+ Wappen Zirkel Wappen der Landsmannschaft Marchia Berlin zu Osnabrück 100x100px|Zirkel der Landsmannschaft Marchia Berlin zu Osnabrück Burschenband Fuxenband blau-gold-rotblau-gold-blau Basisdaten Universität: Universität Osnabrück Hochschule Osnabrück Gründung: 17. April 1872Meyers Konversationslexikon. 5. Auflage, Leipzig 1896, Beilage zum Artikel Studentenverbindungen. Verbände: Coburger Convent Couleur: Blau-Gold-Rot Kopfbedeckung: Hinterhauptmütze Couleurprinzip: farbtragend Stellung zur Mensur: pflichtschlagend Wahlspruch: Einer für alle, alle für einen Website: www.marchia.net

Die Landsmannschaft im CC Marchia Berlin zu Osnabrück ist eine farbentragende und pflichtschlagende studentische Landsmannschaft im Coburger Convent (CC) der Landsmannschaften und Turnerschaften an deutschsprachigen Hochschulen.

Sie vereint Studenten und ehemalige Studenten der Berliner Universitäten und Hochschulen, sowie der Universität und der (Fach-)Hochschule Osnabrück.

Die Landsmannschaft Marchia hält sich von einseitigen religiösen, parteipolitischen und sozialpolitischen Bestrebungen sowie von einseitigen Bestrebungen einer bestimmten Weltanschauung jederzeit fern.Satzung der Landsmannschaft Marchia in der Fassung vom 17. Februar 2003, § 1a

Ihr Gründungsdatum ist der 17. April 1872. Damit ist sie die älteste Studentenverbindung in Osnabrück.

Couleur Die Mitglieder der Landsmannschaft tragen ein Band mit den Farben blau-gold-rot (Fuxenfarben blau-gold-blau) mit goldener Perkussion, dazu wird eine blaue Hinterhauptmütze getragen.

Der Wappenspruch lautet „per aspera ad astra“, der Wahlspruch ‚Einer für alle, alle für einen‘. Ihre Mitglieder werden „Märker“ genannt. Die Zugehörigkeit zur Landsmannschaft verpflichtet zur lebenslangen Freundschaft.

Der Altherrenverband der Landsmannschaft Marchia wurde am 1. April 1900 gegründet.

Über das Leben der Landsmannschaft werden die Mitglieder seit 1919 durch die MärkerzeitungEintrag bei der Deutschen Nationalbibliothek. unterrichtet.

Freundschaftsverbindung (Verbindung, zu der ein enges und freundschaftliches Verhältnis besteht) der Landsmannschaft Marchia ist die Landsmannschaft Merovingia Gießen zu Mainz.

Geschichte

Von der Gründung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Die Landsmannschaft Marchia wurde am 17. April 1872 unter Beitritt von 12 Abiturienten des Joachimsthalschen Gymnasiums zu Berlin gegründet und bildete in ihren Anfängen einen akademischen Verein, mit zunächst vorwiegend gesellschaftlichen und geselligen Zielen.Handbuch der Deutschen Landsmannschaft 13. Auflage, 1934, S. 285

Bereits kurz nach der Gründung wurde dem Verein am 10. August 1872 der Name Marchia gegeben.

Die Entwicklung der Marchia zur schlagenden Kooperation vollzog sich schnell. Bereits im Jahre 1874 wurde die 1. Märkermensur gefochten.

Die Farben der Marchia sind ihre am 14. Februar 1875 gewählten Ursprungsfarben blau, gold und rot.

In der am 11. März 1876 in Kraft getretenen Verfassung wurde als Voraussetzung für die Aufnahme von Mitgliedern das uneingeschränkte Maturitätsprinzip festgestellt.

Gleichzeitig wurde die Zulassung neuer Mitglieder ausschließlich auf Studenten beschränkt, die Abiturienten des Joachimsthalschen Gymnasiums zu Berlin waren.

Im Jahre 1875 wählte Marchia aus diesem Grunde vorübergehend den Namen Joachimica, der jedoch 1885 wieder abgelegt wurde.

alternativtext=Gründungsbursch der Landsmannschaft Marchia Berlin zu Osnabrück – Ernst Grünbaum|mini|Gründungsbursch Ernst Grünbaum

Die Bestimmungsmensur wurde im Sommersemester 1881 eingeführt.

Am 25. Juli 1882 beteiligte sich Joachimica an der Gründung des Goslarer-Chargierten-Convents (GCC).

Marchia gehörte dem GCC bis zu seiner Auflösung im Jahre 1891 an. Als der letzten Präsidierenden dieses Verbandes ging das Archiv des GCC an Marchia über.

Am 23. Juli 1885 trat die am 30. Mai 1875 an der akademischen Hochschule für bildende Künste Berlin gegründete Verbindung Gothia (Farben blau, rot, gold) zur Marchia über. Aus diesem Anlass nahm Marchia die drei silbernen Schilde der Kunst in ihr eigenes Wappen auf und stellte ihrem Wahlspruch „Einer für Alle, Alle für Einen“ den Wappenspruch „per aspera adastra“ zur Seite.

Im Wintersemester 1889/90 traten acht Mitglieder der ehemaligen freischlagenden Verbindung Germania Charlottenburg Marchia bei.Mitteilungsblatt der Goslarer CC Verbindung Marchia zu Berlin, Wintersemester 1889-90

alternativtext=Stiftungsfest der Landsmannschaft Marchia Berlin zu Osnabrück 1905|mini|Stiftungsfest 1905

Am 2. Dezember 1899 wurde Marchia von der Universitätsbehörde verboten. Der zähe Märkergeist sorgte dafür, dass die Korporation trotz des Verbots bestehen blieb, zunächst unangemeldet, dann seit dem Wintersemester 1901 unter dem Namen Hansea mit den Farben blau-silber-rot, seit dem 12. November 1904 auch wieder offiziell unter ihrem Ursprungsnamen Marchia und den alten Farben.

Am 31. Mai 1909 wurde Marchia auf Antrag des Berliner LC durch einstimmigen Congressbeschluß in den Coburger LC admittiert und ein Jahr später am 16. Mai 1910 rezipiert.

Nachdem das Bundesleben zunächst in „Konstanten in verschiedenen Berliner Lokalitäten“ stattfand, mietete Marchia im Jahre 1910 eine Wohnung in der Elsässer Straße 76 in Berlin an und nutze diese als Verbindungsheim. Während dieser Zeit erlebte das Bundesleben bei Marchia insbesondere in personeller Hinsicht eine Blütezeit.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges hörte das studentische Verbindungsleben in den gewohnten Formen auch bei den Märkern auf.

89 Bundesbrüder waren Kriegsteilnehmer, acht von ihnen fielen.

Weimarer Zeit Der Neubeginn nach der Zäsur des Ersten Weltkrieges gestaltete sich zunächst schwierig, die Chargenbesetzung des Wintersemesters 1918/19 konnte nur auf alte Semester zurückgreifen.Gerlinger in: Festschrift 125 Jahre Landsmannschaft Marchia, 1997, S. 47

Mit Beginn des Zwischensemesters (Februar bis April 1919), das die Universität mit Rücksicht auf die Studienzeitverlust der Kriegsteilnehmer eingerichtet hatteGerlinger in: Festschrift 125 Jahre Landsmannschaft Marchia, 1997, S. 48 konnte Marchia die ersten vier Neuzugänge verzeichnen. In den anschließenden Semestern folgte ausreichend weiterer Zuwachs, so dass die Lebensfähigkeit des Bundes nicht mehr ernstlich bedroht war.Gerlinger in: Festschrift 125 Jahre Landsmannschaft Marchia, 1997, S. 49 Im Januar 1923 bestand Marchia aus 21 aktiven Burschen und 12 Füxen.

Für Marchia, wie auch für viele andere Korporationen, begann 1924 ein neuer Zeitabschnitt mit ernsten finanziellen Schwierigkeiten.Gerlinger in: Landsmannschaft Marchia zu Berlin im CC, Abriss ihrer Geschichte 1872–1972, S. 80 Die wirtschaftlichen Einbußen der und Verluste der Inflationszeit machten sich neben bald einsetzenden staatlichen Abbau- und Sparmaßnahmen bemerkbar. Für die 1924 nur 92 Mitglieder des AHV stellte die wirtschaftliche Konsolidierung der Marchia eine erhebliche wirtschaftliche Anstrengung dar, gelang aber dank des umsichtigen Handeln des seinerzeitigen Altherren-Kassenwartes Julius Thierry.

Zwischen 1922 und 1930 gehörte Marchia dem weißen Ring, einem Kartell innerhalb der Deutschen Landsmannschaft an. Neben den Gründern des weißen Rings, Landsmannschaft Marchia Berlin, Landsmannschaft Vandalia Breslau und Landsmannschaft Borussia Münster gehörten dem weißen Ring die Landsmannschaften Salia Bonn (1923) und Merovingia Gießen (1928) an.

Vom 1. bis zum 3. Juli 1933 wurde das 60. Stiftungsfest in großem Rahmen begangen.

So nahmen am Festkommers im großen Saal des Flugverbandshauses mehr als 200 Gäste und Märker teil, 53 Landsmannschaften waren offiziell vertreten.

Es war, als ob noch einmal bevor der große Umbruch eintrat, ein Stück alten waffenstudentischen Glanzes sichtbar werden sollte.Gerlinger in: Landsmannschaft Marchia zu Berlin im CC, Abriss ihrer Geschichte 1872–1972, S. 85 Im Wintersemester 1932/33 traten auf Vermittlung von Alter Herr (AH) Marnow mehrere Aktive und Inaktive des vertagten freien Corps Arminia an der Technischen und Handelshochschule Berlin zu Marchia über.

