Erfurt in der Weimarer Republik. Sutton Verlag, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86680-338-1, S. #.
Weblinks
Richard Breslau auf www.erfurt-web.de
Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Kommunalpolitiker (Thüringen) Kategorie:Mitglied des Preußischen Herrenhauses Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Sachsen Kategorie:Bürgermeister (Erfurt) Kategorie:Ehrenbürger von Erfurt Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1835 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann