rechts|40px In der Liste der Kulturdenkmale in Waldshut-Tiengen sind die Kulturdenkmale der Stadt Waldshut-Tiengen im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg aufgelistet.
Aufgrund der Größe ist die vorliegende Liste, in der die beiden Kernstädte Tiengen und Waldshut verzeichnet sind, in die Liste der Kulturdenkmale in Waldshut-Tiengen (Ortschaften) mit ihren neun Ortschaften Aichen, Breitenfeld, Detzeln, Eschbach, Gurtweil, Indlekofen, Krenkingen, Oberalpfen und Waldkirch geteilt.
Legende
Kulturdenkmale nach Ortsteilen Tiengen Der Ort im unteren Tal der Wutach, unweit ihrer Einmündung in den Hochrhein, wird 858 erstmals erwähnt. Die Lage am Schnittpunkt alter Verkehrswege begünstigte die Entwicklung. 1112 bestand hier eine ummauerte Marktsiedlung, die 1243 als Stadt bezeichnet wird. Bereits 1251 wird diese durch den Grafen von Lupfen (Stühlingen) zerstört. Die Bischöfe von Konstanz, seit 1241 im Besitz der Stadt, verliehen sie 1262 den Herren von Krenkingen als Lehen (bis 1413). In der Folgezeit wurde die Stadt in größerem Umfang wieder aufgebaut. Im Schweizerkrieg von 1468 besetzten die Schaffhauser Tiengen für acht Jahre. 1482 verpfändete der Bischof von Konstanz die Stadt an die Grafen von Sulz. Diese, seit 1408 Landgrafen im Klettgau, machten Tiengen zur Residenzstadt der Landgrafschaft. Im zweiten Schweizer Krieg 1499 wurde die Stadt erneut zerstört. Graf Rudolf III. baute das Schloss und die Stadt wieder auf und umgab sie mit einer äußeren Ringmauer. Nach dem Aussterben der Grafen von Sulz 1687 kam Tiengen unter die Herrschaft der österreichischen Fürsten von Schwarzenberg, 1806 an das Großherzogtum Baden. Die bürgerliche Bebauung wird überragt von Schloss und Kirche auf einer Erhöhung, die den Nordwesten der Altstadt einnimmt. Vom sog. Alten Schloss, das 1499 zerstört wurde, ist der ehem. Wohnturm erhalten. Der ebenfalls mit Staffelgiebeln versehene Winkelbau des Neuen Schlosses entstand zwischen 1516 und 1619; nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg baute man es in gleicher Gestalt wieder auf. Die barocke Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1753 bis 55 nach Plänen des Vorarlberger Baumeisters Peter Thumb errichtet, der Chorturm des Vorgängerbaus einbezogen und erhöht. An den Schlossbezirk schließt östlich der Bereich der alten Marktsiedlung mit der Priestergasse an. Die Hauptstraße, die die Altstadt von Westen nach Osten durchzieht, das Stadtviertel südlich der Hauptstraße mit der geradlinig geführten Weihergasse und das Halbrund im Nordosten gehören zur Ausbauphase der mittelalterlichen Stadt. Zwei Barockbrunnen betonen die Zugänge zum mittleren Abschnitt der Hauptstraße. Gegenüber dem Oberen Brunnen, beim Aufstieg zu Schloss und Kirche, steht das Rathaus (1602, Fassade von 1827). Die meist dreigeschossigen Bürgerhäuser der Altstadt, z. T. noch aus der Zeit des Wiederaufbaus nach 1499, bilden geschlossene Straßenzeilen. Erhalten sind auch Abschnitte der Stadtmauer, im Südwesten mit einem Eckturm, dem sog. Storchenturm. Damit sind die wesentlichen Merkmale der einstigen Markt- und Residenzstadt sowohl im Stadtgefüge als auch im historischen Baubestand bewahrt und gut erkennbar.
Waldshut
Weblinks
Stadt Waldshut-Tiengen, Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage „Tiengen“, 10. Mai 2016, Christine Blessing (PDF; 5,9 MB) Historische Ortsanalyse Waldshut-Tiengen - Waldshut - Landkreis Waldshut, Markus Numberger, 2016 (PDF; 25,0 MB)
Quellen
! Waldshut-Tiengen