Die Pistoriusstraße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Weißensee des Bezirks Pankow. Sie trägt diesen Namen nachweislich seit mindestens 1874.

Namensherkunft Sie wurde nach Johann Heinrich Leberecht Pistorius benannt, der 1821 das Rittergut Weißensee erwarb. Die Straße liegt im Gründerviertel – eine Ortslage in Weißensee. Pistorius war Landwirt und Erfinder seines Brennapparats für die Gewinnung von Branntwein aus Kartoffeln, wodurch Berlin zur Drehscheibe des preußischen Schnapshandels auf dem Weltmarkt wurde. Um 1830 gab es in der Mark Brandenburg über 1400 Brennereien. Die Straßen des Kiezes der Gründerzeit wurden nach Personen benannt, die sich um die Entwicklung und den Ausbau von Weißensee im Landkreis Niederbarnim als Vorort verdient gemacht haben. Die Straße war auf einer Karte von 1874 benannt aufgenommen, am 17. September 1875 wurde sie in Neu-Weißensee für öffentlich erklärt.

Straßenverlauf Die Pistoriusstraße liegt geradlinig (Ost-West) zwischen der Heinersdorfer Straße und der Berliner Allee nahe der Albertinenstraße im Berliner Ortsteil Weißensee.Virtuelle Tour durch die Pistoriusstraße Am Westende führt sie an die Verkehrsströme angepasst auf der Trasse der Heinersdorfer Straße 40 m rechtwinklig zu Am Steinberg (Ecke zur Tino-Schwiertzina-Straße). In ihrem Verlauf von der Albertinenstraße beginnend trifft sie im südlichen Drittel auf das Gelände um den Kreuzpfuhl, das Freizeithaus Weißensee und die Ruine der Bethanienkirche. Diese Ruine steht auf einer Verkehrsinsel am Mirbachplatz am Kreuzungspunkt von Schönstraße, Gäblerstraße, Behaimstraße, Max-Steinke-Straße und der Pistoriusstraße. Danach wird im nördlichen Teil der Straße eine große Straßenfront durch den Kirchhof der St. Georgen-Parochial-Gemeinde belegt. Die Kirche auf dem Mirbachplatz (benannt nach dem Oberhofmeister Freiherr von Mirbach) steht im Mittelpunkt der sechs Straßen am Platz, die eine Sichtachse darauf haben. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der verbliebene Bethanienturm wurde 2007 an einen Berliner Architekten verkauft und wird in Abstimmung mit dem Denkmalschutz zu einem Wohnensemble umgestaltet.

Die lange innerstädtische Wohnstraße besitzt unterschiedliche Bebauung und wird von zwei Buslinien durchfahren.berliner-stadtplan.com: Pistoriusstrasse-Berlin-Weissensee Die Straßenlänge beträgt 1880 m und sie ist im Berliner Straßensystem mit der Nummer 42262 eingetragen. Im Berliner Straßennetz ist sie mit Kategorie als regionale Straßenverbindung eingetragen und verbindet mit Am Steinberg die Bundesstraße 109 mit der Bundesstraße 2, die durch die Berliner Allee verläuft. In den Jahren 2008–2010 wurde die Straße grundsaniert und der Belag mit dem Unterbau gewechselt. Sie ist durchgehend als zweispurige Straße mit Parkspur (teilweise in Parkbuchten) ausgebaut,Kleine Anfrage zur Verkehrssicherheit Kreuzung Pistoriusstraße/Friesickestraße die Ausfahrt zur Straße Am Steinberg ist in den 2000er Jahren durch eine Mittelinsel in getrennte Fahrbahnen geteilt worden. Am Mirbachplatz wird sie als Kreisverkehr um die Fläche mit der Kirchenruine geführt, mit Vorfahrtszeichen wird die Hauptstraßentrasse bevorrechtet. Am Hamburger Platz ist die Kreuzung mit der Gustav-Adolf-Straße als Kreisverkehr mit Fußgängerüberwegen um eine zentrale Grüninsel organisiert.

Geschichte Auf der Karte Neuester Bebauungsplan von Berlin (mit Angabe des Weichbilds) aus dem Jahre 1863 ist das Gelände zwischen der Landstraße nach Heinersdorf und der Chaussee nach Weißensee und Bernau außerhalb des Weichbilds Berlins lediglich durch Wasserläufe strukturiert. Zunächst verteilte sich der noch bestehende geradlinige Straßenzug aufSituationsplan von Berlin mit dem Weichbilde und Charlottenburg. Berlin-Verlag von Dietrich Reimer, 1880 Tornow Straße: zwischen (jenseits der) Heinersdorf-Weißenseer Grenze, Straße 121 (ab 1939 Am Steinberg) und Hamburger Platz Pistorius Straße: zwischen Hamburger Platz und Parkstraße, bis zum Wasserlauf zwischen den Pfühlen (später: Woelckpromenade) war diese mit Bäumen bestanden und chausseeartig ausgebaut Waldau Straße: zwischen Parkstraße und Albertinenstraße (Königschaussee), vor der Chaussee kreuzten sich Waldau- und Albertinenstraße, die südliche Fortsetzung der Parkstraße hieß zu dieser Zeit Ludersdorf Straße.

Durch die Zusammenführung der Waldau- und der Tornowstraße im Jahr 1878 bekam sie ihren noch bestehenden Namen und wurde für Neu-Weißensee zur Hauptstraße nördlich am (Neu-)Weißenseer Gründerviertel. Die nördlicher liegenden Pistoriusschen Gutsfelder wurden für die weitere Vorortbesiedlung im Planquadrat Gustav-Adolf-Straße, Amalien- und Albertinenstraße, Berliner Allee und Gäblerstraße zum Munizipalviertel. Um eine städtebauliche Verbindung zwischen dem Dorf Weißensee und dem Vorort Neu-Weißensee (anders als im Französischen Viertel) zu erreichen, wurde eine Bauplanung vorbereitet, die diesen Charakter unterstützen sollte. Der Pistoriusplatz wurde von Beginn an als Marktplatz für die Bauern der Umgebung zum Verkauf ihrer Waren angelegt. Auf der anderen Seite der Pistoriusstraße entstanden Häuser in märkischer Backstein-Architektur, ergänzt mit rotem Sandstein und Feldsteinsockeln. Der Mirbachplatz trug bis 1902 den Namen Cuxhavener Platz, passend zum Hamburger Platz.

Im Berliner Adressbuch 1896 ist die Pistoriusstraße für den Vorort Neu-Weißensee im Kreis Niederbarnim aufgenommen. Die Lage und Grundstücksnutzung entspricht vorwiegend der noch bestehenden Situation.

Nordseite (1–79 fortlaufend) AmalienstraßeWohnhäuser 1–12 (4: Baustelle), Parkstraße13–19: Garten, 20: Gemeinde Weißensee, 21–27: Baustellen, 28 und 29: Wohnhäuser (je fünf Mieter), Cuxhavener Platz31/33: Fabrik Niewerth & Co., 35–41: Wohnhäuser und Gärten, Rölkestraße42–62: gehört zu Rölkestraße 92/123, Gustav Adolphstraße 63–69: Baustellen, GeneralstraßeNach dem Großen Verkehrsplan von Berlin und seinen Vororten (Liebelsche Buchhandlung) aus 1900: Die Generalstraße verlief zwischen Heinersdorfer Weg und Amalienstraße, in der Mitte parallel zu Gustaph Adolf Straße und der noch unbenannten Straße entlang der Flurgrenze Weißensee zu Heinersdorf (später Am Steinberg). Umgesetzt im südlichen Abschnitt bis Bührungstraße (vormals Plöner Straße) als Jacobsohnstraße.70–74: Baustellen, 75–79: Baugeschäft Knoblauch& Co., Heinersdorfer Weg.Südseite (80–149 fortlaufend) Heinersdorfer Weg81: Wohnhaus, 83: Schweinezüchterei, 80, 82, 84, 85: Baustellen, 86–88: Einfamilien-Wohnhäuser, Generalstraße91, 93 und 99: Wohnhaus, 95, 97, 100: Mietshaus, 89, 90, 92, 94, 96, 98: Baustellen, Hamburger Platz101–104: Baustellen, Friesickestraße105–109: Baustellen, 110: Wohnhaus, Rölkestraße111 und 112, 115: Wohnhaus, 113, 114, 116, 117: Baustellen, 118, 118a: Mietshäuser, Cuxhavener Straße120–128 Baustellen, 129 und 130 Gemeinde Weißensee (Pumpstation), 131–137 Lagerplatz, Parkstraße138 und 139 Wohnhaus, 140: Mietshaus, 141: Baustelle, 142, 142a, 143: Mietshaus, 144: Wohnhaus, 145: Neubau, 146: Wohnhaus, 147: Baustelle, 148: Vierparteien-Haus, 149: gehört zu König-Chaussee 12, König-Chaussee

Nummerierung mini|Blick in die Pistoriusstraße aus Osten

Die Hufeisennummerierung (umlaufend) beginnt mit der Nummer 2 am südlichen Straßenende der Albertinenstraße. Auf dem Eckgrundstück 1 steht das Gebäude der Albertinenstraße 28, das daneben liegende Wohn- und Geschäftshaus ist Berliner Allee 105. Die Haus- und Grundstücksnummern laufen über Mirbachplatz und Hamburger Platz bis 79, eine unnummerierte Freifläche gegenüber der Heinersdorfer Straße führt die Straße (eigentlich Heinersdorfer Straße) rechtwinklig zu Am Steinberg. Die Straßensüdseite beginnt mit den Wohnhäusern Am Steinberg 20 und Heinersdorfer Straße 32, von da geht die Zählung der Pistoriusstraße mit 80 zur Berliner Allee und endet an dieser mit dem Gebäude 149 (verbunden mit Berliner Allee 99).

