mini|Theater
Manas, bis 2025 Dschalal-Abad (), ist mit 180.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in der zentralasiatischen Republik Kirgisistan.
Sie ist der Verwaltungssitz des südwestkirgisischen Oblus Dschalal-Abad. Nach der Volkszählung 2022 hatte die Stadt 127.122 Einwohner. Administrativ ist Manas eine kreisfreie, den Rajons gleichgestellte Stadt. Mehrere Dörfer werden von Manas aus verwaltet und gehören zum Stadtkreis: Katschkyntschy, Kelme, Kysyl-Kyrgysstan, Kysyl-Suu, Tasch-Kutschu, Telman und Kamandar.
Geographie Manas liegt am Kugart-Tal unweit der Baubaschata-Kette. In der Umgebung der Stadt gibt es mehrere Heilquellen. Zu Sowjetzeiten wurden sie erschlossen und dazugehörige Sanatorien errichtet.Thomas Scholl: Kirgistan. Zu den Gipfeln von Tien-Schan und Pamir. 3. Auflage. Trescher, Berlin 2009, S. 156 Mineralwasser aus der Region wird in ganz Kirgisistan verkauft.https://nomadsland.travel/en/before-you-go/kyrgyzstan/cities/jalal-abad
Klima
Geschichte Dschalal-Abad wurde 1860 als russische Garnisonsstadt gegründet und bekam 1877 Stadtrecht verliehen, verlor es jedoch wieder. 1927 erhielt Dschalal-Abad erneut Stadtrecht. 1937 wurde Dschalal-Abad zur Hauptstadt der neugeschaffenen Oblast (Gebiet) Dschalal-Abad. 1959 wurde der Status jedoch wieder aberkannt und erst nach dem Zerfall der Sowjetunion wiedergegeben.Rafis Abazov: Historical Dictionary of Kyrgyzstan. The Scarecrow Press, Inc. Lanham / Maryland / Oxford 2004 ISBN 0-8108-4868-6 Im Zuge der Unruhen in Südkirgisistan 2010 kam es auch in Dschalal-Abad zu Pogromen.
Bevölkerungsentwicklung JahrEinwohner193914.961195931.234197044.285197955.369198972.344199977.411200997.1722022117.533 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Verkehr Manas liegt an einer Bahnstrecke aus Usbekistan nach Kökdschanggak. Der Bahnhof liegt im Stadtzentrum. Die M41 führt südlich an der Stadt vorbei. Der Busbahnhof liegt drei Kilometer vom Zentrum entfernt, von dort gibt es Verbindungen in alle größeren Orte des Oblus.
Der Flughafen von Manas wird täglich von Air Kyrgyzstan, Avia Traffic Company, Air Bishkek und Sky Bishkek mit Bischkek verbunden.
Religion Seit 1999 gibt es in Manas eine christliche Gemeinde. Sie gehört zur evangelisch-lutherischen Kirche in der Kirgisischen Republik. Das im Jahr 2000 gekaufte und renovierte Bethaus liegt mitten in einem Wohngebiet. Die Zahl der Gemeindeglieder hat sich aufgrund der Ausreisewellen in den letzten Jahren stark reduziert. Von Manas aus wird die Gemeinde in Mailuu-Suu mitversorgt.Doris Krause, Michael Hübner: Groß, klein, alt, neu... Die Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan in Kurzportraits. In: Zeitschrift des Martin-Luther-Bundes, (Sondernummer Lutherischer Dienst) 55. Jahrgang, Heft 2, 2019, S. 8–11
Kultur Die Stadt besitzt ein Theater, ein Museum und mit der Staatlichen Universität Dschalal-Abad eine Universität.
Sport Der Fußballverein Muras United FC aus Manas spielt aktuell in der kirgisischen Top Liga. Sein Heimstadion ist das Stadion Kurmanbek.
Söhne und Töchter der Stadt Elhanan Helpman (* 1946), israelischer Wirtschaftswissenschaftler Ömürbek Tekebajew (* 1958), kirgisischer Politiker Juri Melnitschenko (* 1972), kasachischer Ringer und Olympiasieger (1996)
Siehe auch Liste der Städte in Kirgisistan
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Oblus Dschalal-Abad Kategorie:Hauptort einer Verwaltungseinheit
Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1877