mini|Logo der ProDiako 1999 bis 2008 Die ProDiako gGmbH (eigene Schreibweise: proDIAKO gGmbH, bis 2008: PRO|DIAKO gGmbH) mit Sitz in Rotenburg (Wümme) ist ein gemeinnütziger Anbieter von Gesundheits- und Pflegedienstleistungen. Im Jahr 2012 erfolgte der Zusammenschluss der ProDiako mit der Agaplesion.

Unter dem ProDiako-Dach arbeiteten bis 2012 zehn Krankenhäuser, sieben stationäre und drei ambulante Pflegeeinrichtungen sowie zwei Reha-Einrichtungen in regionalen Versorgungsnetzen zusammen. 6.500 Mitarbeiter versorgten im Jahr 2009 insgesamt 100.000 Patienten stationär und erwirtschafteten einen Jahresgesamtumsatz von 370 Millionen Euro. Im Jahr 2011 erwirtschaftete ProDiako mit sieben Krankenhäusern, zwei Reha-Einrichtungen, jeweils zwei stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen einen Umsatz von 290 Millionen Euro. Jährlich werden in 1800 Betten 70.000 Patienten stationär versorgt.

Geschichte Gegründet wurde ProDiako im Jahr 1999 von evangelischen Krankenhausträgern in Niedersachsen unter Beteiligung des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Ein wesentliches Ziel der ProDiako war es, alle nach außen gerichteten Aktivitäten zu bündeln, um den beteiligten Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Hilfe zur dauerhaften Stärkung ihrer jeweiligen Marktposition zu bringen. Darüber hinaus fand ein Erfahrungsaustausch in allen Leistungsbereichen der Medizin, Pflege und Verwaltung statt.

Der anfänglich lockere Verbund hat die Kooperationsbereitschaft und die Gemeinsamkeiten der beteiligten Gesellschaftereinrichtungen gefördert. Anfangs waren 13 Krankenhäuser mit rund 2300 Betten, zwei stationäre Pflegeeinrichtungen, eine Einrichtung für Betreutes Wohnen, fünf ambulante Pflegediensten und drei Reha-Einrichtungen angeschlossen. Für eine möglichst einheitliche Gesellschaft und Führungsstruktur fassten die Gesellschafter 2002 den Entschluss, die Einrichtungen unter einer Dachorganisation weiterzuentwickeln. Im Juli 2003 wurde die ProDiako–Holding gegründet.

Dabei brachten die Gesellschafter von fünf evangelischen Krankenhausträgern den Betrieb ihrer Krankenhäuser mit insgesamt rund 1700 Betten und Altenhilfeeinrichtungen in die Holding ein. Es handelte sich um:

Evangelisch-Lutherisches Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg (Wümme) Stiftung Evangelisches Krankenhaus Holzminden Evangelische Stiftung Alt- und Neu-Bethlehem in Göttingen Mündener Krankenhausverein in Hann. Münden Stiftung Bethesda in Bad Pyrmont

Zunächst wurden von den beteiligten Gesellschaftern die entsprechenden Betriebe in Betriebsgesellschaften ausgegliedert. In einem zweiten Schritt traten die Gesellschafter ihre Teilgesellschaftsanteile an ihren Betriebsgesellschaften in Höhe von 51 Prozent – am Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme) zu 30 Prozent – an ProDiako ab. Im gleichen Zuge wurde das Eigenkapital von ProDiako um den Wert der übertragenen Geschäftsanteile erhöht. Seit Januar 2011 hält der Träger des Diakoniekrankenhauses Rotenburg, das Diakonissenmutterhaus Rotenburg ebenfalls 51 Prozent an der ProDiako.

Um Dienstleistungen wie Medizincontrolling, Catering und Reinigung, insbesondere für die Unternehmen in der ProDiako–Gruppe, erbringen zu können, wurden die hundertprozentigen Tochtergesellschaften ProDiako Management und ProDiako Service mit Sitz in Hannover gegründet.

Am 1. Dezember 2010 erfolgte auf Beschluss der Gesellschafterversammlung der ProDiako im Rahmen eines Strategie- und Managementkonzeptes, mit dem unter anderem die Führungsfähigkeit und die Finanzkraft der ProDiako verbessert werden soll, ab 1. Januar 2011 eine stärkere Einbindung des Diakonissen-Mutterhauses Rotenburg (Wümme) in die Holding. Dabei übernahm das Diakonissen-Mutterhaus, zugleich Träger des Diakoniekrankenhauses Rotenburg (Wümme), mit rund 51 Prozent die Mehrheit der Anteile an der ProDiako-Holding. Zum 1. Juli 2011 erfolgte eine Verlegung der Konzernzentrale von Hannover nach Rotenburg (Wümme).