Quer- und Seitenstraßen (in dieser Zählungsfolge) sind an der Nordseite entlang Albertinenstraße Parkstraße zwischen 12 und 13, nach Süden durchgehend Woelckpromenade nach 17, gefolgt von der Grünfläche am Kreuzpfuhl und dem Freizeithaus Nr. 23 Mirchbachplatz (sechseckig, 5850 m²) ab dem 2016 fertiggestellten Neubau des Gemeinschaftshauses Nr. 30 Schönstraße: zwischen deren Nr. 1 und 97 (Hufeisennummerierung) nach Nordost abgehend Gäblerstraße: nach Nordwest zwischen deren Nr. 2 und 1 (Orientierungsnummerierung), die Pistoriusstraße setzt sich mit 31 fort Roelckestraße nach 41, der Parochial-Friedhof III (Roelckestraße 142) bildet das Nordgrundstück für 410 m Hamburger Platz (runder Platz mit 80 m Durchmesser) Gustav-Adolf-Straße nach Nordost zwischen Friedhof und Gustav-Adolf-Straße 140, die Pistoriusstraße setzt sich mit einer Grünfläche fort Frieda-Seidlitz-Straße zwischen einer Blockbebauung 2–8 nach Nordwest und der folgenden Grünfläche, gefolgt vom Supermarkt auf den Grundstücken 66 und 67 Jacobsohnstraße zwischen 67 und der Blockrandbebauung 70–79,Siedlung in Weißensee, mit einem zugehörigen Luftbild endend im leichten Bogen Am Steinberg

mini|hochkant|Bethanienkirche am Mirbachplatz

Es erfolgt der Wechsel zur südlichen Bebauung und Grundstücksnummerierung

Heinersdorfer Straße nach Süd mit einem Neubau auf Pistoriusstraße 80 / Heinersdorfer Straße 25 an der Südostecke Jacobsohnstraße zwischen 88 und 90 Hamburger Platz ab Nummer 100 mit dem Eckgrundstück Hamburger Platz 1 Gustav-Adolf-Straße nach Südwest, im Bogen mit einer Neubaurundung Gustav-Adolf-Straße 27c / Hamburger Platz 4–8 (gerade) zur Pistoriusstraße 101a/b/c Friesickestraße zwischen 103b und 104 Ettersberger Weg zwischen 108, 109 Roelckestraße (südlich durchgehend) zwischen 110b (mit Roelckestraße 151) und 111 (Roelckestraße 25) einer Gewerbefreifläche Mirbachplatz ab Nr. 118b Behaimstraße: führt nach Südwest (zwischen deren 63 und 64) Max-Steinke-Straße: führt nach Südost, zwischen deren 23 und 22, letztere gehört zum Gemeindehaus der Bethaniengemeinde, das ebenfalls auf Pistoriusstraße 119 deren Verlauf aufnimmt Pistoriusplatz: ein freies, als Parkplatz genutztes Viereck zwischen 121 und 125, die Hälfte des vormaligen Parkplatzes wurde zu Beginn der 2020er-Jahre mit Wohnhäusern bebaut Tassostraße zwischen 131 und Tassostraße 10 (Primo-Levi-Gymnasium Nr. 133) Parkstraße (durchgehend) zwischen Schule als Parkstraße 102 und 138 Berliner Allee schließt die Pistoriusstraße (Nr. 149) ab

Anliegende Grundstücke Die Straße hat im Berliner Verzeichnis die Nummer 42262 und liegt im Ortsteil 0302 Weißensee. Verkehrspolitisch ist sie mit StEP-Klasse III als „örtliche Straßenverbindung“ eingeordnet, woraus sich Aufgaben der Straßenunterhaltung ergeben. Nach der stadtplanerischen Einteilung der LOR-Gliederung gehört sie zum Prognoseraum „Südliches Weißensee“ und der Bezirksregion „09 Weißensee“. Die Straße selbst teilt die nördlichen und südlichen Planungsräume und deren Grundstücke (West nach Ost) liegen (in fortlaufender Nummerierung) in den Planungsräumen, die andernfalls als Kieze verstanden sind. 19 Gustav-Adolf-Straße: Nr. 63–79Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) – Planungsraum Gustav-Adolf-Straße 23 Weißenseer Spitze: Nr. 80–110bLebensweltlich orientierte Räume (LOR) – Planungsraum Weißenseer Spitze 20 Weißer See: Nr. 2–41Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) – Planungsraum Weißer See 24 Behaimstraße: Nr. 111–149Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) – Planungsraum Behaimstraße