Marchia in der Zeit des Nationalsozialismus Am 20. Oktober 1935 beschloss ein außerordentlicher Convent der Deutschen Landsmannschaft das Aufgehen der Deutschen Landsmannschaft im NSDStB. Marchia trat daraufhin, um mehr Handlungsfreiheit zu gewinnen, am 2. November 1935 aus der Deutschen Landsmannschaft aus.

Im Januar 1938 wurde eine gemeinsame Altherrenschaft mit dem AHV der Berliner Landsmannschaft Saxonia gebildet, der eine Jungkameradschaft, die dann auch die Kneipräume der Marchia bezog, unterstützen sollte.Holger Zinn, Die Kameradschaften der Bünde der DL und des VC in den Jahren 1933 – 1945, S. 150

Am 21. Mai 1938 fand die erste konstituierende Sitzung der Kameradschaft statt, die später den Namen Heinrich von Kleist erhielt.

Während der Kriegsjahre waren viele Märker an der Front, so dass das Bundesleben in dieser Zeit fast vollständig zum Erliegen kam. Die Etage, welche der Bund in Berlin bewohnte, wurde während des Krieges von einer Bombe getroffen und brannte dabei völlig aus. Der Großteil des Archivmaterials sowie das gesamte Mobiliar fiel den Flammen zum Opfer.

In den Kriegsjahren wurde das Mensurfechten – wenn auch unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen und in begrenztem Rahmen – wieder aufgenommen und es konnten trotz aller Widrigkeiten einige scharfe Mensuren gefochten werden.

23 Märker verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben.

Berliner Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zur Suspendierung Ein erstes Treffen von Märkern nach Kriegsende fand am 7. Dezember 1946 im Restaurant „Zum Franziskaner“ im Bahnhof Friedrichstraße in Berlin statt. Durch Rundbriefe, die auf Initiative von AH Birkigt I nach Kriegsende regelmäßig versendet wurden, gelang es nach und nach, die Bundesbrüder zu sammeln.

Nach der Rückkehr einiger Kriegsheimkehrer nach Berlin, konnte Marchia von allen lokalen Bünden der ehemaligen Deutschen Landsmannschaft als erste eine „junge Gruppe“ aufweisen, der sich AH Curt Meyer annahm.

Ab dem Wintersemester 1949/50 fanden gemeinsame Treffen der Märker mit den alten Herren der Landsmannschaft Saxonia im Lokal Stöckler am Kurfürstendamm statt.

Im Jahre 1949 versuchte die junge Gruppe von Studenten durch Gründung einer Marcho-Saxonia die beiden Altherrenschaften zusammenzuführen.Meyer in: Landsmannschaft Marchia zu Berlin im CC, Abriss ihrer Geschichte 1872–1972, S. 112 Dieses Vorhaben scheiterte jedoch.

Am 9. Februar 1951 rekonstituiert sich Marchia offiziell im Restaurant „Zur Hütte“ in Berlin-Charlottenburg, am 15. Dezember 1951 wird dort auch der erste Fux Marchias nach dem 2. Weltkrieg admittiert.

Anlässlich des 80. Stiftungsfestes 1952 wurde zum ersten Mal das Lied „Märkische Heide“ des Komponisten Gustav Büchsenschütz als Bundeslied der Marchia gesungen.

AH Clemens Schmalstich überraschte auf dem Ball anlässlich des 80. Stiftungsfestes mit der Uraufführung seines Werkes „Ouvertüre für eine akademische Feier“, das er seinem Bundesbruder AH Fritz Köhler widmete.

Am 4. März 1954 wurden die drei ersten Nachkriegspartien der Landsmannschaft Marchia geschlagen, die erste Rezeption nach altem Ritus erfolgte am 3. November 1954.

Am 3. März 1955 wurde das neue Märker-Heim in der Nollendorfstraße 28 in Berlin feierlich eingeweiht.

Das Freundschaftsverhältnis zur Landsmannschaft Merovingia Gießen zu Mainz wurde am 9. Juni 1957 erneuert und besteht bis heute.

alt=Scherenschnitt der Landsmannschaft Marchia Berlin zu Osnabrück von Paul-G. Heidbrink von 1959|mini|Scherenschnitt von Paul-G. Heidbrink – 1959

Die folgenden Jahre entwickelten sich günstig für Marchia, teilweise gehörten ihr mehr als 10 Füxe an.

Mit dem 85. Stiftungsfest (1957) waren alle Ziele erreicht: Marchia hatte ihre alte geachtete Stellung im CC wiedererrungen.Meyer in: Landsmannschaft Marchia zu Berlin im CC, Abriss ihrer Geschichte 1872–1972, S. 129