Übernahme durch Agaplesion Am 19. September 2012 genehmigte das Bundeskartellamt den Zusammenschluss der ProDiako mit dem Gesundheitskonzern Agaplesion mit Sitz in Frankfurt am Main. (PDF; 50 kB)

Regionale Entwicklungen und Partnerschaften Ab der Unternehmensgründung konnten mit kommunalen und kirchlichen Krankenhausträgern Verträge abgeschlossen werden, in denen die strukturelle (nicht nur die eigentumsmäßige) Einbindung dieser Einrichtungen in die ProDiako-Gruppe vereinbart wurde. Die Aktivitäten bewegen sich auf drei Handlungs- und Vereinbarungsebenen:

Erwerb von Einrichtungen Sicherstellung der Geschäftsführung Strategische Partnerschaft

Im Jahr 2003 beteiligte sich noch das Städtische Krankenhaus Wittingen als kooperierende Einrichtung an der ProDiako-Gruppe, wurde im Juli 2005 aber von Rhön-Klinikum übernommen.

Zum 30. Dezember 2003 umfasste die ProDiako-Gruppe 13 Krankenhäuser, darunter fünf Einrichtungen innerhalb der ProDiako-Holding, mit insgesamt 3496 Betten und behandelte 238.000 Patienten ambulant und stationär. Die Gruppe beschäftigte 7620 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 371 Millionen Euro.

Wäscheversorgung Am 1. April 2004 unterzeichnete ProDiako mit der Firma Sitex, den Simeonsbetrieben in Minden, einen Rahmenvertrag über eine Wäschevollversorgung für alle Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, um Kostenreduzierungen zu erzielen. Es besteht eine Kooperation mit der ProDiako Wäscheservice (PWS).

Speisenversorgung Im Juli 2005 kam es trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung zur Schließung der klinikeigenen Küche im Evangelischen Vereinskrankenhaus in Hannoversch Münden. Einige ProDiako-Krankenhäuser werden seitdem aus der Großküche des Universitätsklinikums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg versorgt. Hierzu wird das Patientenessen in Magdeburg vorgegart und schockgekühlt und dann zum Verteilzentrum im Evangelischen Bathildiskrankenhaus nach Bad Pyrmont transportiert. Dort wird es portioniert, auf Tellern angerichtet und in die Einrichtungen ausgeliefert, wo es in Transportwagen auf den Stationen fertiggegart wird, sogenanntes Cook-and-Chill-Verfahren.

Im Evangelischen Krankenhaus Holzminden wurde die bisherige Speisenversorgung der ProDiako Service in Eigenregie mit rund 25 Mitarbeitern zum Jahresende 2008 eingestellt und auf die Speiseversorgung im „Cook & Chill“-Verfahren des externen Service-Unternehmens CV Logistics umgestellt. Die 1998 genehmigte und erst im Jahr 2000 neu fertiggestellte Krankenhausküche mit Fördergeldern des Landes Niedersachsen und Baukosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro wird nach der Bindungsfrist nicht mehr benötigt.

Kooperation im Landkreis Northeim Im Landkreis Northeim war ein Zusammenschluss von fünf Krankenhäusern zur Leine-Solling-Klinik mit dem Sertürner Krankenhaus in Einbeck, dem Evangelischen Krankenhaus in Bad Gandersheim und dem Albert-Schweitzer-Krankenhaus Northeim-Uslar unter dem Dach der ProDiako geplant. Im Oktober 2005 stieg ProDiako aufgrund von Schwierigkeiten mit Besitzstandsrechten von Arbeitnehmern öffentlicher Krankenhäuser von seinem Vorhaben einer Holding-Bildung im Landkreis Northeim aus. Das Einbecker Krankenhaus wird inzwischen als „Bürgerspital“ von Mitarbeitern und Bürgern betrieben. Die Helios Kliniken übernahmen im Dezember 2008 das Albert-Schweitzer-Krankenhaus Northeim und das Evangelische Krankenhaus Bad Gandersheim.

Engagement im Raum Hildesheim und Alfeld Mit der Lambertinum Seniorenwohnanlage in Hildesheim wurde im Januar 2005 erstmals mit einem Träger der Altenhilfe (stationäre Altenpflegeeinrichtung, Betreutes Wohnen und ambulante Pflege) ein Vertrag zur Zusammenarbeit und zur Übernahme der Geschäftsführung abgeschlossen.

Mit der Vereinbarung einer Strategischen Partnerschaft sichern sich die Vertragspartner zu, das jeweilige Handeln darauf auszurichten, die Krankenhausstandorte der Partner im Sinne einer vernetzten Struktur weiterzuentwickeln, um die wohnortnahe Gesundheitsversorgung sicherzustellen und auszubauen. Solche Kooperationsvereinbarungen sind Ende 2004/Anfang 2005 mit den Trägern des Kreiskrankenhauses in Hameln und des St. Bernward Krankenhauses in Hildesheim getroffen worden.

Im September 2007 wurde bekannt, dass die beiden seit April 2004 zur Leinebergland-Kliniken fusionierten Häuser in Alfeld und Gronau sich wieder trennen und das vormalige Johanniter-Krankenhaus Gronau wieder aus der ProDiako-Holding herausgelöst werden soll. Eine Trennung erfolgte bis Ende 2007.

Zuletzt hielt die ProDiako bis Ende Juni 2010 rund 68 Prozent am Krankenhaus Alfeld, die restlichen 32 Prozent hielt die Stadt Alfeld und der Landkreis Hildesheim. Am 1. Juli 2010 übernahm die Klinikgruppe Ameos die Klinik.http://www.ameos.de/index.php?id=1763&tx_ttnews[tt_news]=39313&no_cache=1

Übernahme im Aller-Weser-Raum Zum 1. Januar 2007 übernahm die ProDiako über die ProDiako-Managementgesellschaft die Betriebsführung für die defizitären Krankenhäuser des Klinikverbundes Aller-Weser-Klinik (AWK) mit den Standorten Achim und Verden an der Aller. Die strategische Partnerschaft wurde bereits 2005 mit einem Kooperationsvertrag begründet und war auch von Vorteil für die Region um das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg.http://www.rotenburger-rundschau.de/index.php?menu=55&command=showartikel&ID=34666http://syke.mzv.net/news/stories/achim/?id=90102

Einkaufsgesellschaft und Logistik Im Januar 2008 gründeten die drei Trägergesellschaften Johanniter Einkaufsgesellschaft, die Malteser Trägergesellschaft und die ProDiako-Managementgesellschaft die Emimus-JMP Einkaufsgesellschaft mit Sitz in Hannover und bündelte damit die strategischen Einkaufsaktivitäten aller Krankenhäuser und Pflegeheime der Johanniter, Malteser und ProDiakos. Dabei wird als Dienstleister für die elektronische Datenkommunikation mit der Industrie seit Juli 2009 die Transaktionsplattform von GHX Europe genutzt.http://www.ghxeurope.com/ger/news/newsletter/ghx-newsletter-juni-2009.html

Für die ProDiako-Kliniken in Rotenburg, Hann. Münden und Holzminden erfolgt dabei noch die Vorabbündelung des Einkaufs über die Diako-Servicegesellschaft, eine Tochtergesellschaft des Diakonissen-Mutterhauses in Rotenburg (Wümme). Am 18. Januar 2010 unterzeichnete die Diako Servicegesellschaft und Rhenus Eonova einen langfristigen Vertrag über die Kooperation im Krankenhauslogistikprojekt NetLog in Hannover. Aus Hannover werden seitdem die ProDiako-Kliniken in Rotenburg (Wümme), Achim und Verden beliefert, weitere Kliniken sollen folgen.

Zum 31. Dezember 2011 stieg die ProDiako aus der Emimus-Einkaufskooperation aus, an der sie mit 25,5 Prozent beteiligt war, und schloss sich Clinicpartner aus Gladbeck als Genossenschaftsmitglied an.

Engagement in Schaumburg und Planung eines Klinikneubaus Am 16. Dezember 2008 wurde für das Krankenhaus Bethel in Bückeburg im Landkreis Schaumburg unter Einbeziehung des benachbarten Agaplesion Ev. Klinikum Schaumburg ebenfalls eine Einbeziehung in die ProDiako Holding beschlossen.

Die Krankenhäuser im Schaumburger Land, das Krankenhaus Bethel Bückeburg und das Klinikum Schaumburg mit seinen Standorten in Rinteln und Stadthagen, werden bis 2017 in einem neuen Gesamtklinikum mit 437 Betten zusammengehen. Der Neubau ist dabei westlich Stadt Obernkirchen und südlich der Ortschaft Vehlen, geplant. Eine Bürgerinitiative kritisierte die Planungen vor Ort, da damit auch Aufhebung eines Teils des Landschaftsschutzgebietes Auetal erfolgt.

Managementvertrag mit der Matthias-Claudius-Altenhilfe in Rotenburg